Fühlst du dich wohl in deiner Haut 23

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1 Kapitel - 3.760 Wörter - Erstellt von: Potterprodg - Aktualisiert am: 2012-07-15 - Entwickelt am: - 1.531 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

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    1
    Urlaub hatte ich mir anders vorgestellt


    Ganz nach Mums Plan waren wir heut Morgen ernsthaft um 7 aufgestanden und hatten schon um 8 das Hotel verlassen.
    Ich glaubte, ich spinn, aber leider war das gestern kein Scherz von meiner Mutter gewesen.
    Wir machten uns auf den Weg zur U-bahnstation und ich hatte Schwierigkeiten, mitzukommen.
    Ich war noch total müde, da ich letzte Nacht nicht wirklich ein Auge zugemacht hatte.
    Jedenfalls nicht lange.
    Emily hatte mich ewig mit Fragen genervt, bevor sie endlich- Gott sei Dank- eingeschlafen war.
    Ich hatte sie ja versucht zu ignorieren, aber sie war unermüdlich.
    John war zum Glück von dem Flug und den restlichen Aktivitäten noch so fertig gewesen, dass wenigstens der schnell eingepennt war.
    Aber meine kleine Schwester war unerbittlich.
    Und kurz nach dem Aufstehen ging es dann auch schon weiter.
    Genauso wie jetzt.
    Nur waren diesmal wenigstens meine Eltern die Opfer und nicht ich.
    Da konnte man sich ja zurücklehnen und die Show genießen.
    „Warum hast du Dad geheiratet?“, wendete sich Emily an meine Mum.
    „Ich war jung und brauchte das Geld!“, lachte sie.
    Meine Schwester schaute verdutzt und sah dann Dad fragend an.
    „Und warum hast du Mum geheiratet?“, setzte sie ihre Fragerei fort.
    Das Mädel konnte auch nie die Klappe halten.
    „Das frag ich mich schon seit zehn Jahren“, grinste er meine Mum an.
    Marke, was du kannst, kann ich auch.
    Wahrscheinlich hatten sie nur geheiratet, damit ich kein Bastard war. Jedenfalls erzählte das mein Opa immer.
    Aber der redete viel, wenn der Tag lang war und das meiste war nicht besonders nett gegenüber meiner Mum und sonstigen Menschen. Das war einer der Gründe, warum ich meine Großeltern väterlicherseits nicht gar so gern hatte. Ich tat zwar immer so, schließlich bekam ich dort jeden Wunsch von den Augen abgelesen und konnte alles haben, was ich wollte, aber das nervte mich schon gewaltig.
    „Ne im Ernst!“, sagte meine Schwester schon wesentlich gereizter.
    Sie glaubte eben immer noch an die Liebe zwischen Ritter und Prinzessin.
    Ich war noch nie in meinem Leben verliebt in ein Mädchen gewesen. Zwar standen viele auf mich, aber für Mädchen hielt sich mein Interesse schon sehr in Grenzen.
    Jedenfalls noch. Wie ich mich kannte, war ich in ein paar Jahren der Weiberheld schlechthin, das sagte Onkel Blaise zumindest auch immer.
    „Also warum habe ich dich noch einmal geheiratet?“, anscheinend hatte Mum doch beschlossen, die Frage von ihrer Tochter zu beantworten.
    „Weil ich der bestaussehendste, charmanteste und reichste Typ der ganzen Schule war!“, meinte mein Dad selbstgefällig.
    „Und der arroganteste und hochnäsigste!“, fügte meine Mum hinzu.
    Das konnte ich mir lebhaft vorstellen.
    Gut dass ich nach meinem Dad kam, dann konnte ich mit ebensolchen Eigenschaften prahlen.
    Außer natürlich mit der Arroganz. Die hatte ich natürlich nicht vererbt bekommen und wenn ich sie doch hatte, dann war sie definitiv berechtigt.

    Als wir dann endlich die überfüllte U-Bahn verließen, war ich jetzt schon angepisst.
    Wir hätten wesentlich mehr Zeit gespart, wenn wir einfach appariert wären, aber nein, das ließ Mum ja nicht zu.
