Kampf um Himmels Willen 20

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1 Kapitel - 2.411 Wörter - Erstellt von: Potterprodg - Aktualisiert am: 2012-07-15 - Entwickelt am: - 1.167 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

20, die nächste runde Zahl!

    1
    …und es nimmt kein Ende!

    Ich wachte auf und rieb mir die müden Augen.
    Wie spät war es?
    Trotz der Kälte und Härte des unangenehmen Bodens hatte ich tief, fest und scheinbar auch lange geschlafen, denn ich fühlte sich ausgeruht.
    Am liebsten würde ich jetzt duschen, aber daraus würde wohl nichts werden.
    Ich sehnte mich nach den anderen, nach Oliver, Catherine, Hermine, vielleicht sogar Ron.
    Ich setzte mich auf und fuhr mir mit der Hand die losen Strähnen meiner Haare aus dem Gesicht.
    ich hörte Schritte und ahnte schon, dass es Viperius war, jener geheimnisvolle Fremde, der mich beschützt hatte, als man mich foltern wollte, der ihr das Frühstück brachte.
    Unwillkürlich musste ich lächeln, als er vor mir stand, wie immer in dem schwarzen, langen Umhang und der weiten Kapuze, die über das Gesicht geschlagen war.
    Unter dem Umhang trug er ein schwarzes Hemd und eine schwarze Hose, die in schwarzen Stiefeln mündete.
    Stil hatte er also auch…
    „Du siehst viel schöner aus, wenn du lächelst“, meinte Viperius mit seiner kalten, verzerrten Stimme.
    Ich starrte ihn perplex an.
    Viperius zauberte das Tablett mit dem Krug Wasser und dem Brot in mein Verlies, dann steckte er seinen Zauberstab wieder weg.
    „Aber eigentlich siehst du immer schön aus... sogar wenn du weinst.“
    Ich kam aus meiner Überraschung gar nicht mehr heraus und verarbeitete verblüfft das, was er gerade gesagt hatte.
    Ich hatte nicht damit gerechnet, vom Feind derartige Komplimente zu hören bekommen.
    Aber vielleicht war das ein Teil des Spiels aus List und Tücke?
    Langsam stand ich auf und näherte sich dem Gitter.
    „Ihr Jungs seid immer charmant, wenn es euch passt und es euch Vorteile erbringen könnte“, lächelte ich, doch etwas Lauerndes und Vorsichtiges lag in meinem Lächeln.
    „Manchmal sind wir aber auch nur schlichtweg ehrlich“, erwiderte Viperius sanft.
    Wieder starrte ich ihn verblüfft an.
    „Welches Spiel spielst du nur...“, murmelte ich dann schließlich.
    Ich beobachtete Viperius, versuchte etwas unter seiner Kapuze zu erkennen, aber wieder nahm sie ich diesen silbernen Schimmer wahr.
    „Du glaubst mir nicht“, stellte er nüchtern fest, nicht mehr sanft, aber auch nicht sehr kalt klingend.
    „Du bist mein Feind.“
    „Ach wirklich“, sagte Viperius monoton.
    „Was du nicht sagst.“
    Ich seufzte leise, als ich wieder seinen kühlen Spott aus seiner Stimme heraushörte, den er offenbar immer dann hatte, wenn er auf Distanz gehen wollte.
    „Du bist so anders, als die anderen“, fuhr ich sanft und mit leiser Stimme fort, meinen Blick nicht von Viperius abwendend.
    „Bin ich das?“, fragte er ohne viel Interesse.
    „Inwiefern? Dass ich dich nicht foltere? Nicht quäle und dir noch irgendein Leid zufüge?“
    Ich nickte.
    „Du erweist mir gewissen Respekt... etwas, was man von euch nicht gewohnt ist.“
    „Aber vielleicht behandele ich nur dich so“, wandte Viperius lauernd ein.
    „Vielleicht“, gab ich zu.
    „Ich kann es mir aber nicht vorstellen.“
    „Du kennst mich nicht und maßt dir trotzdem an, Urteile über mich zu fällen?“
    Natürlich.
    „Ja“, sagte ich also kurz.
    Wir starrten sich gegenseitig an.
    „Ich tue meistens nur dann etwas, wenn es für mich Sinn macht“, gab Viperius mir Recht.
    „Es ergibt für mich keinen Sinn, dich zu foltern.“
    „Viele von euch tun es doch nur aus Spaß, aus Befriedigung; um jemanden zu quälen, der in diesem Augenblick schwächer ist... viele von euch haben einfach nur Komplexe und - „
    „Und wenn du mich noch einmal mit diesen auf einer Ebene stellst, wirst du erfahren, was es heißt mich zu beleidigen“, fiel Viperius mir eisig ins Wort.
