Zwei Gesichter - Teil 15

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2 Kapitel - 5.814 Wörter - Erstellt von: Liamera - Aktualisiert am: 2012-08-15 - Entwickelt am: - 2.437 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Nachdem Kaya auch Jiraiya endlich beruhigen konnte begleitete sie uns - umschlungen von der Decke und mit eine Tasse Tee in der Hand - zur Tür.

Sie wünschte allen eine gute Nacht und schien wirklich wieder in Ordnung zu sein.

So schloss sie die Tür.

Jiraiya zögerte einen Moment, kehrte wieder um und wollte das Haus gerade wieder betreten als ein ohrenbetäubender Klageschrei aus ihrem Haus drang.

Erschrocken wollten nun auch Kurenai, Asuma und ich zu ihr eilen doch Jiraiya hielt uns davon ab.

Er schüttelte einfach nur seinen Kopf.

Aus Kayas Haus drang das schluchzen und das von Kissen erstickte schreien der jungen Frau.

1
Rat der geliebten Mutter

Es war so dunkel, es war so schmerzhaft.
Mutter? Wo bist du?
Wieso habe ich nicht auf dich gehört?
Du hast die Menschen immer verachtet. Du hast mir beigebracht, meinem Leben einen anderen Sinn zu geben, hast mich als deinesgleichen aufgenommen.
Wieso bin ich deinem Rat nicht gefolgt?
Damals hatte ich dich ausgelacht, deinen Worten keinen Glauben geschenkt und war stolz das zu sein was ich bin.
Nun bereue ich es. Mein Herz ist gebrochen, mein Wille und meine Wünsche dahin.
Ich war so dumm, so dumm zu glauben das auch er etwas besonderes sei.
Was sollte ich nun tun? Wie sollte ich mit damit umgehen? Was wäre nun richtig?
So Hilf mir doch.

"Kaya! Kaya bist du da?" etwas oder jemand hämmerte gegen meine Tür, Licht vertrieb die Dunkelheit.
"Kaya ich komme jetzt rein." das hämmern verstummte, das Licht übernahm die Oberhand.
Ich blinzelte noch einige mal ehe ich bemerkte, dass ich geschlafen haben musste und das warme Sonnenlicht meine Stube erhellte.
Jiraiya stand vor mir, eine Tüte baumelte an einer Hand.
"Hast du etwa noch geschlafen?" verwundert sah er mich an ehe er die Tüte auf den Tisch stellte und in den Küchenbereich ging.
Er durchsuchte jeden Schrank bis er zwei Tassen fand. Dann setzte er Wasser auf und schaute mich an.
"Du siehst furchtbar aus." sprach er, versuchte dabei zu lächeln.
Doch der besorgte Unterton war nicht zu überhören.
Mir wurde mulmig zumute.
Er wollte etwas von mir, der Tee, seine Witze, dass war doch alles nur ein Theater.
Ich lies mir nichts anmerken und befolgte seinen Rat mich zu waschen.

So stand ich vor dem Spiegel in meinem Badezimmer.
Meine Haare waren voller Erde, mein Gesicht spiegelte meine Gefühle wieder.
Meine Augen waren rot umrandet, die Bahnen meiner Tränen waren selbst jetzt noch zu erkennen und meine Nase war gerötet.
Meine Lippen lagen gepresst aufeinander.
Alles in allem musste ich mitleiderregend wirken und einfach furchtbar aussehen.
Doch für wen sollte ich mich hübsch machen?

`Doch ich durfte ich nicht so hängen lassen.
"Du bist stolz, stark, edel und anmutig. Jede Sekunde musst du dir dessen bewusst sein, selbst im Schlaf dein edles Geblüt präsent sein." kamen mir die Worte meiner geliebten Mutter in den Sinn.
Sie würde sich schämen mich so zu sehen.
Ich seufzte schwer und versuchte die Gedanken mit einem Kopf schütteln zu vertreiben.
Anschließend zog ich mich aus um zu duschen.
Das Wasser färbte sich dunkel, meine Haare wurden schwer.
Ich schloss die Augen und lies das warme Wasser über meinen Körper fließen.
Wie spät es wohl sein mochte?
Ich schaute an meinem Körper hinab, das Wasser war mittlerweile wieder klar und so griff ich zur Seife um auch den letzten Schmutz weg zu waschen.
Ich seifte mir gerade meinen Bauch ein, als mein Blick an der langen Narbe haften blieb.
Es war nicht einmal eine Verletzung auf die man stolz sein konnte. Wenn Neko das sehen würde, wäre sie außer sich.
Und erst recht wenn sie wusste von wem sie stammte, wie es soweit kam, wer er war.
Mein Körper verschwamm vor meinen Augen bis die Tränen sich einen Weg über meine Wangen bahnten.
Ich lies mich an der Wand hinunter gleiten, zog meine Knie fest an meine Brust und begann abermals zu weinen.

