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Kampf um Himmels Willen 2

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1 Kapitel - 3.439 Wörter - Erstellt von: Potterprodg - Aktualisiert am: 2012-07-15 - Entwickelt am: - 2.181 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hier das nächste Kapitel!

    1
    Die Macht des Bösen


    Ich ging durch die große Eingangshalle, die schwach beleuchtete war. Der prächtige Teppich, den ich noch schemenhaft erkennen konnte, bedeckte fast den ganzen Steinboden.
    Hoffentlich würde meine Tarnung nicht so bald auffliegen.
    Okklumentik war noch nie eine meiner Stärken gewesen, aber besser als Potter war ich allemal darin und außerdem hoffte ich immer noch, dass ich dem dunklen Lord zu unwichtig war, um mir große Beachtung zu schenken.
    Die Augen meiner fahlgesichtigen Vorfahren in den Porträts an den Wänden folgten mir, aber ich schenkte ihnen keinerlei Beachtung.
    Ich war schon an sie gewohnt, schließlich kannte ich sie seit meiner Geburt.
    In meinem Haus würden mal nicht halb so viele Bilder hängen.
    Dieses ganze Gequatsche ging mir jetzt schon auf die Nerven.
    Ich würde mein Haus irgendwo bauen lassen, wo uns niemand finden würde.
    Mich und meine Frau.
    Die irgendwann wohl mal meine sein würde.
    Aber bis dahin müsste ich wohl weitgehend überleben müssen.
    Allein schon für meinen Sohn.
    Da hatten wir uns aber auch wirklich einen ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht, aber wer hätte schon ahnen können, dass so was gleich nach dem ersten Mal passiert, wenn wir wieder zusammen sind.
    Meine Eltern würden mich umbringen, wenn sie davon wüssten.
    Wenigstens war Catherine eine Reinblüterin, obwohl das die Sache vor meinen Eltern wahrscheinlich auch nicht besser machen würde.
    Aber für mich war es irgendwo schon wichtig.
    Aber jetzt musste ich mich wieder auf den Abend konzentrieren, schließlich würde ich meinen Sohn noch kennen lernen wollen und das geht schlecht, wenn der dunkle Lord mich vorher umbringen würde.
    Ich blieb vor unserer massigen Holztür stehen, die zu unserem Wohnzimmer führte.
    Ich zögerte einen Herzschlag lang, bevor ich die Türklinke runterdrückte und den Salon betrat.
    An dem lang verzierten Tisch hatten einige Todesser bereits Platz genommen und ich strebte den Platz neben meinem Vater an.
    Unsere Möbel waren wohl von den Hauselfen achtlos beiseitegeschoben worden, um Raum für die ganzen Leute zu schaffen.
    In unserem marmornen Karminsims brannte ein Feuer, das weitgehend das Zimmer mit Licht ausfüllte.
    Allerdings auch nicht mehr als unbedingt nötig.
    Ich sah meinem Spiegelbild entgegen, das mich blass über dem Karmin anstarrte.
    Nur die Ruhe bewahren, Draco.
    Bald ist alles vorbei.
    Erst jetzt fiel mir die Gestalt auf, die anscheinend bewusstlos war.
    Sie drehte sich ganz langsam um sich selbst, gerade hatte sie den Kopf nach unten.
    Ich sah genauer hin und konnte erkennen, dass es Ginny Weasley war.
    Ron Weasleys Schwester.
    Es schauderte mich leicht, aber ich versuchte mich unter Kontrolle zu behalten.
    Sie bot ein bizarres Bild, wie sie da so schwebte, wie an einem unsichtbaren Seil aufgehängt, und sich in dem Spiegel und in der leeren, polierten Tischfläche reflektierte.
    Mein Vater winkte mich lautlos zu sich und ich setzte endlich meinen Gang fort.
    Ohne den Blick abzuwenden, nahm ich den mir vorgesehenen Platz ein.
    Als ich dann dennoch meinen Blick über die anderen Todesser in der Runde wandern ließ, merkte ich, dass das Mädchen keinerlei Beachtung bekam.
    Alle schienen mit irgendetwas anderem beschäftigt zu sein, auch wenn es nur das „in die Luft starren“ war.
    Und da sah ich es.
