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Die Jäger der Beginn einer Revolution

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1 Kapitel - 2.444 Wörter - Erstellt von: Elias - Aktualisiert am: 2012-09-01 - Entwickelt am: - 1.296 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Der Junge Mann Rorac führt in Andragor ein mehr oder weniger normales Leben als Gesetzeswächter die unter dem Befehl des Präsidenten des Landes Eldor stehen. Alles lief perfekt bis Rorac die Tochter des Bürgermeisters von Andragor entführen soll und dabei verändert sich alles.

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EinleitungIch liege auf hartem Stein, meine Hände an schwere Metallketten gebunden. Ich blicke hoch zur Decke und lausche, dem Gebrüll der Menge das
Einleitung

Ich liege auf hartem Stein, meine Hände an schwere Metallketten gebunden. Ich blicke hoch zur Decke und lausche, dem Gebrüll der Menge das von draußen in meine Zelle dringt. Der Raum in dem ich liege schmeckt nach Blut, Schweiß und Tod, ein mir sehr wohl vertrauter Geruch. Ich habe so viele Morde miterlebt und manche sogar selbst begangen, aber heute so fürchte ich, wird es mein Kopf sein der im Sand landet. Ich habe keine Lebenskraft mehr mit der ich mich verteidigen könnte und bloß ein Gedanke hält mich am Leben, der Gedanke, dass ich noch ein letztes Mal ihr Gesicht sehen kann bevor mein Leben für immer erlischt. Ich höre wieder das Gebrüll der Menge und weiß ich, Rorac neunzehn Jahre alt, werde heute sterben.


Die Jäger
Der Beginn einer Revolution


Recht unsanft wache ich auf, mein Schädel brummt als hätte ihn jemand die letzten paar Stunden mit einem Knüppel bearbeitet. Ich stöhne verärgert auf. Mein Körper fühlt sich verkrampft an als ob ich meilenweit gerannt wäre und als ich versuche mich aufzurichten wird mir so übel, dass ich mich über den Rand meines Bettes übergeben muss. Ich fluche leise und wische mir den Mund an meiner Decke ab. Mein pochender Kopf und die zunehmende Übelkeit, zwingen mich dazu wieder zurück in mein Kissen zu sinken und für eine Weile die Augen zu schließen. Ich weiß dass ich getrunken habe. Sehr viel. Zu viel. Allein schon meine raue Zunge verrät es mir. Ich verfluchte den Alkohol nur um mich im nächsten Moment wieder über den Bettrand zu erbrechen. Als die Spukerei endlich aufhört setze ich mich auf und kratze mich genervt am Kinn. Doch zu meiner Erleichterung schwindet die Übelkeit allmählich und auch die Kopfschmerzen lassen ein wenig nach. Was war da Gestern bloß in mich gefahren? Dann fiel es mir wieder ein, Gestern war Tag des Soldes gewesen. In meinem Beruf als Gesetzeswächter ist das der Tag an dem ich und mein Team unseren Lohn bekommen. Wir haben die ganze Nacht gefeiert und da musste ich wohl ein oder zwei Gläschen zu viel gekippt haben. Als Gesetzeswächter ist es mir eigentlich verboten zu trinken, aber ich war noch nie der Typ der sich von andern was vorschreiben lässt. Der amtierende Präsident Clane persönlich hat angeordnet dass jeder der sich seinen Gesetzen widersetzt riskiert öffentlich hingerichtet zu werden oder an den alljährlichen Gladiatorenkämpfen teilnehmen zu müssen. Nicht das ich mich vor Clane fürchten würde, aber man hält sich besser an seine Gesetze denn soviel ich weiß, hat der Präsident eine grausame Fantasie wenn es ums hinrichten geht. Ich stehe auf und ziehe mir meine Uniform an. Schwarze Lederjacke, schwarze Jeanshosen und ein weißes Hemd gehören