Springe zu den Kommentaren

Vier Mädchen in der Welt von Harry Potter

star goldstar goldstar goldstar goldstar gold greyFemaleMale
4 Kapitel - 31.630 Wörter - Erstellt von: Melli - Aktualisiert am: 2012-09-01 - Entwickelt am: - 19.121 mal aufgerufen - User-Bewertung: 4.58 von 5.0 - 12 Stimmen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Eigentlich wollte ich ein Quiz machen, aber leider hat das nicht geklappt, meine stories sind aber auch so spannend...

1
Ich stand alleine am Gleis 9 Ÿ meine Tante, bei der ich seit dem Tod meiner Eltern vor sechs Jahren auch lebte, hatte mich zum Bahnhof gebracht, mir gezeigt, wo das Gleis war und war dann wieder verschwunden. Sie hielt mich nur für eine Last und war froh, dass ich nun nach Hogwarts gehen würde. Eigentlich machte mir das nicht sonderlich viel aus, schließlich konnte ich sie auch nicht besonders gut leiden, aber irgendwie wäre es schön gewesen, zu wissen, dass sich jemand für mich interessierte. Ich packte meinen Koffer fester und versuchte ihn in den Zug zu heben, was leider misslang: er war viel zu schwer für mich. Also blickte ich mich um und sah, wie zwei rothaarige Jungen einem kleinen, dunkelhaarigen mit seinem Koffer halfen und da ich nicht sonderlich schüchtern war, lief ich zu ihnen herüber und fragte, ob sie mir auch helfen könnten. Die beiden bejahten und stellten sich auch gleich vor: „Fred und George Weasley“. „Hätte ich mir irgendwie denken können, ich bin Lillith Hannigan“, erwiderte ich lachend, dann bedankte ich mich und setzte mich in das Abteil, in das die Zwillinge, denn nichts anderes konnte sie sein, meinen Koffer gebracht hatten. Dort saß auch schon der Junge, dem sie ebenfalls geholfen hatten. „Lillith Hannigan und wer bist du?“, fragte ich gerade heraus. Einen Moment zögerte er, doch dann sagte er: „Harry Potter“. Ich lächelte und er schien sehr erfreut zu sein, dass ich ihn jetzt nicht begaffte, als wäre er ein Zootier. Kurz darauf betrat ein weiterer Junge das Abteil, nach seinen roten Haaren und der starken Ähnlichkeit mit den Zwillingen zu schließen, war er ein Weasley. Er stellte sich als Ron vor und als Harry ihm seinen Namen nannte, tat er genau das, was ich nicht getan hatte. Wir verstanden uns recht gut, nach einer Weile betraten drei weitere Jungen das Abteil. Zwei von ihnen waren grobschlächtige Klotzte, die bestimmt etwas Trollblut in sich hatten, während der dritte, ein blasser Junge mit weißblondem Haar und grauen Augen, ziemlich gut aussah. Die Drei musterten gehässig Ron und wandten sich dann an Harry und mich, obwohl auch ich rothaarig und sommersprossig bin, hat man mich noch nie für eine Weasley gehalten, meine Tante sagte immer, trotz ihrer Abneigung gegen mich, dass ich mit meinen grasgrünen Augen und beinahe weißer Haut einfach viel zu hübsch wäre für eine Blutsverräterin. Doch bevor der Junge mehr als seinen Namen „Draco Malfoy“ sagen konnte stellte ich mich vor und bat ihn, doch einfach zu gehen, wenn er nur auf Ärger aus war, wenn nicht könne er sich aber gerne setzen. Die Jungs sahen mich einen Augenblick lang alle verdutzt an, dann wandte sich Draco mit seinen beiden Gorillas im Schlepptau zum Gehen. Der Rest der Zugfahrt verlief ruhig. Angekommen wurden wir Erstklässler von einem Halbriesen, Harry nannte ihn Hagrid runter zum See geführt, wo wir immer zu viert in ein Boot steigen sollten, da sich zu Harry und Ron bereits ein Mädchen mit buschigen, braunen Haaren und ein Junge mit rundem Gesicht gesetzt hatten, stieg ich zu Draco und seinen Leibwächtern. Mit Draco konnte ich mich gut über dies und das unterhalten, aber die beiden Anderen verunsicherten mich irgendwie schon, deshalb tat ich so, als wären sie nicht da. Kurz vor Beginn der Auswahlzeremonie entdeckte ich Harry und Ron und winkte sie zu mir. Es missfiel ihnen zwar, dass auch Draco bei mir war, aber sie hielten einfach größtmöglichen Abstand zu ihm, dann wurden wir auch schon in die Große Halle geführt. Wir wurden in alphabetischer Reihenfolge aufgerufen, so kam es, dass ich vor Harry, Ron und Draco dran war. Der Hut rutschte mir über die Augen und alles wurde schwarz. „Aha, was haben wir denn da?“, piepste die Stimme des Hutes in mein Ohr, „also du bist schlau, aber Ravenclaw wäre nichts für dich… Mut sehe ich ebenfalls eine Menge… aber ich denke auch Gryffindor ist nicht das Richtige für dich… hm… wie wäre es dann mit SLYTHERIN!“, das letzte Wort schrie er laut in die Halle und der Slytherintisch applaudierte. Ich setzte mich neben irgendein Mädchen und schaute zu meinen Freunden: Draco war begeistert, aber Harry und Ron starrten mich schon fast entsetzt an. Die Zeremonie ging weiter und Harry und Ron kamen beide nach Gryffindor, während Draco zu mir nach Slytherin kam, wo er sich auch gleich neben mich setzte. Während des anschließenden Festmahls unterhielt ich mich mit ihm und er erzählte stolz von seiner Familie und fragte mich schließlich: „Du bist auch reinblütig, nicht wahr? Irgendwie kommt mir der Name Hannigan bekannt vor…“. Ich zuckte mit den Schultern und erwiderte: „Glaubst du, als muggelstämmige wäre ich hier gelandet… ja, ich bin reinblütig“. Seine Ohren verfärbten sich leicht rosa und er konzentrierte sich auf seinen Pudding, ich lachte und wechselte das Thema. Nach dem Essen sollten uns die Vertrauensschüler in den Gemeinschaftsraum bringen, aber ich huschte noch schnell rüber zu Harry, Ron und den Zwillingen, die noch auf ihren Plätzen saßen. „Hey, ich hoffe wir können trotzdem Freunde sein“, grinste ich. „Slytherin“, murmelte Ron leicht angewidert, aber Fred, oder George, so ganz sicher war ich mir nicht, strubbelte mir über meine kurzen, flammendroten Haare und sagte: „Klar, süße“. Ich lachte und versuchte meine Haare wieder zu entwirren, mit einem kurzen Blick auf Harry, der mich anlächelte, verabschiedete ich mich und rannte schnell den anderen aus meinem Haus hinterher. Zum Glück holte ich sie noch rechtzeitig ein, um das Passwort mitzubekommen. Auch die Schlafsäle wurden uns gezeigt, ich war mit einem Mädchen namens Pansy Parkinson, die unbedingt mit mir und Draco befreundet sein wollte, sowie drei weitern, recht langweiligen, eingebildeten Pussys in einem Zimmer. Ich konnte Mädels nicht leiden, die sich sorgen machten, ob ihr Fingernagel eingerissen sei oder ob eine Haarsträhne falsch fiel, da waren mir Jungs lieber, die waren, meistens zumindest, nicht so kompliziert. Bereits von unserem ersten Tag an hängte sich Pansy wie eine Klette an Draco und mich und ich konnte sie immer weniger ausstehen, ich glaube, Draco ging es genauso. Nach etwa einer Woche, wir hatten gerade Zaubertrankunterricht mit den Gryffindors, da platzte mir der Kragen: „Pansy, such dir gefälligst andere Freunde, du dackelst uns immer hinterher wie sonst was, DAS GEHT UNS AUF DIE NERVEN!“. Die Reaktionen darauf waren sehr verschieden: Draco sah mich erleichtert an, das ich es endlich ausgesprochen hatte, Pansy rannte heulend aus dem Unterricht, was mir nicht einmal leid tat, die anderen Slytherins kicherten, Professor Snape sagte gar nichts, Harry und Ron versuchten ihr Lachen zu unterdrücken und der Rest der Gryffindors starrte mich verdutzt an, aber ich ignorierte sie alle und braute meinen Trank fertig: wieder eine Bestnote. Am Ende der Stunde sagte ich Draco, er solle schon mal in die Große Halle gehen, ich wusste, er würde nicht mit zu Harry und Ron kommen. Er ging und ich wartete auf die zwei. Als sie alle ihre Sachen gepackt hatten, traten sie zu mir. „Du kannst echt fies sein, Lill“, sagte Harry und Ron ergänzte: „Gruselig“. Ich lachte und antwortete: „Slytherin, schon vergessen?