"Sei niemals schwach und wenn du es bist so zeig es nicht. Niemand kann dich aufhalten, du bist unantastbar und stark." das würde meine Mutter nun sagen.
Sukiyo würde bei diesen Worten wieder nervös werden, sie selber war zart besaitet im Gegensatz zu Isami, die bei diesen Worten wütend ihre Schwester anschauen würde.
"Kaya ist alles in Ordnung da oben?" hörte ich Jiraiyas Stimme.
Ich erschrak. Ich durfte mich nicht so hängen lassen.
Ich beeilte mich zu rufen "Ja ich bin gleich soweit."
Ich atmete tief durch ehe ich schaute endlich fertig zu werden.

In meinem Handtuch eingewickelt ging ich schnell in mein Schlafzimmer.
Man konnte bei Jiraiya ja nie wissen.
Ich öffnete meinen Kleiderschrank. Die Kleidung der Anbu würde ich sicherlich nicht für das Training anziehen.
Meine eigentlichen Sachen waren zwar in Ordnung doch konnte man hierbei einen Teil der Narbe sehen.
Was hatte ich denn noch?
Ich wühlte ein wenig in den Schränken und wurde auch tatsächlich fündig.
Ich war damals für einige Zeit im Nebelreich und wurde dort von einem jungen Mann trainiert. Er versuchte mir Thai-Jutsu beizubringen doch leider war ich ein hoffnungsloser Fall.
Seine Mutter, eine gutherzige alte Dame nähte mir damals das Gewand welches ich nun in meinen Händen hielt.
Es erinnerte mich an ein Kleid. Die Schultern waren ein wenig frei, es hatte lange Ärmel die ab dem Ellenbogen spitz zusammen liefen.
Der Teil an den Beinen ging links und rechts über mein Bein, mittig war kein Stoff.
Also suchte ich mir eine Leggins die bis zu meinen Knien reichte.
Da das Kleid in einem dunklen blau war, nahm ich mir eine weiße Hose. Passend zu meinen weiß - blonden Haaren.

Nun ging ich wieder in das kleine Badezimmer.
Meine Haare wurden gebürstet und mittig zusammengebunden. Den unteren Teil des Zopfes wollte ich flechten.
Denn wenn offene Haare schon unpraktisch waren, wollte ich wenigstens etwas was man nicht überall sah.
Ich nahm das Stirnband von der Ablage.
Auch Kakashi trug ein solches.
Ich beschloss es um meinen Hals zu legen.
Ein letzter prüfender Blick in den Spiegel verriet, dass mein Gesicht noch immer fertig aussah.
Um unangenehme Fragen zu vermeiden nahm ich nun ein wenig Kosmetik.
Die Bahnen meiner Tränen wurden so schnell überdeckt, Kajal und Wimperntusche würden jeden Blick auf meine grünen Augen die durch diese dunkle Betonung zu strahlen schienen.
So würde ich mich wohl den anderen zeigen können.