    Wir betraten den Hof der Burg und ich sah mich um.
    Ein Schloss halt.
    War jetzt nicht übermäßig groß oder so.
    Jedenfalls nicht so viel größer als unser Haus.
    Na gut, vielleicht ein bisschen.
    Wir betraten das alte Ding und ich musste mir notgedrungen das Geplappere von dem Audioguide anhören.
    Bah, wer weiß, wer diese Kopfhörer schon alles aufgesetzt hatte.
    Ich holte meine eigenen, die ich glücklicherweise heute Morgen noch schnell eingepackt hatte, raus und tauschte sie einfach aus.
    Gut, dass Mum mich nicht sah, die hätte mir sonst wieder was erzählt.
    Die stand allerdings bei Dad und sie erklärten John gerade eines der Bilder.
    Was mir zugutekam.
    Ich steckte die Kopfhörer aus und holte meinen iPod raus.
    Hach, schon viel besser.
    „Ein wenig Kultur schadet dir nicht!“, meinte eine Stimme hinter mir.
    Es war Mum, die mich anscheinend mit Argusaugen beobachtet hatte.
    Bevor sie mir aber noch eine weitere Predigt halten konnte, oder mir gar meine Musik nehmen würde, gesellte sich auch schon der Rest meiner Familie zu uns.
    Emily hatte anscheinend immer noch niemand ruhig gestellt.
    „Papa, was sind Mätressen?“, fragte Emily und schaute zu Dad auf.
    Der blieb kurz stehen und schien zu überlegen.
    Tja, da würde ich auch einen Moment inne halten, um mir zu überlegen, wie ich das meiner 5 jährigen Tochter erklären würde.
    Obwohl ich ihr natürlich klipp und klar alles erklären würde, schließlich würde sie es ohnehin irgendwann erfahren und so was konnte man nicht früh genug wissen.
    Wenn meine Eltern wüssten, was mir Onkel Blaise schon alles beigebracht hatte und da war ich auch nur ein paar Jahre älter, als meine Schwester jetzt war.
    Auch Mum sah ihn jetzt belustigt und gespannt an.
    „Wenn Männer Spaß haben wollen, gibt es Frauen, mit denen sie sich die Zeit vertreiben können. Quasi Spielgefährtinnen. Die unterhalten die Männer!“, er sah Emily aufrichtig an.
    „Naja, so könnte man es auch ausdrücken.“
    Mein Mum konnte nicht mehr an sich halten und fing nun endgültig an zu lachen.
    Emily wandte sich von Dad ab und sah nun Mum fragend an.
    Klar, dass sie wieder nicht mitkam.
    Ihr ging eben alles zu schnell.
    Konnte eben nicht jeder so schlau sein wie ich.
    Meine Eltern hatten anscheinend schon alles am Anfang rausgehauen und für die Zwilling war dann eben nicht mehr so viel übrig geblieben…
    Wie viele Räume kamen denn jetzt noch, bitte?
    Mum wollte doch nicht etwa, dass wir durch jede langweilige Ausstellung einzeln gingen!
    Oder etwa doch? Jedenfalls hatte das fast den Anschein, offenbar war sie doch so unerbittlich und wollte, dass wir alles mitkriegten.
    Langsam wird mir das hier echt zu dumm.
    Den nächsten Familienurlaub können sie schön ohne mich planen.
    Ich bleib daheim.
    Oder noch besser bei Onkel Zabini, der wusste wenigstens, wie man sich die Zeit auch ohne Mätressen, jedenfalls meistens, gut vertreiben konnte.
    Mit ihm wurde es nie langweilig.
    Oman…

    Naja, aber jetzt musste ich noch den ganzen Tag Kultur über mich ergehen lassen…
    Kurz darauf verließen wir das Schloss, wurde ja auch mal bald Zeit, schließlich hatten wir schon mindestens fünf Ausstellungen hinter uns…
    So viel habe ich in meiner kompletten Schullaufbahn noch nicht gelernt, naja es war ja nicht mal halb so schlimm, wie befürchtet.