    Er hatte seinen Zauberstab zwar nicht zur Unterstreichung seiner Drohung gezückt, doch ich sah kurz weg, als Zeichen, dass ich verstanden hatte und ihm glaubte.
    Dann sah ich ihn wieder ein, ein belustigtes Lächeln umspielte meine Lippen.
    „Ehre scheint dir ja wichtig zu sein.“, stellte ich fest.
    „Vielleicht“, wich Viperius ihr aus.
    „Dienst du Voldemort schon lange?“
    „Ja.“
    „Warum?“
    „Weil seine Ideologien die Richtigen sind. Und nicht die euren.“
    Ich schnappte ungläubig nach Luft.
    Noch nie hatte ich mit jemanden, der auf der anderen Seite stand, ein solches Gespräch geführt - üblicherweise versuchte man sich gegenseitig zu töten oder gefangen zu nehmen, beziehungsweise zu fliehen, da blieben keine Zeit für philosophische Gespräche - und ich konnte kaum glauben, dass jemand so ehrlich daran glaubte.
    „Was ist richtig daran, Muggel und Halbblütige zu töten?“
    „Die Reinheit des Zaubererblutes muss erhalten bleiben.“
    Er klang so, als ob er es auswendig gelernt hatte.
    Schwachsinn.
    Fassungslos schüttelte ich den Kopf.
    „So ein Quatsch. Zauberer oder Hexen, deren Eltern Muggel sind, sind genauso wie wir!“
    Genauso wie ich.
    Anscheinend wusste er nicht, dass mein Vater Muggel war.
    „Niemals.“
    „Und Voldemort? Sein Vater war ein Muggel und dennoch dienst du ihm, während du diejenigen als Feind betrachtest, deren Elternteile ebenfalls Muggel sind!“
    „Das ist der springende Punkt“, sagte Viperius listig und ich könnte schwören, dass er gefährlich lächelte.
    Ich blinzelte verwirrt.
    Musste ich das jetzt verstehen!
    „Wie meinst du das?“, fragte ich nach.
    „Mh“, machte Viperius amüsiert.
    „Das wirst du schon erkennen... wenn es soweit ist.“
    „Och, jetzt wieder rätselhafte Antworten geben“, giftete ich, meine Verwirrtheit überspielend.
    „Und du?“
    „Was ist mit mir?“
    „Glaubst du an das, wofür ihr euch einsetzt? Wofür ihr kämpft?“
    Ich blitzte Viperius empört an.
    „Natürlich!“, sagte ich einsilbig.
    „So sehr, dass du dafür in den Tod gehen würdest?“
    Viperius schien ruhig zu bleiben.
    Gerade diese Ruhe schien ihn so gefährlich zu machen.
    Ich überlegte.
    Ich war mir stets bewusst gewesen, dass jeden Tag ein Angriff folgen könnte, sei es einer von den Feinden oder von uns selbst, aber ich wusste, dass ich - oder einer meiner Freunde - dafür sterben könnte. Ja ich wusste es... was nicht unbedingt bedeuten musste, dass ich es so wollte... aber mir war es bewusst und somit würde ich für ihre Ideologien auch sterben...
    „Ja. Ja, das würde ich“, sagte ich mit fester Stimme.
    „Und du glaubst, dass sei es wert? Gegen Voldemort zu kämpfen, nur damit irgendwelche Muggel und Halbblütige und all diejenigen die anders glauben als wir, in Ruhe leben können?“
    Ich starrte ihn an.
    Natürlich, schließlich war ich ein Teil davon.
    „Du kannst mir nicht erzählen, dass es nicht wert wäre, dafür zu sterben. Das kannst du mir nicht erzählen.“
    „Mutige Worte... die viele von euch sich herausnehmen. Erst wenn sie gefoltert werden sieht man ihnen an, wie mutig sie wirklich sind. Es gibt welche, die ertragen die Folter und sind bereit zu sterben, geben nichts preis - und es gibt diejenigen, die beim ersten Schmerz anfangen zu erzählen.“
    „Ich weiß nicht, wie mutig ich wirklich bin. Ich bin ja bisher nicht gefoltert worden. Und du spielst wahrscheinlich darauf an und wirst - „
    „Nein!“
    Ich verstummte.
    „Nein“, wiederholte Viperius in ruhigerem Ton.
