Vier Mädchen in der Welt von Harry Potter 4

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4 Kapitel - 41.202 Wörter - Erstellt von: Melli155 - Aktualisiert am: 2012-10-15 - Entwickelt am: - 8.015 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Drei Kerle wie vorher und ein neuer... bei Oliver gibt es einfach nicht genug Variationsmöglichkeiten...
viel Spaß

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„Du bist wundervoll, Lia“, versuchte mich meine Tante aufzumuntern, denn ich stand verschreckt neben ihr am Gleis 9 Ÿ und beobachtete die anderen Familien, doch es klang etwas hölzern, so als glaubte sie selbst nicht daran. Außer meiner Tante hatte ich keine Familie, ich war ein Monster. Mit meinen goldblonden Engelslocken sah man es mir vielleicht nicht sofort an, aber ich war unnormal, sehr unnormal und wenn man sich mir näherte deuteten meine dunkelroten Augen schon daraufhin. Ja, ich war tatsächlich ein Monster, ein Halbvampir, deshalb lebte ich auch bei meiner Tante, der Schwester meines Dads, denn der hatte das erste Treffen mit meiner Mum nicht überlebt und als ich auf die Welt kam hatte meine Mum Angst, dass sie mir etwas antun würde, schließlich war ich nicht ganz wie sie, ich lebte, so gab sie mich ab. Ich hatte keinerlei Erinnerungen an sie und meine Tante sprach nicht über meine Mum, so sehr sie mich, wie sie sagte, auch liebte, wie eine eigene Tochter, konnte sie in meiner Mum nur die Mörderin ihres Bruders sehen, was man ihr auch nicht verdenken konnte. Als an meinem elften Geburtstag dann der Brief von Hogwarts kam, waren wir beide überrascht gewesen, um ehrlich zu sein hatte meine Tante vermutet, dass man mich nicht an eine Schule lassen würde, doch sie hatte sich geirrt. Natürlich freute ich mich, aber ich hatte auch Angst, würde man mich akzeptieren wie ich war? Wahrscheinlich nicht! Aus diesem Grund hatte ich beschlossen meine Herkunft für mich zu behalten und auch meine Tante hielt dies für eine gute Idee, denn selbst wenn die Kinder mich mochten, würde kein Elternteil jemanden wie mich mit seinem Kind zutun haben lassen. „Ich drück dir die Daumen… jetzt geh, sonst fährt der Zug ohne dich“, lächelte meine Tante fast schon zu freundlich und letzten Endes machte ich mich auf zum Zug. Mit einiger Mühe hatte ich es geschafft meinen überaus schweren Koffer hineinzuheben, da rempelte mich jemand unsanft an. „Aua… sag mal, spinnst du“, fauchte ich den Unbekannten an und drehte mich dann so, dass ich ihn sehen konnte. Es war nicht nur einer, es waren zwei, zwei völlig identisch aussehende, rothaarige Jungs, der eine trug einen Pulli, auf den ein „F“ gestickt war und der andere einen mit einem „G“. Letzterer grinste mich an und meinte: „Tschuldigung… ich bin George, das ist mein Bruder Fred und wie heißt du?“. Einen Moment lang starrte ich ihn sprachlos an, er hatte, wie ich nun erkannte, etwas hellere Augen als sein Bruder, dann antwortete ich: „Letizia… sollen wir weiter so auf dem Gang rumstehen oder setzten wir uns in ein Abteil?“. Die Zwillinge, denn das waren die beiden sicherlich, grinsten noch breiter und halfen mir schließlich meinen Koffer in einem der Gepäcknetze zu verstauen. Auf der ganzen Fahrt rissen die beiden Witze und ich verstand mich wirklich ausgesprochen gut mit ihnen, irgendwie hatten wir dieselbe Art von Humor. Zwischendurch gab es einen mir unangenehmen Moment, als Fred meinte: „Krass, deine Augen, die sind ja rot“, woraufhin ich starr aus dem Fenster sah, bis George die Situation rettete, indem er sagte: „Mir gefallen deine Augen, sie sind etwas besonderes“. Bei unserer Ankunft wurden alle Erstklässler von einem riesigen Mann, der sich als Hagrid vorstelle, zu sich gerufen. Hagrid führte uns zu einem See, den wir immer zu viert in Booten überqueren sollten. Fred, George und ich stiegen sogleich zusammen in eines und nach einer Weile gesellte sich noch ein dunkelhäutiger Junge namens Lee Jordan zu uns, der sich auf der Stelle mit den Zwillingen anfreundete, während ich ihn nicht leiden konnte, was scheinbar auf Gegenseitigkeit beruhte. Ich war froh, als wir aus den Booten stiegen und kaum dass ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, hakte ich mich bei Fred und George ein und zog sie demonstrativ von Lee weg. „Ach, Engelchen, magst du unseren neuen Freund nicht?“, fragte George, woraufhin ich heftig den Kopf schüttelte. Er hatte mich „Engelchen“ genannt, wenn der wüsste, wie unpassend dieser Name für mich war, aber ich hatte nicht vor, es irgendjemandem zu sagen, ich wollte mich nicht noch mehr zum Außenseiter machen, als ich es ohnehin werden würde. „Eifersüchtig, Tizie?“, machte Fred weiter und ich fauchte zurück: „Nenn mich niemals „Tizie““. Zugegeben, er konnte es nicht wissen, aber ich hasste diesen Namen, so hatten mich immer die Nachbarskinder meiner Tante genannt wenn sie mich ärgerten, ich war so froh, ihnen nicht mehr ausgesetzt zu sein und nun kam Fred mit diesem Namen. Wenn ich wütend wurde, versetzte das die Menschen in meiner Umgebung häufig in Furcht, muss wohl ein Erbe meiner Mutter sein, auf jeden Fall nickte Fred kleinlaut und auch George wirkte leicht verunsichert. So ein Mist, ich wollte die beiden doch nicht verschrecken, sie waren die ersten Freunde, die ich bis jetzt hatte, so schnell, wie ich mich aufgeregt hatte, beruhigte ich mich auch wieder. Rasch entschuldigte ich mich und die beiden nahmen es mir glücklicher Weise nicht weiter übel. Kurz darauf wollte Fred dann wissen: „Und wie darf ich dich dann nennen?“. Meine Antwort kam prompt: „Lia, so nennt mich meine Tante auch immer“. Damit waren alle zufrieden, wobei ich den Verdacht hatte, dass auch der Name „Engelchen“ ab und an fallen würde, doch eigentlich war es mir egal, solange sie meine Freunde blieben, war alles okay. Im Schloss kam eine große, streng wirkende Lehrerin, die sich als Professor McGonagall vorstellte, zu uns und führte uns in die Große Halle. Um mich herum ertönten lauter „Ah“s und „Oh“s und auch ich bekam meinen Mund vor Staunen nicht mehr zu. Erst als George anfing zu lachen, wandte ich mich von der faszinierenden Decke der Halle ab, die so hoch war, dass sie kaum zu erkennen war und zudem so aussah, wie der Himmel draußen. In diesem Moment begann Professor McGonagall unsere Namen zu verlesen. Als endlich auch ich aufgerufen wurde, trat ich leicht besorgt nach vorne, was wäre, wenn der Hut sich weigern würde, jemanden wie mich einzuteilen, wenn ich wieder nach Hause geschickt werden würde. Die Lehrerin setzte mir den alten Hut auf den Kopf und sofort piepste er in mein Ohr: „Das ist interessant… mein erster Gedanke wäre Slytherin, aber ich denke nicht, dass du dich dort wohlfühlen würdest, deshalb kommst du nach GRYFFINDOR“. Erleichtert stand ich auf und lief zum Gryffindortisch, wo ich herzlich begrüßt wurde. Ich setzte mich neben eine andere Erstklässlerin, sie hieß Angelina Johnson, missbilligend bemerkte ich auch, dass Lee Jordan ebenfalls am Tisch der Gryffindors saß, da sprach mich Angelina an. Sie war anfangs sehr nett, doch dann fielen ihr meine Augen auf und sie starrte mich nur noch entsetzt an, wandte sich von mir ab und an Lee, der genau gegenüber von ihr saß und die beiden begannen heftig zu tuscheln, wobei ich mir sicher war, dass es um mich ging, denn ab und zu warfen sie mir teils verschreckte und teils abfällige Blicke zu, dabei hatte ich ihnen überhaupt nichts getan. Bald gesellte sich zu allem Überfluss noch ein weiteres Mädchen zu ihnen, ihr Name war Alicia Spinnet und sie schien mich genauso wenig leiden zu können, wie Lee und Angelina. „Darf ich fragen, was ich euch getan habe?“, nahm ich irgendwann meinen Mut zusammen und schaute sie abwartend an. Augenblicklich verstummten die drei und glotzten verdattert zu mir, rasch fuhr ich fort: „Ich habe euch nichts getan, oder seht ihr das anders?“. Es war Angelina, die als erste ihre Sprache wiedergefunden hatte, denn sie antwortete leicht verlegen: „Nein… tut uns leid, wir wollten dich nicht ausschließen, wir waren nur überrascht…“. Kurz zögerte ich, aber dann nahm ich die Entschuldigung an, ich wollte nicht nachtragend sein, zwar stand für mich schon jetzt fest, dass ich niemals Teil ihrer Clique werden würde, doch eigentlich war ich mir sicher, dass wir gut miteinander auskommen würden, also damit meinte ich Angelina und Alicia. Als Fred und George zu meiner Freude auch nach Gryffindor kamen, war Alicia gerade dabei, mir zu beichten, dass sie meine Augen eigentlich ganz cool fand, worüber ich lachen musste, schließlich hatten die Zwillinge im Zug etwas ganz ähnliches behauptet. Endlich waren alle neuen Schüler auf ihre Häuser verteilt und Dumbledore erhob das Wort, er hielt jedoch keine lange Rede, sondern hieß uns nur kurz willkommen, bevor auch schon das Essen auf den Tischen erschien. Es sah wirklich gut aus und es schmeckte sogar noch besser, besonders der Nachtisch gefiel mir, zu Hause bei meiner Tante hatte ich fast nie etwas Süßes bekommen, nur ab und zu einen Lolly mit Blutgeschmack, ich liebte diese Lollys, ich trank zwar kein Blut, ich fand allein den Gedanken daran schon widerlich, aber für diese Süßigkeit hatte ich eine Schwäche, was sicherlich an meinem familiären Hintergrund lag. „Man könnte meinen, du hast noch nie einen Pudding gesehen, so wie du denn hier anstarrst, Lia“, machte sich George über mich lustig, woraufhin ich ihm die Zuge rausstreckte und mir eine große Portion auftat. Nach dem Essen wurden wir in den Gryffindorgemeinschaftsraum geführt, wo uns auch die Schlafsäle gezeigt wurden, ich würde mir einen mit Angelina, Alicia und zwei weiteren Mädchen, deren Namen ich noch nicht kannte, teilen. In den nächsten Tagen verbrachte ich die meiste Zeit