Tag an der Naab

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1 Kapitel - 1.354 Wörter - Erstellt von: Caroneier - Aktualisiert am: 2012-09-01 - Entwickelt am: - 1.251 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Heute war es endlich einmal wieder heiß, also beschloss ich in der Naab schwimmen zu gehen.
Was ich da erlebt habe möchte ich euch in dieser Geschichte gerne mitteilen.

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    Was gibt es Schöneres, als sich an einem heißen Tag in dem nächstgelegenem Fluss eine Abkühlung zu verschaffen!
    Allerdings entgeht man nicht einmal hier, wo man das Planschen der Kinder vernimmt, die Augen schließen, Jack Johnson hören und sich wunderbar vorstellen kann am Meer irgendwo in der Karibik unter einer Palme zu liegen den teilweise amüsanten, aber vor allem nervigen und immer kuriosen Gestalten, die einen ständig und an jeder Ecke begegnen.

    Das ist Hartz IV-Fernsehen im Real-Life und ich bin gerade mittendrin.
    „Die Hitzewelle überrollt Deutschland“, las ich heute bei meinem Anbieter, als ich meine Mails checkte.
    Wunderbar, auf zur Naab!
    Ich stieg also ins Auto, fuhr zur Naab und schon ging es los.
    Wie üblich an einem so heißen Sommertag war das Badeufer gut besucht und nur noch wenige Quadratmeter auf der Liegewiese waren frei. Ich entschied mich für den ersten freien Platz, der zu den Nachbarn wenigstens 3 Meter Abstand bot. Links neben mir hatte sich eine junge Frau niedergelassen. Sie sonnte sich gerade und las in ihrem Buch.
    Mit der konnte ich mich sofort identifizieren.
    Rechts jedoch lang ein alter, braungebrannter Knacker mit unübersehbarem Bierbauch, Sonnenbrille und Strohhut. Bis auf das, dass er ein paar Mal herüberglotzte, was er durch seine dunklen Gläser zu verbergen versuchte, verhielt er sich relativ unauffällig.
    Zumindest zunächst.
    Ich cremte mich ein, um einem 2. Sonnenbrand für dieses Jahr zu entkommen und machte mich gleich auf den Weg ins Wasser, das überraschenderweise relativ warm war.
    Also nicht so kalt wie sonst.
    Zumindest wärmer als sonst. Als ich meine Bahnen gezogen hatte ging ich zurück zu meinem Handtuch und trocknete mich ab.
    Ich holte mein Buch heraus und wollte gerade zu lesen beginnen, als ich plötzlich einen ekligen Geruch in der Nase hatte.
    Ich sah nach rechts und der Knacker zog genüsslich an seiner Zigarette und atmete tief die giftigen Dämpfe ein.
    Sollte ich je als Passivraucher an Lungenkrebs sterben…!
    Naja, dann muss ich meine Weintrauben eben später essen. Der Rauchgeruch verdarb mir jedenfalls den Appetit
    Also beschloss ich mich meinem Buch zu widmen.
    Doch lange konnte das meine Aufmerksamkeit auch nicht beanspruchen. Die Gruppe Jugendlicher, deren Durchschnittsalter ich auf 14 geschätzt hätte, wenn sie nicht mit dem Roller dagewesen wären, zogen meine Blicke auf sich.
    Sie bestand aus 2 Jungs, die blond und kreidebleich waren und außer ihrer Dummheit jeweils auch ein Bäuchlein zu tragen hatten, einem braun gebrannten Mädchen und einem molligeren Jungen mit Borstenfrisur.
    Ach ja und Jenny, ein dunkelhaariges Mädchen mit Hängebrüsten, als ob sie schon ein Kind bekommen hätte, was gar nicht so abwegig ist, wenn man der Konversation zwischen ihr und ihren Freunden lauschte.
    Na ja, lauschen ist hier wohl das falsche Wort. Jeder bekam es wohl mit, ob er wollte oder nicht.
    Jenny ist ins Wasser geschubst worden, verdächtigte ihren Freund und der machte daraufhin wegen ihres Herumgezickes mit ihr Schluss.
    Anschließend verschwand er Jenny heulte sich bei dem anderen Blondschopf aus und dieser setzte sich für sie ein.
    Der Kommentar von Jennys Freund dazu war:
    „Lutscht doch alle meine Eier!“
    Ich seufzte und widme mich wieder meinem Buch.
    Jenny heulte weiter und beklagte sich, dass ihr Freund meinte, dass sie sich nicht genug um ihn gekümmert hatte.
    Doch das bestritt sie.
    Ihr wird das alles zu viel und sie will abhauen, beschließt dann aber doch zu bleiben.