    „Du wirst nicht gefoltert.“
    Ich lächelte unsicher.
    Und erleichtert…
    Dann dachte ich über seine vorherigen Worte nach und zwang mich selbst zur Ruhe.
    „Siehst du, hast du dich eben nicht selbst widersprochen?“
    Viperius legte den Kopf schief, sodass ich einen Augenblick die Maske wahrnehmen konnte, die sein Gesicht verbarg, aber nur kurz, ein silbernes Etwas und schon war es fort.
    „Erklär' es mir“, bat er.
    Allzugern.
    „Als du uns in zwei Gruppen eingeteilt hast... dass es einerseits welche geben würde, die ihre Freunde niemals verraten, ob Folter oder Tod, und dass es andererseits welche geben würde, die Verrat begehen, um nicht mehr leiden zu müssen. Du brauchst es nur auf die Reinheit des Blutes zu übertragen. Es gibt Zauberer und Hexen, deren Familien bis in uralte Zeiten reines Zaubererblut aufweisen können und die bei jedem noch so kleinen Anzeichen des Schmerzes aufgeben und Schande und Verrat über sich selbst, ihren Freunden und Familien begehen. Und es gibt Zauberer und Hexen, aus armen Muggelfamilien, die selbst in einer Schlacht sich mutig dem Feind stellen, nur um ihr sterbendes Haustier zu beschützen.“
    Ich dachte an Hermine und schwieg.
    Mir rann eine Träne über Gesicht.
    Auch Viperius schwieg.
    Ich konnte spüren, wie er mich anschaute.
    Plötzlich streckte er seinen rechten Arm aus, schon seine Hand zwischen die Gitter und strich mir sanft über die Wange.
    „Weine nicht“, flüsterte er.
    Ich starrte ihn an.
    Langsam nahm er seine Hand wieder zurück.
    Er war ein Feind.
    Ein Feind, und würde es immer bleiben, redete ich mir ein, dennoch war ich nicht mehr imstande, abzustreiten, dass er mich faszinierte, dass ich froh war, wenn er kam, wenn wir miteinander reden konnten, dass er sie interessierte... alles Gefühle, die ich nicht haben durfte, wir standen auf verschiedenen Seiten und nichts auf der Welt würde uns zu Freunde machen, wir würden immer Feinde bleiben und nur der Tod würde die tiefe Schlucht, die uns voneinander trennte, überbrücken.
    Ja, manchmal konnte ich auch philosophisch denken.
    Ich schob nun meinerseits meine Hand durch das Gitter, ohne darüber nachzudenken, stellte mich auf die Zehenspitzen und hielt mich dabei mit der anderen Hand am Gitter
    fest.
    Langsam näherte sich meine Hand seiner Kapuze, ich wollte sie abstreifen, seine Maske sehen, diese abnehmen, sein Gesicht sehen - meine Fingerspitzen berührten seine schwarze Kapuze, doch gerade, als ich nach ihre greifen wollte, schoss seine Hand hervor, packte so brutal mein Handgelenk, dass ich aufkeuchte und schlug mein Hand zurück, so dass sie schmerzhaft gegen das Gitter prallte.
    Auf, verdammt noch einmal.
    Ich verzog das Gesicht vor Schmerzen.
    „Bringe dich niemals wieder in Versuchung“, warnte Viperius, mit leiser Stimme zwar, aber so unendlich kalt, dass ich fröstelte.
    Meine Hand tat weh, mein Handgelenk schmerzte und Viperius presste es noch immer gegen die Eisenstangen.
    „Lass mich los“, keuchte ich.
    Viperius schien mich anzustarren - und endlich ließ er mein Handgelenk los.
    Ich nahm meinen Arm zurück, drückte mein schmerzendes Handgelenk gegen den Magen und presste meine freie Hand darauf, während ich zurückwich.
    Es tat verdammt weh.
    Auch Viperius ging einen Schritt zurück.
    „Wieso wundert es mich nicht, dich hier vorzufinden“, durchbrach plötzlich eine leise, kalte, lauernde Stimme das Schweigen.
    Ich hätte vor Schreck beinahe aufgeschrien, ich blickte zur linken Seite und auch Viperius wirbelte herum - Voldemort stand dort, keiner von uns hatte ihn kommen sehen, geschweige denn gehört.
    „Voldemort“, stieß Viperius hervor - klang er entsetzt?
    „Ich... ich“, verzweifelt schien er nach einer Ausrede zu suchen, doch Voldemort wollte keine hören.
    „Schweig“, befahl er kurzum.
