Misaki - Meisterin der Luft 7

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14 Kapitel - 10.102 Wörter - Erstellt von: Takara - Aktualisiert am: 2012-09-15 - Entwickelt am: - 6.586 mal aufgerufen - User-Bewertung: 4.8 von 5.0 - 5 Stimmen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Der Krieg ist endlich vorbei und die Gruppe um Misaki ist mit Sasuke zurück in Konoha.
Für Misaki und Sasuke ist eigentlich alles wie zuvor - und doch völlig anders.

1
Misaki

Völlig durchnässt erreichen wir meine Wohnung. Wieder zuckt ein Blitz durch den Nachthimmel, einen Bruchteil einer Sekunde später donnert es. Als wäre ich nicht darauf vorbereitet, zucke ich zusammen und lasse den Schlüssel fallen. Sasuke drückt mich wieder an sich und murmelt mir beruhigende Worte zu. Nachdem ich mich wieder etwas beruhigt habe, hebe ich hastig den Schlüssel auf und will die Tür öffnen.
Warum passt er nicht? Das ist unmöglich, er muss passen! Er muss!
Tränen der Verzweiflung fließen über meine Wange, meine Hände zittern und bei einem weiteren Blitz zucke ich wieder zusammen.
Sasuke nimmt mir den Schlüssel aus der Hand, führt ihn ins Schloss ein und öffnet schließlich die Tür. Sofort renne ich in die Wohnung, den Flur entlang in das Badezimmer und hocke mich in die Ecke hinter der Tür.
Hier habe ich mich bei Gewittern immer verkrochen. Ich weiß, dass es kindisch und überhaupt nicht typisch für eine ANBU ist. Aber was soll ich machen? Das Schlafzimmer und das Wohnzimmer haben große Fenster, und auch die Küche ist an der dünnen äußeren Hauswand gebaut. Aber hier im Bad bekommt man nur sehr, sehr selten etwas mit.
Ich höre wie mit dem nächsten Donnerschlag die Tür ins Schloss fällt. Einen Augenblick später steht Sasuke in der Tür zum Bad. Er hockt sich zu mir und ich drücke mich an seine Brust.
Es soll aufhören, dieses schreckliche Gewitter soll endlich aufhören!
Er schließt die Arme um mich und streichelt mir beruhigend über den Rücken.
„Ruhig, Misaki, ganz ruhig. Dir passiert nichts. Ich...“, er zögert etwas, das bemerke ich sehr wohl. „Ich bin bei dir“, beendet er schließlich den Satz.
In der Tat beruhige ich mich. Sasukes Anwesenheit beruhigt mich. Als er einen Arm von mir löst und zum Schrank greift, schmiege ich mich mehr an ihn. Mein Kopf ruht an seiner Brust, sodass ich seinen gleichmäßigen und kräftigen Herzschlag hören kann. Ich spüre seine ruhigen Atemzüge und versuche im gleichen Rhythmus zu atmen.
Ein Handtuch legt sich auf meinen Kopf. Ich löse mich von Sasuke und schaue zu ihm auf. Dabei bemerke ich, wie ihm nasse Strähnen ins Gesicht fallen und seine feinen Gesichtszüge noch mehr zur Geltung bringen. Mit den nassen Haaren und den wenigen Tropfen, die an seiner Haut hängen, sieht er gut aus. Verdammt gut!
Ich nehme eine Ecke des Handtuchs und trockne damit Sasukes Gesicht ab. Sein Blick fesselt mich und ich nehme zögernd meine Hand wieder zu mir. Nun streichelt Sasuke sanft über meine Wangen und wischt die letzten Tränen aus meinem Gesicht.
Ich spüre wie mein Herz zu rasen beginnt. Es hämmert so kräftig gegen meine Rippen dass ich fast fürchte, sie würden zerbrechen. Es ist so laut, dass Sasuke es hören müsste.
Er nimmt meine Hand und legt sie auf seine Brust.
„Mir geht es doch auch so, Misaki“, murmelt er und im selben Moment bemerke ich, dass sein Herzschlag kräftiger und schneller schlägt als zuvor. Er streicht mir eine nasse Haarsträhne aus dem Gesicht und nimmt wieder meine Hand. Ich lösen den Blick von seinen Augen und beobachte, wie er unsere Finger miteinander verschränkt. Dann löst er unsere Hände voneinander und geht einen Schritt zurück.
„Tut mir Leid“ flüstert er und schaut zur Seite, doch ich ziehe ihn unmittelbar wieder zu mir. Die Angst, dass er wieder gehen könnte, übernimmt die Kontrolle.
„Geh nicht! Sasuke, bitte geh nicht. Bleib bei mir!“, flehe ich ihn an und kralle mich an seinem nassen Hemd fest.