"Hey ich habe dir Tee gemacht und..." Jiraiya stockte mitten im Satz.
Ungläubig schaute er mich an. Doch spürte ich Unbehagen in ihm aufsteigen.
"Was ist?" fragte ich ihn deswegen.
Er schüttelte seinen Kopf.
"Jiraiya du weist was sie mir beigebracht hat und du weist das ich dich durchschaue. Also was ist los?"
Er seufzte und setzte sich. Sein Blick schaute in die Ferne und schien Dinge zu sehen die ich nicht sehen konnte.
"Ich hoffe nur, dass du nicht in dein altes Muster zurückfällst." fing er plötzlich an.
Und ich verstand was er meinte. Durch die Ausbildung bei Neko hatte ich ein anderes Selbstwertgefühl bekommen, das kämpfen von einer anderen Seite aus betrachtet.
Das ganze hatte mich geprägt und verändert. Ich hatte es wieder in den Griff bekommen doch gerade in Kämpfen wurde wortwörtlich das Tier in mir geweckt und meine Ausbildung bei Neko trug Früchte.
Ich zwang mich zu einem lächeln, würde ich meine Miene nicht verziehen würde Jiraiya gleich wieder in Sorge verfallen.
Er selber hatte einst auf dem Krötenberg gelernt sagte er einmal, doch sein Training war ein einfaches Training.
Das was ich bei Neko erlebte war etwas anderes. So anders, dass es mein gesamtes Wesen beeinflusste.
Ich schaute auf die Uhr.
"Jiraiya es wird Zeit das ich gehe, das Training soll bald beginnen." sprach ich.
Jiraiya schaute mich nachdenklich an ehe er ruhig begann:
"Das Training hat noch ein wenig Zeit und das weißt du genau so gut wie ich. Es gefällt mir nicht das du wieder diese Mauer aufbaust. Kakashi liebt eine andere. Aber hast du dich überhaupt bemüht um ihn? Es nützt dir nichts wenn du wieder deine Hülle aufbaust und dein Leben verpasst. Es gibt noch weit mehr Männer da draußen und das weißt du ebenso. Hör also auf mit diesem Theater wieder anzufangen in Ordnung?" er lächelte doch spürte ich, wie ernst ihm diese Worte waren.
Ich schaute ihn kühl an, nahm die Tasse mit dem mittlerweile kaltem Tee und trank ihn in einem Zug leer.
Lauter als nötig stellte ich die Tasse wieder ab, drehte mich um und ging.
"Deine Hülle wird dich davor schützen noch einmal verletzt zu werden aber sie wird das was passiert ist nicht mehr aufhalten können." rief Jiraiya mir hinterher.

Ich ging zum Übungsgelände 4.
Ich wollte heute eine Art Spiel spielen.
Shino war bereits da, von Kiba, Akamaru und Hinata war keine Spur zu erkennen.
So wartete ich.
Plötzlich tauchte Hinata auf.
"Sensei Kaya!" rief die junge Frau schon von weitem. "Akamaru hat sich beim Training verletzt, Kiba ist bei ihm. Er wird es heute sicherlich nicht zum Training schaffen."
sagte sie atemlos.
Ich konnte mir ein stöhnen nicht verkneifen.
"Na schön. Für heute brauche ich euer komplettes Team und nicht nur einen Teil davon, da wird uns nichts anderes übrig bleiben als zu warten das Akamaru wieder gesund wird. Sollte das zu lange dauern werden wir zumindest kleinere Missionen alleine durchführen." stellte ich den neuen Plan auf.
Also hatte ich einen freien Tag.
Ich überlegte einen kurzen Moment ehe ich zielstrebig in die Stadt ging.

"Hallo junge Frau was kann ich ihnen gutes tun? Der Unagi ist heute im Angebot, schlagen sie zu!" ich war kaum angekommen da versuchte mit der Fischhändler auch schon seinen Fisch an zu drehen.
"Dankeschön aber mit Aal kann ich nicht viel anfangen heute." sprach ich und schaute was er sonst noch anbot. "Ich suche etwas großes" fügte ich hinzu.
Der Verkäufer begann zu strahlen, verschwand in seiner kleinen Hütte und kam bald darauf mit einem wirklich riesigen Fisch heraus.
"Denn wollten wir gleich filetieren." sprach er.
Ich wusste nicht was das für ein riesiger Fisch war. Vom Maul bis zur Schwanz spitze hatte das Tier sicherlich gute 1,5 Meter und schmal war er auch nicht gerade.
"Den nehme ich." sagte ich zu ihm und seine Augen glänzten als er mir den Preis dieses Tieres nannte.
Ich musste mich wirklich sehr zusammen nehmen nicht nein zu sagen, denn fast ein halbes Monatsgehalt ging dafür drauf. Und ich verdiente recht gut.
Nun stellte sich nur noch die Frage wie ich das Ding transportieren sollte.
Ich konnte es versuchen wie einen Sack über meine Schulter zu nehmen, aber mir war nicht wohl dabei wochenlang nach Fisch zu riechen.
Also blieb mir nichts weiter übrig als Sukiyo zu rufen, sie würde dieses Tier sicherlich getragen kriegen.
So rief ich meinen vertrauten Geist und hoffte, dass auch wirklich nur Sukiyo erschien. Zu meinem Pech war Isami mir von der Partie.
"Kaya!" die fröhliche Stimme der hellen Schneeleopardin gehörte zu Sukiyo.
Ich verbeugte mich leicht vor ihr zum Gruß was sie mit einem neigen des Kopfes ebenfalls tat.
Ich richtete mich wieder auf, sah in die dunklen Augen ihrer Schwester Isame ehe ich mich auch vor ihr verbeugte. Isami tat es ihrer Schwester gleich und begrüßte mich ebenfalls durch das neigen des Kopfes.
Es gehörte zur guten Erziehung von Neko, dass man Familienmitgliedern stets respektvoll gegenüber trat.
Sukiyo schnupperte und betrachtet den riesigen Fisch neben mir.

