Naruto Story 6

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1 Kapitel - 1.697 Wörter - Erstellt von: Chilo - Aktualisiert am: 2012-08-15 - Entwickelt am: - 1.432 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Und das neue Kapitel!

    1
    Kapitel 4: Erinnerung

    Schweigend saß Sasuke vor seinem Teller und rührte darin herum. Den ganzen Tag über hatte eine merkwürdige Stille zwischen ihnen geherrscht. Er wusste nicht, was er vom seltsamen Verhalten seines Bruders halten sollte, und bisher hatte er es nicht gewagt, danach zu fragen. Manches blieb besser unausgesprochen.

    Irgendwann gab er es auf und schob den Teller beiseite. Itachi sah auf und sagte: "Du solltest essen, damit du wieder zu Kräften kommst."

    "Warum?", fragte Sasuke, ohne darüber nachzudenken. "Warum pflegst du mich gesund? Ist dir eigentlich nicht bewusst, dass ich derjenige bin, der dich auf der Welt am meisten hasst?"

    "Tust du das wirklich?"

    Sasuke presste die Lippen aufeinander. Die Frage war nicht ganz unberechtigt. Die letzten Tage erschienen ihm wie ein seltsamer Traum, auf einmal schienen seine Gefühle wie umgekrempelt zu sein. Wenn er Itachi sah, dann kamen so viele widersprüchliche Emotionen hoch. Er konnte die alte Wut nicht einfach abschalten, aber wenn er seinen Bruder jetzt sah, dann fühlte er sich auch irgendwie traurig. Itachi war eine tragische Gestalt, genau wie er selbst. Vielleicht war das das Schicksal der Uchihas. Ewig ruhelos nach etwas Glück suchen und es doch nie finden...

    Lange schaute er Itachi an, studierte seine Gesichtszüge und sah ihn zum ersten Mal nicht mit den Augen des letzten Überlebenden des Clans sondern als Bruder. "Du siehst unserem Vater sehr ähnlich", stellte er leise fest.

    "Du auch." Nach einer kurzen Pause fragte Itachi unvermittelt: "Weißt du, dass er dich fortschicken wollte, damals?"

    "Was meinst du?"

    "Er meinte, solange du in meinem Schatten stehst, würdest du keine Fortschritte machen. Er wollte dich in ein anderes Dorf bringen zu einem Freund der Familie, der dich unterrichten sollte. Unser Vater war kalt. Er hätte dich ohne zu zögern fortgeschickt."

    Sasuke senkte den Kopf. Schon wieder brach Itachi ein Stück aus dem Bild der heilen Familie, das er sich gemacht hatte. Er hatte zu seinem Vater immer aufgesehen. Und nun sollte er plötzlich glauben, dass dieser Mann ihn eiskalt abgeschoben hätte, nur um ihn stärker zu machen? Sasuke wusste, als Kind hätte es ihm das Herz gebrochen, seine Eltern und seinen Bruder verlassen zu müssen. Er fasste sich an den Kopf. "Wie soll ich dir glauben? Woher soll ich wissen, dass du mich nicht anlügst?"

    "Warum sollte ich dich belügen?"

    "Du warst es doch, der mir alles genommen hat. Auch meinen Glauben an dich. ‚Klammere dich an dein erbärmliches Leben’ hast du zu mir gesagt. Du hast mir gesagt, ich soll dich hassen. Und genau das habe ich getan. Ich habe immer getan, was du mir gesagt hast." Die Erkenntnis kam erst in dem Moment, als er es aussprach. Er war tatsächlich Itachis Marionette. Er hatte sich sein Leben lang manipulieren lassen. Er senkte den Kopf und kämpfte mit seinen widersprüchlichen Gefühlen. "Wie soll ich dir nur glauben?"

    Itachi war plötzlich bei ihm, so schnell, dass er es kaum sehen konnte. Er wurde mit Gewalt gegen die Wand an der das Bett stand geworfen. "Wa...?"

    "Sasuke", sagte Itachi mit solchem Ernst in der Stimme, dass ihm das Wort im Hals stecken blieb. Sein Bruder legte seine Hände auf Sasukes Gesicht. Langsam beugte er sich vor und Sasuke riss seine Augen weit auf. Sein Herz schlug plötzlich so schnell, als wollte es zerspringen, er fühlte Angst und gleichzeitig noch etwas anderes, fremdartiges, und er war wie gelähmt. Er spürte den Atem seines Bruders im Gesicht und dann küsste Itachi ihn, ganz vorsichtig und zärtlich auf den Mund.

    Und Sasuke saß einfach nur da und ließ es geschehen. Blickte stumm in die Augen seines Bruders, in denen sich sein eigenes, entsetztes Gesicht spiegelte. Ihm wurde schwindlig und als er merkte, dass er die Augen nicht mehr vom Blick seines Bruders abwenden konnte, war es bereits zu spät. Im ersten Moment erfasste ihn Panik, denn er erinnerte sich nur zu gut an das letzte Mal, als er die Mangekyou Sharingan am eigenen Leib erfahren hatte. Aber die Hände auf seinem Gesicht und dieser merkwürdige Kuss hatten eine seltsam beruhigende Wirkung auf ihn und er gab es auf, sich dagegen wehren zu wollen.