    Das schlangenartige Gesicht von Voldemort, den ich die letzten Monate für meinen Geschmack zu oft gesehen hatte.
    Doch schenkte mir der dunkle Lord keinerlei Aufmerksamkeit, was mich sehr beruhigte.
    Das Mädchen tat mir schrecklich leid.
    Was hatten sie mit ihr vor?
    Soweit ich wusste, war sie mit Potter unterwegs gewesen.
    Aber innerlich wusste ich, was mit ihr passieren würde.
    Sie würden sie töten.
    Und wahrscheinlich war der Tod ihre Erlösung.
    Ich wollte nicht wissen, wie viele Cruciatus Flüche sie über sich ergehen hat lassen müssen.
    Vermutlich wurde sie bis aufs Äußerste gefoltert.
    Hoffentlich würden sie das heute Abend nicht wiederholen.
    Plötzlich öffnete sich die Tür erneut und Snape und Yaxley standen nun in dem Raum.
    Sie sahen sich kurz um, als auch schon Lord Voldemort das Wort an sie richtete.
    „Yaxley. Snape“, hörte ich seine hohe, klare Stimme vom Kopfende des Tisches her.
    „Ihr kommt äußerst spät!“
    Ich wendete den Blick von Ginny, die mehr oder weniger genau über mir hing, hin zu dem haarlosen, schlangenähnlich, mit Schlitzen als Nasenlöchern und funkelnden roten Augen mit senkrechten Pupillen versehenen Gesicht.
    Es war so blass, dass ein perlmuttartiger Glanz von ihm, auszugehen schien.
    „Severus, hierher“, sagte der dunkle Lord und deutete auf den Platz direkt zu seiner Rechten.
    „Yaxley – neben Dolohow!“
    Die beiden Männer nahmen die ihnen zugewiesenen Plätze sein.
    Fast alle am Tisch folgten Snape mit den Blicken und er war es auch, den Voldemort zuerst ansprach.
    „Nun?“
    Snape berichtete ihm ohne Wenn und Aber die neuesten Ereignisse im Schloss.
    Ich hörte nur mit halbem Ohr zu, da ich immer noch im Minutentakt unbehaglich hoch zu Weasley schaute.
    Voldemort taxierte Snape mit seinen roten Augen, aber der verzog keine Miene.
    Im Gegenteil.
    Er schaute ruhig zurück in dessen Gesicht und nach ein, zwei Augenblicken krümmte sich Voldemorts lippenloser Mund zu einer Art Lächeln.
    „Gut. Sehr gut. Und diese Information stammt-“
    „Von der Quelle, über die wir gesprochen haben“, beendete Snape den Satz.
    Doch nun riss Yaxley das Wort an sich und wiedersprach Snape.
    Er hätte andere Informationen gehört, die sich nicht mit denen von Snape deckten.
    Leider war ich zu abgelenkt gewesen, um das mitzubekommen.
    „… der Orden glaubt, dass wir das Ministerium infiltriert haben.“, sagte Snape gerade.
    „Da liegt der Orden dann mal richtig, was?“, sagte ein untersetzter Mann, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnern konnte.
    Er brach in pfeifendes Gelächter aus, das hie und da den Tisch entlang erwidert wurde.
    Doch Voldemort lachte nicht.
    Sein Blick war nach oben gewandt, zu dem Körper, der sich langsam über unseren Köpfen dreht, und er war offensichtlich in Gedanken versunken.
    „Wird das Ministerium bis nächsten Samstag gefallen sein?“, fragte er plötzlich an Yaxley gewandt.
    Erneut drehten sich alle Köpfe zu dem angesprochenen.
    Yaxley straffte die Schultern.
    „Herr, dazu habe ich Neuigkeiten. Es ist mir- unter Schwierigkeiten und mit großer Mühe- gelungen, nachdem ich am Anfang dieses Jahres Thicknesse unter den Imperiusfluch gebracht habe, auch noch einige andere hohe Tiere dort zu kontrollieren.“
    Viele um Yaxley herum wirkten beeindruckt.
    Selbst Dolohow, den ich von Grund auf und schon immer unsympathisch gefunden hatte, klopfte ihm auf den Rücken.
    „Das ist doch…“
    Doch er wurde von einem plötzlichen Wehklagen, einem schrecklichen, lang gezogenem Schrei voller Qual und Schmerz unterbrochen.