zu der Ausrüstung. Dann Ziehe ich mir meine ebenfalls schwarzen Lederstiefel an, sie fühlen sich weich und behaglich an. Ich gehe hinüber zum Waschbecken und wasche mein Gesicht mit kaltem Wasser ab. Ich fühle wie das Wasser meine Kopfschmerzen lindert. Trotz des Verbots ist es nicht das erste Mal dass ich so betrunken bin. Um genau zu sein bin ich bei jeder Monatswende betrunken. Es ist sogar eine Art Zeitvertreib geworden sich im Trinken zu messen und zu schauen wer mehr in sich hinein saufen kann. Bloß. Bane der oberste Gesetzeswächter missbilligt unseren Ungehorsam gegenüber dem Präsidenten und hat uns dieses Trinkspiel verboten und ihm wollen wir nun wirklich nicht in die Quere kommen obwohl jeder weiß das er selbst auch heimlich trinkt. Bane ist ein grausamer Mensch der allein dem Willen des Präsidenten gehorcht und sonst niemandem. Keiner dem man krumm kommen sollte. Er ist wie ein tollwütiger Löwe. Ich habe einmal mit angesehen wie er einer jungen Frau mit bloßen Händen die Gedärme herausgerissen hat. Ich verdränge den Gedanken an Bane. Ich kann diesen Mistkerl nicht leiden. Stattdessen konzentriere ich mich darauf mein Haar in eine einigermaßen normale Form zu bringen. Ich mache mir nicht die Mühe mein Bett zu machen, sondern marschiere geradewegs zur Tür heraus. Sofort schlägt mir der Geruch von Erbrochenem und Schnaps entgegen was nur heißen konnte das auch Mace schon wach war. Tatsächlich finde ich ihn im Wohnzimmer auf dem Sofa sitzend vor. Er pafft in aller Ruhe eine Zigarre und als er mich kommen sieht breitet sich ein Grinsen auf seinem eingefallenen Gesicht aus. „Man siehst du übel aus.“ „Danke gleichfalls, erwidere ich mit einem Milden lächeln.“ Mace sieht wirklich nicht gerade gut aus. Seine Haut hat einen grün-gräulichen Ton und seine Augen sind so blutunterlaufen das man meinen könnte er hätte sich geprügelt. Außerdem zieht sich eine Narbe von seiner rechten Stirn bis hinunter zum Kinn. Von Mace weiß ich dass er sich die Narbe bei einem Kampf mit einer Wildkatze zugezogen hat die in den Wäldern von Andragor oft anzutreffen ist. Andragor oder wie man den Ort auch noch nennt Bezirk 8 ist nur ein kleines Dorf im Gegensatz zu den andern Dörfern und Städten wie zum Beispiel Darkien dem Herrscherbezirk unserer Hauptstadt wo der Präsident seine Behausung hat oder Krossos der Stadt die inmitten eines Riesigen Tals liegt. Der Wald aber der sich hinter Andragor erstreckt ist mehrere Tausend Meilen lang und mindestens genauso breit. Viele Geschichten ranken sich um ihn und nicht wenige von ihnen sind unheimlich. Außer den Holzarbeitern und einigen Gesetzeswächter wie mir und Mace wagt sich niemand in den Wald in dem es nur so von seltsamem Ungeziefer wimmelt. Ich schreite zu dem Kaffeeautomaten den man uns erst kürzlich zugesandt hat und lasse mir einen extra starken Espresso raus, dann gehe ich wieder zu Mace zurück der sich nun schon die zweite Zigarre anzündet. „Was steht heute für uns auf dem Programm?“ Ich und Mace arbeiten immer im Team, weswegen ich ihn auch frage. „Och ich hab eben gerade nachgeschaut, antwortet Mace und stößt eine Rauchwolke aus seinen Nasenlöchern, wir sollen heute mal wieder den Markt überwachen.