    Der Garten war eine riesige Anlage und eigentlich ganz schön.
    Mitten im Herz davon war eine Kutsche, die von Pferden gezogen wurde.
    Meine Schwester hatte so lange gebettelt, bis wir dort schließlich eingestiegen waren.
    Wobei sie eher mich angebettelt hatte und nicht meine Eltern.
    Aber irgendwann habe ich mich dann doch überreden lassen.
    Eigentlich wäre sie ja ganz süß, wenn sie nur nicht immer so nerven würde und ab und zu mal ihre Klappe halten könnte.
    Wir wurden durch den riesen Garten geführt und bekamen noch mehr Sachen erzählt.
    Ich glaubte, ich würde sowieso wieder alles vergessen.
    So viel Speicherplatz hatte ich nun mal nicht.
    Ich war gerade wieder von der Kutsche auf den Kiesboden gesprungen, da plapperte Emily wieder erneut munter drauf los.
    Sie hatte eine der Frauen gesehen, die ein antikes Kleid anhatte und anscheinend einer der Schauspielerinnen war.
    „Warum bin ich keine Prinzessin!“, kam es von meiner Linken. Emily sah fast ein bisschen beleidigt aus.
    „Du bist doch die Prinzessin von Papa!“, erklärte ihr meine Mum und Dad hob sie hoch.
    Ich bekam nie so eine extra Behandlung und seit die Zwillinge auf der Welt waren schon gar nicht.
    Davor war ich immer der Mittelpunkt des Lebens meiner Eltern gewesen und alles hatte sie um mich gedreht, aber nun wurde ich meistens in den Hintergrund gestellt und das nervte mich gewaltig. Es ist ja nicht so, dass meine Eltern sich nun nicht mehr um mich kümmern würden, aber sie hatten eben nur noch maximal die Hälfte der Zeit für mich und erwarteten ständig Verständnis von mir. Aber vielleicht wollte ich auch ein bisschen Aufmerksamkeit und nicht immer die Kleinen. Wahrscheinlich hatte meine Mum sowieso die Zwillinge lieber als mich. Die glichen ihr viel mehr und meine restliche Familie wurde auch nicht müde, das immer wieder zu erwähnen.
    Aber nur weil ich mehr nach meinem Vater kam und mehr von ihm hatte, musste das nicht heißen, dass mir Mum nichts mitgegeben hatte.
    Und dass sie die Zwillinge besser behandeln musste als mich. Schließlich war ich auch ihr Sohn und sie sollte mich genauso lieb haben, wie die anderen beiden.
    Ich wollte ja keine Sonderbehandlung oder so, jedenfalls nicht unbedingt, aber sie mussten mich doch auch verstehen. Bei meinen Großeltern war ich noch die Nummer eins und meistens auch bei meinem Dad, aber trotzdem wollte ich auch Zeit mit meiner Mum verbringen, schließlich hatte ich die auch lieb. Sie war nur kein Idol für mich, wie mein Dad. Sie war eben einfach meine Mum.
    Wir gingen den Weg entlang durch die Gärten und langsam wurde es ziemlich kalt. Ich zog meine Jacke fester und zog den Kopf ein. Jetzt war es doch gut, dass mich Mum zu der dickeren Jacke gedrängt hatte, was ich aber vor ihr sowieso nie zugeben würde.
    Sie hatte allerdings wohl keine wärmere Jacke für sich mitgenommen und hatte nur den Pulli an. Sie war wohl heute Morgen zu sehr damit beschäftigt gewesen, uns warm einzupacken.
    Sie rieb sich die Arme und mein Dad sah sie triumphierend an.
    „Siehst du, wenn wir keinen Muggelurlaub hätten, könntest du jetzt heimapparieren und dir eine dickere Jacke holen, dann müsstest du jetzt nicht frieren!“, stellte er selbstzufrieden fest.
    Da hatte er wohl Recht. Ich war ja von Anfang an dagegen gewesen.
    Meine Mum sah ihn eisig an, schien dann aber doch zu überlegen.
    Allerdings änderte sie ihre Meinung wohl nicht, denn sie machte keine Anstalten nachzugeben.