    Ich blickte, wie die anderen ebenfalls, nach unten, von wo aus das Geräusch zu erahnen war.
    „Wurmschwanz“, sagte Voldemort, ohne dass sich an seinem ruhigen, nachdenklichen Ton etwas verändert hätte und ohne dass er die Augen von dem sich drehenden Körper hoch oben abwandte,
    „habe ich dir nicht Anweisung gegeben, unseren Gefangenen ruhig zu halten?“
    „J-ja, Herr“, keuchte ein kleiner Mann an der unteren Hälfte des Tisches, der so tief versunken dagesessen hatte, dass es auf den ersten Blick so aussah, als wäre sein Stuhl leer.
    Nun kletterte er von seinem Sitz, huschte aus dem Raum und hinterließ dabei nichts als ein merkwürdiges silbernes Schimmern.
    „Wie ich gerade ansetzen wollte, ich habe etwas begriffen. Ich werde mir zum Beispiel von einem von euch einen Zauberstab ausleihen müssen, ehe ich mich auf den Weg mache, um Potter zu töten.“
    Die Gesichter um ihn rum zeigten schieres Entsetzen; er hätte wohl genauso gut ankündigen können, dass er sich einen ihrer Arme ausleihen wolle.
    „Keine Freiwilligen?“, fragte Voldemort.
    „Wir werden sehen… Lucius, ich wüsste keinen Grund, warum du noch deinen Zauberstab besitzen solltest!“, sagte er mit einem Blick auf meinen Vater.
    In diesem Moment tat er mir schon fast wieder Leid.
    Sein Zauberstab war sein ein und alles.
    Mein Vater blickte auf.
    Im Schein des Feuers wirkte seine Haut gelblich und wächsern, seine Augen lagen tief in ihren Höhlen und waren umschattet.
    Als er sprach, war seine Stimme heiser.
    „Herr?“
    „Deinen Zauberstab, Lucius. Ich verlange deinen Zauberstab!“
    „Ich…“
    Er warf einen Blick auf meine Mutter.
    Sie starrte geradeaus, nicht minder blass als er.
    Ich merkte, wie ihre Finger kurz die meines Vaters umschlossen.
    Bei dieser Berührung schob dieser die Hand unter seinen Umhang, zog seinen Zauberstab heraus und reichte ihn Voldemort, der ihn vor seine roten Augen hielt und scharf musterte.
    „Woraus ist er?“
    „Ulme, Herr!“, flüsterte mein Vater.
    „Und der Kern?“
    „Drachen- Drachenherzfaser.“
    „Gut“, sagte Voldemort.
    Er zog seinen eigenen Zauberstab hervor und verglich die Längen.
    Mein Vater machte eine unwillkürliche Bewegung;
    Für den Bruchteil einer Sekunde machte es den Eindruck, als ob er erwartete, Voldemorts Zauberstab im Austausch für seinen zu bekommen.
    Diesem entging die Geste nicht und seine Augen weiteten sich gehässig.
    „Dir meinen Zauberstab geben, Lucius? Meinen Zauberstab?“
    Einige der Versammelten kicherten.
    Das hatte mein Vater, so sehr ich ihn manchmal auch hasste, wahrlich nicht verdient.
    „Ich habe dir die Freiheit gegeben, Lucius, ist dir das nicht genug? Mir ist allerdings aufgefallen, dass du und deine Familie in letzter Zeit alles andere als glücklich ausseht… Was missfällt dir an meiner Anwesenheit in deinem Haus, Lucius?“
    „Nichts – nichts, Herr!“, kam die rasche Antwort.
    „Solche Lügen, Lucius!“
    Sein sanfte Stimme schien weiter zu zischen, auch als der unbarmherzige Mund sich nicht mehr bewegte.
    Der ein oder andere Zauberer unterdrückte mühsam ein Schaudern, als das Zischen lauter wurde;
    Sie hörten, wie etwas Schweres unter dem Tisch über den Boden glitt.
    Die riesige Schlange tauchte auf und kroch langsam an Voldemorts Stuhl empor.
    Auch wenn ich Schlangen wirklich mochte, konnte ich Nagini nichts abgewinnen.
