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Obsession

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1 Kapitel - 1.219 Wörter - Erstellt von: MandiaKane - Aktualisiert am: 2012-07-01 - Entwickelt am: - 1.840 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Eine tragische kleine Liebesgeschichte.

    1
    Du siehst mich nicht, wie ich da an der Wand stehe, augenscheinlich versunken in mein Buch, doch alles was meine Augen sehen bist du.
    Du streifst mich mit meinem Blick und für einen Moment setzt mein Herz aus.
    Obwohl ich hoffe, dass du mich noch einmal ansiehst und ich einen zweiten Blick auf deine wunderschönen grauen Augen werfen kann, nehme ich das Buch noch ein Stück höher und verstecke mein Gesicht dahinter.
    Angestrengt gebe ich vor zu lesen, schiele aber immer wieder in deine Richtung, solange bis du aufstehst, bezahlst und gehst.
    Dein Duft trifft mich, als du an mir vorbei den Laden verlässt und raus auf die nassen Straßen trittst.
    Leise klappe ich mein Buch zu, ziehe meine Jacke über und verlasse den Laden.
    Ich weiß nicht in welche Richtung du gegangen bist, ich will es nicht wissen.
    Zu Hause liege ich auf meinem Bett und träume von dir, wie du lachst, wie du mit den Augen zwinkerst wenn der Wind dir die Haare in dein wunderschönes Gesicht bläst.
    Irgendwann, das sage ich mir immer wieder, irgendwann, werde ich dich ansprechen, dich Fragen wie es dir geht, dich zu einem Kaffee einladen.
    Meine Träume sind bestimmt durch deine Anwesenheit. Mein Herz schlägt im Takt deines Atems, meine Seele schreit deinen Namen.
    Am darauf folgenden Tag ist es soweit, ich sehe dich in der U-Bahn, natürlich, denn du fährst jeden Tag um diese Zeit mit dieser Linie und obwohl ich jedes Mal zu spät in den Unterricht komme, stehe auch ich jeden Tag an dieser Haltestelle und warte darauf mit dir zusammen einzusteigen.
    Ich setze mich, wie schon so oft in den Sitz dir gegenüber und studiere dein, heute müdes und verkatertes Gesicht.
    Sicherlich warst du gestern mit deinen Freunden feiern und hattest eine Menge Spaß, wer weiß vielleicht hast du ja jemanden kennengelernt.
    Ein kleiner Stich trifft mein Herz bei diesem Gedanken doch schon im nächsten Moment ist er wieder weg, als du deinen Kopf hebst und mich direkt anschaust.
    Schnell senke ich meinen Blick und hoffe, dass du nicht siehst wie ich erröte.
    Mein Herzschlag ist viel zu schnell, er dröhnt in meinen Ohren und ich denke, dass du ihn auf jeden Fall hören kannst.
    Als meine Station angesagt wird, hebe ich noch einmal den Kopf, dein Blick ruht immer noch auf mir, doch du scheinst mich nicht anzusehen, wahrscheinlich hängst du irgendwelchen Gedanken nach.
    Ich stehe auf und deine Augen richten sich aufmerksam auf mich, du schenkst mir dein schönes Lächeln und ich kann mein Glück kaum fassen. Glücklich lächle ich zurück, könnte das doch der Anfang unserer einzigartigen Liebesgeschichte sein.
    Doch es soll nicht sein, du wendest dich wieder ab, ich verlasse die Bahn und mache mich auf den Weg in die Schule.
    Heute schwebe ich auf einer, nein tausenden Wolken, die mich von Raum zu Raum, bis nach Hause tragen.
    Dort angekommen schmeiße ich meinen Computer an und schaue nach deinem Status bei Facebook.
    Du bist auf Arbeit, noch geschlagene drei Stunden.
    Ich zähle die Sekunden und Minuten bis ich dich wiedersehe.
    Punkt halb acht mache ich mich auf den Weg dich von der Arbeit abzuholen, so wie jeden Tag. Ich sitze in der Bahn, aufgeregt und voller Vorfreude.
    Doch der Zug rattert los, ohne dass du ihn mit deiner Anwesenheit bereichert hättest.
    Enttäuscht sinke ich in den Sitz und schmolle ein wenig, doch schon bald habe ich mich wieder gefangen, immerhin hatten wir heute Morgen doch den ersten echten Kontakt miteinander.
    Mit deinem Lächeln auf den Lippen kehre ich zurück nach Hause und ergebe mich einer weiteren Nacht.