“. Dann hakte ich mich bei den beiden unter und wir gingen in die Große Halle. „Bis dann“, verabschiedete ich mich und schlenderte zu meinem Tisch. Zwar fanden es viele seltsam, dass ich öfters mal mit Harry Potter und den, wie sie sie nannten „Wieseln“ abhing, aber selbst die älteren Schüler hatten, erst recht nach der Aktion mit Pansy, Respekt vor mir und meiner scharfen Zunge, deshalb nahmen sie es alle hin, nur Draco fragte mich des Öfteren, was ich denn an denen fände, diese Fragen überhörte ich einfach. An Halloween brach ein Troll in die Schule ein und während wir von unseren Vertrauensschülern in den Gemeinschaftsraum geführt wurden überlegte ich laut, da ich nicht sonderlich viel Angst hatte, ob er vielleicht ein Verwandter von Dracos Gorillern war. Viele lachten, selbst die beiden, die waren so blöd, dass sie nicht merkten, wann jemand sie beleidigte… echt armselig. Am nächsten Morgen, ich hatte gehört, dass Harry und Ron den Troll erledigt hatten ging ich beim Frühstück zu ihnen und tadelte sie lachend: „Wie könnt ihr es nur wagen Crabbes dad k.o. zu schlagen“. Ron spuckte vor Lachen seinen Kürbissaft auf das Mädchen ihm gegenüber und auch Harry grinste, da erschienen Fred und George und George, ich fand, seine Augen sind etwas heller, als die von Fred, sagte: „Unsere kleine Lillith hat es faustdick hinter den Ohren“, dann zerstrubbelte er mir mal wieder meine Haare. Ich mochte die Zwillinge, Harry und Ron, aber ich mochte auch Draco und so verließ ich den Gryffindortisch wieder und setzte mich zu ihm. Am Nachmittag sah ich, wie Harry, Ron und das Mädchen, das Ron heute Morgen vollgespuckt hatte über das Gelände zur Hütte des Wildhüters liefen. Da Draco gerade mit seinen Gorillas unterwegs war, schloss ich mich ihnen einfach an, was dem Mädchen nicht zu gefallen schien, aber wenn sie nichts sagte, war das nicht mein Problem. Der Wildhüter, Hagrid, begrüßte die drei und sah dann mich fragend an, wobei sein Blick eine Weile auf meiner Silber- grünen Slytherin- Krawatte verharrte. Harry stellte mich schnell vor und erwähnte, dass ich seine und Rons Freundin war, das schien dann das Eis zu brechen und Hagrid war wirklich freundlich zu mir. Die Stunden vergingen und als wir Hagrids Hütte verließen war es schon dämmerig. In der Eingangshalle trennten wir uns und ich entdeckte Draco, der auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum war ich lächelte ihn an, hakte mich bei ihm ein und wir gingen gemeinsam weiter. Es war kurz vor Weihnachten, als ich, auf dem Weg zu Verwandlung, hörte, wie Draco zu Harry sagte: „Echt traurig, wenn man zuhause nicht erwünscht ist und die Ferien über hierbleibt, Potter“. Ich wusste, dass die beiden sich hassten, aber dieser Spruch hatte meinen wunden Punkt getroffen, ich lief auf die zwei zu, stellte mich neben Harry und erwiderte kühl: „Ich werde die Ferien auch hier verbringen, weil ich daheim unerwünscht bin, Draco“. Entsetzt riss er die Augen auf, aber vor seinem Erzfeind konnte er sich nicht die Blöße geben, sich zu entschuldigen, deshalb drehte er sich um und verschwand. „Warum bist du „unerwünscht“?“, fragte mich Harry vorsichtig. Eigentlich hatte ich nicht vorgehabt es irgendjemandem zu erzählen, aber ich konnte nicht mehr an mich halten: „Meine Eltern sind vor sechs Jahren unter ungeklärten Umständen gestorben, seit dem lebe ich bei meiner Tante, sie kann mich nicht leiden und will mich nur los werden… und ich will auch nichts wie weg von dort, aber ich weiß nicht wohin…“, es tat gut, mit jemandem zu reden, der das verstand, da murmelte Harry: „Willkommen im Club…“. Gegen meinen Willen musste ich lachen. „Mist, wir sind zu spät, McGonagall wird uns killen“, fluchte Ron. Mir war allerdings nicht nach Unterricht zumute und so beschloss ich Verwandlung zu schwänzen und ein bisschen über das Gelände zu spazieren, ich brauchte etwas Zeit für mich. Die Zeit verging und Weihnachten kam und ging, ich hatte genau ein Geschenk bekommen: eine Packung Schokofrösche von Draco, wahrscheinlich war das seine Art, sich zu entschuldigen, aber ich war ihm nicht mehr böse, im Gegenteil, ich war ihm sogar sehr dankbar, seit ich bei meiner Tante lebte hatte ich keine Geschenke mehr bekommen, sie sagte immer, unter ihrem Dach zu leben sei doch wohl Geschenk genug. Den Rest des Schuljahres unternahm ich fast immer etwas mit Draco, aber auch mit Harry, Ron und den Zwillingen lief ich manchmal durch die Schule. Eines Tages kam Draco ganz aufgeregt zu mir, er sagte: „Lill, der große Trampel von Wildhüter hat einen Drachen, einen verbotenen Drachen“. Ich starrte ihn mit offenem Mund an und er grinste. An diesem Abend schlich ich mich aus dem Schlafsaal und rannte in Richtung Gryffindorgemeinschaftsraum. Ich hatte Glück und erwischte Harry bevor er hinein ging. Schnell erzählte ich ihm, was Draco mir gesagt hatte und bat ihn doch bitte mit Hagrid zu sprechen. Er dankte mir und ich machte mich auf den Rückweg. Tief in meine Gedanken versunken, hätte ich beinahe Filch nicht bemerkt, der in einem der Gänge lauerte. Ich nahm einen Umweg und kam unentdeckt zurück in meinen Schlafsaal, die Geschichte mit dem Drachen war für mich abgeschlossen. Als ich eine Woche später hörte, dass Harry, Miss Streber, Schuldepp Longbottom und auch Draco eine Strafarbeit bekommen hatten, da sie nachts im Schloss umhergelaufen waren, konnte ich mir ein „tja, schon doof, wenn man erwischt wird“ nicht verkneifen, Bezug zu dem Drachen stellte ich zwar her, aber eigentlich war es mir egal. Ich fragte Draco, worin die Strafe bestand, doch er wusste nur, dass er um Acht in die Eingangshalle kommen soll. Den ganzen Tag über malten wir uns mögliche Bestrafungen aus, aber gegen Abend merkte ich, dass Draco sich unwohl fühlte, wenn ich von Werwölfen und Riesendoxys sprach, also wünschte ich ihm viel Glück und versicherte ihm, dass es bestimmt nicht so schlimm werden würde. Den ganzen Abend wartete ich im Gemeinschaftsraum, aber Draco kam nicht, inzwischen war ich die letzte, die noch da war, alle anderen waren schon im Bett. Ich muss wohl eingeschlafen sein, denn auf einmal wurde ich sanft wachgerüttelt, es war Draco. „Und, was war eure Strafe?“, fragte ich, sofort hellwach, er verzog das Gesicht und murmelte: „Wir mussten in den Wald…“. Ich riss die Augen auf und starrte ihn an, doch er packte mich am Arm, zog mich aus dem Sessel und sagte: „Na komm, Lill, ab ins Bett“. Ich warf ihm noch einen Blick zu, dann lief ich in meinen Schlafsaal. Da Draco mir nicht erzählte, was im Wald los war, ging ich am Nachmittag zu Harry und seiner Streberfreundin. „Hi, was habt ihr im Wald so getrieben?“. Die beiden warfen sich einen Blick zu, dann erzählte Harry mir die ganze Geschichte, er dachte wohl, ich würde nun Angst haben, aber ich sagte nur: „Schade, dass ich nicht dabei war, das hätte ich gerne auch gesehen… naja danke Harry. Bis dann“ und unter ihren verdutzten Blicken ging ich wieder davon. Das Schuljahr war vorbei und, so wie die ganze Schule, wusste ich, was Harry und seine Freunde für ein Abenteuer erlebt hatten. Mir war auch klar, dass sich das höchstwahrscheinlich auch noch in der Punktewertung bemerkbar machen würde, im Moment waren wir zwar Erster und Gryffindor letzter, aber ich hatte so ein Gefühl, dass wir nicht gewinnen würden… und ich hatte Recht. Alle Slytherins regten sich auf, aber mir war es ziemlich egal, ich hatte ganz andere Sorgen, ich musste für die Sommerferien wieder zu meiner Tante. Ich verabschiedete mich schon in Hogwarts von Draco, im Zug wollte ich lieber mit Harry, Ron und wenn es sein muss auch mit Miss- Streber fahren, da ich die Slytherins, die alle von ihren großen Villen und schönen Ferien redeten, nicht ertragen konnte, das Haus meiner Tante war auch eine Villa, aber schön würde es für mich dort niemals werden. Die Fahrt über sah ich schweigend aus dem Fenster. Am Bahnhof angekommen stieg ich ohne ein Wort zu den anderen aus und setzte mich auf meinen Koffer und Tränen liefen mir übers Gesicht. Ich wusste nicht, wie lange ich da saß und weinte, aber irgendwann legte jemand eine Hand auf meine Schulter und ich sah hoch: Fred. Er schien bestürzt zu sein, dass ich weinte und fragt vorsichtig: „Weil du nicht zu deiner Tante möchtest?