    Anscheinend war sie zu stolz und fror lieber.
    Ich hätte ihr ja auch meine Jacke gegeben, aber dann hätte ich ja frieren müssen, also hätte ich sie ja weiterfrieren lassen, wenn ich mein Dad gewesen wäre, aber der ließ das natürlich nicht zu.
    Er zog seine Fleece Jacke aus und legte sie Mum um die Schultern. Sie lächelte ihn dankbar an und schlüpfte in die zu große Jacke.
    Klar, dass ihm immer noch nicht kalt war, schließlich hatte er ja noch einen Pulli an und darunter noch ein T-Shirt.
    Jetzt wo wir die ganze Zeit in London rumrennen mussten, hatte sie natürlich keine hohen Schuhe an und somit war sie ein ganzes Stück kleiner als mein Dad. Genaugenommen ging sie ihm nur noch bis zur Schulter, insofern war es kein Wunder, dass die Jacke zu groß war.
    Ich war schon mindestens genauso groß wie sie, wenn nicht gar ein paar Zentimeter größer, was mich immer sehr amüsierte, aber sie schaffte es dennoch jedem der sie überragte trotz ihrer geringen Körpergröße Respekt einzuflößen.
    Allerdings, wenn sie so viel kleiner war als mein Dad, wie machten sie das dann, wenn sie miteinander...
    „Ich will auch deine Jacke haben!“, unterbrach meine kleine Schwester meinen Gedanken, bevor ich ihn zu Ende führen konnte.
    „Das geht nicht, die hat schon deine Mutter und du würdest ohnehin darin versinken!“, lachte mein Dad sie an und strich ihr über die wirren Locken.
    „Du kannst ja Scorpius fragen, ob er dir seine Jacke gibt!“, schlug meine Mum vor und sah sie belustigt an.
    „Das kann sie vergessen. Ich gebe doch nicht meine Jacke her, wer bin ich denn. Dann frier ja ich, das würde ich nie tun!“, entgegnete ich empört, bevor Emily es auch nur wagen konnte, mich anzuschauen.
    „Die Einstellung solltest du aber noch einmal überdenken!“, meinte mein Dad und sah mich amüsiert an.
    „Stimmt. Da gehst du sicher nicht als Gentleman durch! Da musst du schauen, wie du sonst eine vernünftige Frau rumkriegst!“, gab nun auch Mum zu Bedenken.
    Ach Quatsch, als ob ich so was nötig hätte.
    „Ich könnte an jedem Finger drei Mädchen haben, wenn ich nur wollte!“, antwortete ich selbstgefällig und setzte das Grinsen auf, das ich mir schon mit sieben von Dad abgeschaut hatte.
    „Soso, interessant. Mein Sohn der Weiberheld!“, lachte meine Mum.
    Nie nahm sie mich ernst.
    „Das ist eben mein Sohn!“, grinste mein Dad sie schelmisch an.
    „Ja, und das Patenkind von Zabini!“, erwiderte sie ihm ebenfalls grinsend.
    „Ich hätte dir auch mein Jacke geben!“, strahlte John sie nun an.
    Meine Mum lächelte ihn zärtlich an.
    „Das weiß ich doch!“, meinte sie und strich ihm über die Haare.
    Das war ja wieder klar. Wann hatte sie mir denn bitte das letzte Mal so über die Haare gestrichen!
    Das war bestimmt schon eine Ewigkeit her.
    Gut, ich wollte das ja auch nicht, weil sonst meine Frisur zerstört werden würde, aber es ging um das Prinzip.
    „Warum hast du die Zwilling lieber als mich?“, platzte es aus mir raus.
    Meine Mum sah mich überrascht an, damit hatte sie wohl nicht gerechnet.
    „Das tu ich doch gar nicht!“, meinte sie und schüttelte den Kopf.
    „Wie kommst du denn darauf?“, fragte sie mich irritiert.
    Anscheinend war sie sich keiner Schuld bewusst.
    War ja wieder klar.