Es dauert ein paar Sekunden, bis Sasuke reagiert, seine Hände auf meine Arme legt und mich etwas von sich schiebt.
„Natürlich nicht, Misaki. Warum sollte ich...?“ Er bricht die Frage ab, denn er kennt die Antwort. „Ich lasse dich kein zweites Mal alleine! Ich bleibe bei dir.“ Er streicht mit seinen Händen meine Arme herauf, über meine Schultern und meinen Hals zu meinem Gesicht. Dann beugt er sich leicht nach vorne und legt seine Stirn an meine. „Ich habe dir doch versprochen, dass es kein zweites Mal passieren wird.“
Er murmelt immer wieder beruhigende Worte und versichert mir, dass ich keine Angst haben müsse. Er verspricht mir, bei mir zu bleiben, egal was passiert, solange ich ihn bei mir haben will. Sanft streichelt er mir über den Rücken, die Arme, am Gesicht hält er in seiner Bewegung inne. Mit einer Hand streicht er mir wieder die Haare aus dem Gesicht, die andere ruht an meiner Wange.
Dann spüre ich plötzlich seine Lippen ganz leicht auf meinen.
Sasuke ist auf einmal so unglaublich unsicher. Immer wieder habe ich ein kurzes Zögern in seinen Handlungen bemerkt, trotzdem war er sich seiner immer sicher. Aber dieser Kuss ist völlig anders. Als hätte er Angst davor, etwas falsches zu tun, von mir weggestoßen zu werden. Jetzt machen seine Entschuldigung und sein Zögern einen Sinn, nachdem wir eben so nah beieinander standen, den Herzschlag des anderen gehört haben und unsere Finger miteinander verschränkt hatten. Seine Unsicherheit löst auch in mir eine Unsicherheit aus. Wobei es völliger Blödsinn ist: So wie ich Angst habe, dass er geht, hat er Angst, dass ich ihn wegstoße. Dadurch ist beides völlig unwahrscheinlich.
Langsam schließe ich die Augen, stelle mich auf die Zehenspitzen und erwidere den Kuss. Sasuke spannt überrascht seinen ganzen Körper an. Dann geht er wieder auf den Kuss ein, dieses Mal mit mehr Sicherheit.
Ich löse eine Hand von seinem Hemd, greife nach seiner Hand, die hinter meinem Kopf ruht. Erst wehrt er sich etwas dagegen, die Hand von meinem Kopf zu nehmen, doch schließlich gelingt es mir, sie zu lösen. Ich führe unsere Hände neben unsere Schultern und verschränke meine Finger mit seinen.
Sasuke löst den Kuss und schaut mir tief in die Augen.
„Bist du dir sicher, dass du das willst, Misaki?“, fragt er leise und seine Unsicherheit nimmt seiner Stimme jede Kraft. „Ich bleibe auch bei dir, wenn du nicht dasselbe für mich fühlst. Bitte sei einfach nur ehrlich zu dir selbst. Nimm keine Rücksicht auf mich, egal wie sehr du es vielleicht möchtest.“ Nun löse ich auch die andere Hand von seinem Hemd und lege sie ihm an die Wange. „Ich meine es ernst, Misaki. Sei gnadenlos, knallhart ehrlich. Alles was ich möchte, ist bei dir zu sein, dich lachen sehen, mit dir...“ Wieder stelle ich mich auf die Zehenspitzen und küsse ihn vorsichtig. Anders hört er wohl nie auf zu reden.
„Ist das Antwort genug?“, necke ich ihn mit einem Grinsen.
„Mehr als genug“, antwortet er mit einem weichem Blick voller Glück und küsst mich wieder. Dann vergräbt er sein Gesicht in meinen Haaren und legt seine Hände um meine Schultern. „Danke“, murmelt er in sie hinein.
Ich löse mich aus der Umarmung und bekomme sofort einen unsicheren Blick zugeworfen.
„Also, mir wird in den nassen Sachen etwas kalt“, meine ich schulterzuckend und ziehe ihn an den Händen zu meinem Schlafzimmer. An der Tür lasse ich ihn los und gehe zum Schrank, während er stehen bleibt. Erst jetzt fällt mir auf, dass ich in den letzten Minuten das Gewitter total vergessen habe und es mittlerweile - zum Glück - aufgehört hat.
„Also... Dazu sage ich nicht...“ Ich werfe ihm ein paar alte Sachen meines Bruders ins Gesicht.
„Damit du dich nicht erkältest.“
Er lächelt, zieht sich das nasse Hemd aus und gewährt mir einen Blick auf seinen Oberkörper.