“. Ich nickte und starrte wieder zu Boden, dann hörte ich wie Fred sich entfernte. Nach einer Weile hatte ich meine Tränen getrocknet und wollte los gehen, da kamen Ron, Fred und George auf mich zu, alle drei lächelten mich breit an, doch ich begriff nicht, da begann George: „Wir haben mit unserer mum gesprochen und sie ist einverstanden, dass du die Ferien bei uns verbringen kannst“. Ich glaubte mich verhört zu haben, aber als ich ihre erwartungsvollen Blicken sah, konnte ich nicht anders und fiel allen drei um den Hals. Die Zwillinge nahmen meinen Koffer und Ron stellte mich seiner Familie vor, etwas Schöneres konnte ich mir nicht vorstellen. Mrs. Weasley benachrichtigte meine Tante per Eulenpost, dann machten wir uns auf den Weg zum Fuchsbau. Es war die schönste Zeit meines Lebens und im letzten Monat war auch noch Harry bei den Weasleys, gut, ich muss zugeben, wir haben ihn heimlich aus dem Haus seiner Verwandten gerettet, indem wir, die Zwillinge, Ron und ich, das fliegende Auto von Mr. Weasley benutzt haben. Viel zu schnell waren die Ferien vorbei und der 1. September gekommen. Am Gleis traf ich auch Draco wieder und, ohne mich um die missbilligenden Blicke der Weasleys zu kümmern, fiel ich ihm um den Hals. Er schien erstaunt und verärgert zugleich, dass ich offensichtlich mit den Weasleys gekommen war, aber auch er freute sich, mich zu sehen. Das zweite Jahr verging und wieder einmal schlossen mich Harry und Ron von ihrem Abenteuer am Schuljahresende aus. Draco fand das ganze gehabe um die Kammer des Schreckens sehr amüsant und wenn ich ehrlich bin, fand ich das auch, schließlich war ich eine reinblütige Slytherin, was sollte mir passieren? Im Zug saß ich dann allerdings wieder bei Harry, Ron und Streber- Hermine, ab und zu kamen auch die Zwillinge kurz rein. Die Ferien verbrachte ich wieder bei den Weasleys und wieder waren sie viel zu früh zu Ende. Wir hatten fast jeden Tag Quidditch gespielt: Fred und George gegen Ron, Ginny und mich. Ich muss gestehen, dass wir so gut wie immer verloren, Ron und ich waren halt nicht so die Quidditchspieler, bei mir lag das nicht am fliegen, fliegen konnte ich wie niemand sonst, aber fange, damit hatte ich sogar am Boden Probleme. Unser drittes Jahr begann mit der Warnung vor Sirius Black, der aus Askaban geflohen war. Ron und Hermine schien das ziemlich Angst zu machen, aber Harry und ich zeigten uns wenig beeindruckt. Am Bahngleis konnte ich Draco nicht entdecken, deshalb beschloss ich, mich im Zug nicht zu Harry, Ron, Hermine und den Zwillingen zu setzten, sondern Draco zu suchen. Ich entdeckte ihn in einem Abteil mit seinen Gorillas und Pansy. Was wollte er denn mit der? Pansy schien ihn geradezu anzubeten, in diesem Augenblick entdeckte er mich, sprang auf und öffnete die Abteiltür, dann setzte er sich allerdings wieder neben Pansy ans Fenster, sodass ich mich entweder neben Pansy oder Crabbe setzten konnte. Ich entschied mich für Crabbe. „Ich wollte dir nur „hallo“ sagen, da wir uns am Gleis nicht gesehen haben… ich habe dich vermisst“, sagte ich an Draco gewandt, doch der sah mich nicht gerade freundlich an und erwiderte: „Geh doch einfach wieder zu deinen Blutsverrätern und Schlammblütern“. Pansy kicherte. Ich wusste, dass Draco nicht der netteste war, aber zu mir war er das immer gewesen, verletzt stand ich auf und ging, als ich ihm noch einen letzten Blick zuwarf, glaubte ich kurz, bedauern in Dracos Augen aufblitzen zu sehen, doch ich musste mich wohl getäuscht haben. Als ich wieder zu ihnen kam, waren Harry und Ron überrascht, sie hatte wahrscheinlich geglaubt, ich würde die ganze Fahrt bei Draco bleiben, eigentlich hatte ich das auch vorgehabt, aber nach diesem Benehmen… sicher nicht. Auch die kleine Streberin war im Abteil, aber eigentlich sah sie ganz nett aus, sie fragte: „Was denn los, Lillith?“. Ich war überrascht und fühlte mich ein wenig ertappt, aber ich erwiderte: „Nichts“. Sie sah mich skeptisch an und begann mir einen Vortrag zu halten: „Ich sehe ganz genau, dass etwas nicht stimmt und da du gerade auf dem Weg zu Malfoy… Draco warst, schließe ich daraus, dass es mit ihm zu tun hat… also?“. Einen Augenblick starrte ich sie nur mit offenem Mund an, dann gab ich mich geschlagen: „Draco war total unfreundlich zu mir und hatte diese Pansy dabei, die sich wie ein Äffchen an ihn geklammert hat… es ist lächerlich, ich weiß, aber er ist doch mein Freund…“. Sie umarmte mich und war darüber scheinbar genauso überrascht wie ich. Keiner sagte mehr etwas zu dem Thema, denn keiner hätte etwas sagen können, was geholfen hätte, also sprachen wir über Nichtigkeiten und hatten viel Spaß, bis die Dementoren in unser Abteil kamen, Harry verlor das Bewusstsein und wir anderen litten ebenfalls, ich sah immer wieder meine Mutter vor mir: feuerrote Haare, braune Augen und ein liebevolles Lächeln, dass sie nur mir und dad gezeigt hatte. Ich war so in die Erinnerung vertieft gewesen, dass ich nicht mitbekommen hatte, dass der Dementor fort war, erst als Ron mich schüttelte, verschwanden die Bilder vor meinem inneren Auge. Der Rest der Fahrt verlief ruhig und ich schwieg die meiste Zeit. Als ich in der Großen Halle zum Slytherintisch kam, saß Draco wieder neben Pansy, kurz entschlossen setzte ich mich neben eine andere meiner Zimmergenossinnenen: Daphne Greengrass. Sie schaute mich überrascht an, wir hatten bis jetzt nicht sonderlich viel mit einander gesprochen, lächelte dann aber. Zwar vermisste ich Draco als meinen Freund, aber in Daphne hatte ich eine gute Freundin gefunden, wir hatten sogar festgestellt, dass wir einige gemeinsame Interessen hatten. Sehr selten begleitete sie mich sogar, wenn ich mit Fred und George mal wieder etwas ausheckte. Beim ersten Mal hatte sie nur angewidert beobachtet, was die beiden vorhatten, inzwischen hatte sie sich schon bereit erklärt schmiere zu stehen, ich rechnete ihr das hoch an und beschwerte mich auch nicht, wenn ich ihr mal wieder helfen sollte, ihre Nägel zu lackieren. Das Jahr verging, Draco wurde von Hagrids Hippogreif verletzt, aber mir war klar, dass das meiste nur Show war, trotzdem besuchte ich ihn im Krankenflügel, wo er mich jedoch ignorierte, es tat weh, sehr weh sogar, doch das schlimmste war, nicht zu wissen, warum er sich so verhielt, später gab es etwas Aufsehen wegen Sirius Black, aber das ging ziemlich an mir vorbei, schließlich war er ja nicht hinter mir her, um Harry machte ich mir ein wenig Sorgen, aber er war ja nicht bescheuert und außerdem hatte er ja Ron und Hermine. In den Sommerferien verbrachte ich die erste Ferienwoche bei Daphne, die mich eingeladen hatte. Danach war ich wieder bei den Weasleys, Harry und Hermine waren auch da, ebenso wie die ältesten Söhne der Weasleys, Bill und Charlie. Mr. Weasley überraschte uns alle, als er verkündete, er hätte Karten für das Finale der Quidditchweltmeisterschaft. Das wollte ich unbedingt sehen, noch nie war ich bei einer großen, außerschulischen, Veranstaltung gewesen. Wir reisten einige Tage früher an und wohnten dann in Zelten, so wie tausende andere Zauberer und Hexen. Ich teilte mir ein Zelt mit Hermine und Ginny, die Jungs waren zusammen mit Mr. Weasley im Zelt nebenan. Das Spiel war gut, aber später erschienen Totesser und sprengten die Veranstaltung. Ginny und ich rannten hinter den Zwillingen her in den Wald, dort warteten wir, bis Mr. Weasley, die anderen im Schlepptau, erschien und uns per Portschlüssel zurück zum Fuchsbau brachte. In den restlichen Ferien ließ uns die besorget Mrs. Weasley kaum noch aus dem Haus. Wir hatten auch so unseren Spaß. Als wir wieder nach Hogwarts fuhren setzte ich mich allerdings mit Daphne und ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Astoria in ein Abteil. Daphne erzählte aufgeregt, dass dieses Jahr das Trimagische Turnier in Hogwarts stattfinden würde, sie wusste durch ihre Eltern, die beide im Ministerium arbeiteten, davon und beschwor mich, es nicht weiterzusagen. Wir spekulierten, wer wohl der Hogwarts Champion sein würde und worin die Aufgaben bestehen mochten, dazu konnte ich etwas beitragen, denn Charlie hatte gesagt, er würde uns bestimmt bald wieder sehen, und wenn Charlie etwas damit zu tun hatte konnte das nur eines bedeuten: Drachen. Begeistert über die Erkenntnis rätselten wir weiter, was genau die Champions mit den Drachen machen mussten, aber zu richtigen Ergebnissen kamen wir