    Und Viperius schwieg.
    „Mir scheint, du bist öfter hier, als dass es dir gut käme, Viperius“, fuhr Voldemort lauernd fort.
    „Nein, nein, so ist es nicht, Meister“, versicherte Viperius, eine Spur zu hastig.
    „Ich... ich habe nur versucht, herauszufinden - „
    „Was ich an diesem Mädchen so besonders finde?“, vollendete Voldemort seinen Satz.
    Viperius verstummte und nickte.
    Ich war noch etwas zurückgewichen, nun lauschte ich konzentriert den Worten meiner Feinde.
    „Außerdem kann ich tun und lassen, was ich will“, sagte Viperius in einem so trotzigen Ton, dass ich entsetzt nach Luft schnappte.
    Wie konnte er als Anhänger nur so respektlos zu Voldemort sein... jeder wusste doch, dass so etwas nicht geduldet wurde...
    Und schon schnellte Voldemorts Hand vor, packe Viperius am Hemd, was er unter dem offenen Umhang trug und stieß ihn so brutal gegen die Gitterwand, dass dessen Kopf gegen die Eisenstangen prallte. So grob, dass es klirrte.
    Ich stieß einen erschrockenen Laut aus.
    Der arme Kerl.
    Voldemort zog Viperius zu sich, aber nur um ihn wieder gegen die Gitterwand zu pressen und wieder prallte sein Kopf gegen die Eisenstangen.
    Er wiederholte den Vorgang noch fünfmal und bei jedem Aufprallen gegen das Gitter sagte er:
    „Erweise mir“ – „den Respekt“ – „der mir zusteht“ – „oder es wird dir leid tun“ – „Viperius.“
    Dann ließ Voldemort ihn abrupt los, lächelte mich kalt an, durchbohrte mich mit seinen rotglühenden Augen und verschwand.
    Ich blieb immer noch wie erstarrt stehen.
    Viperius war an der Gitterwand stöhnend heruntergerutscht und saß nun zitternd auf dem Boden, an den Eisenstangen angelehnt, mit dem Rücken zu mir, die Beine angewinkelt.
    Er lehnte seinen Kopf auf die Knie und presste seine beiden Händen auf den Hinterkopf.
    Er tat mir so unendlich leid.
    Ich erwachte aus meiner Erstarrung und lief zur Gitterwand hin.
    Ich rutschte ebenfalls zu Boden und kauerte mich schräg hinter Viperius hin.
    Ich streckte meinen Arm aus und schob ihn durch die Eisenstangen hindurch, langsam und sanft strich ich über seinen Kopf, vorsichtig, um ihn nicht weh zu tun, wissend, dass die Kapuze nicht runterrutschen würde, da er sie mit seinen Händen auf den schmerzenden Hinterkopf presste.
    Ich sagte nichts, berührte ihn nur vorsichtig am Kopf, strich über seine Hände und als er daraufhin nicht mehr so stark zitterte, wusste ich, dass ihm das, was ich tat, ein wenig beruhigte.

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Amy Potter ( 68775 )
Abgeschickt vor 572 Tagen
Ich habe deine Ff jetzt ganz gelesen und echt SUPER
Trotzdem noch ein paar Anmerkungen:
1. Es kommen Personen vor, die in den Büchern längst tot sind.
(Sirius ,Dumbeldore, Moody ...)
Wenn du dich nicht an das Buch hältst, schreib es dazu.
2.Du lässt Leute nochmal auftauchen, die du umgebracht hast.
( Diggory stirbt, aber danach wird er irgendwann noch einmal erwähnt. )
3. Das mit Ginny s "Wiederauferstehung" ist unlogisch.
4. Es wird immer unlogischer und schwerer zu verstehen.
5. (Ich weiß, dass ich das schonmal geschrieben habe)
Bitte schreib dazu, wessen Sicht es ist, man kommt echt durcheinander.
6. Deine ff verdient ein Ende.
Ich wusste am Ende gar nicht mehr, wer von deinen Charakteren eigentlich noch lebt. Wäre auch toll, wenn du erzählst, wie es mit den
(Haupt- ) Personen weitergeht.
z.B. Was wird aus Sarah und Harry/Oliver
Draco und Catherine
Amy Potter ( 29223 )
Abgeschickt vor 666 Tagen
Zwei Kritikpunkte:
1 Hermine und Ron sind mit Harry weg.
2 Es wäre toll wenn du Zeitpunkt und Sicht
hinschreibst ( 7. Jahr, VgddK. ... Sicht )
Ansonsten ♥♥♥