Kampf um Himmels Willen 30

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1 Kapitel - 1.957 Wörter - Erstellt von: Potterprodg - Aktualisiert am: 2012-07-15 - Entwickelt am: - 1.049 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Und die 30.
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    1
    Die Sterne der Zentauren


    „Menschen haben keine Seelen. Ihr habt nichts zu verlieren. Licht wird euch niemals fehlen. Dunkelheit könnt ihr nicht ignorieren.“
    Sarahs wispernde Worte hallten in meinem Kopf wider und ich wich abrupt einen Schritt zurück.
    „Ich nehme an, du kennst das Gedicht“, stellte sie nüchtern fest.
    „Woher...“, aber seine Stimme brach.
    Verdammt, hab' dich unter Kontrolle!
    Sarah legte ihren Kopf leicht zur Seite und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
    „Was hat das zu bedeuten?“, fragte sie ihn schüchtern.
    „Woher soll ich das wissen“, entgegnete ich scharf.
    Sarah hob die Schultern.
    „Wenn die anderen es wüssten...“
    „Wenn die anderen wüssten, dass du Gestalten siehst, die dir etwas zuflüstern, würden sie dich höchstens für komplett verrückt erklären, Sarah“, sagte ich unfreundlich.
    Es hatte keinen Sinn mehr es zu ignorieren.
    Ich sah, wie sie kurz zusammenzuckte.
    „Wir“, korrigierte sie mich dann.
    „Du meinst 'wir'.“
    Ich schwieg.
    Rasch sah ich mich im Gemeinschaftsraum um.
    Nur noch wenige waren wach; nahmen aber keine Notiz von uns.
    „Vielleicht sind wir das ja.“
    Ich blinzelte.
    „Verrückt“, fuhr Sarah fort und grinste schief.
    „Du bist es mit Sicherheit“, antwortete ich mit Nachdruck.
    Ein wie-witzig-Blick traf mich und auch ich musste grinsen.
    Es erblasste jedoch, als ich bemerkte, wie ernst Sarah wieder wurde.
    „Was wollen sie von uns?“, fragte sie und ihre Stimme war nur mehr ein Flüstern.
    „Die Fantasie spielt nur ein Streich mit dir, Sarah“, sagte ich.
    „Und mit dir.“
    Zuzugeben, dass ich unheimliche Gestalten sah, die mir irrsinnige Gedichte zuflüsterten, war klar.
    Auch wenn Sarah wusste, dass ich sie ebenso deutlich gesehen und gehört hatte, wie sie.


    Ich schlief tief und fest.
    Ich lag in seinem Bett im Zimmer und hatte ausnahmsweise keinen dieser dunklen Träume.
    Stattdessen sah ich hellglimmerndes Licht in strahlender gelblichweißer Farbe vor meinen geschlossenen Lidern tanzen.
    „Bist du das?“, fragte eine geheimnisvolle, traurig und sanft klingende Mädchenstimme.
    Sie schon wieder.
    Ich hatte bisher immer nur ihre Stimme gehört, nie etwas von ihr gesehen, und doch klang sie mir schon furchtbar vertraut.
    „Warum bist du hierhergekommen?“, fragte sie weiter.
    „Hierhergekommen?“, wiederholte ich verwirrt.
    „Hierhergekommen, wohin? Wer bist du?“
    Obwohl ich das Mädchen nicht sehen konnte, glaubte ich ihren vor Trauer erfüllten Blick auf sich ruhen zu spüren.
    „Was hat sich nur geändert?“, wollte sie tonlos wissen, doch dann verschwand das Licht und
    Ich wachte auf.
    Verwirrt und noch halb im Schlaf setzte er ich mich auf und sah mich um.
    Schwärze umgab mich.
    Ich mochte es nicht.
    Nicht zu wissen, was die Stimme und die Träume zu bedeuten hatten.
    Unwissenheit bedeutete in meinen Augen Schwäche.
    So fasste ich einen Entschluss.
    Ich gab meiner Freundin einen sanften Abschiedskuss auf die Stirn und schwang dann rasch die Beine aus dem Bett und zog mich an.
    Zum Schluss legte ich mir meinen weiten schwarzen Kapuzenumhang um, um in der Nacht verborgener sein zu können und schnappte mir meinen Besen.