    Ihr Hals war dick wie der Oberschenkel eines Mannes und ihre Augen mit den senkrechten Schlitzen als Pupillen blinzelten nicht.
    Sie lag nun über den Schultern von Voldemort.
    Dieser streichelte sie mit seinen langen, dünnen Fingern, während er immer noch meinen Vater ansah.
    „Warum wirken die Malfoys so unglücklich über ihr Los? Ist meine Rückkehr, mein Aufstieg zur Macht, nicht genau das, was sie angeblich so viele Jahre lange ersehnt haben?“
    Nicht wirklich.
    Ich sah zu meinem Vater.
    „Natürlich, Herr“, sagte er.
    Mit zitternder Hand wischte er sich Schweiß von der Oberlippe.
    „Wir haben es ersehnt – und wir tun es immer noch!“
    Meine Mutter nickte auf eine merkwürdige steife Art, die Augen von Voldemort und seiner Schlange abgewandt.
    Meine arme Mutter.
    Ich warf einen kurzen Blick auf Voldemort, sah aber gleich wieder weg, aus Angst unsere Blicke könnten sich kreuzen.
    Ich wollte jeglichen Blickkontakt mit ihm meiden.
    „Herr, es ist eine Freude, Euch hier im Haus zu haben. Es kann keine höhere Freude geben!“
    Natürlich kam das von meiner Tante Bellatrix, die neben meiner Mutter saß.
    Sie beugte sich näher zu Voldemort hin, um ihren Worten mehr Nähe zu verleihen.
    Anscheinend konnten Worte allein, ihr Verlangen nach ihm nicht zum Ausdruck bringen.
    „Keine höhere Freude“, wiederholte Voldemort, den Kopf ein wenig zur Seite geneigt, indem er meine Tante musterte.
    „Bei dir, Bellatrix, heißt das eine ganze Menge!“
    Röte stieg ihr ins Gesicht, aus ihren Augen quollen Freudentränen.
    „Ihr wisst, Herr, dass ich nichts als die Wahrheit sage!“
    „Keine höhere Freude…sogar im Vergleich zu dem glücklichen Ereignis, das, wie ich höre, diese Woche in deiner Familie sattgefunden hat?“
    Anscheinend spielte er auf die Hochzeit von Tonks mit Lupin an.
    Bella starrte ihn an, mit geöffneten Lippen, offensichtlich verwirrt.
    „Ich weiß nicht, was Ihr meint, Herr.“
    „Ich spreche von deiner Nichte, Bellatrix. Und von eurer, Lucius und Narzissa. Sie hat soeben den Werwolf geheiratet, Remus Lupin. Wie stolz ihr sein müsst!“
    Höhnisches Gelächter brach um den Tisch herum aus.
    Viele beugten sich vor und tauschten hämische Blicke, einige schlugen mit den Fäusten auf den Tisch.
    Kaum zu fassen, wie die sich hier aufführten.
    Wie würden sie wohl reagieren, wenn sie wüssten, dass Catherine…
    Halt, ich verbot mir jeglichen Gedanken an sie, in der Gegenwart von meinen Eltern und vor allem Lord Voldemorts.
    Die große Schlange, der die Unruhe nicht behagte, öffnete weit das Maul und zischte wütend, doch die Todesser hörten es nicht, so sehr freuten sich über die Demütigung meiner Familie.
    Das Gesicht meiner Tante, das eben noch so vor Glück gestrahlt hatte, hatte nun hektische rote Flecken bekommen.
    „Sie ist keine Nichte von uns, Herr“, rief sie durch den allgemeinen Ausbruch von Heiterkeit.
    „Wir- Narzissa und Ich- haben unsere Schwester nicht mehr zu Gesicht bekommen, seit sie den Schlammblüter geheiratet hat. Diese Göre hat mit keiner von uns etwas zu tun, ebenso wenig wie irgendein Biest, das sie heiratet!“
    „Was sagst du dazu, Draco?“, fragte Voldemort mich und obwohl seine Stimme leise war, übertönte sie die Pfiffe und das Hohngelächter.
    „Wirst du den Babysitter für die Bälger spielen?“
    Die Stimmung um mich herum wurde noch ausgelassener, während ich fast zu Eis erstarrte.
    Ich überlegte fieberhaft.