allerdings mit den Zwillingen, zu meinem Missfallen war auch Lee dabei, doch das konnte ich im Augenblick nicht ändern. Schon bald hatten wir den Hausmeister, Filch, als unser Lieblingsstreicheopfer auserkoren und auch unser Lehrer in Zaubertränke, Professor Snape, der aussah wie eine übergroße Fledermaus mit kinnlangen, fettigen Haaren, würde das ein oder andere abbekommen. Nach und nach schafften Lee und ich es sogar einen Tag lang uns nicht böse anzufunkeln, trotzdem war es für jeden offensichtlich, dass wir uns gegenseitig, warum auch immer, nicht leiden konnten. Eines Tages hatten Fred, George und ich mal wieder einen Plan ausgeheckt, wie wir Filch ärgern könnten, Lee war unterdessen mit Angelina und Alicia unterwegs, was mir nur Recht war. Wir wollten eine Stinkbombe in einem der Flure hochgehen lassen, dafür hielten George und ich jeder an einem Ende des Korridors wache und Fred zündete die Bombe. Da erschien allerdings Filch, er trat hinter einem Wandteppich hervor und ertappe uns somit auf frischer Tat. Er packte die Zwillinge am Arm und wies auch mich an, ihm zu folgen. Mit einem fiesen Grinsen im Gesicht führte er uns in sein Büro, die ganze Zeit über murmelte er etwas von wegen „Bauchaufschlitzen“ und „Auspeitschen“, was uns jedoch keine Angst machte, weil wir wussten, dass Dumbledore solche Foltermethoden niemals erlauben würde. In seinem Büro, einem kleinen Raum, der vollgestopft mit Akten von Missetaten war, angekommen, entdeckte ich eine vielversprechende Schublade mit der Aufschrift „Beschlagnahmt und gemeingefährlich“. Sogleich machte ich die Jungs darauf aufmerksam und ich konnte sehen, dass sie mindestens so neugierig auf den Inhalt waren wie ich. Während Filch sich noch immer grausame Folterarten überlegte, zog George eine weitere Stinkbombe aus der Tasche, rannte aus dem Büro und zündete sie. Wie erwartet sprang Filch ihm hinterher, sodass Fred und ich schnell das Schubfach öffnen und wahllos etwas herausholen konnten. Danach schlossen wir das Fach rasch wieder und ich ließ das erbeutete Pergament in meinem Stiefel verschwinden, keine Sekunde zu früh, denn da erschien Filch wieder, er zerrte George an einem Ohr hinter sich her. „Das gibt Ärger“, knurrte der Hausmeister, womit er Recht behalten sollte, Professor McGonagall, die die Hauslehrerin von Gryffindor war, gab uns bis zu den Weihnachtsferien Nachsitzen und wofür? Für ein altes Stück Pergament! Verärgert untersuchten wir das Papier, doch es gab keine Anzeichen dafür, dass es etwas anderes war, als es zu sein schien. Erst an Halloween, wir hatten bereits einen besonders fiesen Streich geplant, erkannten wir, was wir da eigentlich hatten. Bevor wir unseren Plan in die Tat umsetzten, erhob Fred die Stimme und meinte: „Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin, auf dass unser Streich gelingen möge“, plötzlich erschienen Buchstaben und ganze Wörter auf dem Pergament, es entstand eine Karte von Hogwarts, eine Karte die jeden zeigte, der sich in der Schule aufhielt, man konnte sogar sehen, wie die einzelnen Personen sich bewegten. Wir machten alle großen Augen, mit dieser Karte, würde uns niemand mehr erwischen und außerdem zeigte die Karte auch alle Geheimgänge der Schule, etwas Besseres hätten wir gar nicht aus Filchs Schublade holen können. Die Zwillinge schienen das auch so zu sehen, denn sie sagten synchron: „Krass“, dann fuhr Fred alleine fort: „Hast ja doch was sinnvolles ausgewählt, Lia“, woraufhin ich stolz grinste unser Halloweenstreich war total vergessen, wir beschäftigten uns lieber mit der Karte, sie hieß, wie man darauf lesen konnte, die Karte des Rumtreibers, was allemal passend war. Auf einmal platzte Lee in den Schlafsaal der Jungs, der auch der seine war und wo wir uns gerade aufhielten, er warf mir einen missbilligenden Blick zu und wandte sich dann an Fred und George, die die Karte schnell unter der Bettdecke verschwinden ließen und mich fragend ansahen. Kaum merklich schüttelte ich den Kopf, das wäre ja noch schöner, wenn Lee von der Karte wüsste, und die Jungs nickten leicht zurück, schließlich hatte ich die Karte gefunden, deshalb durfte auch ich bestimmen, wer davor erfahren sollte. Dann erhob ich mich und verließ mit einem: „Ciao, Jungs, bis dann“ den Raum. In den nächsten Tagen fanden wir heraus, dass es mehrere Geheimgänge gab, die aus der Schule heraus führten, mein Lieblingsgang war der, der im Dorf Hogsmeade, genauer gesagt im Honigtopf, einem Süßigkeitenladen, endete. Einmal, als die Zwillinge mit Lee unterwegs waren, schnappte ich mir die Karte und machte mich auf den Weg in den Honigtopf. Die Verkäuferin sah mich zwar misstrauisch an, sagte aber nichts, sie wollte schließlich ihr Geld verdienen. Ich kaufte mir einen kleinen Vorrat an Lollys mit Blutgeschmack, was dazu führte, dass die Frau mich noch schärfer musterte, ein paar Schokofrösche für die Jungs und einen Lakritzzauberstab für den Rückweg. Wieder in der Schule wich ich mithilfe der Karte allen Lehrern und Filch aus und brachte meine Einkäufe in Sicherheit, auch achtete ich darauf, dass keine meiner Schlafsaalgenossinnen anwesend war, während ich meine Einkäufe in meinem Koffer verstaute, die hätten ja ihre Schlüsse ziehen können. Als ich Fred und George erzählte, dass ich den Geheimgang benutzt hatte, waren sie erst tödlich beleidigt, dass ich sie nicht mitgenommen hatte, doch dann gab ich ihnen die Schokofrösche und sie waren auf der Stelle besänftigt. Bald wunderte sich Fred jedoch, warum ich denn keine Schokofrösche aß und ich erwiderte, dass ich mir was anderes mitgebracht hätte, damit war das für ihn geklärt und George schien sich ohnehin nicht darum zu kümmern, er vertilgte gerade seinen vierte Schokofrosch. Das Schuljahr verging und dank der Karte waren wir bald als die Könige der Streiche bekannt und Filch hatte sogar bereits ein ganzes Schubfach nur über uns in seinem Büro angelegt, was wir als Kompliment sahen. Die ganze Rückfahrt im Hogwartsexpress planten wir schon Streiche für unser nächstes Jahr und als wir in London ankamen, verabschiedete ich mich schweren Herzens von den Jungs, sie würden mir wirklich fehlen. Ich umarmte die beiden noch einmal kurz, dann hielt ich Ausschau nach meiner Tante, die ich auch gleich entdeckte. Sie starrte missmutig durch die Gegend, aber als sie bemerkte, dass ich sie gesehen hatte, lächelte sie und kam auf mich zu. „Da bist du ja, Lia, Süße“, begrüßte sie mich, doch warum klangen diese Worte aus ihrem Mund nur so unendlich falsch? In den Ferien hockte ich die ganze Zeit in unserem Haus und langweilte mich schrecklich, während meine Tante andauernd unterwegs war, tagsüber arbeitete sie und abends ging sie mit irgendwelchen Typen aus. Ich hatte das Gefühle, sie tat alles nur Mögliche, um so wenig Zeit wie möglich mit mir zu verbringen. Umso mehr freute ich mich als wir am 1. September am Gleis standen und ich auf Fred und George wartete. Bald schon sah ich die beiden, rannte ihnen entgegen und fiel ihnen um den Hals. „Hi, Engelchen“, begrüßte mich George und ich hörte, wie meine Tante hinter mir leise und verächtlich schnaubte, aber im Moment machte ich mir nichts daraus, schließlich hatte ich ein ganzes Jahr in Hogwarts vor mir, ein ganzes Jahr mit meinen Freunden. Gemeinsam mit den Jungs stieg ich, ohne meine Tante noch eines Blickes zu würdigen, in den Hogwartsexpress. Es störte mich nicht einmal, als sich Lee zu uns setzte, zu glücklich war ich, endlich wieder bei meinen Freunde, meinen wahren Freunden, zu sein. Wir fuhren noch nicht lange, da streckte ich Lee, wobei ich von mir selbst überrascht war, eine Hand entgegen und meinte: „Frieden?“. Erstaunt ergriff er meine Hand und schüttelte sie, wir würde sicherlich keine Freunde werden, aber immerhin waren wir jetzt sowas wie Bekannte. Fred und George schienen sich ungemein zu freuen, dass wir Frieden geschlossen hatten und alleine das war es wert. Am Wochenende nach der ersten Schulwoche fanden Quidditchauswahlspiele statt und die Zwillinge und ich hatten beschlossen, daran teilzunehmen, während Lee sich als Stadionsprecher bewarb. Abends erzählte er uns, dass er es geschafft hatte, da sich kein anderer beworben hatte und wir hatten ebenfalls was zu erzählen, denn alle drei hatten wir es ins Team geschafft, Fred und George als Treiber und ich, zusammen mit Angelina und Alicia, als Jägerin. Die Lehrer hofften wahrscheinlich, dass wir jetzt, da wir häufig trainieren mussten, nicht mehr so viele Streiche aushecken würden, doch die hatten sich getäuscht, denn indem wir Professor Snape zu Weihnachten eine Flasche Dr. Stanwishs super rein Shampoo schenkten, übertrafen wir uns im Vergleich mit dem Vorjahr sogar noch. Ich selbst bekam von meiner Tante ein Päckchen mit meinen Lieblingssüßigkeiten, Lollys mit Blutgeschmack, und von den Zwillingen ein Fässchen selbstkorrigierende Tinte, was ich als sehr nützlich empfand, geschenkt. Auch der Rest des Jahres verstrich schnell und als ich mich am Bahnhof von Fred und George verabschiedete, hätte ich am liebsten losgeheult, ich wollte nicht zu meiner Tante, allerdings stand diese bereits hinter mir und disapparierte mit mir, während ich noch mit den Zwillingen sprach. „Denkst du, ich habe den ganzen Tag Zeit?“, fuhr sie mich an, als wir zu Hause waren und ich zuckte zusammen, bis jetzt war es eher so ein Gefühl gewesen, doch nun wusste ich es, meine Tante hasste mich, für sie war ich nur das Monsterkind der Mörderin ihres Bruders, aber warum hatte sie mich dann überhaupt aufgenommen? Entsetzt über diese Erkenntnis rannte ich in mein Zimmer und schloss mich ein. Ganze drei Tage blieb ich in meinem Zimmer, ohne etwas zu essen oder zu trinken, da klopfte meine Tante grob an die Tür und meinte abschätzig: „Komm raus und iss, ich werde dafür bezahlt, dass du sicher leben kannst und auf dieses Geld werde ich sicherlich nicht verzichten nur weil du kleines Miststück gerne verhungern willst“. Bezahlt? All die Jahre hatte man meine Tante dafür bezahlt, dass sie sich um mich kümmerte? „Wer bezahlt dich?