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Herzblatt bei Harry Potter

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1 Kapitel - 2.354 Wörter - Erstellt von: Potterprodg - Aktualisiert am: 2012-07-01 - Entwickelt am: - 5.739 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hier eine kleine Einzelgeschichte aus der Sicht von James Potter über das Leben seiner Mutter!

    1
    Auf der Suche nach meiner Mutters Herzblatt

    Ich saß daheim vor dem Fernseher und zeppte durch die Kanäle. Beim Ersten hing ich fest und sah mir eben Herzblatt an.
    War mir egal, wenigstens lenkte es mich von meinen wirren Gedanken ab.
    Die Show begann und es war die Herzblatttitelmelodie zu hören.
    Man konnte die Regie hören.
    „Hallo und herzlich Willkommen zu Herzblatt. Mit und von Jörg Pilawa. Und hier kommt er auch schon.“
    Ein Kerl in rotem Hemd und blauer Jeans betrat, fast so fröhlich wie Hansi Hinterseher, die Bühne.
    „Willkommen bei Herzblatt. Dies ist eine besondere Ausgabe mit besonderen Gästen. Auf geht's zur ersten und letzten Runde...“, meinte der Moderator.
    Drei Männer kamen rein.
    Es waren Harry, Blaise und Oliver.
    Na toll.
    Mein Vater, mein Dad und mein Patenonkel.
    Ein lautes Klatschen war zu hören und die Kamera schwenkte im Saal herum.
    Pilawa wendete sich nun dem ersten Kandidaten zu und musterte ihn.
    Es war mein Vater.
    „Schönen guten Abend, wenn Sie sich bitte vorstellen würden?“
    „Ich heiße Harry und komme aus London!“, antwortete dieser.
    „Und was machen sie so beruflich?“
    „Ich bin Auror.“
    Pilawa schaute ihn fragend an.
    „Sollte ich diesen Beruf kennen!“, hakte dieser nach.
    „Naja. Ich jage die Bösen in der Zauberwelt!“, fügte Harry erklärend hinzu.
    Der Moderator nickte verständnisvoll, warf ihm aber noch einige irritierte Blicke zu.
    Anscheinend hielt er ihn für verrückt.
    War ja nachzuvollziehen, schließlich war er ja auch nur ein Muggel.
    „Und wer sind Sie und was machen Sie so beruflich?“, wollte er nun von Oliver wissen.
    „Ich bin der Oliver und komme aus dem Wuppertal!“, erwiderte dieser.
    „Aja und ich bin Quidditschspieler in einer der führenden Mannschaften in der Bundesliga und Gelegenheitstrainer!“, fügte er noch hinzu.
    Pilawa zog die Augenbrauen hoch.
    „Quidditsch…aja, was das auch immer sein mag. Wieder so eine neue Sportart?“
    „Das ist die Sportart überhaupt in der Zauberwelt. Komisch, dass Sie noch nie davon gehört haben!“, entgegnete Wood fast ein bisschen eingeschnappt.
    Dieser musterte ihn verunsichert und flüsterte irgendwas in sein Mikrofon.
    Anscheinend wollte er sich mit der Regie absprechen, was er für verrückte Kerle in der heutigen Sendung hatte.
    Dann fuhr er scheinbar unbeirrt fort und wendete sich nun auch meinem Dad zu.
    „Also ich bin der Blaise und komme direkt aus dem Paradies der Frauen!“, er grinste Pilawa süffisant an.
    „Aja!“, anscheinend wunderte den gar nichts mehr.
    „Und wie sieht Ihre Traumfrau aus?“
    Blaise grinste ihn schelmisch an.
    „Traumfrau? Ich liebe alle Frauen!“
    War ja wieder klar.
    Selbst Pilawa grinste.
    „Und was machen Sie so, um alle diese Frauen zu erobern? Haben Sie da ein paar Tipps für andere Männer?“
    „ Naja. Mein Standardprogramm: gemeinsam ins Kino, Oper oder Ballett, bei verschärften Erfolgsaussichten dann zu mir nach Hause. Ich weiß nicht, ich muss da nicht viel machen, die Frauen kommen meistens auf mich zu und mit ein bisschen Charme krieg ich die am Schluss immer rum…!“, antwortete dieser gelassen.