Wow! Er sieht schon in seiner Kleidung gut aus. Egal was er trägt, dieser Körper lässt sich unter allem erahnen, aber das es so atemberaubend ist... Ausgeprägte, gut trainierte Muskeln, eine schöne, angenehme Bräune...
„Gefällt dir, was du siehst?“, fragt er mit verführerisch ruhiger und sicherer Stimme, wobei er einige Schritte auf mich zukommt. Ich weiche nach hinten aus, bis ich an den Schrank stoße. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.
Sasuke kichert etwas und streichelt mir über die Wange.
„Du siehst süß aus, wenn du rot wirst.“ Ich stoße ihm meinen Ellenbogen in den Bauch. Er stöhnt gespielt auf und zieht sich dann das T-Shirt an, dass ich ihm zuvor gegeben habe. Dann werfe ich ihm einen fragenden Blick zu.
„Du bist zurückgewichen“, antwortet er und streichelt mir wieder über die Wange. „Ich gebe dir alle Zeit der Welt, meine Liebe.“ Er beugt sich zu mir herunter und küsst mich. „Du bist viel zu wertvoll, als dass ich irgendetwas riskieren würde“, flüstert er. Dann geht er zur Tür. „Ich gebe dir eine halbe Minute“, fordert er mich heraus und verlässt für die genannten 30 Sekunden den Raum. Pünktlich kommt er wieder herein.
„Gutes Timing“, lobe ich ihn und lasse mich umgezogen auf das Bett fallen. Als er sich nicht zu mir legt, setze ich mich auf und schaue ihn an.
„Willst du da im Stehen schlafen?“, frage ich. Er weicht meinem Blick aus und sieht mich nach einem Augenblick wieder an. Dann schüttelt er den Kopf, öffnet den Mund, als würde er etwas sagen wollen, und schließt ihn wieder. Ein weiteres Mal wandert sein Blick über den Boden.
„Ist das wirklich okay für dich? Ich meine, geht dir das nicht auf einmal zu schnell? Hast du keine Angst?“
„Das selbe könnte ich dich fragen“, erwidere ich und klopfe auf den freien Platz im Bett neben mir. Er kommt herüber und setzt sich auf die Bettkante.
„Für mich ist es okay. Es ist mehr als ich mir zu hoffen getraut habe“, erklärt er, nachdem ich auf seine Fragen noch nicht geantwortet habe. „Genau das macht mir Angst. Ich kann nicht einschätzen, zu was du dich gezwungen fühlst, was du freiwillig tust, warum du es tust. Schickst du mich nicht nach Hause, weil du Angst hast, dass ich wieder verschwinde oder weil du mich hier bei dir haben willst? Ich möchte nicht, dass du dich aus falschen Gründen in etwas stürzt, dass du nicht willst.“ Er dreht sich wieder zu mir und schaut mich an. „Ich habe Angst, dich zu verlieren, Misaki. Ich habe es wegen meiner Dummheit schon einmal. Ein zweites Mal verkrafte ich das nicht. Nicht, nachdem ich mir bewusst geworden bin, wie wichtig du mir bist und eigentlich schon immer warst.“
Ich erwidere seinen Blick, kehre in mich und höre auf meine innere Stimme. Dann wende ich den Blick ab, lege meine Hände in meinen Schoß und suche nach den richtigen Worten.
„Natürlich habe ich Angst“, fange ich an zu erklären. „Große Angst sogar. Ob mir das ganze zu schnell geht? Ich weiß es nicht. Aber ich fühle mich in dieser Situation wohl. Ich fühle mich wohl, wenn du bei mir bist.“ Ich mache eine Pause, suche wieder nach den richtigen Worten. „Ich bemerke, wie vorsichtig und unsicher du eigentlich bist. Du zögerst viel. Zum einen verunsichert mich das auch ziemlich. Zum anderen zeigt es, wie unsicher du dich fühlst, wie groß deine Angst vor Fehlern ist.“ Ich sehe wieder auf und ihm in die Augen. „Wie sehr du es hassen würdest, mich zu verletzen. Du hast Angst, dass ich dich wegstoße, dich nicht in meiner Nähe haben möchte. Ich habe Angst, dass du wieder gehst und mich alleine lässt. Da kann doch eigentlich nichts schief gehen, oder?“
Sasuke lächelt etwas. Er nimmt meine Hände. Wir legen uns hin und schauen einander in die Augen.
„Wir haben Zeit und nehmen uns diese Zeit auch“, erklärt er. „Dann muss keiner von uns Angst haben.“ Er streichelt mir wieder über die Wange. Dann beugt er sich kurz vor, küsst mir die Stirn und lässt sich wieder zurückfallen.
„Gute Nacht, Misaki“, flüstert er.
„Gute Nacht, Sasuke“, antworte ich leise und schließe die Augen.

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