“, schrie ich durch die Tür, die augenblicklich von einem Fluch zerfetzt wurde, sodass meine Tante mitten in meinem Zimmer stand. „Dumbledore und jetzt iss, oder ich werde es dir mit Gewalt einflößen“, kam die hasserfüllte Antwort. Ja, das sah Dumbledore ähnlich, vermutlich dachte er, es wäre besser für mich, wenn ich bei einer echten Verwandten aufwuchs, auch wenn sie mich nicht liebte, statt bei einer völlig fremden Familie, doch so war es nicht. Viel lieber würde ich in irgendeiner Adoptivfamilie leben, die mich liebt, als bei meiner Tante, alles wäre besser als hier zu sein. Ich wollte jedoch ihren Zorn nicht weiter schüren, deshalb aß und trank ich seit diesem Tag wieder, mit meiner Tante wechselte ich allerdings kein Wort mehr. Am ersten Schultag brachte sie mich dann zum Bahnhof, schließlich würde sie mich so für ein weiteres Jahr loswerden. Kaum hatte ich alle meine Sachen, verschwand sie wieder und ließ mich alleine stehen. Mit gesenktem Blick stieg ich in den Zug und suchte mir ein Abteil, nach einer Weile kamen Fred und George dazu und Fred begann: „Hey, Lia, weißt du was, wir haben gerade Harry Potter getroffen, er kommt dieses Jahr nach Hogwarts…“, da unterbrach ihn George: „Halt die Klappe Fred. Was ist denn los?“. Er setzte sich neben mich und sah mich fragend an, auch Fred bemerkte nun, dass es mir nicht gut ging und setzte eine besorgte Miene auf. Erst schwieg ich, doch wenn ich es den beiden nicht sagen konnte, dann würde ich es niemals sagen, deshalb blickte ich auf und fing an mit zitternder Stimme zu sprechen: „Meine Tante, bei der ich lebe, hasst mich. Sie hat mich nur bei sich behalten, weil Dumbledore ihr dafür Geld gibt“, dann brach ich in Tränen aus und George nahm mich in den Arm. Die beiden redeten mir gut zu und versprachen, dass ich in den nächsten Sommerferien zu ihnen kommen könnte, was mich dann letztlich wieder aufmunterte. Was Fred bereits zu Beginn der Zugfahrt gesagt hatte, stimmte. Harry Potter kam nach Hogwarts, er wurde sogar ein Gryffindor und landete auf Professor McGonagalls persönlichen Wunsch auch noch in unserer Quidditchmannschaft, wo er als ziemlich talentierter Sucher spielte. An Halloween gab es einen unerfreulichen Zwischenfall, ein Bergtroll war, wie auch immer es ihm gelungen war, in die Schule eingedrungen und alle Schüler wurden sofort in ihre Schlafsäle geschickt, ich war jedoch einfach zu neugierig und versteckte mich in einem der Flure, bis der Troll vorbei kam. So bekam ich auch mit, als er drei Erstklässler, Harry Potter, Ron, der jüngste Bruder von Fred und George, und ein Mädchen, dessen Namen ich nicht kannte, in einem Mädchenklo angriff. Ohne zu zögern trat ich ein, stellte mich direkt vor den Troll und fixierte ihn mit meinen roten Augen, ich hatte schließlich genug über Vampire gelesen, um zu wissen, dass alle anderen Kreaturen eine natürlich Scheu vor ihnen entwickelt hatten und so hoffte ich, der unintelligente Troll würde mich für einen richtigen Vampir halten, was er scheinbar auch tat, denn er zog sich zurück. „Wie hast du das denn gemacht… danke“, das war Ron und er glotzte mich aus großen Augen an, danach bedankten sich auch die anderen beiden leicht verwirrt bei mir, aber ich scheuchte sie schnell in den Gryffindorgemeinschaftsraum, ich hatte nämlich keine Lust noch von einem Lehrer erwischt zu werden. Beim Betreten des Gemeinschaftsraumes wäre ich fast in Fred rein gerannt, der direkt hinter dem Portraitloch stand und bei meinem Anblick meinte: „Wir dachten schon, der Troll hätte dich erwischt“, dann rief er nach hinten, wahrscheinlich zu George: „Sie ist hier“. „Als wenn mir so ein dämlicher Troll etwas antun würde“, lachte ich, doch George, der jetzt auch neben mir stand sah mich noch immer leicht besorgt an, ebenso wie Fred. Wenn die wüssten, wenn die beiden wüssten, mit was ich alles fertig werden würde allein mit meinen Augen, sie waren Segen und Fluch zugleich. Bald hatten alle den Vorfall vergessen, nur das Mädchen, sie hieß Hermine, sah mich manchmal ziemlich komisch an, ich dachte mir allerdings nichts dabei. Endlich waren Weihnachtsferien und viele Schüler würden nach Hause fahren, aus Gryffindor blieben wirklich nur Harry, die Weasleys und ich. Am Weihnachtsmorgen war ich überrascht, als ich ein recht großes Päckchen am Fuße meines Bettes fand, eigentlich hatte ich nicht mit Geschenken gerechnet, außer vielleicht ein paar Süßigkeiten von den Jungs. Neugierig riss ich das braune Packpapier auf und zum Vorschein kam ein schwarzer Wollschal, der mit goldenen Fäden durchsetzt war und an einem Ende die Aufschrift „L“ trug. Mir war sofort klar, dass er von Mrs. Weasley war und überglücklich rannt ich aus meinem Schlafsaal in den der Jungs, die ich damit weckte. „Lia, lass uns doch bitte schlafen“, brummte George, aber ich zog ihm und Fred einfach die Decke weg und hüpfte freudig wieder aus dem Raum, um genau das gleiche auch mit Percy Weasley, er war jetzt in der Fünften und Vertrauensschüler, Harry und Ron zu machen. Keine zehn Minuten später saßen wir alle im Gemeinschaftsraum und tauschten Geschenke aus, wobei die Jungs alle noch ziemlich müde aussahen. Ich stellte fest, dass auch Harry einen Schal von Mrs. Weasley bekommen hatte und die anderen bekamen, wie jedes Jahr einen Pullover, wobei nur bei Fred und George die Anfangsbuchstaben draufstanden, was ich als Anlass dazu nahm, die beiden den ganzen Tag über mit „Gred“ und „Feorge“ anzusprechen. Danach gingen wir in die Große Halle frühstücken und der heiße Kakao weckte jetzt endlich auch die anderen so richtig. Nach dem Essen zogen wir uns unsere Mäntel an und begannen draußen eine Schneeballschlacht zu machen, Fred, George und ich gegen Harry, Ron und Percy. Letzten Endes mussten die anderen kapitulieren, wer hätte auch was anderes erwartet? Viel zu schnell waren die Ferien wieder vorüber und der Schulalltag begann aufs Neue, was für uns hieß, dass wir gleich am zweiten Schultag Nachsitzen mussten. So hockten Fred, George und ich jetzt also im Büro von Professor McGonagall und durften uns eine Moralpredigt anhören: „Mr. Weasley, Mr. Weasley, Miss Reynold, ich bin zutiefst enttäuscht von ihnen allen, noch nie habe ich mich so für Schüler meines Hauses geschämt…“, an dieser Stelle schaltete ich ab und konzentrierte mich stattdessen auf eine fette Spinne, die von der Decke hing. Trotzdem regten mich ihre Worte zum Nachdenken an, schließlich war ich überglücklich, dass ich an einer normalen Schule geduldet wurde und ich wollte mich sicher nicht als undankbar erweisen, sonst würde ich noch den Rest meines Lebens bei meiner Tante verbringen müssen, deshalb beschloss ich, von nun an darauf zu achten, dass die Zwillinge nicht zu weit gingen mit ihren Streichen. Als wir das Büro verließen, lachte George und schlug mir sachte auf die Schulter, dabei grinste er: „Die Rede hätte sie sich sparen können, was Lia?“, doch ich erwiderte nachdenklich: „Davon abgesehen, dass ich nur die Hälfte mitbekommen habe, vielleicht sollte wir es wirklich nicht zu weit treiben…“. Die beiden sahen mich an, als wäre ich vollkommen durchgedreht, also begann ich mich zu rechtfertigen: „Ihr müsst wissen, ich bin so froh, in der Schule und nicht bei meiner Tante sein zu können und ich will definitiv keinen Rausschmiss riskieren“, das war die Wahrheit, oder zumindest ein Teil der Wahrheit. „Darauf passen wir schon auf, Engelchen, wir wollen auch nicht von der Schule fliegen, unsere Mum würde uns töten“, sagte George nun mit einem schiefen Lächeln und gemeinsam machten wir uns auf den Weg in den Gemeinschaftsraum. Tatsächlich achtete ich von nun an darauf, dass unsere Streiche nicht zu weit gingen, was größtenteils aber sowieso nicht der Fall gewesen war und am Jahresende kam Professor McGonagall noch einmal zu mir und meinte: „Ich sehe, Sie haben sich meine Worte zu Herzen genommen, Miss Reynold, und ich hoffe, dass das so bleibt“, dann wandte sie sich mit einem leichten Lächeln ab. Perplex rührte ich mich nicht von der Stelle, gerade noch letzte Woche mussten die Zwillinge und ich mal wieder nachsitzen und sie hatte uns deutlich gemacht, dass wir Schande über das ganze Haus brächten und nun? Meine Verwirrung bemerkend wandte sich die Lehrerin noch einmal an mich: „Professor Dumbledore hat mich neulich über Ihre Familienverhältnisse auf geklärt und ich denke, ich werde Ihnen und den Herren Weasley noch eine Chance geben“. Es war erstaunlich, diese Frau, so streng und unnahbar sie auch wirkte, hatte tatsächlich ein Herz und ich wollte ihr Vertrauen nicht missbrauchen, was höchstwahrscheinlich zu kleinen Reibereinen mit Fred und George führen würde, aber jetzt waren erstmal Ferien und ich würde nicht zu meiner Tante müssen. „Na, gespannt auf unsere Familie?