    Es dauerte zwar noch eine ganze Weile bis zur Morgendämmerung, aber ich bildete mir dennoch ein, dass die Sterne bereits anfingen, blasser zu werden.
    Ich nahm an Geschwindigkeit zu und setzte zur Landung an, als ich den Verbotenen Wald erreichte.
    Hier war alles dunkler.
    Wohlige Finsternis...
    Ich sah mich aufmerksam um.
    In der Nähe lag eine Lichtung, die etwas heller wirkte, als die Umgebung.
    Dort musste ich hin.
    Langsam schritt ich zur Lichtung, sah mich ein letztes Mal um, ehe ich mich mit gekreuzten Beinen auf dem Gras niederließ, den Besen neben mich legte und den Kopf in meinem Shcoß versenkte.
    Stille umgab mich.
    Es verging etwa eine Stunde, bis etwas das Schweigen brach. „Die Nacht ist düster, heute.“
    Langsam sah ich auf und maß den Zentauren aus meinen Augen.
    „Da bist du ja“, sagte ich ausdruckslos.
    „Sind nicht alle Nächte düster?“
    Gemächlich stand ich auf.
    Der Zentaur schüttelte den Kopf.
    „Die mondlosen Nächte sind düsterer, als die anderen.“
    „Mich wundert, dass du das Sternenlicht nicht erwähnst, wo ihr Zentauren doch immer so universumfixiert seid“, spottete ich sanft.
    Der Zentaur sah mich nachdenklich an, ehe er den Blick gen Himmel richtete.
    „Das Licht der Sterne ist so endlos weit entfernt...“
    Ich folgte seinem Blick.
    „Hast du nie versucht, jenes Licht zu stehlen?“
    Schockiert wandte sich der Zentaur wieder mir zu.
    „Natürlich nicht“, versicherte er mir im würdigen Tonfall. Dann trat wieder ein nachdenklicher Ausdruck in seinen majestätischen Augen.
    „Ich bezweifle, dass du hergekommen bist, um mit mir über das Sternenlicht zu reden, nicht wahr?“
    Ich lächelte.
    „Ich ersuche deinen Rat.“
    Ich deutete eine Verbeugung an, die jedoch alles andere als untergeben wirkte.
    Mein Gegenüber wurde aufmerksam.
    „Dann sprich'.“
    Mit fester, aber leiser Stimme erzählte ich von meinen dunklen Träumen und von der traurigen Mädchenstimme, die zu jeder erdenklichen Zeit zu mir sprach und Fragen an mich stellte.
    Ich erzählte von der düsteren Gestalt aus meinem Traum, die ich sogar tagsüber gesichtet und von den düsteren Zeilen, die sie mir mitgeteilt hatte.
    Ich verschwieg nicht einmal Sarah und dass sie die Gestalt jedoch ebenfalls gesehen haben muss, da sie das Gedicht kannte.
    „Menschen haben keine Seelen. Ihr habt nichts zu verlieren. Licht wird euch niemals fehlen. Dunkelheit könnt ihr nicht ignorieren“, wiederholte der Zentaur nachdenklich, als ich in meinen Erzählungen geendet hatte.
    Seine Augen waren glasig gen Himmel gerichtet, ehe er mich durchdringend ansah.
    „Es gefällt mir nicht, dass du Derartiges träumst, siehst und hörst.“
    „Ich bin nicht hierhergekommen, um mir anhören zu müssen, was dir gefällt und was nicht“, entgegnete ich kühl.
    „Ich würde gerne wissen wollen, warum ich derartige Dinge höre und träume und was sie zu bedeuten haben.“
    Der Zentaur seufzte.
    „Das, mein Junge, wissen nur die Sterne.“
    Ich sah ihn finster an.
    „Und? Flüstern sie dir ihr Wissen nicht vielleicht zu?“
    „Es gibt Gut und Böse, musst du wissen“, fuhr der Zentaur fort, meine zynische Bemerkung ignorierend.
    „Jene Gestalt gehört eindeutig aus dem Reich der Dunkelheit. Aber Dunkelheit muss nicht schlecht sein. Gut und Böse haben nun mal nebeneinander ihren Platz. So wie Tag und Nacht, denn zwischen ihnen liegt die Dämmerung. Es kommt nur stets darauf an, wie viel Macht man den Seiten gewährt. Zuviel Macht für die Finsternis ist genauso nachteilig wie zu viel Macht für das Licht.“
    Beinahe mahnend sah er mich an.
    „Das Gleichgewicht, Draco, das Gleichgewicht muss immer beibehalten werden.“
    „Herrscht derzeit zu viel Dunkelheit?“, fragte ich interessiert.
    Der Zentaur nickte.
    „Aber mehr noch herrscht Furcht. Furcht, einmal erreicht, ist der nahezu unumgängliche Pfad zur Dunkelheit.“