nicht. In der Schule ging ich Draco aus dem Weg, schließlich hatte ich meinen Stolz und würde ganz sicher nicht hinter ihm herdackeln, als wäre ich Pansys, bei weitem hübscherer, Klon. Nachdem die Champions ausgewählt waren, Harry war einer von ihnen, obwohl eigentlich nur mindestens 17-jährige ihren Namen einwerfen konnten, sah ich Draco, wie er, ohne Pansy, auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum war, da ich auch dort hin wollte ging ich neben ihm, plötzlich zischte er: „Potter und seine Sucht nach Aufmerksamkeit, aber dir scheint es ja zu gefallen“. „Was? Was ist denn dein Problem, Draco? Erstens glaube ich nicht, dass Harry seinen Namen selber eingeworfen hat und zweitens tut das auch gar nichts zur Sache ich bin so viel mit Harry unterwegs, weil du dich ja lieber mit deinem Hündchen Pansy beschäftigst“, redete ich mich in Rage. Darauf konnte er nichts erwidern, also fuhr ich fort: „Ich weiß nicht, warum du auf einmal so abweisend bist und ich weiß auch nicht, was du von mir erwartet hast, ich weiß nur, dass ich diesen Draco überhaupt nicht leiden kann und mich nicht mit ihm abgeben werde“. Er starrte mich immer noch nur an, ohne etwas zu sagen, doch das machte mich nur noch wütender: „Okay, hiermit verabschiede ich mich von meinem ehemals besten Freund: ZISCH AB!“. Ich wollte mich umdrehen und gehen, aber da hatte Draco seine Sprache wieder gefunden: „Bester Freund?“, flüsterte er. „Jetzt nicht mehr“, erwiderte ich kalt und verschwand um die nächste Ecke. Die nächsten Tage verbrachte ich meist mit den Zwillingen und Harry, manchmal, eigentlich schon ziemlich oft, gesellte sich Daphne zu uns, sie trug zwar immer ihren „Potter Stinkt“- Anstecker, aber gemeine Bemerkungen verkniff sie sich und die Zwillinge konnte sie eh schon ganz gut leiden, was sie mir erst vor kurzem anvertraut hatte. Während der ersten Aufgabe feuerte ich Harry an und Daphne hatte, mir zuliebe, auf ihren Anstecker verzichtet. Irgendwann vor Weihnachten kündigten die Lehrer den Weihnachtsball an, ich hasste so etwas, ich hasste tanzen und ich hasste sowohl schicke Kleider, als auch hohe Schuhe. Daphne wurde gleich am nächsten Morgen von Theodore Nott gefragt, was sie natürlich bejahte. Auch ich wurde gefragt, ich war wirklich hübsch, aber ich sagte allen ab, ich hatte einfach keine Lust. Es war der Tag vor dem Ball, als Draco zu mir kam, er stotterte: „Ich wollte dich nur fragen…ähm… also ich hab gehört, du hast allen abgesagt… ähm… naja… ich…“, dann brach er ab und sah mich fragend an. „Fragst du mich gerade, ob ich mit dir zum Ball gehe?“, fragte ich verwirrt. „Ja… nur so als Freunde… ich will nämlich mit dir befreundet sein“, antwortete er schnell. „Also wenn ich irgendwie etwas balltaugliches zum Anziehen finde, dann ja, sonst musst du wohl oder übel alleine gehen“, lachte ich und er zögerte keine Sekunde mit der Erwiderung: „Das Risiko nehme ich auf mich“. Ich umarmte ihn kurz, es tat gut, ihn wieder bei mir zu wissen. Sofort erzählte ich Daphne alles und sie lächelte und sagte sogar, sie habe zwei Ballkleider, da sie sich nicht hatte entscheiden können, welches besser war, und ich könne eines davon haben. Am Nachmittag des nächsten Tages machten wir uns zurecht, Daphne hatte sich für das rosa- silberne Kleid entschieden und überließ mir ein wunderschönes grünes Kleid, das sogar noch zu meinen Augen passte. Mit meinen kurzen Haaren konnte ich nicht viel anstellen, also half ich Daphne bei ihrer Hochsteckfrisur, schminken musste ich mich ebenfalls nicht, so wartete ich noch auf Daphne, dann gingen wir gemeinsam in den Gemeinschaftsraum. Einen Moment lang starrte mich Draco an, dann ließ er mich, mich bei ihm unterhaken und wir liefen Richtung Große Halle, dabei unterhielten wir uns über dies und das, es war ein schöner Abend und Draco tanzte gut genug für uns beide, aber nach einer Weile wollte ich mich doch setzen. Draco wollt kurz zu seinen Gorillas, die in ihren Festumhängen noch dämlicher als sonst aussahen, und ich setzte mich neben Daphne, von Theodore war keine Spur zu sehen. Als ich sie auf ihn ansprach zuckte sie kurz mit den Schultern ich begriff, doch bevor ich auch nur ein Wort sagen konnte erschien George und fragte, ob wir nicht tanzen wollen, ich lehnet ab, gab Daphne aber einen Schubs und zu unserer aller Überraschung erklärte sie sich tatsächlich bereit, mit George Weasley zu tanzen. Bei Dracos Rückkehr sagte ich ihm, dass ich müde wurde und wir ginge zurück in unsren Gemeinschaftsraum, wo wir uns noch eine gute Nacht wünschten, dann machte ich mich bettfertig und schlief auch bald ein. Ich wurde geweckt, als es noch nicht einmal ganz hell war, verärgert rieb ich mir die Augen und sah Daphne, sie sah verzweifelt aus und ich vergaß meinen Ärger. „Was denn los? Ist etwas passiert?“. Erst schwieg sie, doch als ich sie in den Arm nahm, begann sie zu flüstern: „Ich bin so verwirrt, ich meine, ich hab dir ja gesagt, dass ich die Weasley- Zwillinge gar nicht so übel finde…“. Das nahm ja eine interessante Wendung, dachte ich mir, sah sie aber nur weiterhin fragend an, deshalb fuhr sie fort: „Nun ja, ich habe doch mit George getanzt, und es war so schön… ich weiß aber nicht… schließlich bin ich eine Slytherin und… ähm… es ist nun mal so, dass alle seine Familie als Blutsverräter abstempeln… also… … oh Lill, was ist nur mit mir los… was soll ich denn machen?“, sie begann leise zu schluchzen. Ich versuchte sie zu beruhigen, tätschelte ihr den Rücken und flüsterte zurück, damit die anderen nicht aufwachten: „Wir gehen heute zu Fred und George und unternehmen etwas mit ihnen, ja? Dann könnt ihr euch noch ein bisschen kennen lernen und feststellen, was ihr wirklich füreinander empfindet, ich denke um alles weitere können wir uns später Sorgen machen… aber bitte lass mich jetzt noch ein oder zwei Stunden schlafen“. Sie nickte und legte sich auch wieder ins Bett, da schlief ich auch schon wieder. Beim Frühstück saß ich zwischen Daphne, die kaum einen Bissen runter bekam, und Draco. Er war nicht sonderlich begeistert, dass ich den Tag mit den Zwillingen verbringen wollte, wollte aber genauso wenig unsere Freundschaft gefährden, deshalb sagte er nur: „Na dann viel Spaß mit deinen Wieseln“. Daraufhin wünschte ich ihm viel Spaß mit seinen Gorillas und wir mussten beide laut lachen, dann liefen Daphne und ich zum Gryffindortisch und begrüßten die beiden. Fred schien ein ähnliches Gespräch mit George gehabt zu haben, wie ich mit Daphne, denn er beobachtete seinen Bruder genau. Ich erzählte ihm, während wir alle vier zum zugefrorenen See hinunter gingen, was Daphne mir gesagt hatte und mein Verdacht, dass es ihm ebenso wie mir ergangen war bestätigte sich. George und Daphne unterhielten sich am Seeufer, Fred und ich standen etwas entfernt von ihnen und sprachen über die beiden: „Dir ist klar, dass das schwierig werden wird, sie ist eine Greengrass und Slytherin“, sagte Fred leise. „Was das Erste betrifft, hast du recht, aber eine Slytherin bin ich auch, also beherrsche dich“, erwiderte ich ebenso leise. „Ich weiß ja nicht, wie du darüber denkst, aber ich finde, die beiden sind echt süß zusammen…“, sprach ich weiter und Fred nickte zustimmend, also wäre das erst einmal geklärt, Fred würde ein Auge auf unsere Turteltäubchen haben. Von diesem Tag an traf sich Daphne auch ohne mich mit den Zwillingen und ging sogar einmal ganz offiziell mit George nach Hogsmeade, natürlich freute ich mich für meine Freunde, aber tief in meinem Innern beneidete ich sie ein wenig um ihr Glück. Die zweite Aufgabe stand an und kurz davor wurden Cho, Hermine, die kleine Schwester von Fleur und ich in Professor McGonagalls Büro gerufen, man erklärte uns, dass jeder von uns einem der Champions als „Schatz“ dienen sollte, der gerettet werden muss. Ich war der „Schatz“ von Harry, zuerst wollten sie wohl Ron nehmen, doch dann kam es ihnen komisch vor, wenn Harry einen Jungen rettete. Wir wurden in einen magischen Schlaf versetzt. Als ich wieder die Augen aufschlug, war ich mitten im See und Harry hatte mich um die Taille gepackt und schwamm mit