“, fragte mich Fred auf der Fahrt und ich nickte, ich hatte bereits leichte Bauchschmerzen vor Sorge. Wenn seine Eltern wüssten, was für ein Monster sie sich mit mir ins Haus holten, wenn sie es erfahren würden, dann würden sie mich sicherlich wieder rausschmeißen. Zum Glück fragten die Jungs nicht weiter nach und als wir angekommen waren, holte Fred mir sogar zuvorkommend meinen Koffer aus dem Gepäcknetzt, während George mich bereits nach draußen zu seiner Familie führte. „Herzlich willkommen, Liebes… ach herrjeh, bist du dünn, zu Hause werde ich erstmal was Schönes kochen“, begrüßte mich eine rundliche, freundlich wirkende Frau mit roten Haaren, bei der es sich nur um Mrs. Weasley handeln konnte. Die gute Frau umarmte mich so fest, dass ich keine Luft mehr bekam und Ron rettete mich schließlich aus ihren Fängen, indem er begann über seine Ratte zu jammern. Wenig später standen wir vor dem Haus der Weasleys, es sah wirklich ulkig aus, krumm und schief und nur noch von Magie zusammengehalten, doch auch sehr gemütlich. Beim Betreten des Hauses fragte ich Mrs. Weasley schüchtern, wo ich denn schlafen sollte und sie meinte, ich könnte bei Ginny, der jüngsten, im Zimmer schlafen, also schleppte ich meinen Koffer in Ginnys Zimmer, als das Mädchen mich jedoch von Nahem sah, starrte sie mich entsetzt an, was ganz sicher an meinen Augen lag, sodass ich das Zimmer schnell wieder verließ. Das fing ja gut an. In diesem Moment kam Fred die Treppe hoch, er schaute mich an und wollte wissen, warum ich nicht ins Zimmer ginge, deshalb antwortete ich: „Ähm, nun ja ich glaube, deine Schwester hat Angst vor mir und immerhin ist es ihr Zimmer…“. Kurzentschlossen packte er meinen Koffer und sagte: „Dann kommst du halt zu mir und George“. Damit hatte ich kein Problem, ich fand es sogar ziemlich gut, so war ich nicht mit einer Fremden in einem Zimmer und wir konnten besser an unseren Scherzartikeln arbeiten, denn das war der große Traum der Zwillinge, sie wollten in der Winkelgasse einen Scherzartikelladen eröffnen und ich half ihnen wo es nur ging. Es waren die schönsten Ferien meines Lebens und dementsprechend waren sie auch viel zu schnell wieder vorbei. Unser viertes Schuljahr begann und irgendwie lag Ärger in der Luft, ich spürte es ganz deutlich. An Halloween bestätigte sich dies. Ich war gerade mit Fred und George auf dem Weg in den Gemeinschaftsraum, als wir eine Menschenmenge in einem der Flure im zweiten Stock entdeckten, wir boxten uns nach ganz vorne und standen direkt vor der versteinerten Katze von Filch, die von einer der Fackeln herunterhing, ihr gegenüber an der Wand stand mit blutroter Farbe geschrieben: Die Kammer des Schreckens wurde wieder geöffnet, Feinde des Erben, nehmt euch in Acht. Von dieser Kammer hatte ich schon gehört, allerdings hielt ich sie bis jetzt für eine äußerst interessante Legende. Später am Abend erzählte ich den Jungs davon und auch Harry, Ron und Hermine lauschten mir neugierig. In den folgenden Monaten gab es mehrere Angriffe auf muggelstämmige Schüler, alle wurde versteinert, deshalb wurden die Sicherheitsmaßnahmen in der Schule stark erhöht, sodass selbst die Könige der Streiche kaum noch Gelegenheit fanden, ihrem Handwerk nachzugehen. Eines Tages war ich mit Hermine in der Bibliothek, ich hielt nicht viel von Büchern, aber ich wollte unsere liebe Hermine nicht alleine durchs Schloss laufen lassen, als sie hektisch mit einem besonders dicken Buch vor meiner Nase herum wedelte und aufgeregt flüsterte: „Ich habs, Letizia, ich habs, das Monster in der Kammer muss ein Basilisk sein, schau hier…“. Sie hatte Recht, es musste so sein, doch das hieß, dass das Monster bei weitem gefährlicher war als alle dachten. Natürlich wollte wir sofort den Lehrern davon erzählen und machten uns auf den Weg, dabei guckten wir erst mit einem kleinen Handspiegel von Hermine um die Ecken, plötzlich tauchten in der Spiegelung zwei riesige, gelbe Augen auf und ich erstarrte, unfähig, mich zu bewegen, merkte ich, wir Hermine versteinerte, ich hingegen verlor einfach das Bewusstsein. „Sie wacht auf, Professor“, das war die Stimme von Madam Pomfrey, also lag ich vermutlich im Krankenflügel. Rasch öffnete ich die Augen und entdeckte Dumbledore, der neben meinem Bett saß und mich gespannt musterte. Hinter ihm konnte ich Hermine versteinert in einem anderen Bett liegen sehen, da fiel mir alles wieder ein, aber warum war ich nicht versteinert? Meine Augen! Es lag sicherlich an meinen Vampiraugen, die ich sooft schon verflucht hatte, doch jetzt war ich einfach nur froh, sie zu haben. „Professor, bei dem Monster in der Kammer handelt es sich um einen Basilisken“, erklärte ich und Dumbledore erwiderte besorgt: „So etwas hatte ich schon befürchtet… ich denke, Sie sollten jetzt gehen, Miss Reynold, Ihre Freunde wundern sich sicher schon, wo Sie sind“. Mit einem letzten Blick auf Hermine verließ ich den Krankenflügel und lief so schnell ich momentan konnte in Richtung Gryffindorgemeinschaftsraum. Dort erwarteten mich bereits die Zwillinge und George sagte, kaum war ich durchs Portraitloch: „Es hieß, es gab einen neuen Angriff, wir dachte schon du…“, „Nein“, unterbrach ich ihn, „mir geht's gut, aber Hermine, sie wurde angegriffen“. Scheinbar hatte der gesamte Raum mitgehört, denn augenblicklich herrschte Stille, alle starrten mich an. Ich war mit der Situation überfordert und rannte in meinen Schlafsaal, wo ich mich mit einem meiner Lollys unter meiner Bettdecke verkroch. Von da an wurde über mich noch mehr getratscht, als in der vorherigen Zeit, doch ich scherte mich nicht darum, solange Fred und George und vielleicht auch Harry und Ron zu mir hielten, war für mich alles andere halbwegs erträglich. Kurz vor Ende des Schuljahres kam dann allerdings der richtige Schock: Ginny, die kleine Ginny, wurde in die Kammer entführt. Nachdem Professor McGonagall uns dies gesagt hatte, ließen sich Fred und George entsetzt in zwei Sessel fallen und ich versuchte sie irgendwie zu trösten, aber sie schienen mich nicht einmal wahrzunehmen. In den frühen Morgenstunden erreichte uns dann jedoch die erfreuliche Nachricht, dass Harry und Ron den Basilisken getötet und Ginny gerettet hatten. Alle waren erleichtert und auf der Rückfahrt im Hogwartsexpress herrschte noch immer gute Laune, bis mir einfiel, dass ich jetzt wieder zu meiner Tante musste. „Was denn jetzt, Lia?“, fragte Fred verwirrt und ich erwiderte leise: „Ich will nicht zu meiner Tante…“. Warum auch immer begannen die Zwillinge nun verlegen zu grinsen und George fing an: „Oh, haben wir dir noch gar nicht gesagt…“, dann machte Fred weiter: „Dass du die Ferien wieder bei uns verbringen kannst?“. Daraufhin schlug ich den beiden gegen die Schulter, schließlich hatten sie mich absichtlich getäuscht, und letztlich lachten wir alle zusammen. Die Ferien vergingen, wie schon die letzten viel zu schnell, die Weasleys nahmen mich sogar mit nach Ägypten, wo der älteste Sohn, Bill, als Fluchbrecher arbeitete und es war einfach fantastisch. Kurz vor Beginn des Schuljahrs wurde bekannt, dass der Massenmörder Sirius Black aus Askaban ausgebrochen war, weshalb wir auch im Hogwartsexpress von Dementoren kontrolliert wurden. Zwar setzten mir diese Kreaturen bei weitem weniger zu als meinen Freunden, trotzdem war ich mehr als froh, als sie wieder verschwunden waren. Beim späteren Festessen stellte Dumbledore uns dann unseren neuen Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste, Professor Lupin, vor. Es handelte sich um einen noch recht jungen Mann, er war höchstens Mitte dreißig, mit hellbraunen Haaren, die bereits graue Strähnen aufwiesen, außerdem trug er einen schäbigen, mehrfach geflickten Umhang und irgendetwas an ihm sagte, mir, dass auch er anders war, nicht so wie ich, aber ebenfalls anders als die anderen. Weil ich ihn so lange anstarrte, riss Fred schon bald Witze von wegen ich wäre in unseren neuen Lehrer verknallt, was natürlich nicht der Fall war, ich war einfach nur froh, dass es Leute gab, die obwohl sie anders waren, ein normales Leben führten, denn das wünschte auch ich mir von ganzem Herzen. Am nächsten Tag hatte ich gleich in der ersten Stunde bei Professor Lupin, sein Unterricht war wirklich interessant und er war mir auf der Stelle sympathisch, was Fred zu immer mehr Kommentaren anregte. Nach der Stunde blieb ich, zu Freds Belustigung noch kurz bei Professor Lupin stehen und wartete, bis die anderen den Raum verlassen hatten, dann wandte ich mich an ihn: „Sie sind auch anders, oder Professor? Und Sie führen ein normales Leben…“, da unterbrach er mich, scheinbar war ihm klar, worauf ich hinaus wollte: „Ja, Letizia, und ich glaube, dass es dir mindestens so gut gelingen wird wie mir“. Es tat gut, dass aus seinem Mund zu hören, es gab mir die Hoffnung, dass ich es wirklich schaffen würde, schließlich hatte er selbst diese Erfahrung gemacht, er wusste, wie man sich fühlte, wenn man anders war, er verstand mich so wie kein anderer. Mit einem befreiten Lächeln verließ ich das Klassenzimmer und stieß fast mit Fred und George zusammen, die scheinbar auf mich gewartet hatten. „Na, Süße, was gab‘s noch mit deinem Angebeteten zu besprechen?