"Ist der für uns?" fragte sie hoffnungsvoll.
Ich streichelte ihr über den Kopf der etwas über meine Hüfte ging und verneinte.
"Ihr könnt euch gern etwas aussuchen, aber der Große muss zu Mama."
Sukiyo nickte und packte sich das riesige Tier zwischen ihre spitzen, langen Fangzähne.
"Ist der von diesem Menschen?" fragte Isame mit ihrer üblich bösen Stimme.
Sie war nicht wirklich boshaft doch war sie den Menschen gegenüber nicht gut zu sprechen die ihre vertrauten Geister oft wie Werkzeuge nutzten.
Ich strich auch ihr über den Kopf, zerzauste absichtlich ihr glattes Fell ein wenig was sie mit einem bösen fauchen missbilligte.
"Lasst uns gehen." sagte ich lediglich und verschwand mit den beiden Katzen.

"Hier ist es wenigstens angenehm." sprach Isame.
Ich schaute mich um und stand in der Welt meiner beiden treuen Freundinnen.
Vor mir erstreckte sich die gesamte vertraute Welt aus Eis und Schnee.
Ein Schauer überkam mich.
Ich war diese Minusgrade gewohnt doch war ich schon eine Weile nicht mehr hier gewesen. Die Gänse haut konnte ich nicht unterdrücken.
"Diese Menschen machen dich weich, Mama hat recht" stellte Isami fest.
Von Sukiyo kam etwas wie ein stöhnen. Es war schwer auszumachen da sie mit dem riesigen Fisch beschäftigt war.
"Lasst uns schnell zu Mama gehen, sie wird böse wenn wir sie warten lassen." sagte ich kurz angebunden und zusammen machten wir uns auf den Weg zu Nekos Höhle.

Ein brummen verriet uns, dass Neko bereit war uns in ihrem Bau zu empfangen.
Sukiyo legte den Fisch vor ihre riesigen Pranken und zog sich zurück.
Unsere Köpfe waren gesunken, niemand würde Neko in die Augen schauen ohne das sie es erlaubte.
"Meine Kinder." die Wärme aus Nekos Stimme war nicht zu überhören. Selten war sie so sanftmütig uns nicht an zu brüllen.
"Dich bedrückt also etwas und du willst meinen Rat so so." sagte sie ehe man das knacken der Gräten hörte.
Neko nahm mein Geschenk an.
"Gibt es in eurer Welt nichts besseres?" fragte sie säuerlich.
Ich verdrehte die Augen. Sie war eben die Königin und eine Katze, es war ja klar das dieses teure Tier ihr nicht reichen würde. Da hätte es eine einzelne Muschel sogar getan Die wäre nämlich weitaus günstiger gewesen.
Plötzlich fauchte Neko, ich spürte wie ihr riesiger Kopf vor mir war.
"Die Menschen leben wie Ameisen. Sie kreisen alle um ihre Herren und Kagen und arbeiten nur für diese. Sie führen Befehle aus und sterben irgendwann. Täglich kommen einige um, andere werden geboren und niemand fällt in der Menge auf. Sie denken sie seien stark, seien gut." Neko knurrte.
"Aber sie merken nicht wie klein sie doch sind. Zerquetschen könnte man sie, sie sind so einfach." schloss sie ihren Vergleich.
"Jahre habe ich damit verbracht aus dir eine von uns zu machen und nun plagen dich die Sorgen dieser kleinen Gestalten?" stellte sie böse fest.
"Kind du machst deiner Mutter Kummer." diesen Teil fügte sie nun doch für ihre Verhältnisse recht sanft hinzu.
Ich schaute auf und schaute ihr in die riesigen grünen Augen.
Sie schnurrte vergnügt.
"Was ist passiert?" fragte sie, drehte sich um und ging wieder auf ihren Platz zurück. ich ging ihr hinterher, setzte mich neben ihre Schulter und begann zu erzählen.
Davon wie ich in das kleine Dorf kam, Kakashi im Pub begegnete und diese besondere Verbindung spürte.
"Diese Bänder sind sehr stark. Knüpfen wir sie einmal kann man sie nicht mehr zerstören. Dieser Mann ist nun Teil deines Lebens" unterbrach Neko mich kurz.
Ich nickte und fuhr fort.
Ich erzählte ihr von der Mission, beichtete von der Verletzung für die ich ein böses fauchen erntete.
Dann war ich im hier und jetzt angelangt, erzählte von den aktuellen Ereignissen und der Dunkelheit in mir.
"Lass dir von diesem Mann nicht deinen Verstand rauben. Töte ihn und es wird aufhören." sagte sie boshaft.
"Ach Mama." ich kuschelte mich fest an Nekos Schulter.
"Du weist ich bin deine Tochter, lebe wie du es tust, bin mit deinem eigen Fleisch und Blut erwachsen geworden." ich warf Isami und Sukiyo einen liebevollen Blick zu den zumindest Sukiyo erwiderte.
"Doch bin und bleibe ich auch ein Mensch, egal wer oder was in mir steckt."
Neko seufzte schwer und nickte.
"Manchmal vergesse ich doch tatsächlich das du nur ein schwacher Mensch bist."
Ich lächelte.
"Wenn du ihn nicht töten kannst dann geh. Weit weg von ihm in der völligen Einsamkeit wirst du ihn zwar nicht vergessen aber über ihn hinwegkommen." sagte sie.
"Du wusstest, dass ich dir das sagen werde, wusstest schon bevor du hierher kamst das du gehen wirst. Wieso bist dann hergekommen?" fragte sie anschließend.
Wenn jemand die Gefühle anderer einschätzen konnte war es Neko, dem wurde ich mir gerade jetzt wieder bewusst.
"Ich wollte es wohl von dir hören:" sprach ich zaghaft.
"So etwas konntest wirklich nur du von all meinen Kindern sagen." sagte sie liebevoll ehe sie mich mit ihrer riesigen Nase an stupste.
Ich lachte und umarmte einen Teil ihrer Schulter.
Ich wisperte ihr ein leises "Danke." zu ehe ich mich erhob und vor ihr verbeugte.
" Du weist, dass du die falsche Richtung einschlägst und doch wirst du es tun. Solange es für dich richtig ist, ist es das auch für mich. Was diese anderen Kreaturen von Menschen sagen ist egal." sagte sie, ehe auch sie sich verbeugte.
Mir schien es als würde Neko alles wissen.
Ihr vergnügtes schnurren lies darauf schließen, dass ihr ihre Fähigkeit in andere hineinzusehen gefiel.