    „Naja, du hast sie sicher mehr lieb. Du beschäftigst dich viel mehr mit ihnen und siehst sie ganz anders an, als mich und nur weil sie so sind wie du. Und nur weil ich mehr nach Dad komm, hast du mich weniger lieb!“, erläuterte ich ihr die Sachlage.
    „Aber das stimmt doch gar nicht!“, inzwischen stand sie direkt vor mir.
    Früher wäre sie in die Hocke gegangen, aber jetzt konnte sie mir direkt in die Augen schauen, da wenn dann ich sie überragen würde.
    „Ich hab dich genauso lieb, wie die anderen beiden. Sie sind nur noch kleiner und brauchen deswegen mehr Zuwendung, du bist doch schon groß. Und dass du mehr nach deinem Vater kommst, ist ja nicht immer schlimm. Dein Vater hat genauso viele gute Eigenschaften, die ich auch sehr schätze und die hast du auch! Ich hab keinen von euch lieber als den anderen. Und dein Dad auch nicht!“, sie sah mich immer noch aufrichtig an und nahm mich dann in die Arme.
    Ab und zu tat das eben auch ganz gut, obwohl ich das sonst eher mied.
    Schließlich war das meistens viel zu peinlich und ich wollte mich ja auch nicht vor versammelter Mannschaft lächerlich machen.


    Wir hatten das Schloss endlich hinter uns, wobei wirklich einige interessante Sachen dabei gewesen waren.
    Trotzdem hatte ich einen riesen Hunger und hatte das mittlerweile bestimmt schon fünf Mal meiner Frau mitgeteilt.
    Aber irgendwie schien sie das nicht sonderlich zu interessieren.
    Aber jetzt hatte sie mich wohl erhört, denn sie drehte sich zu uns um.
    „Also, worauf habt ihr Lust?“, fragte sie gut gelaunt.
    „Essen!“, meinte Scorpius knapp.
    Na, das hätten wir uns denken können.
    „Ach nee!“, kam es trocken von meiner Frau.
    „Wir können ja einfach mal schauen, was als nächstes kommt!“, meinte ich diplomatisch und nahm Catherines Hand.
    Unsere Kinder trotteten uns hinterher, bis Emily anscheinend auf einmal einen Shop erspähte, in dem so Prinzessinenzubehör ausgestellt war.
    Das hatte uns gerade noch gefehlt.
    „Ich will auch so eine Krone!“, meinte Emily und sah das goldene Krönchen sehnsüchtig an.
    „Das geht nicht, dafür haben wir jetzt kein Geld!“, erklärte ihr Catherine und wollte schon weitergehen.
    „Aber ich will so eine haben!“
    Emily blieb standhaft und presste die Nase gegen die Scheibe.
    „Tja, wenn deine Mum das Geld nicht hätte, würd ich dir die kaufen!“, antwortete ich ihr bedauernd und sah dann meine Frau triumphierend an.
    Aber die blieb wohl auch stur. Jedenfalls sah es nicht so aus, als würde sie die nächste Zeit einknicken und nachgeben.
    „Also irgendwie wird mir das hier echt zu bunt!“
    Jetzt reichte es mir nämlich wirklich.
    Nicht mal eine Krone konnte ich meiner Tochter kaufen, wenn sie eine haben möchte.
    Das war ja wohl das höchste, schließlich hatten wir ja das Geld.
    Nur wollte es meine Frau nicht rausrücken.
    Wir mussten nicht nur Urlaub wie Muggels machen, sondern auch noch Urlaub wie Arme.
    Das ging doch wirklich zu weit.
    So was konnte man als Malfoy nicht bringen, nicht auszumalen, wenn die Presse davon Wind bekommen würde.
    Die würden sich das Maul darüber zerrreißen und dann würde ich wieder einiges von meinen Eltern zu hören bekommen.
    „Ich werde jetzt heimapparieren und Geld holen und dann machen wir vernünftigen Urlaub!“, verkündete ich.
    „Tu's doch!“, Catherine grinste mich selbstsicher an.
    Was war denn jetzt plötzlich mit der los.
    Ich war mir sicher, sie hätte mir jetzt wieder eine 5 stündige Predigt gehalten, aber anscheinend, war sie derselben Meinung.