    Die Zeit schien stehenzubleiben und der Himmel färbte sich rot und dann…

    Ausdruckslos blickte Itachi auf die toten Körper seiner Eltern hinab. Er suchte sein Inneres nach einem Gefühl von Reue ab, aber da war nichts. Nur Stille. Er hielt das blutige Schwert noch immer in der Faust. Ohne eine Spur von Emotion ging er die einzelnen Häuser in seinem Kopf noch einmal durch. Nein, er hatte keines vergessen. Jetzt fehlte nur noch eine einzige Person...

    "Mama? Papa?", hörte er eine zaghafte Stimme von draußen.

    Itachi schloss die Augen. Sasuke war zu früh. Eigentlich hatte er gehofft, seinem Bruder diesen Anblick vor seinem Tod ersparen zu können. Die Tür ging auf und Sasuke stürmte in den Raum. Jetzt war es zu spät. Gelähmt vor Entsetzen starrte Sasuke auf die Leichen seiner Eltern und dann blickte er langsam seinen älteren Bruder an. Itachi atmete tief ein.

    Er machte einen Schritt auf Sasuke zu. "Es war dumm von dir, hierher zu kommen", sagte er leise. Er packte das Schwert fester. Sasuke war der letzte von ihnen, der letzte Sprössling dieses Clans voller ehrgeiziger Krieger. Er musste ihn töten. So sah es sein Auftrag vor. Sasuke musste sterben, genau wie die anderen.

    Itachi merkte mit leichter Verwunderung, dass er stehengeblieben war. Warum wollte sein Körper sich nicht bewegen? Was war nur los mit ihm?

    Er sah die Tränen seines Bruders, sah das unendliche Entsetzen in seinen Augen. Aber was ihn wirklich erstaunte, war die Frage, die Sasuke ihm verzweifelt stellte. "Aniki... w-warum!"

    Dieses Kind war so dumm, so furchtbar dumm. Wie konnte er den Mörder seiner Eltern noch immer mit diesen unschuldigen Augen ansehen? Itachi begriff voller Entsetzen, dass er es nicht konnte. Er konnte Sasuke nicht töten. Er hätte es niemals übers Herz gebracht und wenn er genau darüber nachdachte, hatte er es auch nie vorgehabt.

    Dieser kleine Junge war ihm auf merkwürdige Weise ans Herz gewachsen. Er hatte gedacht, er hätte all seine Gefühle unterdrückt, aber etwas in ihm liebte dieses Kind. So sehr, dass er bereit war, dafür alles aufzugeben. Vielleicht würden die Akatsuki ihn dafür töten. Seltsamerweise war ihm das völlig egal.

    Bedächtig steckte Itachi das Schwert weg. ‚Wenn sie mich töten, dann werden sie einen anderen schicken, um mein Werk zu vollenden. Sie werden alles daran setzen, ihn zu töten. Und ich kann ihn nicht mehr beschützen.’ Er wusste, es gab nur eine Möglichkeit, Sasuke zu schützen. Er musste ihn stärker machen. Stark genug, um sich selbst verteidigen zu können. Und der stärkste Antrieb den Itachi kannte, war Hass.

    Es brach ihm das Herz, als er seinem Bruder in die Augen sah und die Mange Sharingan Technik benutzte, um Sasukes Hass zu schüren. Er hörte den gellenden Schrei seines Bruders und sah die Angst in den Augen des Kindes. Leise sagte er: "Lauf, Sasuke. Lauf weg. Klammere dich an dein erbärmliches Leben. Werde stärker, dann kannst du sie eines Tages rächen."

    Sasuke zitterte am ganzen Körper und Itachi wusste nicht, ob das Kind ihn überhaupt noch hörte. Auf einmal schrie Sasuke auf, fuhr herum und rannte aus dem Raum. Itachi sah ihm hinterher. "Ich kann dich nicht mehr beschützen, Sasuke. Du musst dich selbst retten."

    Er unterdrückte den stechenden Schmerz in seiner Brust und warf einen letzten Blick in das verwüstete Zimmer. Ihm war bewusst, was er seinem Bruder angetan hatte. Aber es war das einzige, was er noch für ihn hatte tun können. Er kannte Sasuke. Sein Hass würde ihn am Leben halten und er würde ihm die Kraft geben, sich zu wehren, sollten die Akatsuki noch mal versuchen, ihn zu töten. Mit schweren Schritten machte Itachi sich auf den Weg um seinem eigenen Schicksal zu begegnen. Er wollte noch nicht sterben. Er wollte seinen Bruder aufwachsen sehen. Und ihm eines Tages wieder gegenüberstehen und ihn vielleicht um Verzeihung bitten.

    Das Bild verblasste und Sasuke erwachte aus dem Traum, der keiner gewesen war. Im selben Moment verschwand dieses Gefühl auf seinen Lippen und Itachi rückte von ihm weg, ohne dabei allerdings den Augenkontakt zu verlieren. "Vielleicht kannst du jetzt verstehen, wie schwer es mir gefallen ist, dir weh zu tun."

    Zum ersten Mal war es Itachi, der zuerst den Blick senkte. Er kletterte vom Bett und verließ ohne ein weiteres Wort das Zimmer. Sasuke blieb allein zurück, zitternd und verwirrt. Er presste zwei Finger an seine Lippen. Er wusste nicht, wovor er sich mehr fürchten sollte. Vor dieser Erinnerung und dem, was sie bedeutete, oder vor dem Kuss, gegen den er sich nicht gewehrt hatte.

    Auf einmal bekam er Angst vor sich selbst.

    ...tbc...

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