mir in Richtung Ufer. Dort angekommen kamen sofort Draco und Daphne, die mich in Unmengen von Handtüchern wickelten. Irgendwie wirkte Draco traurig, als er mich ansah, aber vielleicht war das auch nur Einbildung als Folge des Schlafzaubers, jedenfalls war Harry in dieser Aufgabe als zweiter platziert worden, was mich ungeheuer freute. Das Trimagische Turnier endete mit Cedrics Tod und der Wiederkehr des Dunklen Lords, denn ich glaubte Harry. Im Zug, ich saß mit Daphne in einem Abteil, kam auf einmal George, schüchtern lächelnd, so hatte ich ihn noch nie erlebt, herein und fragte doch tatsächlich Daphne, ob sie die erste Ferienwoche bei ihm verbringen wollte. Erst zögerte sie, doch als George fortfuhr, ihre Familie habe bereits die Erlaubnis, wenn auch nicht sonderlich gern, gegeben, sprang sie auf und fiel ihm um den Hals. Die Woche war viel zu schnell vergangen, was scheinbar auch George und Daphne fanden, denn beim Abschied konnten die beiden sich gar nicht mehr voneinander lösen. Nur wenige Tage nach Daphnes Abreise reisten auch wir ab und zwar in das Hauptquartier des Orden des Phönix, das war ein altes Haus, das mit allen möglichen Zaubern geschützt war, und der Familie Black gehörte. Ja Sirius Black war unschuldig und dazu noch ein echt netter Gastgeber. Bis auf Harry, der ein paar Schwierigkeiten mit dem Ministerium hatte, verging der Sommer ruhig und wieder einmal viel zu schnell. Am Gleis sah ich Daphne, die George entgegen rannte und danach auch mich umarmte, dann machte ich mich auf die Suche nach Draco. Unterwegs traf ich Pansy, die mich vernichtend anstarrte und weil ich nun einmal so war, wie ich war sagte ich zu ihr: „Na Pansy? Hast du dein Herrchen und Frauchen verloren? Das tut mir aber leid für dich“, ein grausames Lächeln zuckte um meine Mundwinkel als ich weiterging. Ich entdeckte Draco, gerade als er in den Zug steigen wollte, doch als ich laut seinen Namen rief, drehte er sich um und wirbelte mich durch die Luft. „Mensch Draco, bist du stark geworden“, staunte ich und er lachte und zusammen suchten wir ein Abteil. Wir hatten viel zu erzählen, von den Ferien und Draco sagte außerdem, dass die neue Lehrerin für Verteidigung gegen die Dunklen Künste eine Angestellte des Ministeriums, namens Umbridge, sei. Als ich diese Frau, ganz in Pink gekleidet, dann in der Großen Halle sah, konnte ich nicht anders und wies Draco und Daphne auf die große Ähnlichkeit zwischen ihr und einer Kröte hin. Wir mussten alle drei heftig lachen, aber es war schlicht weg die Wahrheit gewesen. Das Schuljahr begann und der Unterricht von Professor Umbridge war wirklich das Letzte, bereits in der dritten Schulwoche, als sie mich darauf hinwies, dass ich sie gefälligst freundlicher ansehen sollte, platzte mir der Kragen: „Tut mir wirklich sehr leid, Professor, aber es kann ja nicht jeder grinsen wie eine Kröte, sie allerdings scheinen das perfekt zu beherrschen“. Ich hörte die anderen Schüler kichern, dann sagte Umbridge mit hochrotem Kopf: „Nachsitzen, Miss Hannigan, Acht Uhr in meinem Büro“. War ja mal typisch, bis jetzt hatte nur Harry sich bereits Nachsitzen eingehandelt. Bevor ich um kurz vor Acht den Gemeinschaftsraum verließ sagte Draco noch zu mir: „Ich warte, bis du zurück kommst… bin ich dir sowieso noch schuldig“. Ich lächelte ihn dankbar an und machte mich auf den Weg. Die Strafarbeit bestand darin, mit meinem eigenen Blut den Satz „Professor Umbridge ist die höchste Autorität und ich habe zu tun, was sie sagt“ zu schreiben, während er sich auf sehr schmerzhafte Weise in meine linke Hand ritzte. Es war schon kurz vor Mitternacht, als ich gehen durfte. Ich wankte zur Treppe, die in die Kerker führte, aber, da mir so schwindelig war, verlor ich den Boden unter den Füßen und stürzte die Treppe hinab, bevor ich unten aufschlug, war ich bereits bewusstlos. Ich hörte Stimmen: „Sie wird ja wieder, Mr. Malfoy, geben Sie ihr etwas Zeit“, „aber warum wacht sie nicht auf“, das war Draco, aus seiner Stimme klang tiefe Sorge und ich wollte ihm sagen, dass ich wach war, wollte die Augen öffnen, doch ich war noch zu schwach und alles wurde wieder schwarz. Das nächste Mal als ich aufwachte, war alles still, vorsichtig schlug ich die Augen auf und wurde von der Helligkeit geblendet, doch als ich wieder etwas erkennen konnte, sah ich Madam Pomfrey, die auf mich zukam. „Gut, gut, Sie sind wach. Der junge Mr. Malfoy hat sich große Sorgen gemacht, saß die ganze Nacht hier und kam auch nachmittags nach dem Unterricht…“. „Was? Wie lange bin ich denn hier?“, fragte ich entsetzt. Die Antwort kam prompt: „Drei Tage lang haben Sie sich nicht gerührt… diese Person… das kann man Schülern nicht antun…“, sie musste meinen fragenden Blick gesehen haben, denn sie fuhr fort: „Professor Umbridge, Sie, meine Liebe, haben während Ihrer „Strafarbeit“ so viel Blut verloren, dass sie die Treppe zu den Kerkern hinuntergefallen sind, Mr. Malfoy hat Sie dann dort gefunden und sofort hergebracht“, während sie redete hatte sie mich untersucht und gab mir nun die Erlaubnis zu gehen, allerdings sollte ich den Tag über noch nicht am Unterricht teilnehmen, deshalb ging ich Richtung Slytheringemeinschaftsraum, als ich Harry traf. Er starrte mich erfreut an und kam sofort zu mir, er half mir auch die Treppe runter, schließlich wollte ich nicht noch einmal runterfallen. Er sagte, viele hätten sich Sorgen gemacht. Ich dankte ihm und betrat den zur Unterrichtszeit leeren Gemeinschaftsraum, doch der war gar nicht leer: in einem der Sessel schlief Draco, ich musste daran denken, was Madam Pomfrey gesagt hatte, er hätte die ganze Zeit an meinem Bett gesessen, kein Wunder, dass er jetzt müde war. Langsam ging ich auf ihn zu und legte ihm dann die Hände über die Augen, er zuckte und rief verwirrt: „Was? Wer ist da?“, dann nahm ich meine Hände weg und ein undgläubiger Ausdruck trat in sein Gesicht. „Lill, ich hatte Angst um dich, weißt du, als du da blutend am Fuß der Treppe lagst…“, er brach ab und zog mich in eine Umarmung, die ich sehr genoss. Den ganzen Rest des Schuljahres passte Draco auf, dass ich nicht noch einmal mit Umbridge in Streit geriet, er schloss sich dem Inquisitionskomando an, was ihm die Sympathie der alten, rosa Sabberhexe einbrachte, so konnte ich, als seine beste Freundin, mir die ein oder andere Unverschämtheit erlauben, ohne gleich Nachsitzen aufgebrummt zu bekommen. Harry erzählte mir auch von seiner „Lerngruppe“ in Verteidigung gegen die Dunklen Künste, der DA, aber, da ich mich nicht anschließen wollte, verriet er mir nicht, wo und wann sie sich trafen, wahrscheinlich hatte er Angst, ich würde es Draco sagen und der würde dann zu Umbridge rennen. Ich bedrängte ihn nicht weiter und er war mir dankbar dafür. Mehrere Wochen später, Draco und ich liefen gerade durchs Schloss, als alle Mitglieder des Inquisitionskomandos gebeten wurden, in den siebenten Stock zu kommen. Ich beschloss, ihn zu begleiten. Es stellt sich heraus, dass die DA aufgeflogen war, und wir die Beteiligten festhalten sollten. Ich sah gerade, wie Daphne, auch ein Mitglied des Inquisitionskomandos, Fred und George absichtlich laufen ließ, als Draco Hermine erwischte, er schaute mich an, deutete meinen Blick richtig und mit einem enttäuschten Seufzer ließ er sie ebenfalls entwischen. Leider half das auch nicht viel, denn diese Trottel hatten ein Namensverzeichnis zurückgelassen, das Umbridge in die Hände fiel. Draco schien sich ziemlich darüber zu freuen, versuchte es aber nicht zu zeigen, nicht einmal Harry gegenüber, was ich ihm hoch anrechnete. Alle Mitglieder der DA bekamen Nachsitzen und Daphne und ich warteten vor der Tür, als diese sich öffnete, kamen die Schüler alle langsam, mit vor Schmerz verzerrten Gesichtern heraus und verschwanden, sich gegenseitig helfend, um die Ecke. Kaum erschien George in der Tür, rannte Daphne zu ihm und betrachtete entsetzt seine Hand. Ich war mir sicher, dass die Zwillinge bei ihr in guten Händen waren und trat zu Harry, Ron, Hermine und Ginny. „Tut mir leid“, war das Erste, was ich zu ihnen sagte, Hermine tat das aber mit einer Handbewegung ab und sagte: „Du hast uns ja sogar noch versucht zu helfen, wenn sich eine Entschuldigen sollte, dann diese Freundin von Cho“, sie war wirklich aufgebracht, was ihr, in Anbetracht der Umstände, auch niemand verdenken konnte. Ich begleitete die Vier zu ihrem Gemeinschaftsraum, davor entdeckte ich auch Daphne, die sich gerade mit einem Kuss von George verabschiedete, also verabschiedete ich mich ebenfalls, winkte den Zwillingen aufmunternd zu und ging mit Daphne zusammen in unseren Gemeinschaftsraum zurück. Auf dem Weg begegnete uns Pansy, die boshaft grinste und zischte: „Na, habt ihr eure Schlammblüter und Blutsverräter wieder zusammengeflickt?