    In den nächsten Tagen folge ich dem gewohnten Schema, doch du scheinst verschwunden, weder früh noch abends bist du in der Bahn anzutreffen.
    Zuerst schwelge ich in ungeheurem Selbstmitleid, dann sorge ich mich um dich, nach geschlagenen zwei Wochen zerfrisst eine unbestimmte Wut meinen Bauch.
    Als du nach zwei Wochen und drei Tagen endlich wieder in unserer Bahn sitzt, bin ich sprachlos.
    Deine Haut ist sonnengebräunt, dein Lachen strahlender als je zuvor und deine blonden Haare schimmern in Farben, die ich nicht zu beschreiben vermag.
    Vollkommen in deinen Anblick vertieft, nehme ich die Person neben dir erst war, als diese mit ihrem Kopf meine Sicht behindert.
    Irritiert nehme ich nun das Gesamtbild wahr und schon wieder fehlen mir die Worte.
    Diese Person dort neben dir, du siehst sie an wie…wie ich dich ansehe.
    Lachend greifst du nach ihrer Hand, kommst ihr langsam näher und gibst ihr einen zärtlichen Kuss auf den Mund.
    Alles in mir ist wie betäubt.
    Kein Wort könnte beschreiben wie ich mich fühle, was in mir vorgeht, wie sehr mein Herz blutet.
    Zu geschockt um klar zu denken springe ich an der nächsten Haltestelle aus der Bahn und mache mich, mit einem Tränenschleier vor den Augen auf den Weg zum Ausgang.
    Durch meine verschwommene Sicht stolpere ich über einen Obdachlosen, der am Eingang zum U-Bahn Tunnel sitzt.
    Ich höre seine Beschimpfungen, doch verstehe ich sie nicht.
    Alles was in meinem Kopf wieder und wieder ankommt ist der Satz „Er hat eine Freundin, seine große Liebe, er will mich nicht.“

    Von diesem Tag an betrete ich nie wieder die U-Bahn, gehe nie wieder in das kleine Café an der Straßenecke in welchem du so oft warst.
    Ich zwinge mich dich zu vergessen, mir all deine schlechten Seiten aufzuzählen, was aber immer nur darin endet, dass ich keine finde und meine Gedanken in Richtungen schweifen, die meinem Herzen nicht gut tun.
    Irgendwann habe ich dich gesehen, wie du mit ihr Hand in Hand in meine Richtung geschlendert kamst. Ich stand an dem Schaufenster und habe dich beobachtet, wie du ihr ein neues Kleid gekauft hast und dabei so zufrieden und glücklich aussahst, dass mein Herz endgültig in tausende kleine Splitter zerfiel.
    Heute ist der Tag, unser Tag, der Tag an dem ich dich das erste Mal gesehen und mich in dich verliebt habe.
    Stumm gehe ich in die Küche und ziehe das kleine, scharfe Messer aus der Schublade.
    Im Bad lasse ich meinen Bademantel fallen und steige in das lauwarme, nach Rosen duftende, Wasser.
    Ruhig atmend greife ich nach dem Messer und drehe es in meiner Hand.
    Immer noch vollkommen ruhig schließe ich meine Augen und während das Messer meine Zarte Haut aufschneidet, hängen meine Gedanken an dir, an all den Augenblicken die wir zwar zusammen, aber nie miteinander verbracht haben.

Kommentare (1)

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Swity (24401)
vor 700 Tagen
Wie traurig:'-(!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !