Kampf um Himmels Willen 21

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1 Kapitel - 1.537 Wörter - Erstellt von: Potterprodg - Aktualisiert am: 2012-07-15 - Entwickelt am: - 1.106 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Ich hoffe, euch gefällt auch der nächste Teil!

    1
    Am nächsten Tag, jedenfalls dachte ich, dass es der nächste sein musste, rappelte ich mich langsam vom Boden auf und lehnte mich gegen die Wand.
    Da hörte ich auf einmal Schritte und sah Viperius,
    „Du darfst mich noch besuchen?“, fragte ich müde und schaute auf, als Viperius plötzlich vor meinem Verlies stand.
    Ich saß auf dem Boden, an der hinteren Wand gelehnt und hatte die Beine angewinkelt.
    Seine schlanke, hochgewachsene Gestalt warf dunkle Schatten in dem düsteren Kerker.
    In dem spärlichen Fackellicht sah es manchmal so aus, als ob sich die Gestalt des Jungen mit den Schatten verschmelzen würde.
    Ich hatte in der Nacht viel Zeit damit verbracht, über Viperius nachzudenken.
    Zunächst, warum er so war wie er war.
    Warum er mich schützte, welche Ziele er verfolgte, in dem er nachsichtig wirkte.
    Doch dann hatten sich meine Gedanken in eine leere Versunkenheit verformt, die ich nicht fassen konnte.
    Aber natürlich konnte ich mich fangen und kontrollieren, als Viperius wieder vor mir stand.
    „Ich tue, was mir beliebt“, antwortete Viperius mit seiner verzerrten Stimme, die stets von Kälte und Spott beherrscht wurde.
    „Ohne auf die Folgen zu achten?“
    „Ich entscheide, welche Folgen meine Handlungen nachhaltig beeinflussen können.“
    „Aber man hat doch keinen Einfluss darauf.“
    „Ich schon.“
    Ich lachte ungläubig.
    Wohl kaum.
    „Das glaube ich dir nicht.“
    „Irgendwann. irgendwann, Sarah, werde ich dir beweisen, dass man über alles herrschen kann.“
    Ich sah ihn nachdenklich an.
    Wollte er nur angeben? Oder wollte er mich einschüchtern? Wahrscheinlich beides.
    Ich stand auf und trat ans Gitter.
    „Ich werde gespannt darauf warten“, lächelte ich, seine Behauptung nicht ernst nehmend.
    Da kam mir ein anderer Gedanke.
    „Hast du manchmal Heimweh?“, fragte ich.
    Viperius neigte leicht den Kopf, sodass mir die silberne Maske unter seiner Kapuze entgegenschimmerte.
    „Heimweh?“, wiederholte er das Wort in einem Ton, als kenne er die Bedeutung nicht.
    „Nach einem Ort, der in unserer Zeit nur in dem Kopf existiert“, erklärte ich.
    „Ein Ort, nach dem man sich so sehr sehnt und der sich schon so sehr in den eigenen Gedanken festgesetzt hat, dass man glaubt, ihn zu vermissen.“
    „Und in deiner Fantasie existiert solch' ein Ort, ja?“
    Ich nickte langsam.
    „Ja. Er ist mir unbekannt. Aber es ist mein Recht, davon zu träumen. Weißt du, das einzige, was dir niemand nehmen kann, sind deine Träume.
    Träume vom gerechten Unbekannten, Träume von anderen Zeiten, Träume, die alles erfassen, was dir in deiner Fantasie ermöglicht wird.“
    „Und dein Ort?“
    „Mein Ort... ich flüchte mich dorthin, obwohl er so weit entfernt ist. So unbekannt.“
    „Wahrscheinlich ein Paradies.“
    Viperius klang plötzlich höhnisch.
    „Wo alles gut und schön ist, friedlich und hell.“
    Selbst wenn es so wäre…
    „Offenbar sehnst du dich nach anderen Orten“, stellte ich ungerührt fest.
    „Vielleicht“, räumte Viperius ein.
    „Erzählst du mir davon?“
    „Warum interessiert dich das?“, er klang misstrauisch.
    „Es interessiert mich halt.“, erwiderte ich.
    Und das tat es wirklich.
    Irgendwie faszinierte mich Viperius.
    Lange starrte er mich an, ehe er sich zu einer Antwort herabließ.
    Ich wusste nicht, ob ich es mir einbildete, aber mir kam es so vor, als sei Viperius irritiert.
    Irritiert, dass ich offenbar ehrliches Interesse an ihm zeigte, ohne Gegenleistungen zu verlangen.
    Für wahr, er schien wirklich keine Freundschaft zu kennen...
    „Sie sind dunkel“, sagte er leise.
    Dann wandte er sich abrupt ab und schritt mit wehendem Umgang davon.



    Ich starrte müde in die Dunkelheit.
    Ich fragte mich, wie lange ich hier noch ausharren musste und was mit mir geschehen würde.
    Ich stellte mir meinen fiktiven Wunschort vor, der so real war, dass ich tatsächlich etwas wie Heimweh empfand. Obgleich dieser Ort unbekannt war.
    Ein Unbekannter, aber gerechter Ort.
    Unbekannt, weil die Zeiten grausam für solch' schöne Orte war, und gerecht, weil dieser Ort perfekt war. Perfekt, etwas, was es offensichtlich genauso wenig gab, wie das Gerechte an sich.
    Und an dem Ort wartete Oliver auf mich…
    Ach, Oliver…
    Ich seufzte und lehnte meinen Hinterkopf an die kalte, feuchte Wand.
    Ich schloss die Augen, verbannte meinen Traum aus meinen Gedanken, der mich ja doch nur unendlich traurig machte und ich erinnerte mich an frühere Zeiten.
    Glücklichere Zeiten.
    Tränen brannten in meinen Augen und ich zog die Knie an den Körper, umschlang sie mit meinen Arme und vergrub meinen Kopf darin, um meinen Tränen der Sehnsucht und Verzweiflung freien Lauf zu lassen.
    Ich schluckte mühsam und zwang mich zu atmen, als Voldemort plötzlich vor mir stand.
    Dicht hinter ihm wuselte Peter Pettigrew herum, der mich mit seinen wässrigen Rattenaugen musterte.
    „Ich hoffe, du hast meine Gastfreundschaft genossen, Sarah Meier“, lächelte Voldemort.
    Seine rotglühenden Augen blieben kalt.
    Ich zog mich an der Wand empor und versuchte, nicht allzu sehr zu zittern.
    Ich spürte die Feuchtigkeit der Wand in meinem Rücken, sosehr presste ich mich daran, um Halt zu finden.
    Hier war ich verloren.
    Man hatte mich vor den Flüchen bis jetzt verschont, aber für wie lange noch?
    Ich wurde noch nie gefoltert, doch ich hatte Verstand genug, um mir vorstellen zu können, wie schrecklich es sein musste.
    Grausame Bilder schossen vor meinem inneren Auge vorbei.
    Crucius-Flüche.
    Unmenschlicher Schmerz, der einen in die Schatten des puren Wahnsinns trieb.
    Hilfloses Mitansehen, wie der eigene Wille brach. Ein verzweifelter Kampf, der von Anfang an verloren war.
    Und letztendlich der Wunsch, zu sterben.
    'Du, CDU, Duo, Dur, D, U, Au, DB, EU, Da, De, Dm, Tu, Zu, Lust, Wust, Just, Duden, Durst, Duzen'>'Du musst stark sein', flüsterte mir eine Stimme im Kopf.
    'Ich weiß nicht, ob ich das kann', erwiderte eine andere, tränenerstickte Stimme in meinen Gedanken.
    'Du, CDU, Duo, Dur, D, U, Au, DB, EU, Da, De, Dm, Tu, Zu, Lust, Wust, Just, Duden, Durst, Duzen'>'Du bist eine Gryffindor. Sei mutig. Verlierst du den Glauben, bist du verloren.'
    Und es half tatsächlich.
    Ich redete mir ein, eine Gryffindor zu sein, Mut zu zeigen und meine Furcht ließ etwas nach.
    „Was wird mit mir geschehen?“, wagte ich leise zu fragen.
    Ich schaffte es zwar nicht, Voldemort dabei anzusehen, aber meine Stimme klang glücklicherweise ruhig und fest.
    Pettigrew trat neben seinem Meister.
    „Das wirst du noch früh genug erfahren“, blaffte er.
    Ich sah ihn an und eine Welle des Hasses durchfuhr Mich.
    Er war der Verräter.
    Ein ehemaliger Freund von Sirius, Professor Lupin und Harrys Vater.
    Aber er hat sie alle verraten.
    Er hat die Zaubererwelt verraten.
    „Sie lernt schnell“, hörte ich Voldemort genüsslich sagen und diesmal wagte ich es, ihn anzuschauen. Irritiert blickte ich in sein grausames Gesicht.
    „Sie ist wahrhaftig ein Geschenk.“
    Was wollte er von mir, verdammt noch mal!
    Damit drehte Voldemort sich aber nun um und ging mit erhabenen Schritten den Gang herunter. Fort.
    Gefolgt von Pettigrew.
    Ich stieß einen langen Atem vor Erleichterung aus. Ich zitterte immer noch etwas.
    Meine Furcht hatte mir stark zugesetzt.
    Wie lange soll ich denn hier noch ausharren?
    Wie realistisch ist es denn schon, dass ich hier befreit werde?
    Ich komme hier nicht heraus. Niemals... niemals.
    Tränen brannten in erneut in meinen Augen und ich rutschte verzweifelt wieder zu Boden.
    Ich gab allmählich alle Hoffnung auf.
    Wollte man mich hier schmoren lassen, bis in alle Ewigkeit?
    Welches Ziel verfolgte Voldemort, mich hier gefangen zu halten, wenn er noch nicht einmal Informationen von mir haben wollte?
    Ich zog die Beine an meinen Bauch heran, umschlang sie mit meinen Armen und vergrub meinen Kopf darin.
    Das Schlimmste war diese Ungewissheit, nicht zu wissen, was und wann mit mir geschehen würde. Ich spürte, wie ich so langsam meine Hoffnung aufgab, die ich in meiner Zeit der Gefangenschaft so krampfhaft versucht hatte, aufrechtzuerhalten. Ich wusste, dass ich verloren war, wenn ich vor der Hoffnung floh.
    Dunkelheit würde mein Herz regieren und Furcht Zugang zu ihrer Seele finden, wenn ich die Hoffnung verbannte und ich würde in dem Augenblick verloren haben, wenn ich mich letzten Endes selbst aufgab.

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