“, zog mich Fred wieder auf, doch langsam reichte es mir, deshalb fauchte ich ihn an: „Jetzt halt doch endlich mal die Klappe, Fred Weasley… ich hasse dich“. Abwehrend hob er die Hände und versuchte mich zu besänftigen, aber ich wollte nicht, ich wollte ihm noch nicht verzeihen, so schnappte ich mir George und zog ihn hinter mir her zum nächsten Unterricht. Den ganzen Tag wechselte ich kein Wort mit Fred, bis er am Abend im Gemeinschaftsraum sich neben mich setzte und sich tatsächlich zu entschuldigen begann. Eigentlich hatte ich ihm schon vor mehreren Stunden vergeben, doch ich wollte ihn noch ein bisschen zappeln lassen, deshalb schwieg ich eine ganze Weile, bevor ich kühl nickte und meinte: „Vergeben und Vergessen, Fred, aber halt dich demnächst zurück“, dann fiel ich ihm um den Hals und lachte laut auf, wobei auch Fred und George, der auf meiner anderen Seite saß, mit einstimmten. Das Schuljahr verging und leider musste Professor Lupin die Schule verlassen, da irgendwie durchgesickert war, dass er ein Werwolf war, soviel zum Thema normales Leben. In den Ferien musste ich zu meinem Leidwesen wider zu meiner Tante, allerdings war es das letzte Mal, denn in den nächsten Ferien wäre ich volljährig und könnte machen was ich wollte. Betrübt verabschiedete ich mich am Bahnhof von den Zwillingen, da kam auch schon meine Tante auf mich zugeschritten und zischte: „Komm, Missgeburt, ich will keine Wurzeln schlagen“. Fred und George schienen entsetzt über den Umgangston meiner Tante und wollten ihr das wohl auch gerade sagen, doch sie kam ihnen zuvor: „Ach, spielt euch nicht so auf, die Kleine ist das Kind einer Mörderin, sie kann von Glück sprechen, dass sie überhaupt frei rumlaufen darf“, ohne eine Reaktion abzuwarten, packte sie grob meinen Arm und disapparierte. Die meiste Zeit schloss ich mich in meinem Zimmer ein, was meine Tante, da dies eh der letzte Sommer war, den ich bei ihr verbringen würde, nicht kümmerte. Wenn ich Hunger oder Durst hatte, schlich ich mich nachts in die Küche. Es ist schlimm, wie sich innerhalb von wenigen Jahren alles geändert hatte, früher dacht ich wirklich, meine Tante würde mich lieben und ich liebte sie, aber nun, es war einfach schrecklich. Am 1. September als ich in den Hogwartsexpress stieg, war ich völlig fertig und hatte Angst, was Fred und George nun von mir hielten, schließlich hatte meine reizende Tante ihnen ja einiges erzählt. Der Zug fuhr los und die Zwillinge waren nicht zu mir gekommen, das konnte nur ein schlechtes Zeichen sein, traurig und erschöpft legte ich mich über mehrere Sitze und schlief ein. Ich wachte davon auf, dass mir jemand sachte über meine Engelslocken strich und als ich die Augen aufschlug, erkannte ich zu meiner großen Freude George und uns gegenüber saß auch Fred. George errötete leicht und zog seine Hand weg, dann sagte er leise: „Du dachtest doch nicht wirklich, dass wir dich im Stich lassen, oder? Du bist unsere Freundin und was deine Herkunft angeht, ist es deine Entscheidung, was du uns sagen willst und was nicht“. Wie er das so sagte, fragte ich mich, wie ich überhaupt an den beiden zweifeln konnte. Glücklich setzte ich mich auf und lehnte mich dabei leicht an George, dem das ganz Recht zu sein schien, zumindest rutschte er nicht weg. In Hogwarts angekommen, verkündete Dumbledore, dass dieses Jahr das Trimagische Turnier in unserer Schule stattfinden würde und dass dafür Schülerinnen und Schüler der Schule Beauxbaton und Durmstrang anreisen würden. Ich war begeistert, für die Teilnahme gab es jedoch eine Alterslinie und da weder ich noch die Zwillinge schon volljährig waren, konnten wir nicht mitmachen, dafür eröffneten wir aber ein Wettbüro für die erste Aufgabe, durch das wir gute Gewinne verzeichnen konnten. Anfang Dezember eröffnete Professor McGonagall uns dann, dass es einen Weihnachtsball geben würde und ich war entsetzt. Keine Junge würde mich fragen, da war ich mir sicher, wer würde schon mit einem Monster auf den Ball gehen wollen? Zu meiner Überraschung fragte mich gleich am folgenden Tag ein gutaussehender Durmstrang, der sich als Ivan vorstellte. Natürlich sagte ich zu, ich konnte ja nicht ahnen, dass mich noch mehr Leute fragen würden. Abends erzählte ich Fred und George, dass ich eine Begleitung gefunden hatte und, wie gute Freunde das nun mal tun, freuten sie sich für mich, wobei ich das Gefühl hatte, dass es eher halbherzig war. Die Tage verstrichen rasch und endlich war es der Tag des Balles. Nachmittags machte ich mit Fred, George, Ron und Harry noch eine Schneeballschlacht, danach ging ich in meinen Schlafsaal und begann mich fertig zu machen, was die übrigen Mädchen bereits seit drei Stunden taten. Ich zog ein knöchellanges, dunkelrotes Kleid an, an dessen Seite ein Schlitz war, der bis über die Knie reichte, dazu trug ich halbhohe, schwarze Schuhe und ein ebenfalls schwarzes Band in meinen Haaren, auf Schminke verzichtete ich ganz. Die anderen glotzten mich mit offenen Mündern an und ich drehte mich freudig vor dem Spiegel, ich sah klasse aus, vor allem wenn man meinen familiären Hintergrund bedachte, aber davon wusste keiner. Als ich durch den Gemeinschaftsraum ging, schauten mir viele Gryffindors nach und am Portraitloch entdeckte ich Fred und George. George sah mich einfach nur verträumt an, was mir, wie ich zugeben muss, sehr gefiel, und Fred meinte, nachdem er sich gefasst hatte: „Wow… da ist aus unserm Engelchen ja eine wahrhafte Teufelsbraut geworden“. Zuckersüß beugte ich mich zu den beiden und flüsterte, sodass nur sie es hören konnten: „Vielleicht ist das ja auch meine wahre Natur“, dann wandte ich mich ab und verschwand in Richtung Eingangshalle, wo Ivan schon auf mich wartete. „Du siehst zauberhaft aus, Letizia“, begrüßte er mich und ich gab lächelnd zurück: „Danke, du siehst aber auch nicht schlecht aus, außerdem kannst du mich einfach Lia nennen“. Er reichte mir seinen Arm und ich hakte mich ein, so betraten wir gemeinsam die Große Halle. Nachdem die Champions ihren Eröffnungstanz getanzt hatten, führte Ivan mich auf die Tanzfläche und obwohl er ein hervorragender Tänzer war, ertappt ich mich immer wieder dabei, wie ich George und seine Tanzpartnerin Katie Bell, die ein Jahr jünger war als wir, beobachtete. „Willst du was trinken?“, fragte Ivan nach einigen Tänzen und ich nahm die Ausrede gerne an, allerdings schienen George und Katie in genau demselben Moment die gleiche Idee zu haben, denn sie steuerten direkt auf uns zu. So saßen wir zu viert an einem der Tische und versuchten ein Gespräch zu führen, was uns jedoch nicht sonderlich gut gelang, da ich es nicht über mich brachte George anzusehen, Ivan keinen der beiden kannte und Katie mich eindeutig nicht leiden konnte. Eine Weile saßen wir in unangenehmes Schweigen gehüllt, bis George irgendwann fragte: „Wie wärs mit einem kurzen Partnerwechsel?“. Daraufhin sah Ivan mich fragend an und als ich nickte, führte er Katie zu den übrigen Tänzern und auch George und ich steuerten wieder auf die Tanzfläche zu. George stand Ivan, was seine Fähigkeiten als Tänzer anging, in nichts nach und ich muss zugeben, dass mir das Gefühl von seinen Händen, die die meinen hielten, sehr gut gefiel. „Willst du lieber wieder mit deinem Durmstrang tanzen?“, wollte George nach kaum einem Tanz wissen und völlig überrumpelt sah ich ihn zum ersten Mal an diesem Abend richtig an, dabei stotterte ich: „W-was? Wie k-kommst du d-darauf?“. Er seufzte und erwiderte: „Weil du mich die ganze Zeit über nicht anguckst und er sowieso deine offizielle Begleitung ist“. Wollte er mich loswerden? Hatte er keine Lust mit mir zu tanzen? Wollte er wieder zu Katie? All das schoss mir durch den Kopf, doch ich glaubte nicht, dass dem so war, wenn es so wäre, hätte er seine Frage anders formuliert. „Nein, ich meine noch nicht, ich meine, mir gefällt es mit dir zu tanzen, George“, stammelte ich schließlich und er lächelte mich an. Oh Gott, sah er süß aus, aber was dachte ich da? Wenn er wüsste, was ich bin, würde er mich nicht so ansehen, er würde mich hassen. Zwei Dinge wurden mir in diesem Augenblick klar, erstens, dass ich mich in George, meinen besten Freund, verliebt hatte und zweitens, dass wir niemals zusammen sein würden, denn selbst wenn er meine Gefühle erwiderte, sobald er von meiner wahren Natur erfahren würde, wäre es aus und ich wollte mir wie ihm keine unnötigen Schmerzen zufügen, also beendeten wir noch diesen Tanz, dann lief ich mit der Ausrede müde zu sein in meinen Schlafsaal und warf mich auf mein Bett. Ich schnappte mir einen meiner Lollys und kuschelte mich in meine Bettdecke, wobei ich immer wieder laut aufschluchzte. Noch gar nicht lange lag ich so da, als ich hörte, dass noch jemand nicht minder aufgelöst in den Gemeinschaftsraum rannte. Langsam rappelte ich mich auf, dann stieg ich die Treppe herab und erkannte Hermine, die hemmungslos weinend in einem der Sessel saß. Vorsichtig legte ich ihr einen Arm um die Schultern, da zuckte sie heftig zusammen und starrte mich an. Dabei müssen ihr wohl die Tränenspuren auf meinem Gesicht aufgefallen sein, denn sie meinte zittrig: „Ist nicht unser Abend, was?“. Mit einem schiefen Lächeln schüttelte ich den Kopf, dann wollte ich wissen, was los war, natürlich versprach ich ihr, dass ich alles, was sie mir anvertraute, für mich behielt und sie gab das gleiche Versprechen. So berichtete sie mir erst, dass sie einen schönen Abend mit Viktor Krum, dem Durmstrang- Champion, hatte, bis Ron ankam und alles zunichte gemacht hat, denn sie war in Ron verliebt und er bewies immer wieder aufs neue fehlendes Taktgefühl und Unverständnis. Anschließend erzählte ich ihr von meinem Abend und davon, dass ich in George verliebt war, doch dann schockte sie mich, sie unterbrach meine Erzählung und meinte: „Du hast Angst, dass er in dir nichts als ein Monster sieht, wenn er es erfährt, oder?