"Kaya warte ich werde dich begleiten." hörte ich hinter mir Sukiyo's Stimme.
Auch Isami folgte uns.
Ich aktivierte mein Jutsu und stand kurz darauf mit den beiden Katzen wieder in Konoha.
Doch kaum tauchten wir dort auf, spürte ich das sich etwas im Dorf verändert hatte.
"Wie kannst du in einer so hektischen Welt nur leben?" fragte Isami spöttisch doch ich gebot ihr mit der Hand zu schweigen.
Knurrend legte sie sich auf den Boden.
"Hier stimmt etwas nicht. Es sind zu viele Ninjas unterwegs, die Stadt ist leer. Irgendetwas muss passiert sein." sagte ich mehr zu mir selbst als zu den beiden Katzen.
"Brauchst du uns hier?" fragte Sukiyo.
Isami schnurrte. Sie mochte den Gedanken den Menschen ihre Kräfte zu zeigen, ihnen zu zeigen dass sie als vertrauter Geist nicht auf sie angewiesen war sondern umgekehrt.
"Kaya!" ich hörte eine schrille Frauenstimme.
Sie kam von hinten auf mich zu.
"Gott sei Dank habe ich dich gefunden. Kakashi..." sie japste nach Luft.
"Konoha...ein Angriff aus dem Hinterhalt...Südtor...Verstärkung...er stirbt!" erschöpft sackte Sakura zu Boden, neugierig ging Sukiyo auf sie zu.
Ich verstand nicht was hier passierte. Ein Angriff aus dem Hinterhalt? Am Südtor brauchten sie Verstärkung? Und Kakashi...
In mir fühlte ich die Leere. Ich spürte wie Isami ich neben mir erhob und packte sie im Nacken um mich auf sie zu schwingen, ihre Beine würden mich jetzt schneller tragen als meine eigenen.
Ich rief schrill und ängstlich nach Sukiyo die mit gespitzten Ohren hinter uns her rannte.