“ Ich schnaube resigniert. Der Markt, da war Unheil vorprogrammiert. Die Kaufleute konnten uns gar nicht leiden. Teils weil wir ihnen Essen klauen und Teils weil wir ihnen die Ganze Kundschaft verjagen. Ja wir „Jäger“ wie sie uns nennen haben keinen guten Ruf bei den Leuten. Sie fürchten uns, hassen uns. Nun um ehrlich zu sein kann ich es ihnen manchmal nachfühlen. Ein paar Gesetzeswächter wie zum Beispiel Bane können ganz schön gemein sein. Er peitschte einmal einen alten Mann in der Öffentlichkeit aus weil er zu laut über einen Witz gelacht hat. Seit dem hat sich unser Verhältnis zu den Leuten soweit es ging noch mehr verschlechtert. „Kann nicht Mike das übernehmen?“, frage ich hoffnungsvoll doch ich kenne die Antwort bereits. „Nein der ist mal wieder krank, sagt Mace und betont das letzte Wort. Ja das sah Mike ähnlich. Er drückt sich ständig vor seinen Pflichten unter dem Vorwand er sei krank, was wir ihm jedoch nicht abkaufen. Tatsächlich hab ich ihn einmal dabei erwischt wie er sich mitten in der Nacht als alle schliefen davongeschlichen hat um in eine Bar wie oder in ein Bordell zu gehen wie ich vermute. Bane aber scheint von Mikes Schwindel offenbar nichts zu bemerken. „Na toll, murmle ich uns schlürfe an meinem Kaffee. Er schmeckt bitter und schmierig, so dass ich beinahe husten muss, igitt was hat Volker denn heute wieder in diese verdammte Kaffeebohnen reingemischt?“ Volker war der Scherzkeks unserer Truppe, er spielte dauernd allen streiche und geht allen auf die Nerven. Außer Bane vor dem er sich fürchtet. „Oh er hat gestern angedroht er würde Gummibohnen unter die Kaffeebohnen mischen, meint Mace mit einem Grinsen, ich hätte nicht gedacht das er es wirklich tut.“ Halb wütend halb belustigt leere ich den scheußlichen Gummikaffee in einen Mülleimer. „Erinnere mich daran dass ich ihm den Hals umdrehe wenn er mir das nächste Mal über den Weg läuft, knurre ich.“ „Geht klar, Mace tat so als würde er es sich aufschreiben und ich muss grinsen.“ Anschließend lasse ich mir von Mace eine Zigarre geben und wir paffen eine Weile schweigend. „Warst du Gestern auch so besoffen wie ich?“, breche ich schließlich die Stille. Mace lächelt: „Nicht so sehr wie du. Du warst so betrunken dass du angedroht hast du würdest uns jetzt alle in die Luft sprengen dann hast du dich umgedreht und bist zu Boden gedonnert und hast angefangen zu schnarchen. Ich und Volker haben dich ins Bett getragen.“ Ich seufze. Na toll. Wenn Bane mitkriegt, dass ich wieder so viel getrunken habe, wird er mir die Eingeweide rausreißen, daran zweifle ich nicht. Er hat beim letzten Mal noch Gnade vor Recht ergehen lassen als er mich sturzbetrunken in einer Bar erwischt hat aber ich bin mir sicher, dass er kein zweites Mal so nachsichtig sein wird. Er kann mich nämlich fast genau wenig leiden wie ich ihn. „Hat außer euch zweien sonst noch jemand mitgekriegt das ich so betrunken war?“, frage ich besorgt. „Niemand außer zwei oder drei Obdachlose die du angebrüllt hast sie sollen nach Hause gehen, meint Mace und dreht grinsend seine Zigarre aus.“ Ich fühle mich etwas erleichtert. Dennoch nehme ich mir vor in Zukunft nicht mehr so viel zu trinken, denn trotzt all meiner Fähigkeiten sollte ich kein Risiko eingehen. Vor allem was Bane betrifft. „Also Rorac, sagt Mace und klopft mir ziemlich kräftig auf die Schulter, wir sehen uns um zehn beim Ausgang“ „Wir starten da wo immer nehme ich an?“, frage ich. „Natürlich wo denn sonst, lächelt Mace, dreht sich um und geht durch den Gang der wie ich weiß zu seinem Zimmer führt.