“. Ich spürte, wie Daphne sich versteifte und erwiderte: „Das du dir nicht armselig vorkommst Pansy, schließlich haben selbst die „Schlammblüter“ und „Blutsverräter“ Freunde, wie du gerade selber festgestellt hast“. Sie lief zornesrot an und verschwand, ich hatte das starke Gefühl, dass sie weinte, aber das war mir vollkommen gleichgültig. Das Schuljahr endete mehr oder weniger schön, aber ich hoffte, dass die Ferien dafür umso schöner werden würden, Sirius war gestorben und im Hauptquartier herrschte keine gute Stimmung, deshalb, aber nicht nur deshalb, hatte Daphne mich und diesmal auch die Zwillinge zu sich eingeladen, ihre Eltern waren von einem Weasley für ihre ältere Tochter zwar nicht begeistert, sie fügten sich aber und waren sogar nicht allzu grantig zu Fred und vor allem George, mich konnten sie ziemlich gut leiden, und so kam es, dass ich, nachdem die Zwillinge abgereist waren, noch eine weitere Wochen blieb. Als ich wieder im Hauptquartier war, kam sofort Mad- Eye Moody auf mich zu, zog mich in einen der leeren Räume und schloss ab. Wenn ich ehrlich bin, war ich schon etwas ängstlich, was er denn von mir wollte, schließlich sah er mich nicht gerade freundlich an, da begann er auch schon zu sprechen: „Ich bin letzten Sommer nicht dazu gekommen, was weißt du über deine Eltern?“. Einen Augenblick lang starrte ich ihn nur an dann antwortete ich ausweichend: „Sie waren beide reinblütig… und… sie haben sich und mich sehr geliebt…“, ich hatte bereits Tränen in den Augen. Mehr würde er von mir nicht hören, was ich gesagt hatte, war keine Lüge es war aber auch nicht alles, was ich wusste. Er beäugte mich misstrauisch, dann fragte er weiter: „Du bist doch mit dem jungen Malfoy gut befreundet, nicht wahr?“. Ich nickte nur, was sollte das? Dachte er ich wäre gefährlich? In diesem Moment schlug jemand heftig gegen die Tür und ich konnte Mrs. Weasleys Stimme hören: „Alastor, lassen sie Lillith in Frieden, sie können mit ihr sprechen, wenn wir essen“, sie klang verärgert und besorgt, doch sie bekam keine Antwort, was nur zur Folge hatte, dass sie noch heftiger gegen die Tür schlug, nach einer Weile hörte ich auch noch die Stimmen von Lupin und Mr. Weasley und schließlich öffnete Moody, mit einem finsteren Seitenblick auf mich die Tür. Mrs. Weasley kam auf der Stelle hineingestürzt und führte mich sanft in die Küche, wo sich bereits Ginny und Ron aufhielten. Sie ließ mich, mich auf einen Stuhl setzen, dann flüsterte sie beruhigend: „Ich werde dafür sorgen, dass das nicht noch einmal vorkommt, meine Liebe“. Ich nickte dankbar, daraufhin erhob sie sich und deckte den Tisch. Jetzt kamen auch Fred und George in die Küche, sie warfen mir einen prüfenden Blick zu, ich war wohl noch blasser als ohnehin schon, dann setzten sie sich mir gegenüber an den Tisch. Erst sagte ich gar nichts, aber recht bald hatte ich mich von dem Schrecken erholt und lächelte die beiden an, wobei ich sie auch noch von Daphne grüßte, es war wieder alles beim Alten. Das Essen war fertig, es roch wirklich gut, da betrat auch Moody die Küche, er setzte sich schräg gegenüber von mir und, weil ich nun endlich alles vom Tisch haben wollte, fragte ich ihn: „Was sollte das vorhin?“. Schlagartig waren alle still, Moody guckte mich von der Seite her an, dann antwortete er bedächtig: „Ich denke, du hast mir nicht alles gesagt, was du über deine Eltern weißt“. Ich wollte mich nicht mehr verstellen, also sagte ich laut und deutlich: „Okay, gut, meine Eltern waren Totesser, sie haben mich aber geliebt, ich habe alles verloren… seid ihr zufrieden?“. Ich wartete gar nicht die Reaktionen ab, sondern sprang auf und rannte aus dem Haus. Die entsetzten Gesichter konnte ich mir nur zu gut vorstellen, ich hatte mich schon oft gefragt, ob einer der Ordensmitglieder meine mum und meinen dad getötet hatte, aber eine richtige Antwort wollte ich darauf niemals haben. Wo sollte ich nur hin? Eigentlich sehnte ich mich nach Draco, aber ich hatte keine Ahnung, wo er wohnte, also rannte ich einfach immer weiter und weiter durch die Straßen von London. Irgendwann stand ich in einem kleinen Park, es war inzwischen dunkel, aber ich hatte keine Angst, im Park legte ich mich unter einen Baum und weinte mich in den Schlaf, ich hielt nicht viel von Tränen, aber ich schaffte es einfach nicht, sie zurückzuhalten. Den ganzen nächsten Tag lief ich ohne ein Ziel durch die Stadt, am Abend, ich hatte mich bereits mit einer weiteren Nacht im Freien abgefunden, entdeckte ich Astoria, Daphnes kleine Schwester, auf der anderen Straßenseite und rief nach ihr. Sie sah mich und kam auf der Stelle rüber. „Was machst du denn hier Lill?“, fragte sie mich besorgt. Ich antwortete ihr, dass ich wohl bei den Weasleys nicht mehr erwünscht sei und sie nahm mich kurz entschlossen mit zu sich nach Hause. Die restlichen Ferien blieb ich dort und am 1. September brachte Mr. Greengrass Daphne, Astoria und mich zum Zug. Plötzlich hörte ich, wie jemand meinen Namen rief und als ich mich umdrehte, standen auch schon Fred und George vor mir. Während George sich dann erstmal Daphne zuwandte packte Fred meinen Arm und zog mich zu einer kleinen Gruppe bestehend aus den Weasleys, Lupin, Tonks und Moody. Als Mrs. Weasley mich entdeckte, rannte sie auf mich zu und nahm mich fest in den Arm, ich war vollkommen verwirrt, dann begann sie auch schon, wobei ihre Augen verdächtig glitzerten: „Oh, Lillith, wir haben uns solche Sorgen gemacht“. Ich war überrumpelt und konnte nichts dazu sagen, da sprach nun auch Lupin: „Du kannst doch nichts für deine Eltern“. Darauf konnte ich dann schon etwas sagen: „Ich schäme mich nicht für meine Eltern, aber ich… ich dachte ihr…“, ich brach ab, sie sahen alle so glücklich aus, mich zu sehen, dass ich mich sogar ein wenig schuldig fühlte, ihnen Sorgen gemacht zu haben. Ich sah, wie Tonks Moody mit dem Ellenbogen in die Rippen stieß, daraufhin trat er vor und brummte doch tatsächlich eine Entschuldigung. Ich strahlte sie alle an, doch dann mussten wir Schüler in den Zug. Dort machte ich mich mal wieder auf die Suche nach Draco, ich fand ihn mit Daphne in einem Abteil, so schuldbewusst, wie sie mich ansah, hatte sie ihm gerade von mir erzählt. Als ich dann das Abteil betrat stand Draco auf und umarmte mich fest: „Alles in Ordnung?“, fragte er so leise, dass Daphne ihn nicht hören konnte, ich nickte und wir setzten uns nebeneinander wieder hin. Es war eine angenehme Zugfahrt und kurz bevor wir da waren, Daphne war schon vor einer Weile zu George gegangen, gestand ich Draco, dass mein erster Gedanke, wo ich hinwollte, als ich durch London irrte, ihm galt. Er lächelte mich überrascht, doch auch erfreut an, aber schon in der Großen Halle bemerkte ich, dass etwas mit ihm nicht stimmte, nun wo ich so darauf achtete, fragte ich mich, warum mir das nicht schon vorher aufgefallen war, er wirkte niedergeschlagen, ja fast verzweifelt, war aber bedacht, es sich nicht anmerken zu lassen und scheinbar war ich auch die einzige, der etwas auffiel. Je weiter das Jahr fortschritt, desto mehr Sorgen machte ich mir um ihn, er aß wenig, schlief selten und sprach kaum noch ein Wort, weder mit mir, noch mit jemand anders. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, noch nie, wirklich noch nie, war ich mir so hilflos vorgekommen. Dann eines Tages kam ich an einem der Toilettenräume vorbei und hörte ein Schluchzen, neugierig öffnete ich die Tür und sah Draco, er weinte, sofort eilte ich zu ihm und legte ihm einen Arm um die Schultern, dann fragte ich ihn leise: „Sagst du mir, was los ist?