Was war hier nur los? Überall sah ich Ninjas aus Konoha doch nirgendwo den Feind.
Wir erreichten schnell das Südtor Konohas, der Anblick der sich uns bot war zum fürchten.
Überall lagen die Körper meiner Kameraden, überall waren die Spuren einer schrecklichen Schlacht hinterlassen worden.
Ich rutschte von Isamis Körper und schaute mich um.
Ein Mann in einem seltsamen Mantel mit langen dunklen Haaren und seltsamen Zeichnungen um die Augen gab gerade einem Ninja aus der Anbueinheit den finalen Hieb mit seinem Schwert. Dieser drehte sich einige male um die eigene Achse ehe er an einem Baum zum Boden glitt.
Von der anderen Seite aus sah ich nun einen anderen Ninja, schwer verletzt, mit letzter Kraft auf diesen einen Mann zu rasen.
Mir stockte der Atem als ich sah wer es war.
Kakashi kam gar nicht zu einem richtigen Angriff denn sein Gegner bemerkte ihn und versetzte ihm einen so heftigen Schlag in den Bauch, dass er mehrere Meter weit flog ehe er in einigem Abstand vor mir zu Boden ging.
Seine Augen flackerten, waren kaum mehr einen Spalt geöffnet. Schwer fällig versuchte er Luft zu holen.
Ich konnte nicht anders und schrie, schrie aus Leibeskräften er solle wach bleiben und wollte ihm zur Hilfe eilen doch Isami hielt mich davon ab und drängte mich zurück, lies diesen Mann in der Mitte des Feldes nicht aus den Augen.
Aus Sukiyios Kehle war nun ein bedrohliches Knurren zu hören, ihr Fell sträubte sich.
Beide Katzen waren bereit zu kämpfen und ihr Leben gemeinsam mit meinem zu geben wenn es sein müsste.
Ich sah hinunter auf den Boden zu Kakashi, sah seine beiden ungleichen Augen und wie sie sich langsam schlossen, er versuchte etwas zu sagen doch hustete nur Blut. So lächelte er mich stattdessen an, ehe er langsam starb.
Ich war wie gelähmt.
Das konnte nicht wahr sein.
Doch plötzlich entfachte das Feuer in mir, die Trauer fand darin keinen Platz. Ich spürte wie meine Hände kribbelten, spürte wie meine Sinne sich schärften, spürte wie mein Blick sich veränderte und sah die Überraschung meines Gegners als er in meine eisblauen Augen sah.
Meine Haltung veränderte sich, ich spürte wie das Chakra mich durchströmte, stärker als es das sonst tat, spürte wie der Boden unter mir zitterte durch die anhaltende Schlacht um die Mauern Konohas.
Ich formte Fingerzeichen, lies meinen Gegner nicht aus den Augen der mich belustigt beobachtete.
Ich wirkte mein Jutsu und spürte die Erde beben.
Eine Kuppel aus Eis umschloss das Dorf hinter mir, ich spürte wie ich einen Großteil meines Chakras bei dieser Aktion verlor.
Die Kuppel war gerade geschlossen als ich nun, zusammen mit den beiden Katzen an meiner Seite, auf den Feind stürmte.
Ihm blieb nicht einmal die Zeit sich zu wehren.
Wir rasten frontal auf ihn zu, teilten uns in letzter Sekunde ehe wir aus drei Richtungen angriffen.
Ich lies einen Eisdoppelgänger unmittelbar vor ihm auftauchen der ihm einen gezielten Schlag verpasste.
Er flog in Isamis Richtung die ihn gnadenlos packte und ihr Maul schloss.
Das bersten seiner Knochen war zu hören, seine Augen vor Schreck weit geöffnet.
Ich hingegen formte mir meine Doppelklingenschwerter und schaute Sukiyo an.
Diese nickte mir zu und ging rechts lang.
Ich ging nach links.
Ich weiß nicht wie viele der Feinde ich traf, wusste nicht ob wir gewannen oder verloren.
Ich lies jeden meine Wut, meinen Hass, meine Verachtung spüren. Jeder sollte dafür büßen Kakashi getötet zu haben. Jeder einzelne.
Ich traf gerade wieder mit Sukiyo zusammen als wir Tsunade sahen. Sie gab einer Frau gerade den finalen Schlag auf den Kopf.
Sie sank leblos zu Boden, ihre Augen verdrehten sich.
Tsunade atmete schwer, schien verletzt.
Die junge, leblose Frau vor ihr hatte die gleichen Muster um die Augen wie der Mann sie hatte.
"Kaya wie geht es Kakashi und den anderen?" fragte der Hokage mich kaum das sie mich sah.
Ich schaute sie verdutzt an.
Isami, die mittlerweile wieder bei uns war, antwortete statt meiner:
"Ihr Partner oder wer dieser Typ war, ist nicht mehr. Dafür aber auch eure Ninjas nicht mehr." sie bleckte ihre vom Blut getränkten Zähne.
Tsunade gab diverse Anweisungen, der Feind zog sich nach dieser Nachricht zurück und bald darauf waren die evakuierten Menschen wieder im Dorf, die toten aufgelesen und die Verletzten im Krankenhaus.
Ich stand mitten im Geschehen, wusste nicht wohin.
Alles war anders, alles war mir so fremd.
Ich fühlte mich wie aus einer anderen Welt.
Sukiyo rieb ihren Kopf an meinem Körper.
"Ist alles in Ordnung mit dir? Willst du wieder mit nach Hause?" fragte sie vorsichtig.
Ich schüttelte meinen Kopf und ging nun zielstrebig aus dem Dorf.