    „Und was machen Sie außer Frauen rumkriegen sonst noch in Ihrer Freizeit oder beruflich?“
    Das ließ sich Blaise natürlich nicht zweimal fragen.
    „Ich gebe leidenschaftlich gerne mein Geld aus - ansonsten bin ich vollauf damit beschäftigt geeignete Kandidatinnen für meine Standardprogramme aufzureißen. Einer der Gründe warum ich heute hier sitze!“
    Die Männer im Publikum pfiffen und die Frauen waren meinem Dad wohl auch nicht sonderlich abgeneigt.
    „Haben sie irgendwelche Vorlieben bei Frauen?“, fragte er nun meinen Vater.
    „Naja, sie sollte nett, witzig und lieb sein!“, antwortete dieser ehrlich.
    Die Frauen im Publikum seufzten und applaudierten laut.
    „Und Abneigungen?“
    „Naja, sie sollte nicht hässlich sein, obwohl das Aussehen jetzt nicht so wichtig ist“, gab er verlegen zu.
    „Oh doch!“, kam es von links.
    „Und jetzt wieder zur goldenen Mitte. Wollen Sie uns noch irgendwas erzählen?“
    „Eigentlich nicht!“, kam es von meinem Onkel.
    „Sie möchten eine Frau kennen lernen, oder?“
    „Ja!“, meinte er bestimmt.
    Natürlich, sonst wäre er ja nicht da.
    Omann…
    „Und warum seid ihr hier?“, wurde die Frage von Pilawa in den Raum gestellt.
    „Meine Freundin Hermine hat mich hier angemeldet! Sie meint, ich bräuchte eine Freundin!“, kam es von meinem Vater.
    „Wie gesagt, ich brauch ein neues Mitglied in meinem Harem!“, gab auch Blaise bereitwillig Auskunft.
    „Keine Ahnung, hat grad in meinen Terminkalender gepasst!“, warf Wood ein.
    Pilawa sparte sich seinen Kommentar.
    „So, das war die Vorstellungsrunde und jetzt bin ich mal auf die junge Dame gespannt, die jetzt kommt und hoffentlich heute auf ihre große Liebe trifft!“, verkündete er.
    „Aber davor brauchen wir noch die Wand!“, schrie er und sein Geschrei ging unter dem tosenden Geklatsche des Publikums unter.
    Okay….
    Die Wand fuhr rein, die aus einem silbernen Spiegel gefasst in ein rotes Herz bestand.
    „Hier kommt Sarah aus Bayern vorzugsweise aus London!“
    Meine Mutter betrat aufgeregt die Bühne.
    Omann, jetzt wurde es wirklich absurd.
    Das konnte doch nicht echt sein.
    „Hallo! Sarah, was machen Sie beruflich?“
    „Ich bin Quidditschlehrerin in Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei!“
    Schon wieder zog Pilawa die Augenbrauen kritisch in die Höhe.
    „Soso und was machen Sie so in Ihrer Freizeit?“
    „Ich habe Spaß mit gutaussehenden Männern, spiele profimäßig Gitarre, pflege meine sozialen Kontakte und naja, was man sonst eben noch so tut!“
    „Und, wie sollte ihr Traummann sein!“
    „Naja ich hab da keine genaue Beschreibung, aber er sollte groß sein, am besten dunkle Haare, grüne Augen wären toll, Humor haben, er sollte mich zum Lachen bringen können, sollte Manieren haben und höflich sein, sollte Ausstrahlung und Charisma besitzen und natürlich muss er intelligent sein. Mehr will ich eigentlich nicht!“, erläuterte meine Mutter.
    „Na, das stellt ja kein Problem da!“, kam es von der anderen Seite der Wand.
    „Pscht!“, machte Pilawa.
    „Also da drüben. Seid ihr bereit? Fangen wir an mit den Fragen von Sarah!“
    Meine Mutter holte ihre Herzblattkarten raus und las sie vor.
    „Kandidat Nummer 1, Ich gehe gerne abends weg. In welcher Kneipe oder Diskothek würdest Du Kandidat 3 in der Stadt vermuten?“
    „Im Puff!“, kam es knapp von meinem Vater.
    Blaise grinste ihn süffisant an.