    Jedenfalls dachte ich das solange, bis ich versucht hatte, zu apparieren.
    Ich scheiterte kläglich und bewegte mich nicht einen Zentimeter vom Fleck.
    Ich sah meine Frau misstrauisch an, deren Blick jetzt noch arroganter wurde.
    „Was hast du gemacht!“, herrschte ich sie an.
    Meine wütenden Blicke erzielten nämlich schon lang nicht mehr die gewünschte Wirkung.
    „So was nennt man Apparierabwehrtrank.“
    „Er verhindert, dass der jeweilige, der das Gebräu zu sich nimmt für eine bestimmt Zeit nicht apparieren kann!“, fügte sie hinzu.
    Als ob ich das nicht selber wissen würde, schließlich war ich hier das Ass in Zaubertränke und nicht sie.
    Wie hatte sie diesen Trank überhaupt brauen können?
    Sie konnte so was doch gar nicht.
    Sie war doch schon glücklich, wenn sie einen aus dem ersten Schuljahr fehlerfrei hinbekam.
    „Wie hast du den denn bitte hinbekommen! Verrat mir das mal! Wahrscheinlich hat den wieder dein supertoller Freund John gebraut!“, ich zog die Augenbrauen verächtlich hoch.
    „Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich schlecht im Zaubertränke brauen bin. Wär ein bisschen komisch, wenn deine Kinder das alles können, wenn die Mutter so schlecht darin wäre.“, meinte sie wie selbstverständlich.
    Naja, Emily und John konnten selbst jetzt schon Erstklasstränke brauen, obwohl sie grad mal fünf Jahre alt waren und für Scorpius war sowieso fast jeder Trank ein Kinderspiel.
    Aber bisher war ich immer davon ausgegangen, dass ich einfach so dominante Gene hatte.
    „Vielleicht hab ich mich ja nur immer so dumm gestellt, weil ich den Typen, der so gut in Zaubertränke war, so heiß fand!“, setzte sie noch eins drauf.
    „Bestimmt nicht!“, meinte ich sicher.
    „Stimmt, den fand ich nicht hei߅“
    Ich fand das weniger lustig.
    „Dann hast du John also damals umsonst leiden lassen!“, fragte ich fassungslos nach.
    „Er hat schon seine Entschädigung bekommen und die war nicht zu niedrig. Auf seine Kosten ist er auf jeden Fall gekommen, da brauchst du dir keine Sorgen machen!“
    Als ob ich mich um den Kerl sorgen würde.
    Seit ich wusste, dass Catherine was mit ihm gehabt hatte, konnte ich ihn noch weniger leiden, als es davor schon der Fall gewesen war.
    Denn ab da hatte ich die Bestätigung gehabt.
    Kein Wunder, dass er sie schon in der Schulzeit so angeschaut hatte und seitdem hatte sich nichts verändert.
    Und besonders freundlich war er auch nie zu mir gewesen.
    Eifersucht ist kein guter Wegbegleiter, würde Dumbledore wohl jetzt bemerken.
    „Und warum hast du jahrelang so getan, als würdest du kein einiges Gebräu anständig hinbekommen!“, fuhr ich Catherine immer noch aufgebracht an.
    „Du bist nun mal in Verwandlung so miserabel!“, fing sie an zu erklären.
    Nett, dass sie mich daran erinnerte. Ich wusste aber immer noch nicht, was das mit der Sache zu tun haben sollte.
    „Naja und da dachte ich eben, ich bräuchte auch ein Fach in dem ich nicht so gut bin, quasi als Ausgleich, dass du dir nicht so dumm vorkommst. Ich weiß doch genau, dass du das nie mit deinem Ego in Einklang gebracht hättest, wenn du nicht irgendwas gehabt hättest, worin du um Welten besser bist, als ich.“
    Naja, vielleicht hatte sie ja sogar Recht. Was ich aber natürlich nie zugeben wollte.
    „Das ist doch völlig unsinnig!“, sagte ich stattdessen und sah meine Frau zornig an.
    Wie konnte sie mich 14 Jahre lang so hintergehen?

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