    Allerdings gab es in diesem Moment ja keine andere Antwort, als die die er klar hören wollte.
    Ich sah zu meinem Vater, der seinen Blick in den Schoß gesenkt hatte und sah, dass meine Mutter unmerklich den Kopf schüttelte, dann starrte auch sie wieder ausdruckslos auf die Wand gegenüber.
    „Warst du nicht sogar mit dieser Tochter der halb blutsverräterischen Familie zusammen?“, fragte Voldemort weiter.
    „Das war ein Fehler und ist längst vorbei!“, sagte ich mit hoffentlich energisch klingender Stimme, während mir ein Schmerz durch den Körper fuhr.
    Vor ein paar Wochen, wäre das noch die Wahrheit gewesen.
    Wieder ertönte schallendes Gelächter am Tisch.
    „Genug“, sagte da jedoch Voldemort und streichelte die zornige Schlange.
    „Genug.“
    Und das Gekicher erstarb augenblicklich.
    „Viele unserer ältesten Familienstammbäume werden mit der Zeit etwas kränklich“, sagte er, während meine Tante atemlos und flehentlich zu ihm hinsah.
    „Man muss seinen Baum stutzen, damit er gesund bleib, nicht wahr? Die Teile wegschneiden, welche die Gesundheit des Übrigen bedrohen.“
    Nicht mehr lang und ich würde auch zum Wohl des Baumes entfernt werden.
    „Ja, Herr“, flüsterte Bella und ihre Augen schwammen erneut in Tränen der Dankbarkeit.
    „Bei erster Gelegenheit!“
    „Die sollst du bekommen!“, sagte Voldemort.
    „Und wie in deiner Familie, so auch in der Welt… Wir werden das Krebsgeschwür wegschneiden, das uns verseucht, bis nur noch die von wahrem Blut zurückbleiben…“
    Voldemort hob den Zauberstab meines Vaters, richtete ihn direkt auf die sich langsam drehende Gestalt, die über dem Tisch hing und versetzte ihm einen winzigen Schlenker.
    Die Gestalt kam mit einem Stöhnen zu Bewusstsein und begann gegen unsichtbare Fesseln zu kämpfen.
    „Erkennst du unseren Gast, Draco?“, richtete er erneut sein Wort an mich.
    Ich schaute hinauf zu Ginny.
    Nun sahen auch die restlichen Todesser hoch zu der Gefangenen, als hätte man ihnen die Erlaubnis erteilt, Neugierde zu zeigen.
    Während sie sich zum Licht des Feuers hindrehte, sagte das Mädchen mit gebrochener und grauenerfüllter Stimme:
    „Bitte Snape. Draco, helft mir!“
    Ich zuckte zusammen.
    Doch ich wusste, ich konnte nichts tun.
    Und ich war nicht mehr imstande sie weiter anzusehen.
    Ich schüttelte nur ruckartig den Kopf.
    „Sie war mit dir auf der Schule. Nur einen Jahrgang unter dir!“, fügte Voldemort hinzu.
    „Und du Snape? Dir müsste sie als Schülerin doch schon vertraut sein!“, mit der freien Hand streichelte Voldemort die Schnauze der Schlange.
    „Ah ja!“, sagte Snape nur.
    „Für alle, die es noch nicht wissen. Heute ist Ginevra Weasley unser Gast, die Tochter von Arthur Weasley, dem Blutsverräter. Sie war bis vor kurzem mit Potter unterwegs gewesen und ich denke, sie ist dem Jungen sehr wichtig, was die Sache noch spektakulärer erscheinen lässt!“, klärte Voldemort die anderen auf.
    Ein verständnisvolles Raunen ging um den Tisch.
    Ein Todesser spuckte auf den Boden.
    Ginny hatte sich nun wieder gedreht, sodass sie Snape erneut in die Augen sehen konnte.
    „Snape…bitte…bitte!“
    „Schweig“, sagte Voldemort und schnippte noch einmal mit seinem neuen Zauberstab, worauf Ginny verstummte, als ob sie geknebelt worden wäre.
    „Sie hat Potter doch tatsächlich bei seiner lächerlichen Mission geholfen! Dazu ist sie auch noch eine Blutsverräterin!“
    Diesmal lachte niemand.