    „Und Kandidat 2, wo treibt sich Kandidat 1 so rum?“
    „Naja, wahrscheinlich gar nirgends. So wie der aussieht ist es schon ein riesen Ding, wenn er überhaupt mal das Haus verlässt. Aber wahrscheinlich lässt das modische Brillengestell ihn überall rauskennen und schlägt jeden Bösen inklusive Voldemort ohnehin schon in die Flucht! Wenn er doch mal rausgeht, ist er bestimmt zum Tee bei dem alten Sack Dumbledore eingeladen“, kam es von Onkel Wood.
    So kannte ich ihn gar nicht. Sonst waren mein Vater und Oliver immer gute Freunde gewesen, das hatten meine Mutter und mein Patenonkel wenigstens immer behauptet.
    „Kandidat 3, was wünscht du dir nach einem Abendessen mit mir zum Nachtisch?“
    „Ein Gummi, Bärchen!“, meinte der herausfordernd, wofür er vom Publikum einige Lacher kassierte.
    „Manchmal bin auch ich ein böses Mädchen, Kandidat 1, was hast du schon alles ausgefressen?“, stellte meine Mutter Frage Nummer 2.
    „Letzte Nacht ein Glas Nutella!“, meinte mein Vater verschmitzt.
    Meine Mutter lachte kurz und wandte sich dann wieder Wood zu.
    „Kandidat 2, was würde dein kriminelles Erlebnis sein?“
    „Naja, ich würde nie was Illegales machen, aber ich würde mit dir einen Krimi drehen. Mit Bonnie und Clyde, aber Bonnie natürlich ohne Kleid!“, lachte der.
    „Soso und Kandidat 3, was ist mir dir, irgendwas zu beichten?“
    „Ich hab mir schon so oft die Finger bei heißen Frauen verbrannt, ich geh nur noch mit Feuerlöscher ins Bett!“
    „Kandidat 1, glaubst du, dass Kandidat 2 ein romantischer Mensch ist?“
    „Nicht so romantisch wie ich aber ich denke schon, wenn nicht sein gesunder Realismus überwiegt!“
    Gut, dass Mama das süffisante Grinsen nicht sah.
    „Kandidat 3, was glaubst du, hat Kandidat 1 zu bieten?“
    „Leidenschaftlichen knallharten Blümchensex!“, kam es von Zabini.
    Und der bekam wiederum einen bösen Blick, seitens Harry.
    Sarah fuhr fort.
    „Wir sind auf einer einsamen Insel. Was würdest du tun, damit wir überleben? Kandidat 2?“
    „Was zu essen suchen. Beeren sind eine gute Idee. Und noch eine Quelle oder so!“, erläuterte er.
    Machte Sinn.
    „Kandidat 3?“
    „Klarer Fall von Arterhaltung. Wir…!“
    „Das ist eine Sendung, die im Vorabendprogramm läuft!“, erinnerte Pilawa Zabini.
    „Kandidat 1: Wir sind endlich zusammen. Wirst du mich deinen Eltern vorstellen?“, fragte meine Mutter.
    „Wohl kaum, die sind tot!“, meinte mein Vater und lächelte traurig.
    Dafür erntete ein mitleidiges Oh vom Publikum.
    „Das tut mir leid. Kandidat 2?“
    „Ja, die würden schier in die Luft springen, wenn ich mal eine vernünftige Frau kennen lernen und sie mitbringen würde!“
    Sarah lachte.
    „Kandidat 3, warum hast du dich von deiner letzten Freundin getrennt?“
    „Sie war schlecht im Bett und bis eben wusste ich nicht einmal, dass es dafür einen Grund braucht!“, grinste er.
    Auch meine Mutter konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
    „Kandidat 2, angenommen ich bin verheiratet und mein Mann ist auf Dienstreise, wir zwei hatten aber mal eine Affäre, wie reagierst Du?“
    „Je nach Dauer der Dienstreise. Bei Dir, bei mir oder am Wochenende in Paris.“, antwortete mein Onkel.
    Das schien meiner Mutter sehr zu gefallen.
    „Und Kandidat 1? Wie würdest du die Zeit ausnutzen?“
    „Dein Mann ist auf Dienstreise? Verstehe ich gar nicht. Dein Mann, der bin doch ich.“, lachte er amüsiert.