“. woher wusste sie das? Wie konnte sie es wissen? Aber noch wichtiger, warum unterhielt sie sich trotzdem so normal mit mir? Scheinbar war mir meine Verwirrung deutlich anzusehen, denn sie lächelte und sagte ruhig: „Es ist nicht wichtig, wie ich es herausgefunden habe, aber du solltest wissen, dass ich dich nicht verurteile und ich glaube, dass wird auch sonst niemand von uns, du musst nur ehrlich sein“. In diesem Moment öffnete sich das Portraitloch, sodass ich keine Zeit mehr für eine Erwiderung hatte. Schnell stieg ich die Treppe wieder hoch und legte mich in mein Bett, wo ich auch sogleich einschlief, allerdings beschäftigten mich Hermines Worte sogar im Traum. Am Morgen wusste ich nicht mehr, was ich geträumt hatte, ich wusste nur, dass es mit unserem Gespräch zu tun hatte. Nach langem Überlegen hatte ich den Entschluss gefasst, Fred und George alles zu erzählen, immerhin waren sie meine besten Freunde. Als ich in den Gemeinschaftsraum trat, musste ich feststellen, dass die Jungs ohne mich zum Frühstück gegangen waren, das hatten sie noch nie gemacht, doch ich dachte mir nichts dabei und lief in die Große Halle, wo ich mich neben Fred setzte und munter sagte: „Morgen, Jungs, hättet auch warten können“. Fred grinste mich an, während George mich keines Blickes würdigte. Was hatte ich ihm denn getan? Dass er so abweisend war, tat weh, vor allem, da ich keine Ahnung hatte, was los war. Wenn er schon so nicht gut auf mich zu sprechen war, dann würde er mich, wenn ich ihm alles erzählte, sicherlich hassen und das wollte ich nicht riskieren, ich würde weiterhin schweigen, auch wenn ich dieses Schweigen sich zwischen uns ausbreiten und unsere Freundschaft nach und nach zunichtemachen sah. Zum Ende des Schuljahres gab Harry bekannt, dass der Dunkle Lord wiedergekehrt sei und ich glaubte ihm, auch wenn der Zaubereiminister dies nicht tat. Im Hogwartsexpress, ich spürte ganz deutlich die Spannung, die in der Luft lag, fragte ich dann George: „Willst du nicht, dass ich zu euch komme? Ich kann auch woanders hin“. Er riss die Augen auf und sah mir zum ersten Mal seit langem ins Gesicht, dann schaute er kurz zum schlafenden Fred hinüber bevor er antwortete: „Nein, das will ich nicht… aber was ich schon lange wissen will ist, was ich beim Weihnachtsball falsch gemacht habe“. Jetzt war ich es, die die Augen aufriss und ihr perplex anglotzte. Er hatte gar nichts falsch gemacht, wie kam er nur darauf? „Nichts“, brachte ich hervor und daraufhin lief er rot an. „Oh… ähm… alles wieder gut?“, stotterte er schließlich und hielt mir seine Hand hin, die ich auf der Stelle ergriff, doch ich zog ihn dabei noch näher zu mir und umarmte ihn. Von da an war alles wieder in Ordnung zwischen George und mir, also soweit das geht, schließlich hatte ich ihm noch immer nicht alles erzählt. Am Bahnhof überraschte uns Mrs. Weasley mit das Ansage, dass wir die Ferien nicht im Fuchsbau, sondern im Hauptquartier des Orden des Phönix verbringen würden. Dieses Haus war alt und schon ziemlich vermodert, zudem gehörte es der Familie Black und nachdem uns erklärt wurde, dass er unschuldig ist, lernten wir Sirius Black persönlich kennen. Da das Haus sehr groß war, bekam ich von Mrs. Weasley ein eigenes Zimmer zugeteilt, sie fand es unangemessen, zwei 17- jährige Jungs mit einem ebenso alten Mädchen in einem Zimmer schlafen zu lassen. Eigentlich wollten wir die Nasch- und- Schwänz- Leckereien weiter entwickeln, aber wir wurden von morgens bis abends mit Hausputz beschäftigt, wobei Hausputz eine ziemliche Verharmlosung ist, wir lieferten uns regelrecht einen Kampf mit diesem Haus. Einmal wurde Ginny von mehreren Doxys angegriffen und Ron und ich sprangen ihr im letzten Moment mit Flaschen voll Doxyzid bei und ein andermal wurde Ron fast von bösartigen Umhängen in einem Schrank erwürgt. Wenige Tage nach unserem Einzug traf ich auch Professor Lupin wieder, er kam in Begleitung einer jungen Frau mit pinken Haaren, die ihn andauernd verliebt ansah. Die junge Frau stellte sich als Tonks vor und war mir sofort sympathisch und irgendwie erzählte ich ihr eines Abends meine ganze Geschichte, ich sagte ihr alles und hielt nichts zurück. Zuerst sah sie mich leicht erschrocken an, dann jedoch lächelte sie und meinte, dass das unwichtig wäre, wichtig wäre nur das, was ich von mir aus tat und wie ich mich verhielt, meine Vergangenheit spielte keine Rolle. Ich fühlte mich befreit und wollte es jetzt endlich auch den anderen erzählen, doch es war schon spät und Mrs. Weasley verbot es mir, mein Zimmer noch einmal zu verlassen, ich widersetzte mich nicht, ich wollte ja nicht undankbar erscheinen. Aufgrund der vielen Hausarbeiten kam ich die ganzen Ferien über nicht dazu, den anderen zu beichten, was ich war und auf der Fahrt nach Hogwarts musste ich erstmal meinen Schlafmangel ausgleichen, was hieß, dass ich, an George gelehnt, die ganze Zugfahrt verschlief. Vor dem Festessen stellte Dumbledore uns unsere neue Lehrerin in Verteidigung gegen die Dunklen Künste vor, es war eine ganz in Pink gekleidete, krötengesichtige Hexe, die sich als Dolores Jane Umbridge, erste Untersekretärin des Ministers vorstellte. Das Ministerium mischte sich in die Angelegenheiten von Hogwarts ein. Ich hatte ein sehr ungutes Gefühl bei dieser Frau und tatsächlich, als wir am folgenden Tag unsere erste Stunde Verteidigung gegen die Dunklen Künste hatten, dummer Weise hatte ich, da ich zu spät war, einen Platz in der ersten Reihe, stellte sich Umbridge direkt vor mir auf und, im Gegensatz zu meinen Freunden, erkannte sofort, was ich war. Sie starrte mich angewidert an, dann sagte sie zuckersüß: „Um Acht in meinem Büro, Miss Reynold“. Langsam nickte ich und als mich die Zwillinge nach der Stunde fragten, was los sei, zuckte einfach nur mit den Schultern. Pünktlich um acht klopfte ich dann an die Tür zu Umbridges Büro und trat, nach ihrer Aufforderung, ein. Das Zimmer war über und über mit Bildern von hässlichen, fetten Katzen bedeckt, es sah einfach abscheulich aus, da riss mich Umbridge aus meinen Gedanken: „Sie können von Glück sprechen, dass ich Sie nicht der Schule verweise, von nun an werden Sie jeden Abend um diese Uhrzeit zu mir kommen“, wieder nickte ich und sie lächelte zufrieden. Dann gab sie mir eine Feder und trug mir auf, immer wieder den Satz „ich bin ein Monster“ zu schreiben, wobei ich durch die Feder mit meinem eigenen Blut schrieb und sich der Satz dabei auch noch auf recht schmerzhafte Art in meinen linken Handrücken ritzte. Nach fast zwei Stunden, in denen ich extra langsam geschrieben hatte, ließ sie mich gehen. Meine Hand tat fürchterlich weh, aber ich konnte damit auch nicht zu Dumbledore, das würde nur Fragen von Seiten meiner Freunde aufwerfen, außerdem wollte ich dieser Frau die Genugtuung nicht gönnen. Im Gemeinschaftsraum warteten bereits Fred und George auf mich, deshalb versteckte ich rasch meine blutende Hand hinterm Rücken und ging, mit der Ausrede, sehr müde zu sein, ins Bett. So ging es von nun an jeden Abend und die Worte auf meiner Hand waren inzwischen so tief eingeritzt, dass höchstwahrscheinlich immer Narben bleiben würden. Ich bekam mit, dass Harry eine Art Widerstandsgruppe gründete, doch ich schloss mich ihr nicht an, obwohl die Zwillinge heftig auf mich einredeten, ich wollte nicht noch mehr Probleme mit dieser Frau haben, als ich ohnehin schon hatte. Von Tag zu Tag wurde ich schweigsamer und meine Freunde begannen sich richtige Sorgen zu machen, allerdings stritt ich immer ab, dass irgendwas nicht in Ordnung sein könnte. An einem Tag im Frühling wurde es mir dann jedoch zu viel, ich kam gerade von Umbridge und als ich den Gemeinschaftsraum betrat, sah ich schwarze Punkte vor meinen Augen, die Stimmen der Zwillinge, die mal wieder auf mich warteten, hörte ich nur noch wie aus weiter Ferne. „Lia? Alles okay?“, das war Fred, da entdeckte George meine blutende Hand, die ich nicht wie sonst versteckt hatte „oh Gott, guck dir ihre Hand an… hörst du mich, Lia?“. Ich wollte bejahen, da gaben meine Beine nach und ich brach zusammen, jemand fing mich auf, dann wurde alles schwarz. Als ich aufwachte saß Dumbledore neben mir, ich hatte gehofft, George wäre noch da, aber das war natürlich lächerlich, der alte Mann wirkte sehr ernst, dann begann er leise zu sprechen: „Letizia, es tut mir leid, Ihnen das mitteilen zu müssen, aber ich denke, es wäre das Beste für Sie, wenn Sie aus Professor Umbridges Umkreis verschwinden würden…“, verständnislos blickte ich ihn an, deshalb fuhr er fort: „In London ist eine Wohnung auf Ihren Namen gekauft, sobald es Ihnen besser geht, werde ich Sie dorthin bringen“. Mir war klar, dass das wahrscheinlich wirklich das Beste wäre, doch ich wollte meine Freunde nicht verlassen, ich wollte nicht gehen. „Sie können sich noch von Ihren Freunden verabschieden, morgen werde ich Sie fortbringen“, fügte Dumbledore noch hinzu, dann verließ er den Krankenflügel und ich blieb allein zurück. Na toll, jetzt musste ich Fred und George alles erzählen und eigentlich hatte ich auch kein Problem damit, das Problem war nur unter welchen Umständen ich es sagen würde. Bevor ich noch länger nachdenken konnte, schwang die Tür auf und die Zwillinge kamen zu mir. „Gott sei Dank, Lia, du bist wach… diese Frau… wenn ich die in die Finger bekommen…“, fing George an und mir wurde warm ums Herz, er hatte sich wirklich Sorgen um mich gemacht, trotzdem unterbrach ich ihn: „Danke, dass ihr mich her gebracht habt… ich muss euch was sagen, etwas, das ich euch schon bei unserem ersten Treffen hätte sagen sollen… meine Tante und Umbridge haben Recht, ich bin ein Monster…“, die beiden sahen so aus, als würden sie mir gleich widersprechen, deshalb fuhr ich rasch fort: „Meine Mum ist ein Vampir“, ich brach ab, während Fred und George sich nicht rührten, sie hatten mit vielem gerechnet, aber nicht damit. „Das gibt Umbridge noch lange nicht das Recht, dich so zu foltern“, brach Fred die Stille und ich sah, wie George zustimmend nickte. War das ihr Ernst? Es machte ihnen nichts aus? Wovor hatte ich überhaupt Angst gehabt? Niemand schien ein Problem damit zu haben, wieso war ich nicht von Anfang an ehrlich gewesen? Als nächstes erzählte ich den beiden von Dumbledores Plan und Fred meinte daraufhin, dass es wahrscheinlich wirklich eine gute Idee sei und dass auch die beiden nicht bis zum Ende des Jahres in Hogwarts bleiben wollten, sie planten einen großen Abgang, bei dem sie es Umbridge noch einmal so richtig heimzahlen könnten, dann wollten sie ihren Traum verwirklichen und einen Scherzartikelladen in der Winkelgasse eröffnen und George schlug mir vor, zu ihnen zu ziehen, ein Angebot, das ich natürlich gerne annahm, es hatte sich nichts geändert, mir wurde klar, dass alle meine Ängste unnötig gewesen waren. Ich wollte noch länger mit den Jungs reden, doch