“. Er zögerte lange, aber irgendwann begann er, erst stockend, dann so, als könne er nicht mehr an sich halten, er erzählte, dass er Dumbledore töten soll, sonst würde er getötet, aber er konnte das nicht tun. Ich versuchte ihn zu trösten und ging schnell in eine der Kabinen, um Klopapier, als Taschentuch, zu holen, auf einmal hörte ich Harry, er sagte etwas zu Draco, dann rief er etwas, das nach einem Fluch, einem bösen Fluch, klang. Ich rannte zurück zu Draco, der lag auf dem Boden mit aufgerissener Brust und überall war Blut. Entsetzt schrie ich Harry an, der fast so geschockt aussah, wie ich: „Was hast du getan, Harry Potter, du Idiot, WAS HAST DU GETAN?“. Ich hob Dracos Kopf und redete ihm unter Tränen gut zu, da kam Snape, noch nie war ich so froh, ihn zu sehen. Er stieß Harry beiseite und beugte sich über Draco, mit einem Schwung seines Zauberstabs schlossen sich Dracos Wunden, doch er hatte bereits so viel Blut verloren, dass er bewusstlos war. „Mitkommen“, sagte Snape zu Harry und mir, wie in Trance folgte ich ihm in den Krankenflügel, den ganzen Weg über wagte Harry es nicht, mich auch nur anzusehen. Im Krankenflügel kümmerte sich Madam Pomfrey auf der Stelle um Draco und Snape sagte, ich solle auch bleiben, dann verließ er, gefolgt von Harry den Raum. Während ich an Dracos Bett saß und sein blasses Gesicht betrachtete, wünschte ich mir zum ersten Mal, dass Harry Potter eine so harte Strafe wie möglich bekam. Da ich nicht die Anstalten machte, am Abend den Krankenflügel zu verlassen, bot Madam Pomfrey mir an, in einem der Krankenbetten zu schlafen, denn außer Draco war niemand hier. Also legte ich mich auf das Bett links neben Dracos und schlief auch bald ein. Ich hatte einen Albtraum, konnte mich am Morgen aber nicht erinnern, was genau passiert ist. Ich reckte mich gerade schlaftrunken, als ich Dracos Augen bemerkte: sie waren geöffnet. Ich sprang hoch und fiel ihm um den Hals, ließ aber schnell von ihm ab, als er vor Schmerz stöhnte. „Lill… was machst du hier? Du bist doch nicht verletzt, oder?“, flüsterte er heiser. Ich schüttelte den Kopf und lächelte ihn an. In diesem Moment verdunkelte sich seine Miene, ich war mir sicher, dass er wieder an seine „Aufgabe“ dachte. Ich fasste einen Entschluss: ich würde Draco alles erzählen, von meinen Eltern, meiner Tante und alles, was es sonst noch gab, aber erst musste ich warten, bis Madam Pomfrey, die ihn gerade untersuchte, wieder in ihrem Büro war. Okay, sie war weg, ich legte meine Hand auf seinen Arm und begann, nur den Orden des Phönix ließ ich aus. Als ich fertig war, sagte er nur: „Ich wusste, dass der Name „Hannigan“ mir bekannt vor kam, deine Eltern kannten meine recht gut…“, er hustete und beendete seinen Satz danach aber nicht, sondern strich mir sanft mit seiner Hand über die Wange „was würde ich ohne dich machen?“, fragte er leise. „In einem Klo krepieren?“, erwiderte ich mit einem ironischen Lächeln auf den Lippen, dann beugte ich mich zu ihm runter und gab ihm einen kurzen Kuss. Die Tür zum Krankenflügel ging auf und ich zuckte zurück, sah noch einmal zu Draco und verließ dann den Raum, wobei Snape mir entgegen kam. Als Draco wieder entlassen wurde, sprachen wir kein Wort über den Kuss, ich war traurig darüber, denn schließlich bewies es, dass Draco mich nur als Freundin, vielleicht auch beste Freundin, sah, während ich mir inzwischen sicher war, dass ich in ihn verliebt war. Das Schuljahr hätte nicht schlimmer enden können: Snape hatte Dumbledore getötet und Draco war mit den Totessern geflohen. Da Dumbledore der Geheimniswahrer des alten Hauptquartiers war, brauchten wir ein neues, man entschied sich für den Fuchsbau. Es waren noch nicht lange Ferien, als mich Moody, ausgerechnet Moody, über darüber informierte, dass Harry in wenigen Tagen bei einer gut geplanten Aktion in Sicherheit gebracht werden sollte. Ich war immer noch sauer auf Harry, aber ich wollte helfen, so nahm ich, sehr zu dessen Freuden, Mundungus Fletchers Platz ein. Wir würden immer zu zweit fliegen, einer, der durch Vielsafttrank so aussah, wie Harry und ein „Beschützer“, ich flog zusammen mit Moody, na klasse. Die Totesser erwarteten uns schon, aber trotzdem gelang es Moody und mir unverletzt unseren Portschlüssel zu erreichen und im Fuchsbau anzukommen. Einmal hatte ich Moody sogar das Leben gerettet, ich denke, das wird er nicht so schnell vergessen. Dann kamen George und Lupin, George war verletzt, er hatte ein Ohr verloren. Die anderen kamen recht spät, waren aber wie wir nicht verletzt. Wir würden nun alle im Fuchsbau bleiben, zumindest, bis zur Hochzeit von Bill und Fleur. Die Hochzeit war wirklich schön, aber sie wurde von Totessern gesprengt und alles versank im Chaos. Die nächsten Tage vergingen, Harry, Ron und Hermine waren verschwunden und die Zwillinge waren ebenfalls fort, wollten irgendeine Radiosendung namens „Potter Watch“ zusammen mit ihrem Freund Lee Jordan machen, dafür mussten sie sich aber irgendwo im Wald verstecken. So waren nur noch Mr. Und Mrs. Weasley, Ginny und ich da, Bill und Fleur waren in ihrem eigenem Haus, aber ab und zu kamen Kingsley, Lupin und Tonks, sie waren verheiratet, oder Moody vorbei. Nach den Ferien fuhren Ginny und ich wieder nach Hogwarts, aber auch dort war alles anders. Viele Schüler waren nicht gekommen und dank den Carrows, Totesser, die nun unter Snape, dem neuen Schulleiter, unterrichteten, lebten die anderen, wir Slytherins erst einmal ausgeschlossen, in Angst und Schrecken. Draco war nicht wieder in die Schule gekommen. Daphne und ich saßen gerade in unserem Schlafsaal und unterhielten uns, sie wollte wissen, wie es George ginge und ich erzählte ihr von seiner Verletzung. Sie war bestürzt, sagte aber auch: „Wenigstens ist er nicht gestorben“. Kaum hatte der Unterricht begonnen, war mir klar: ich hasste ihn und als ich von Ginny hörte, dass sich eine Widerstandsgruppe gebildet habe, schlossen Daphne und ich uns ihr an. Von nun an lebten wir im Raum der Wünsche, denn in der Schule waren wir so etwas wie geächtete. Doch nach und nach wurden die Carrows auf uns Aufmerksam und wir konnten den Raum nicht einmal um neue Mitglieder anzuwerben verlassen. Wir hatte fast schon die Hoffnung aufgegeben, als Harry, Ron und Hermine auftauchten, ich bekam nicht mit, was sie wollte, aber es würde bald zur großen Schlacht kommen, das war mir klar. Alle Schüler, die nicht mitkämpfen wollten wurden evakuiert und währenddessen trafen immer mehr Ordensmitglieder ein, ich sah Lupin, Tonks, die Weasleys, Daphne fiel sofort George um den Hals, Moody und Kingsley. Die Schlacht begann und ich befand mich noch immer im siebenten Stock, wo der Raum der Wünsche sich befand, als auf einmal die Tür eben jenen Raums sich öffnete und mehrere Besen heraus geschossen kamen, hinter ihnen tobten wilde Flammen. Ich lief auf die Personen zu und erkannte: Harry, Ron, Hermine, zu meiner Verwunderung auch Gregory Goyle und Draco. Ich rannte schneller und als ich bei ihm war, er hatte mich noch nicht gesehen, brachte ich nur ein schwaches „Draco“ zustande. Er wirbelte herum und schlang seine Arme um mich, alle meine Ängste vielen für die Dauer seiner Berührung von mir ab und ich war glücklich, aber viel zu bald ließ er mich wieder los, sein Lächeln verschwand und er trat einen Schritt zurück, dann wollte er sich wieder in den Kampf stürzen. Ich folgte ihm, doch bereits nach wenigen Schritten fuhr er mich an: „Ich kann das alleine“. Ich spürte, wie mir schon wieder Tränen in die Augen stiegen und starrte ihn nur an, dann drehte er sich um und ließ mich einfach stehen. Nachdem ich mich etwas gefasst hatte, machte auch ich mich auf den Weg ins Kampfgetümmel, ich schlug mich wirklich gut, aber, ich war gerade im zweiten Stock, da explodierte ein Fluch genau neben mir. Ich merkte, wie ich durch dich Luft geschleudert wurde und wenige Augenblicke später hart irgendwo aufschlug, dann verlor ich das Bewusstsein.