    Ich winkte lässig ab.
    „Der Sieg wird schon wieder alles in Ordnung bringen.“
    „Der Sieg?“, wiederholte der Zentaur und Misstrauen schwang in seiner Stimme.
    Bestimmt.
    „Der Sieg des Gleichgewichtes, Draco?“
    Ich überlegte.
    „Vielleicht“, antwortete ich gedehnt.
    Wir kamen zwar völlig von dem eigentlichen Thema ab, aber was sollte es.
    „Ein anderer Sieg wäre kein Sieg“, meinte der Zentaur bestimmt.
    „Nur das Gleichgewicht kann wieder die Ordnung herbeiführen, die der Zauberwelt von Natur aus zusteht.“
    Ich machte eine lässige Handbewegung.
    „Hauptsache, Voldemort wird beseitigt werden.“
    Der Zentaur sah mich ernst an.
    „Das geht nicht so ohne weiteres. Und wenn du das alleine schon 'Sieg' nennst...“
    „Ja, als solches würde ich es bezeichnen“, unterbrach ich den Zentauren leise, aber sicher.
    „Solch' ein Sieg?“
    Der Blick des Zentauren wurde plötzlich traurig.
    „Solch' ein Sieg... der Sieg wird einen hohen Preis verlangen.“
    „Ich bin bereit zu zahlen“, entgegnete ich kalt.
    „Besteht überhaupt die Chance zu siegen?“
    Fragend sah ich das Wesen an.
    Dieser nickte.
    „Unmöglich sind sowieso nur die Dinge, die man nicht tut, nicht versucht.“
    „Redest du jetzt von deiner Definition von Sieg oder von meiner?“, grinste ich spöttisch.
    „Ganz gleich von welcher Definition wir sprechen. Der Tod Voldemorts wird zwar nicht der Sieg sein, aber er würde das Gleichgewicht deutlich näher bringen.“
    Der Zentaur stieß einen langen Atem aus.
    „Den richtigen Weg zu erkennen, Draco, ist schwierig. Oft wählt man den leichteren, den Weg zur dunklen Seite. Hass und Dunkelheit sind leichter zu kontrollieren, so bildet es man sich ein“, sagte der Zentaur traurig.
    „Aber sei dir gewiss, am Ende würde man ja doch die Seele verlieren. Auch wenn deine Träume dir Rätsel aufgeben und die Stimmen in deinem Kopf faszinierend wirken mögen... gib' dich ihnen nicht hin.“
    Und damit waren wir wieder beim ursprünglichen Thema angelangt.
    „Hat die Mädchenstimme auch damit zu tun?“, fragte ich mit großen Augen.
    Der Zentaur blinzelte.
    „Sie ist ein Teil davon, glaube ich. Vielleicht verkörpert sie die gute Seite der dunklen Geschehnisse, die dir widerfahren. Die Liebe.“
    Er schaute zu den Sternen hinauf.
    „Das könnte zu dem passen, was in den Sternen geschrieben steht.“
    „Was steht denn da?“
    Der Zentaur warf mir einen langen Blick zu.
    Ich wusste, dass er keine Antwort erhalten würde.
    „Und was ist mit der Gestalt?“, fragte ich dann weiter.
    „Was hat das alles mit mir zu tun? Und warum sieht Sarah die Gestalt ebenso, wie ich?“
    „Kennst du den Fluch Slytherins?“
    Ich neigte leicht den Kopf und schob nachdenklich meine Unterlippe zwischen die Zähne.
    „Der Fluch Slytherins,
    uralt genannt und nie eingetroffen.
    Wer du bist,
    o fremder Besucher,
    unwichtig.
    Ich spüre es in dir,
    und du bekommst,
    was dein Herz begehrt.
    Der Fluch Slytherins,
    uralt genannt und nie eingetroffen,
    wird sich bald erfüllen“, wiederholte ich die einstigen Worte, die ich mal gehört hatte.
    Der Zentaur nickte.
    „Jener Fluch, der Finsternis prophezeite, sollte es seinen ersten Schritt wagen.“
    „Du sprichst in Rätseln, Zentaur'“, murmelte ich missmutig.
    „Alles was du siehst und hörst, hat unweigerlich mit dem Fluch Slytherins zu tun.“
    „Aber was habe ich damit zu tun?“
    Meine Augen hafteten sich auf den Zentauren.
    Jener seufzte.
    „Du weißt es wirklich nicht, oder?“
    Ich schüttelte verwirrt den Kopf.
    Der Zentaur' sah wieder zu den Sternen hinauf.
    Traurigkeit umspielte sein Gesicht.
    „Sogar in den Sternen steht geschrieben, dass Unschuld die gefährlichste Waffe der Finsternis sein wird...“





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