da erschien Madam Pomfrey und warf die zwei schlichtweg hinaus. Noch eine Gelegenheit, mit den beiden zu sprechen, hatte ich nicht, denn als ich das nächste Mal aufwachte, stand Dumbledore schon neben mir und wartete. Gemeinsam verließen wir das Schulgelände und apparierten schließlich in eine kleine Einzimmerwohnung in London, dies war mein neues zu Hause, glücklicher Weise ja nicht für lange. Die folgenden Tage und Wochen verbrachte ich missgelaunt in dieser Wohnung. Wann würden Fred und George kommen? Würde sie überhaupt kommen? Was wäre, wenn das alles nur leere Worte gewesen waren? Mit jedem Tag der verging, wurde ich deprimierter, bis eines Tages die Erkenntnis in mir reifte, dass sie nicht kommen würden, selbst wenn sie es wollten, immerhin hatten die beiden keine Ahnung, wo ich wohnte, also apparierte ich meinerseits in die Winkelgasse. Bald schon entdeckte ich einen knallbunten, mit Menschen vollgestopften Laden, der „Weasleys Zauberhafte Zauberscherze“ hieß, der Laden von Fred und George. Unsicher betrat ich den Laden und sah mich um. Es war einfach fantastisch, überall konnte ich Produkte sehen, an denen ich selbst mitgearbeitet hatte, da rief plötzlich jemand meinen Namen. Noch während ich mich umdrehte, erkannte ich George und freudig fiel ich ihm um den Hals. „Wir hätten dich ja schon früher geholt, aber wir wussten nicht, wo du wohnst“, meinte er entschuldigend und ich war einfach glücklich, sie hatten mich nicht vergessen. Nun zeigte George mir den Laden, wobei er mich zu meiner großen Freude an die Hand nahm, da es ziemlich unübersichtlich war. Wir waren gerade hinten im Lager, dort war es bei weitem leerer, da entdeckte ich auch Fred, der mich sogleich begrüßte: „Hey, Lia, bleibst du jetzt, oder…?“, doch ich unterbrach ihn: „Wenn ich darf gerne“. Die beiden nickten und ich strahlte begeistert, danach zeigte George mir die Wohnung, während Fred weiterhin die Kunden bediente. „Wo soll ich schlafen?“, fragte ich, denn es gab nur zwei Schlafzimmer, aber George grinste nur und öffnete eine weitere Tür, die ich für einen Schrank gehalten hatte, dahinter befand sich ein kleiner Raum mit einem gemütlich aussehenden Bett, die beiden hatten wirklich an alles gedacht. So glücklich war ich in meinem ganzen Leben noch nicht und von diesem Gefühl geleitet, schlang ich meine Arme um Georges Hals und küsste ihn. Völlig überrumpelt trat er einen Schritt zurück und mir wurde klar, was ich getan hatte, schnell wich auch ich zurück, murmelte eine Entschuldigung und wolle in meinem Zimmer verschwinden, allerdings hielt George mich fest. Er sah aus, als wollte er etwas sagen, doch in diesem Moment platzte Fred herein und rief: „Ich bräuchte mal Hilfe da unten… was macht ihr überhaupt so lange…?“. Ich nutzte die Chance, schüttelte Georges Hand ab und folgte Fred nach unten. Von nun an achtete ich darauf, nie mit George alleine zu sein, ich hatte furchtbare Angst, was er sagen würde, so verging fast ein Jahr, in dem ich mit den Jungs den Laden führte und in dem ich George soweit wie möglich aus dem Weg ging. Eines Tages wurden wir von Mrs. Weasley in den Fuchsbau bestellt, sie erzählte uns, dass eine große Aktion geplant sei, bei der Harry hierher gebracht werden sollte und natürlich wollten wir mithelfen. Fred würde mit seinem Vater, George mit Lupin und ich mit Mad- Eye Moody fliegen, die ganze Aktion war genauestens geplant, aber wir wurden bereits von Totessern erwartet. Wir trennten uns, wobei sich gleich fünf Totesser an unsere Fersen hefteten. Eigentlich schlugen wir uns sehr gut, doch als wir fast angekommen waren, traf mich einer ihrer Flüche und meine Sicht trübte sich, ich konnte nicht mehr erkennen, wo die Feinde waren, alles was ich wahrnahm, waren Schatten. Als wir im Fuchsbau angekommen waren, beugte sich Moody über mich, er murmelte verschiedenste Zaubersprüche und irgendwann konnte ich wieder klar sehen, da hörte ich Mrs Weasleys Stimme: „Letizia, Liebes, komm schnell“. Sie klang so, als hätte sie geweint, deshalb rannte ich durch den Garten und ins Wohnzimmer. Dort standen Mrs. Weasley, Ginny und Lupin um ein Sofa herum und auf dem Sofa lag George, eine Gesichtshälfte blutüberströmt. Entsetzt schlug ich die Hände vor den Mund und trat langsam näher. Nun konnte ich erkennen, dass ihm ein Ohr fehlte, was mich zu meiner eigenen Überraschung erleichtert die Luft, die ich bis jetzt angehalten hatte, ausstoßen ließ. Es hätte so viel schlimmer kommen können. Ich kniete mich vor das Sofa und in diesem Augenblick öffnete George die Augen. Er lächelte mich leicht an und faselte dann etwas von Schweizer Käsen, worüber jedoch keiner von uns lachen konnte, ich sagte dazu: „Du bist so ein Idiot, George, das ist nicht lustig“. Daraufhin grinste er sogar ein wenig und erwiderte matt: „Ich weiß, ich bin ein Idiot und weißt du was, dieser Idiot liebt dich, er war nur zu feige, es zu sagen“ „Oh“, war das einzige was ich zustande brachte, hatte er mir gerade wirklich seine Liebe gestanden? Verwirrt blickte ich mich um und aus den Mienen der anderen konnte ich lesen, dass dem wirklich so war, deshalb gab ich George einen kurzen Kuss, dann wandte ich mich ab und lief, immer noch verdattert, in das Zimmer, in dem ich schlafen sollte. Die nächsten Tage waren, obwohl wir mit den Hochzeitsvorbereitungen für Bill und Fleur viel zu tun hatten, die besten seit langem, denn George hatte mir gestanden, dass er schon eine ganze Weile in mich verliebt war und nun waren wir offiziell zusammen. Am Tag der Hochzeit, wollte ich mich noch einmal so richtig hübsch machen, ich zog mir ein hellblaues Sommerkleid, das mir etwa bis zu den Knien reichte und dazu goldene Ballerinas an, außerdem trug ich mehrere Goldreifen an den Armen und meine Haare ließ ich offen auf meine Schultern fallen. Wenn man dieses Outfit mit dem beim Weihnachtsball verglich, war ich kaum wiederzuerkennen, ich sah wirklich aus wie ein Engel, ein Engel mit roten Augen. „Mein Engelchen, du siehst fantastisch aus“, begrüßte mich George, als ich mit ihm und Fred vor dem Hochzeitszelt wartete um den Gästen ihre Plätze zu zeigen. Hierbei lernte ich auch die reizende Großtante der Weasleys, Muriel, kennen, diese gehässige Frau sagte doch tatsächlich zu mir: „Ach, in was für ein Kostüm hat man denn dieses rotäugige Monster gesteckt?“, daraufhin warf George sie, mit Freds Hilfe, aus dem Zelt. Es war echt süß, wie er sich für mich einsetzte und dank ihm konnte ich auch den verletzenden Kommentar dieser alten Furie vergessen. Nach der Trauung bildete sich eine Tanzfläche und auch George und ich tanzten ein wenig, bis auf einmal Totesser die Feier sprengten und alle Gäste in Panik disapparierten. Ich suchte nach Fred, George und den anderen Weasleys, doch ich konnte keinen von ihnen entdecken, so apparierte letzten Endes auch ich. Zuerst wollte ich zu unserem Laden, aber als die Zwillinge nicht auftauchten, apparierte ich in meine alte Wohnung, eine andere Wahl hatte ich ja kaum. Mehrere Tage hockte ich einfach nur in meiner Wohnung, bis ich, beim Durchschalten verschiedener Radiosender, auf „Potter Watch“ stieß. Die Moderatoren, die zum Widerstand gegen den Dunklen Lord aufriefen, waren eindeutig Fred, George und Lee. Wieso war Lee bei den beiden und ich nicht? Doch meiner Ärger hielt sich in Grenzen, immerhin wusste ich jetzt, dass es ihnen gut ging. So vergingen die Monate, sooft wie möglich versuchte ich „Potter Watch“ zu hören, denn, davon abgesehen, dass es einfach guttat, die Stimmen der Zwillinge zu hören, waren ab und zu sogar Nachrichten direkt an mich gerichtet. Am liebsten würde ich auf diese Botschaften antworten, allerdings hatte ich ja keine Ahnung, wo die drei sich überhaupt aufhielten. Eines Tages, ich glaube es war der 1. Mai, kam ein Wieselpatronus, der mir Mr. Weasleys Stimme sprach, zu mir in die Wohnung und teilte mir mit, dass in Hogwarts die letzte Schlacht gegen den Dunklen Lord bevorstand. Natürlich machte ich mich gleich auf den Weg, in Hogsmeade angekommen, wurde ich vom Wirt des „Eberkopf“ durch einen Geheimgang, den nicht einmal ich kannte, in die Schule geschleust. Ich landete im Rum der Wünsche, der schon voller Leute war. So sah ich zum Bespiel Lupin und Tonks, Moody, Mr. und Mrs. Weasley und nicht zuletzt auch Fred und George, die gerade Schüler zum Bewachen der Geheimgänge einteilten. Von hinten näherte ich mich den beiden und hielt George die Augen zu, woraufhin er leicht zusammenzuckte, sich dann aber schnell umdrehte, mich in die Arme schloss und küsste. „Ich hab dich vermisst“, murmelte ich und er antwortete: „Ich dich doch auch, Engelchen“. Viel mehr Zeit blieb uns jedoch nicht, da der Kampf begann. Die Zwillinge und ich blieben zusammen und bald stieß auch Percy zu uns. Wir kämpften gut und einmal rettete ich Fred sogar das Leben, denn als die Decke über ihm einstürzte, zog ich ihn im letzten Moment beiseite. Auf einmal verkündete der Dunkle Lord, dass er uns eine Pause zum Wegschaffen der Toten gewährte, die wir nutzten um in die Große Halle zu gehen. Dort lagen die Gefallenen und Verletzten und plötzlich entdeckte ich Lupin und Tonks, die beiden lagen leblos, nebeneinander auf dem Boden und augenblicklich schossen mir Tränen in die Augen. George nahm mich in den Arm und tröstete mich, als erneut der Dunkle Lord zu uns sprach, er sagte, dass Harry tot sei und wir aufgeben sollten. Das konnte nicht sein und tatsächlich, Harry sprang auf und die Schlacht begann von neuem, allerdings wurden die Zwillinge und ich getrennt, sodass ich nun alleine durch die Korridore lief. Dabei bemerkte ich einen Totesser hinter mir nicht, sein Fluch traf mich und ich spürte noch, wie ich durch die Luft geschleudert wurde, dann wurde alles Schwarz.