*Dracos Sicht* Der Dunkle Lord hatte den Verteidigern eine Pause gewährt, um die Toten fortzuschaffen, ich lief ziellos durchs Schloss, wo sollte ich auch hin, immer wieder schweiften meine Gedanken zu Lillith, ich hätte nicht so abweisend sein sollen. Ich war im zweiten Stock, auf einmal blieb mir das Herz stehen, halb unter Trümmern begraben lag eine Gestalt, eine Gestalt mit kurzen, flammendroten Haaren. NEIN, das durfte nicht wahr sein, ich rannte auf sie zu und begann panisch den Schutt wegzuräumen und dann lag sie da, reglos, mit dem Gesicht nach unten. Ein Schluchzen konnte ich nicht unterdrücken, während ich sie in den Arm nahm.
*normale Sicht* Als ich zu mir kam, spürte ich, dass jemand mich festhielt, ich hörte denjenigen auch flüstern, es war Draco, und er klang hellauf verzweifelt: „Lill, bitte… du kannst mich doch jetzt nicht verlassen… … es tut mir so leid, ich… ich war ein verdammter Trottel… bitte, Lill…“. Er schluchzte und es brach mir fast das Herz, aber ich konnte mich nicht bemerkbar machen, ich konnte nur weiter zuhören. Irgendwann stand er auf und trug mich fort, ich vermutete, er bringt mich in die Große Halle. Plötzlich hörte ich noch mehr Stimmen, eine davon war Harrys: „Oh Gott, nicht auch noch Lill…“. Doch dann kreischte Hermine, es konnte einfach nur sie sein,: „Sie lebt, sie braucht Hilfe!“. Alles wurde wieder schwarz. Es war mucksmäuschenstill, als ich aufwachte und die Augen aufschlug. Mit dieser Ruhe war es nun aber vorbei, jemand zog mich zu sich hoch und küsste mich, überrascht erkannte ich Draco. „Du lebst, Lill, es tut mir so leid, ich… ach bitte verzeih mir… und jag mir nie wieder einen solchen Schrecken ein“. Ich lächelte, gab ihm als Antwort einen Kuss und flüsterte: „Lass mich bitte nicht noch einmal einfach so stehen“, „niemals…“, murmelte er und küsste mich erneut, dann sagte er: „Ich liebe dich“. Mein Herz machte einen Hüpfer: „Ich dich doch auch… was ist eigentlich passiert?“. Er berichtete, dass Harry den Dunklen Lord besiegt habe, ich strahlte. Fred war in der Schlacht gefallen und George war verzweifelt, aber dank Daphne kehrte er wieder ins Leben zurück, die beiden heirateten und kurz nach ihrer Hochzeit machte Draco mir, vor seinen Eltern, einen Antrag, den ich natürlich annahm. Wir bezogen ein hübsches Herrenhaus, das nicht weit von London entfernt lag. Wir bekamen einen Sohn, Scorpius Hyperion, der weißblondes Haar, wie Draco, und meine grasgrünen Augen hatte. Zwei Jahre später bekamen wir noch eine Tochter, Nella, die genau anders herum, meine roten Haare und Dracos graue Augen hatte. Draco wurde ein hohes Tier im Ministerium und wir besuchte oft George und Daphne, die, mit ihren Kindern, in der Winkelgasse in der Wohnung über dem Scherzartikelladen lebten.

Kommentare (22)

autorenew

Katy & Lily (99430)
vor 61 Tagen
Wow!!! So viele Wörter!!! Mega cool!!!
Himmelsfeder (50602)
vor 588 Tagen
Kann mir jemand erklären was hier gemeint ist?:

Nun ruhte die Blicke der beiden auf mir und das ganze wurde mir von Sekunde zu Sekunde unangenehmer, bis George schließlich sagte: „Du bist etwas besonderes, Elektra, du bist nicht farblos, du leuchtest… schau doch mal“. Zögerlich betrachtete ich meine helle Haut und hielt mir eine meiner weißblonden Haarsträhnen vors Gesicht. Es stimmte. Es sah wirklich so aus, als würden meine Haare leuchten. Da erst wurde ich mir vollends dessen bewusst, was George gesagt hatte und augenblicklich schoss mir die Röte in meine sonst so blassen Wangen.

LG

Himmel
Himmelsfeder (64871)
vor 591 Tagen
Cooooooool. Einfach genial.
.mrxrielu. (69645)
vor 645 Tagen
Geniale Idee - genial umgesetzt!!!
AmyAnime Lovegood (83090)
vor 684 Tagen
Josephines Story ist echt süüüüüüß !!!
Kann es sein das du denn Namen Ivy-Márie aus "Erben der Nacht" hast ?
Die restlichen Storys mag ich aber auch ! ;)
Lyanna (59717)
vor 695 Tagen
Die Geschichten sind alle supiiiiii!!
Und ich finde es sehr nett von dir dass Remus,Sirius,Tonks umd Regulus nicht sterben.
Gwendolyn.R (38339)
vor 831 Tagen
Jede der Geschichten War auf ihre Art toll😍😍😍
Kira (45773)
vor 843 Tagen
Warum kommen fast immer die gleichen Jungs vor? Mit der Zeit wirds langweilig. Ich mag Fred und George aber Liebesgeschichten mit denen sind langweilig. Meine Lieblings Character sind Draco♥ und Voldemort♡. Ich mag mehr die böseSeite da ist mehr Spannung.
kira (20088)
vor 864 Tagen
Genial. Einfach genial!!!!
KleinTini (09544)
vor 890 Tagen
OMG das ist so schön😍 ich weiß Garnichts welche meine Lieblingsgeschichte ist ❤
MissChyoko (86551)
vor 908 Tagen
Ohhhh jaaaa!!!! Eine Harry-Geschichte!!! Das wäre toll!!! ♥ Dein Schreibstil gefällt mir, aber ich fände es schöner, wenn du es ein bisschen mehr zwischen den beiden Personen knistern lässt. Ich habe jetzt nur die Draco-Story gelesen, aber ich finde deine Ideen echt cool.
harrypotterfan (01846)
vor 914 Tagen
Hi, ich finde deine geschichten echt klasse!!! Und ich hinterlasse so gut wie nie einen kommentar! Kannst du vielleicht eine geschichte mit harry schreiben? Ich wäre dir unendlich dankbar! Dein harrypotterfan
Aqua (59031)
vor 932 Tagen
Bei Elektras Geschichte musste ich weinen!😭
lilli und ginny weasly (92628)
vor 953 Tagen
Lilli: danke , dass du fred überleben lässt.

Ginny : super geschichte
Em (65937)
vor 1137 Tagen
Am schönsten finde ich Elekras story die ist so schön und traurig! Aber es sind alle gut schreib bitte weiter!
Skyfire (53694)
vor 1183 Tagen
Echt gut geschrieben mach bitte weiter :)
verbavera (62506)
vor 1234 Tagen
This is really cute story - and I say that although I can't understand all the german words!
joelle (33410)
vor 1315 Tagen
hallo :) Ich bin neu und habe gerade das 3 Kapitel meiner geschichte draussen:) könnt ihr sie vielleicht mal lesen? Wäre echt nett kommentiert mir dann ob sie euch gefallen hat :) einfach Liebesgeschichte Draco eingeben bei Fan Fictions :) Danke
& Ich liebe deine gschichte *0*
heii (68775)
vor 690 Tagen
Irgendwie schräg...
Abby Sciuto (97054)
vor 690 Tagen
Ähm, ja, irgendwie seltsam, oder nicht? Wie ist so etwas überhaupt möglich??? Wäre schön wenn sich Melli155 mal dazu äußern könnte. *räusper*