    Zorn und Verachtung lagen unverkennbar in Voldemorts Stimme.
    Ginny drehte sich zum dritten Mal zu Snape.
    Ich brachte es immer noch nicht über mich, sie direkt anzusehen.
    Ich könnte weder Ron, noch irgendeinem von den anderen je wieder in die Augen schauen.
    „Naja, wir werden das Schauspiel jetzt beenden!“, verkündete Voldemort.
    „Draco, töte sie!“
    Bestürzt sah ich auf.
    Das konnte ich nicht tun.
    Das durfte ich nicht tun.
    Flehentlich sah ich zu meinen Eltern, doch die waren mir keine Hilfe.
    Die schauten nur stur geradeaus.
    Ich hob den Kopf und sah in Voldemorts rote Augen, die keinerlei Erbarmen mit mir zeigten.
    „Nun mach schon!“, herrschte er mich an.
    Seine Stimme klang ungeduldig.
    Ich hatte keine Wahl.
    Sie würden mich töten.
    Ich hob zittrig meinen Zauberstab.
    Dumbledore hatte ich damals nicht töten könne, warum sollte es mir bei Ginny anders gehen?
    Im Gegenteil, da war es doch noch schlimmer.
    Dafür, dass sie eine Weasley war, war sie jedoch erträglich gewesen.
    Aber Voldemort wollte mich leiden sehen.
    Er wusste genau, dass ich es nicht über mich gebracht hatte, meinen Schulleiter zu töten und das war die Rache dafür.
    Die Strafe, dass ich seinen Auftrag nicht zu Ende gebracht hatte.
    Snape hatte es tun müssen.
    Anstatt meiner.
    „Wird’s bald!“, schnauzte mich Yaxley an.
    Unter dem flehenden Blick meiner Mutter, die sich nun doch mir zugewandt hatte, hob ich meinen Zauberstab weiter an und zielte auf das Mädchen, dem nun die Tränen in Strömen über die Wange liefen und die mich angsterfüllt ansah.
    Ich schloss die Augen und konnte damit Voldemorts kaltem, erbarmungslosem Blick entfliehen.
    „Avada Kedavra!“
    Meine Stimme brach nach diesen zwei kurzen Worten.
    Ich öffnete ruckartig meine Augen und sah, wie der grüne Lichtblitz den Raum erhellte bis in alle Ecken.
    Ginny stürzte mit einem dröhnenden Schlag hinab auf den Tisch, der bebte und knarrte.
    Etliche Todesser warfen sich in ihren Stühlen zurück und ich brach auf meinem zusammen.
    „Abendessen, Nagini“, sagte Voldemort leise und die große Schlange glitt mit wiegenden Bewegungen von seinen Schultern auf das polierte Holz.
    Ich war ein Mörder.





Kommentare (2)

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Amy Potter (68775)
vor 777 Tagen
Ich habe deine Ff jetzt ganz gelesen und echt SUPER
Trotzdem noch ein paar Anmerkungen:
1. Es kommen Personen vor, die in den Büchern längst tot sind.
(Sirius ,Dumbeldore, Moody ...)
Wenn du dich nicht an das Buch hältst, schreib es dazu.
2.Du lässt Leute nochmal auftauchen, die du umgebracht hast.
( Diggory stirbt, aber danach wird er irgendwann noch einmal erwähnt. )
3. Das mit Ginny s "Wiederauferstehung" ist unlogisch.
4. Es wird immer unlogischer und schwerer zu verstehen.
5. (Ich weiß, dass ich das schonmal geschrieben habe)
Bitte schreib dazu, wessen Sicht es ist, man kommt echt durcheinander.
6. Deine ff verdient ein Ende.
Ich wusste am Ende gar nicht mehr, wer von deinen Charakteren eigentlich noch lebt. Wäre auch toll, wenn du erzählst, wie es mit den
(Haupt- ) Personen weitergeht.
z.B. Was wird aus Sarah und Harry/Oliver
Draco und Catherine
Amy Potter (29223)
vor 871 Tagen
Zwei Kritikpunkte:
1 Hermine und Ron sind mit Harry weg.
2 Es wäre toll wenn du Zeitpunkt und Sicht
hinschreibst ( 7. Jahr, VgddK. ... Sicht )
Ansonsten ♥♥♥