Hier war es.
Das Gras an dieser Stelle war platt getreten, die Bäume hatten auch dieser Gefahr wieder standen und hielten das Dorf im verborgenen.
Überall waren Sanitäter, unter ihnen auch das blonde Mädchen welches einst mich behandelte unter Tsunades wachsamen Augen, und versorgten gerade jene die es so schwer getroffen hatte, dass sie den Transport ins Krankenhaus nicht schaffen würden.
Ich ging auf die Traube Menschen zu, mein Blick ruhte jedoch auf einem bestimmten Punkt.
Dort lag er, seine Augen waren geschlossen und sein letztes Lächeln lag auf seinem Gesicht.
Jetzt erst merkte ich, wie hart mich dieser Verlust traf, merkte das ich mich unwiderruflich verliebt hatte, merkte, dass ich ihn brauchte.
Doch es war zu spät.
Meine Knie gaben unter mir nach, ich sackte zu Boden und strich Kakashi vorsichtig über das Haar.
Erst jetzt fiel mir seine Verletzung am rechten Arm auf, sein Bein welches in einem seltsamen Winkel von seinem Körper stand.
Seine Kleidung war von Blut und Erde beschmutzt und trotz allem, sah er aus als würde er einfach schlafen.
Der friedliche, nein sogar glückliche, Ausdruck auf seinem Gesicht konnte mich nicht glauben lassen das er tot war.
"Kakashi" alleine beim aussprechen seines Namen wurde mir anders zumute, der Verlust so deutlich.
Ich spürte eine große, schwere Gestalt die sich neben uns nieder legte.
"Sukiyo." ich konnte die Trauer in meiner Stimme nicht verbergen als ich der großen Katze in die strahlend blauen Augen schaute ehe ich mich auf Kakashis Brust warf und fürchterlich zu weinen begann.
Sukiyo schwieg, stupste mich mit ihrem Kopf an bist ich in ihr Brustfell griff, mich darin versteckte und hemmungslos weinte.
Selbst Isami sagte nichts und ein leises brummen lies darauf schließen, dass auch ihr mein Verlust schmerzte.
Wir litten wie immer miteinander.
Nie konnte die eine glücklich sein während es der anderen schlecht ging.
Wir wurden zusammen groß, lernten zusammen. Ich lebte wie sie und liebte sie.
Dieses unsichtbare Band war stärker als alles andere was mir je widerfahren war.
Und doch half es nicht mir Kakashi wieder zu bringen.
"Er ist hübsch. Für einen Menschen." sagte Sukiyo liebevoll und beugte sich näher über Kakashi.
"Es muss ein schöner Tod gewesen sein." stellte sie fest.
"Und doch wird er niemandem auffallen." stellte nun Isami fest.
Sukiyo fauchte sie an und ich merkte, wie ihr Kopf sich zu mir drehte.
So schwiegen wir.
Ich hörte wie die Sanitäter gerade versuchten einen bewusstlosen Ninja zurück zu holen, hörte das knacken der Äste hinter den Bäumen.
Hörte die mir so vertrauten Herzschläge.
Die kräftigen Schläge von Sukiyo und Isami und sogar meinen eigenen.
Im Gegensatz zu den beiden, schlug mein Herz ungleichmäßig, schwach und leise.
Ich packte automatisch an meinen Hals. Ich spürte wie das Blut in gleichmäßigen Schüben durch meinen Körper ging.
Das war seltsam.
Auch Sukiyo wurde auf mein Verhalten aufmerksam und wich einen Schritt von mir zurück.
Sie trottete den letzten Schritt auf Kakashis leblosen Körper zu, ehe sie ihren großen, schweren Kopf behutsam auf Kakashis Brust nieder legte.
Sie schloss ihre Augen und schien zu zählen.
Mein weinen verstummte auf der Stelle, ich riss meine Augen weit auf.
Konnte das wahr sein? Konnte das stimmen?
Die freundlichen, großen, glänzenden Augen Sujiyos verrieten, dass es tatsächlich wahr sein musste.
"Er braucht Hilfe sonst war eure Freude vergebens." sagte Isami nun, sprang über Kakashi hinweg und trabte auf einen Sanitäter zu.
Sie verneigte sich tief vor ihm ehe sie zu sprechen begann.
Der Sanitäter schien überrumpelt von der Situation. Wann hatte man schon einen riesigen Schneeleoparden vor sich?
Unbeholfen wie er war verbeugte auch er sich und gab seinen Kameraden Bescheid.
Isami schien zufrieden, dass wenigstens ein Mensch ihr den nötigen Respekt entgegen brachte.
Ich jedoch traute mich kaum zu atmen.
"Kakashi bitte halte durch." meine Stimme war nicht mehr als ein flüstern als ich dem Jonin über sein Haar strich.
Er musste es einfach schaffen.
Es dauerte nicht lange bis ich weg gedrängt wurde, dauerte nicht lange bis man ihn in das Krankenhaus brachte.
Ich folgte den Sanitätern unaufhörlich, Sukiyo stets in meiner Nähe. Isami mit etwas Abstand hinter uns.
Selbst als die beiden riesigen Tiere das Krankenhaus betraten achtete kaum jemand auf sie.
Man brachte Kakashi in einen Teil des Krankenhauses den ich so nicht betreten konnte, irgendetwas musste wegen seinem Bein gemacht werden so wie ich verstand.
Auch hatte er viel Blut verloren.
"Kaya was machst du denn hier? Bist du verletzt? Was sind das für riesige Tiere?" ich hörte Suki schon am anderen Ende des Ganges.
"Suki Gott sei Dank das du es bist, weist du was hier drin vor sich geht?" fragte ich die junge Schwester hoffnungsvoll.
Sie zog sich gerade einen Überzug an während sie erklärte:
"Ich habe die Blutkonserven beschafft und jetzt wird operiert. Wir müssen schauen das die Verletzungen geschlossen werden. Es hört sich schlimmer an als es ist aber wir sind unterbesetzt." sie schaute mich an. "Geh nach Hause und zieh dir frische Sachen an, danach kommst du her und kümmerst dich um die kleinen Sachen ja?" sie lächelte mich an.
Ich wurde rot als ich ihr dafür dankte.
"Nicht der Rede wert, dafür machst du nächstes mal einfach doppelt so viele Akten." sie streckte mir die Zunge raus.
"Außerdem wird er bei einer so liebevollen Pflege sicherlich bald wieder gesund." damit verschwand auch sie hinter der Tür.