    Diese Antwort zog wohl ebenfalls bei meiner Mum.
    Und jetzt war anscheinend wieder Pilawas Part.
    „So das waren die Fragen, unsere Susi wird das noch einmal zusammenfassen!“
    Noch einmal der letzte Kameraschwenk über die drei Kandidaten.
    „So liebe Sarah, wer soll denn nun Dein Herzblatt sein:
    Kandidat 1: Der romantische Mann mit dem stilsicheren Brillengestell, der sich jetzt schon als dein Mann fühlt- oder -
    Kandidat 2: dessen Eltern dich jetzt schon freudig empfangen würden und der mit dir schöne Wochenenden in Paris verbringt - oder doch-
    Kandidat 3: der Verführer mit dem Standardprogramm, der nicht von Dir ablässt?
    So Sarah, jetzt musst Du Dich entscheiden!“
    Die Stimme von Susi verstummte.
    Alle Blicke lagen gespannt auf meiner Mutter.
    Die schien emsig zu überlegen.
    Nach einer Weile hatte sie wohl eine Entscheidung getroffen.
    „Und Sarah, wer soll dein Herzblatt sein?“
    Pilawa sah sie erwartungsvoll an.
    „Ich habe mich nach gründlichem Überlegen endlich entschieden!“
    Der Saal hielt die Luft an.
    „Ich nehme alle drei!“
    Pilawa sah sie entgeistert an, atmete geduldig ein und zuckte mit den Schultern.
    Anscheinend war ihm die Sendung eh schon skurril genug und es war ihm mittlerweile auch schon egal.
    Die Menge jubelte und die Trennwand wurde zurückgefahren.
    Die drei Gesichter und Menschen, die ich nur allzu gut kannte, kamen auf meine Mutter zugestürzt.
    Sie ließ die Rose fallen, die sie davor in der Hand gehalten hatte und ließ sich von den 3 Paar starken Männerarmen umschlingen.
    Jetzt reichte es mir aber endgültig.
    „Naja, wohin geht es morgen, da ist die Frage, die uns noch bleibt!“, setzte Pilawa an.
    „Ich bitte einen von euch vier“, er betonte die Zahl wohl extra „einen Umschlag zu ziehen!“
    „Ladies first!“, meinten die einstimmig und meine Mutter zog eine Karte.
    Sie öffnete den Umschlag und zog den Inhalt raus.
    Pilawa nahm ihr die Karte aus der Hand und las sie laut vor.
    „Ihr macht eine Reise mit dem Herzblatt-Hubschrauber nach Stockholm. Dort erwartet Euch ein nagelneues Hotel, indem wir jetzt wohl die Zimmerreservierung ändern müssen. Beim Kulturerlebnis in der City könnt Ihr dann erste gemeinsame Interessen entdecken. Zufällig findet an dem Wochenende auch noch ein Konzert statt ... Viel Spaß dabei.“
    Meine Mutter strahlte übers ganze Gesicht.
    Und zu viert verließen sie die Bühne.
    „Das war wieder eine sehr turbulente Ausgabe von Herzblatt hier im Ersten! Bis morgen Abend, ich freue mich jetzt schon auf neue Gäste, mit hoffentlich normaleren Hintergründen!“, sprach Jörg Pilawa das Schlusswort.

    Ich hörte ein Geräusch, das sich nicht wie die Abspannmusik von dieser Sendung anhörte.
    Es hörte sich eher an wie Dick, der fluchend umhersprang.
    Ich öffnete meine Augen.
    Zum Glück war das alles nur ein Traum gewesen.
    Ich drehte mich um und sah wie eben dieser Dick in einer Pfütze Milch stand.
    Auf dem Boden lagen Scherben und ich warf ihm fragende Blicke zu.
    „Tut mir leid, dass ich dich geweckt habe, aber mir ist mein Glas runtergefallen!“
    Hatte ich fast schon vermutet.
    „Kein Problem!“
    Mit diesen Worten drehte ich mich um und schlief verwirrt wieder ein.
    Glücklicherweise zerbrach ich mir davor nicht mehr den Kopf und hatte angenehmere Träume.

Kommentare (1)

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bastia1222 (93722)
vor 1324 Tagen
War nicht so mein fall. Vor allem das sie am ende alle 3 nimmt