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Layla und Nala 1

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3 Kapitel - 2.127 Wörter - Erstellt von: Laila(Funkenpfote) - Aktualisiert am: 2012-08-15 - Entwickelt am: - 1.210 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Ich werde euch eine Geschichte erzählen, in der sich zwei Mädchen in einem Waisenhaus kennenlernen…

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Ich werde euch eine Geschichte erzählen, in der sich zwei gleichaltrige Mädchen in einem Waisenhaus kennenlernen. Layla und Nala. Die beiden waren verschlossen, schon seitdem sie hergebracht wurden. Bei Layla war es im fünften Lebensjahr, als ihre Mutter bei einem Reitturnier einen Herzinfarkt erlitt. Ihr Vater starb schon ein Jahr zuvor an Drogensucht. Nalas Eltern starben bei einem Flugzeugunfall, als sie sieben war. Nala überlebte, als einzige Passagierin. Fest entschlossen waren die Mädchen davon, dass sie auf keinen Fall Freunde haben wollten. Doch als sich die beiden im Waisenhaus im selben Zimmer mit drei anderen Mädchen vorfanden, da fanden sie die Sehnsucht nach Freunden und eines Abends, als die drei anderen Mädchen längst schliefen, kletterte Nala zum Fenster und starrte hinaus. Draußen regnete es in Strömen, die Straßen waren nass und glitschig und ab und zu hörte man das Quietschen von Autoreifen. Obwohl sie mit ihren dunklen Augen genau durchs Fenster sah, merkte sie den heißen Blick von Laylas durchdringenden, grünen Augen. "Was ist? Warum schläfst du nicht wie die anderen auch?", fragte sie ohne sich umzudrehen. Layla kletterte von ihrem Hochbett ohne dass das Mädchen unter ihr aufwachte. "Ich sehe Ähnlichkeiten in uns", flüsterte sie und stellte sich neben Nala. Nun sahen beide hinaus. Ein Rabe segelte mit einem krummen Flug durch den Regen, die Flügel nass und schwer. Genauso fühlten sich auch die Mädchen und beide errieten es. Sie sahen sich schüchtern an. "Hast du Freundinnen hier?", fragte Layla. Nala schüttelte den Kopf, ihre braunen Augen starrten auf Laylas dünne Hände. "Du bist mager", fiel ihr auf. Layla betrachtete selbst ihre Hände, sie zuckte mit den Schultern. "Ich esse nicht gern, nicht seitdem ich keine Eltern mehr habe", murmelte sie. "Seit wann bist du hier?", hakte Nala nach, während sie sich mit der gebräunten Hand durch die braunschwarzen Haare fuhr. "Seit fünf Jahren", entgegnete Layla mit schwacher Stimme. "Ich seit drei Jahren", erklärte Nala und wieder starrte sie aus dem Fenster. "Ich mag die Natur", sagte sie dabei. "Ich auch", flüsterte Layla. Eine Weile saßen die beiden schweigend auf dem Fensterbrett und starrten in die dunkle Nacht, den Regen, die Straßen und den Wald. Nach einem sehr langen Augenblick, stand Nala auf und lief barfuß auf ihr Bett zu. "Gute Nacht, neue Freundin", flüsterte sie und lächelte dabei. Layla lächelte zurück. "Gute Nacht", flüsterte sie ebenfalls und suchte ihr Bett auf.

Am nächsten Morgen klingelte die Glocke zum Frühstück und alle fünf Mädchen erhoben sich. Layla stand als erstes auf, ihr blondes Haar stand in alle Richtungen ab. Nala kroch als zweites unter der Bettdecke hervor. Ihre braunen Augen behutsam auf ihre neue Freundin gerichtet. Als sie sich fertig gemacht hatten, trafen sie sich beim Frühstück. Diesmal setzten sich die beiden nicht alleine an einen Tisch, sondern zusammen. Als das Morgengebet gesprochen worden war, durften sich die Waisen Essen holen. Nala kam wenig später mit einem hart gekochtem Ei und etwas Brot wieder. "Hast du wirklich keinen Hunger?", fragte sie mit einem besorgten Blick auf Layla, die mit einer Haarspitze spielte, indem sie sie sich um den Finger wickelte. "Ich mache mir ernste Sorgen um dich", warf Nala ein. Layla winkte mit einem Lächeln ab. "Ich esse nie was, ich brauch auch nichts, nur Abends ein wenig", beruhigte Layla sie. Schweigend aß Nala ihr Ei und danach ihre Suppe, die sie sich im Anschluss holte, dann hatten die Mädchen und Jungen noch eine halbe Stunde Zeit, bis der Unterricht begann. "Gehen wir raus?", fragte Layla. Nala nickte, brachte ihren Teller weg und gemeinsam gingen die beiden nach draußen. Es war kalt, aber das störte keinen der beiden. "Ich mag es, wenn es kalt ist", flüsterte Layla. Nala nickte und Seite an Seite gingen sie über den menschenleeren Hof. Dann setzten sich die beiden auf eine Bank und erzählten sich gegenseitig etwas. "Hattest du Geschwister?", fragte Layla. Nala nickte. "Ich hatte einen dreijährigen Bruder und eine vierzehnjährige Schwester, aber beide starben mit meinen Eltern im Flugzeug", erklärte Nala traurig. "Ich hatte keine Geschwister", murmelte Layla. "Wo sind deine Eltern begraben?", wollte Nala wissen. "Auf dem Friedhof ganz in der Nähe von hier", antwortete das blonde Mädchen. "Meine auch", flüsterte Nala. Dann klingelte es zu Schulbeginn, die beiden Mädchen machten sich auf den Weg nach drinnen und setzten sich. Die Lehrerin kam kurz nach ihnen und der Unterricht begann. Ich werde euch einen Gefallen tun und ihn überspringen, damit es schnell weitergeht. Vorher eine Frage: Wie gefällt euch die Geschichte? Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr so eine Vergangenheit hinter euch hättet? Vielleicht würdet ihr ja auch aus Verzweiflung zu Nalas Idee greifen, aber lasst euch überraschen, was es ist. Ich werde euch nur schon einmal warnen, es ist eine äußerst außergewöhnliche Idee, eine sehr, sehr außergewöhnliche Idee.

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