    Die Gruppe, aus einer Frau und ein paar Jungs, die sich stetig vermehrten und alle wohl um die 20 waren machte sich über die Gruppe lustig und imitierte sie.
    Vor allem Lachen vom Borstentypen, das ungefähr so klang: Huhahahaxykcxyykhaahahahahhahuuuuuhiihu
    Die ältere Gruppe war mir sympathisch und schon zogen die anderen wieder meine Aufmerksamkeit auf sich, da jetzt Cori, ein braungebranntes Mädchen mit dunklen langen Haaren, kommt.
    Ihr wird das Geschehene geschildert und sie umarmt Jenny mitfühlend. Die Jungs diskutieren darüber ob sie jetzt ins Wasser gehen sollen und entschließen sich dann auch 10 Minuten auch dazu.
    Ich las mein Buch weiter und konzentrierte mich voll und ganz auf die Geschichte…
    RÜLPS!
    Der biertrinkende Knacker meldete sich zurück.
    Das war für mich ein Anlass um noch ein paar Runden zu schwimmen.
    Als ich wieder zurück kam war der Knacker weg.

    Ich holte meinen Ipod aus meiner Tasche und hörte ein wenig Musik.
    Nach einer Weile hatte sich die Lage wieder beruhigt.
    Das nächste was man von Jenny hörte, war: „Man, du Schwuchtel!“
    Die Frau neben mir packte ihre Sachen zusammen und ging wieder.
    Damit wurde die Sicht auf die ältere Gruppe von vorhin komplett frei und auf einen Schlag verflogen alle Sympathiepunkte, die sie vorhin bekommen haben.
    Einer der Typen zapfte gerade das 2. Fass Bier an und die Flüssigkeit tropfte in ihre Bierkrüge.
    Als jeder versorgt war prosteten sie sich zu wenn da nichts daneben ging, dann auf jeden Fall ein paar Minuten später als einer dem anderen den Krug über den Kopf kippte.
    Ich wendete meine Blick wieder ab und widmete mich wieder meinem Buch.
    „Du bist ein richtiger Bauerntrampel!“
    Ich hob meinen Blick und sah wie sich einer von den Typen gerade von dem anderen herunterwälzte.
    Die anderen lachten und dann stellten sie fest:
    „Wia braichtn no a Fassl!”

    In der Zwischenzeit diskutieren die anderen wieder ob sie ins Wasser sollen oder nicht.
    „Gehen wir halt ins Wasser“, wieder holt der Borstentyp alle 2 Minuten.
    Nach 20 Minuten gingen sie dann ins Wasser:
    „Alter, ist das kalt!“
    Doch bevor sie aufstanden vergewisserten die Jungs sich, dass ihre Boxershorts 10 cm und somit gut sichtbar aus ihrer Badehose herausschaute.

    Die Normatüte, in der sie ihre Verpflegung aufbewahrten, reichte wohl nicht mehr, denn als sie wieder zurück waren wurde der Wunsch nach mc Donald’s- Verköstigung laut geäusert.
    Doch der Gedanke wurde schnell wieder verworfen.
    Nach der üblichen Diskussion ging es dann auch wieder ins Wasser.
    In der Zwischenzeit brach die Biergruppe auf und die Jugendlichen bekamen Verstärkung.
    Der Borstentyp empfing seine Kumpanen mit einem Rülpsen und meinte anschließend:.
    „Boah, ich muss aufs Klo.“
    Das Mädchen erwiderte darauf: „Ih, bist du eklig“
    Da gab ich ihr Recht.
    Doch dann fügte sie hinzu:
    „Gleichsagst du wieder, dass du furzen musst!“

    …

    Langsam wurde es kühl und ich packte meine Sachen zusammen.
    „Boah Alter, gib mir mal ne Kippe, ey!“
    Oman.
    Anscheinend wollte die Gruppe dann doch noch etwas zu essen holen, denn als ich gerade ging hörte hinter mir eines der Mädchen fragen: „Wann fahren wir MC?“

    Solche Leute sollten bei Therapien eingesetzt werden, um Selbstzweifler wieder an sich glauben zu lassen und sie sehen zu lassen, dass man noch weiter abstürzen kann, als sie es sind und als es überhaupt jemand für möglich gehalten hätte.
    Außer Albert Einstein, der wieder einmal Recht hatte:
    „Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Wobei ich mir beim Universum nicht ganz sicher bin…“

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Tariel ( 03374 )
Abgeschickt vor 934 Tagen
Toller und witziger Text! Tja, so geht es heutzutage überall zu...