“ Wenn wir auf dem Markt stationiert sind starten wir unseren Rundgang immer bei dem Alten Brunnen. Mace findet in so witzig weil er Nackte Frauen darstellt die einen Mann anhimmeln. Ich persönlich finde ihn etwas primitiv. Ich habe die Frauen in den Dörfern gesehen und was der Brunnen zeigt, entspricht eindeutig nicht der Wahrheit. Aber Mace findet das es genauso sein sollte. Der Mann sollte das Sagen haben und die Frau sollte gehorchen. Ich persönlich habe sowieso beschlossen die Finger von den Frauen zu lassen. „Frauen sind wie Kinderspielzeug, habe ich zu Mace gesagt, eine Weile hast du deinen Spaß mit ihnen doch dann stehen sie dir nur noch im Weg herum.“ Er hat gelacht und geantwortet: „Ich finde Frauen sind wie eine Schwere Speise. Erst vernascht du sie genüsslich, doch danach liegen sie dir schwer im Magen.“ Wir Reißen Oft Witze über das Weibliche Geschlecht, gehört mittlerweile zu einer unserer Tätigkeiten die wir verfolgen wenn uns bei der Arbeit langweilig ist. Mace treibt noch eine andere Tätigkeit und das Wort „Treiben“ beschreibt es schon sehr genau. Tatsächlich bietet er den armen Frauen immer Geld an, im Tausch für ihren Körper. Ich selbst habe keine Lust dazu, arme Frauen für Geld ins Bett zu bringen, zumal ich dabei wahrscheinlich Schuldgefühle empfinden würde. Außerdem begehre ich auch gar keine Frauen. Das einzige was mir wichtig ist, ist Geld und Bier der Rest interessiert mich nicht. Es gab nie mehr in meinem Leben und mehr brauche ich auch nicht um zu leben. Mace findet ich sei ein Langweiler und solle doch mal etwas Neues ausprobieren. Mit ausprobieren meint er vor allem die Drogen die er mir immer wieder anzudrehen versucht. Seit er mir eine gegeben hat die mich zwei Stunden lang kotzen ließ und drei Tage lang krank machte, lehne ich seine Angebote immer mehr oder weniger höflich ab. Ich gehe in mein Zimmer zurück um mir meinen Dolch, mein Kurzschwert und meine Pistole zu holen. Ohne sie gehe ich nie aus dem Haus. Wäre auch purer Wahnsinn würde ich es tun. Die Bürger des Dorfes würden über mich herfallen wie halb verhungerte Wildkatzen auf ein Stück Fleisch. Dann schaue ich aus meinem Fenster nach draußen. Die Sonne brennt glühend an einem Tiefblauen Horizont. So schönes Wetter hatten wir schon lange nicht mehr. Dennoch verspüre ich keine Freude da ich diesen wunderbaren Tag in der stickigen Luft und im Gedränge des Marktplatzes verbringen werde. Als ich auf den Gang trete kommt Bane mir entgegen und stößt mich grob zur Seite. Ich alle meine Hände, verkneife es mir aber ihm eine reinzudrücken und wende mich stattdessen an Mace der eben gerade aus seinem Zimmer gekommen ist: „Du bist bereit?“, frage ich. „Jederzeit Bruder, sagt Mace und klopft mir auf die Schulter.“ Wir passieren den Ausgang des Gebäudes und werden dabei von Royle und Fabius den Torwächtern misstrauisch beäugt. Kurz darauf finden wir uns in einer Gasse wieder die tiefer ins Dorf führt. Es ist ein geradezu schrecklicher Anblick. Überall wo man hinschaut Dreck, Obdachlose und streunende Hunde. „Ach ich liebe dieses Dreckloch, meint Mace und spuckt auf den Boden, verpestete Luft, Scheiße bis zu den Knien, was willst du mehr?“ „Komm lass uns gehen, sagte ich mit einem Seitenblick auf drei Tätowierte Typen die auf Albfallsäcken sitzen und uns feindselig beäugen. Klar wenn sie mir krumm gekommen wären hätte ich sie erledigen können, ich wurde schließlich fürs töten ausgebildet, aber ich ging nie ein Risiko ein. Bald stehen wir vor dem Gedränge des Marktplatzes, ich seufze resigniert, wir holen tief Luft und tauchen in die Menge ein.

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