"Tropf Tropf Tropf"
Die Infusion tropfte ständig im gleichen Rhytmus.
Ich saß mal wieder an Kakashis Bett, schaute ihn einfach nur an.
Sein kleiner Nachtschrank war mit Blumen, verschiedenen Flaschen und allerlei anderen Dingen überschüttet.
Gerade gesellte sich Jiraiya zu mir und legte ein Buch dazu.
"Wie geht es dir?" fragte er.
"Er hat sich gestern erstmals ein wenig bewegt, es sollte bald soweit sein." erwiderte ich.
"Wie geht es dir Kaya?" frage Jiraiya noch einmal bestimmt.
Ich schüttelte den Kopf. Ich wusste selber nicht recht was in mir vorging.
Isami hatte mir gestern Abend schmerzhaft bewusst gemacht, dass ich nun gesund pflegen würde nur um ihn bei jemand anderem zu sehen und ich ihn doch lieber hätte sterben lassen sollen.
Sukiyo hingegen beharrte darauf, dass er meinetwegen so glücklich war ehe er das Bewusstsein verlor.
Es stimmte, dass er versuchte etwas zu sagen als er uns sah. Es stimmte, dass er anschließend mit einem auf mir ruhendem Blick und einem Lächeln in eine Welt ohne Bewusstsein ging.
Sukiyo musste einfach recht haben.
"Er wird sich freuen dich zu sehen. Deine Freundin sagte doch, das er mit einem Lächeln ging oder nicht? In der Situation wurde ihm sicher bewusst wen er da vor sich hatte." Jiraiya legte mir seine Hand auf die Schulter.

Ich wollte gerade etwas sagen, als ein stöhnen den Raum erfüllte und Kakashis Augen sich langsam öffneten.

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