*Georges Sicht* Es war vorbei, Harry hatte den Dunklen Lord besiegt, ich stand neben Fred bei meiner Familie, niemand war ernsthaft zu Schaden gekommen, doch ich konnte Letizia nicht entdecken, deshalb machte ich mich auf die Suche nach ihr. Ich lief gerade durch den ersten Stock, da sah ich am Ende des Flurs eine reglose Gestalt mit goldblonden Locken. Entsetzt rannte ich auf sie zu und musste feststellen, dass es sich wirklich um Lia handelte. Ihre Augen waren geschlossen und an ihrem Hinterkopf befand sich eine heftig blutende Platzwunde. Bitte, bitte, dachte ich immer wieder, während ich mich über sie beugte, sie atmete, also nahm ich sie in den Arm und strich ihr sanft über die Wange. „Wach auf, bitte, du kannst mich doch jetzt nicht alleine lassen“, flüsterte ich, aber sie rührte sich nicht. Ich weiß nicht, wie lange ich so dagesessen hatte, irgendwann tauchte jedenfalls Fred auf, der scheinbar nach mir gesucht hatte. Geschockt starrte er auf den schlaffen Körper in meinen Armen, dann ließ er sich wortlos neben mir auf den Boden sinken. Auf einmal bewegte sich Letizia und als ich wieder zu ihr sah, erkannte ich, dass sie die Augen geöffnet hatte. „George“, hauchte sie und ich erwiderte: „Alles wird gut, Lia, du wirst schon sehen, alles wird gut“. Eine Weile blieben wir noch sitzen, dann halfen Fred und ich ihr auf die Beine und zu dritt machten wir uns auf den Rückweg.
*normale Sicht* Fred und George stützten mich und mir ging es von Minute zu Minute besser. Als wir bei Mrs. Weasley ankamen, umarmte die gute uns erstmal alle und ich fühlte mich zu Hause. Die Zwillinge und ich zogen nun wieder in die Wohnung über dem Laden und kaum ein Jahr später machte George mir einen total süßen Heiratsantrag, dafür hatte er sogar als kleine Bestechung Lollys mit Blutgeschmack besorgt, ich hatte ihm irgendwann von meiner Schwäche für diese Dinger erzählt, doch die brauchte er gar nicht, natürlich wollte ich ihn heiraten. Wir feierten, so wie Bill und Fleur, im Garten der Weasleys und wohnen taten wir nach wie vor über dem Laden, da Fred, der seit neustem mit Angelina, die mich, warum auch immer, nun gar nicht mehr leiden konnte, ging, ausgezogen war, so hatten wir die Wohnung für uns. Drei Jahre später wurde ich schwanger und ich hatte schrecklich Angst, dass meine Kinder, so werden würde wie ich, doch George beruhigte mich, er sagte immer wieder ich sei wundervoll und meine Kinder würden dies ebenso sein. Und wirklich, es wurde ein Mädchen, Thekla, und sie war einfach goldig, im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie hatte meine Engelslocken, wobei ihre einen leichten Rotstich hatten und ihre Augen waren braun, ganz ohne rot, was mich doch sehr erleichterte. Weitere Kinder bekamen wir nicht, aber mit unserer Thekla hatten wir auch mehr als genug zu tun, sie hatte eindeutig die gleichen Vorlieben wie wir, denn andauernd spielte sie Streiche, zudem kannte sie die Wirkungen aller Scherzartikel bevor sie schreiben und lesen konnte. Mein Leben war einfach perfekt, früher hätte ich niemals gedacht, dass ich eines Tages so ein schönes und auch, größtenteils, normales Leben führen würde, aber ich hatte mich geirrt, besser hätte es nicht kommen können.

Kommentare Seite 2 von 2
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Himmelsfeder ( 50602 )
Abgeschickt vor 447 Tagen
Kann mir jemand erklären was hier gemeint ist?:

Nun ruhte die Blicke der beiden auf mir und das ganze wurde mir von Sekunde zu Sekunde unangenehmer, bis George schließlich sagte: „Du bist etwas besonderes, Elektra, du bist nicht farblos, du leuchtest… schau doch mal“. Zögerlich betrachtete ich meine helle Haut und hielt mir eine meiner weißblonden Haarsträhnen vors Gesicht. Es stimmte. Es sah wirklich so aus, als würden meine Haare leuchten. Da erst wurde ich mir vollends dessen bewusst, was George gesagt hatte und augenblicklich schoss mir die Röte in meine sonst so blassen Wangen.

LG

Himmel
Himmelsfeder ( 64871 )
Abgeschickt vor 450 Tagen
Cooooooool. Einfach genial.
.mrxrielu. ( 69645 )
Abgeschickt vor 504 Tagen
Geniale Idee - genial umgesetzt!!!
AmyAnime Lovegood ( 83090 )
Abgeschickt vor 542 Tagen
Josephines Story ist echt süüüüüüß !!!
Kann es sein das du denn Namen Ivy-Márie aus "Erben der Nacht" hast ?
Die restlichen Storys mag ich aber auch ! ;)
Lyanna ( 59717 )
Abgeschickt vor 554 Tagen
Die Geschichten sind alle supiiiiii!!
Und ich finde es sehr nett von dir dass Remus,Sirius,Tonks umd Regulus nicht sterben.
Gwendolyn.R ( 38339 )
Abgeschickt vor 690 Tagen
Jede der Geschichten War auf ihre Art toll😍😍😍
Kira ( 45773 )
Abgeschickt vor 702 Tagen
Warum kommen fast immer die gleichen Jungs vor? Mit der Zeit wirds langweilig. Ich mag Fred und George aber Liebesgeschichten mit denen sind langweilig. Meine Lieblings Character sind Draco♥ und Voldemort♡. Ich mag mehr die böseSeite da ist mehr Spannung.
kira ( 20088 )
Abgeschickt vor 723 Tagen
Genial. Einfach genial!!!!
KleinTini ( 09544 )
Abgeschickt vor 748 Tagen
OMG das ist so schön😍 ich weiß Garnichts welche meine Lieblingsgeschichte ist ❤
MissChyoko ( 86551 )
Abgeschickt vor 767 Tagen
Ohhhh jaaaa!!!! Eine Harry-Geschichte!!! Das wäre toll!!! ♥ Dein Schreibstil gefällt mir, aber ich fände es schöner, wenn du es ein bisschen mehr zwischen den beiden Personen knistern lässt. Ich habe jetzt nur die Draco-Story gelesen, aber ich finde deine Ideen echt cool.
harrypotterfan ( 01846 )
Abgeschickt vor 773 Tagen
Hi, ich finde deine geschichten echt klasse!!! Und ich hinterlasse so gut wie nie einen kommentar! Kannst du vielleicht eine geschichte mit harry schreiben? Ich wäre dir unendlich dankbar! Dein harrypotterfan
Aqua ( 59031 )
Abgeschickt vor 790 Tagen
Bei Elektras Geschichte musste ich weinen!😭
lilli und ginny weasly ( 92628 )
Abgeschickt vor 812 Tagen
Lilli: danke , dass du fred überleben lässt.

Ginny : super geschichte
Em ( 65937 )
Abgeschickt vor 996 Tagen
Am schönsten finde ich Elekras story die ist so schön und traurig! Aber es sind alle gut schreib bitte weiter!
Skyfire ( 53694 )
Abgeschickt vor 1042 Tagen
Echt gut geschrieben mach bitte weiter :)
verbavera ( 62506 )
Abgeschickt vor 1093 Tagen
This is really cute story - and I say that although I can't understand all the german words!
joelle ( 33410 )
Abgeschickt vor 1174 Tagen
hallo :) Ich bin neu und habe gerade das 3 Kapitel meiner geschichte draussen:) könnt ihr sie vielleicht mal lesen? Wäre echt nett kommentiert mir dann ob sie euch gefallen hat :) einfach Liebesgeschichte Draco eingeben bei Fan Fictions :) Danke
& Ich liebe deine gschichte *0*
heii ( 68775 )
Abgeschickt vor 549 Tagen
Irgendwie schräg...
Abby Sciuto ( 97054 )
Abgeschickt vor 549 Tagen
Ähm, ja, irgendwie seltsam, oder nicht? Wie ist so etwas überhaupt möglich??? Wäre schön wenn sich Melli155 mal dazu äußern könnte. *räusper*
Bella L. ( 89698 )
Abgeschickt vor 549 Tagen
Ich auch....wer hat das gemacht?