Springe zu den Kommentaren

Silberblut-Mondkinder

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
2 Kapitel - 5.341 Wörter - Erstellt von: Airin - Aktualisiert am: 2012-07-01 - Entwickelt am: - 1.438 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Eine andere Welt, voll neuer Abenteuer. Eine junge Frau, die Alles verliert und doch Alles finden wird. Die Verlust und Schmerz erfahren muss aber am Ende die Liebe bekommt.
Begleite sie auf ihrem Weg!

1
Prolog
Der Sturm war plötzlich und ohne Vorwarnung über das Lymala-Meer hereingebrochen. Der Himmel über dem schwarzen Wasser war bleigrau am Horizont und über einem kleinen Schiff, dessen einst schneeweiße Segel nun schmutzig durch die Dunkelheit leuchteten, von tiefhängenden dunklen Wolken verdeckt.
Eine junge Frau, die sich ein unförmiges Bündel an die Brust presste stand auf dem nassen, rutschigen Deck des windgebeutelten Bootes. Es regnete in Strömen und das lange, schwarze Haar klebte ihr salzverkrustet in dem schönen Gesicht. Spitz schauten ihre Ohren daraus hervor und ließen erraten, dass es sich bei der Frau um eine Elfe handelte.
Eine riesige, schwarze Welle des salzigen Wassers traf das Schiff hart in der Backbord-Seite und brachte es kurz vor das Kentern. Einige Männer der Besatzung wurden unter Angstgeschrei vom Deck geschleudert und in die tiefen Abgründe des Meeres gerissen. Alle wussten, dass es mit dieser Nussschale von einem Schiff keine Hoffnung auf Rettung gab, doch trotzdem versuchte man zu retten was zu retten war und brachte alles bewegliche unter Deck.
Rhem drückte ihre kleine, wie am Spieß schreiende Tochter enger an sich und wickelte sie noch einmal in die Tücher. Erst drei Jahre alt und doch wusste das Kind, was ihm bevorstand. Sie war doch noch so zart und klein, warum musste dieses Leben verschwendet werden? Es schmerzte die Mutter nun dem Tod entgegen sehen zu müssen. Hinter einem dichten Regenschleier konnte die Frau gerade noch die dunklen Türme und die sichere Stadtmauer Akars als Schemen ausmachen. Neben ihr stand ein großer, schlanker Mann mit zerzaustem Haar. Sie hätten gemeinsam ein so schönes Leben haben können, doch das schien ihnen nicht vergönnt zu sein. Rhem fasste einen Entschluss, als sie den Blick ihres Mannes auf dem aufgewühlten Meer sah, aus dem jegliche Hoffnung auf ein Wunder gebannt war.
"Es tut mir Leid, dass es so kommen musste. Ich hätte nie von dir Fortgehen sollen, doch jetzt ist es zu spät. Verzeih mir, dass ich dich selbst im Tod nicht begleiten kann, doch ich muss versuchen das Leben unserer Tochter zu retten und Akar zu erreichen."
Sie legte dem Mann eine Hand an die Wange und stellte sich auf die Zehenspitzen um ihn zu küssen. Der zog sie wortlos fest an sich und sie gaben sich einen letzten, hingebungsvollen Kuss. Nie wieder würden sie dieses unvergleichlich süße Gefühl verspüren. Langsam und unsicher wandte sie sich ab und schaute auf das dunkle, Tod verheißende Wasser vor ihr. Doch schließlich überwand sie sich, wirkte einen Zauber, der ihre Tochter vor dem Ersticken retten würde und sprang. Spuckend kam Rhem wieder an die Oberfläche und begann verzweifelt zu schwimmen.
Sie gestattete sich einen letzten Blick zurück zu dem Schiff und musste hilflos mit ansehen, wie es von Wassermassen überspült wurde und die Gestalt an Deck, die zu ihr herübersah mit in den endlosen Ozean hinab zog. Schaudernd wandte sie sich ab und klammerte sich in letzter Verzweiflung an den Gedanken, dass sie es schaffen könnte und somit das junge Leben ihrer Tochter retten könnte.
Sie spürte, wie das elfische Blut heftig durch ihre Adern strömte und ihr die Kraft gab sich weiter Richtung Akar vorzuarbeiten. Schon nach den ersten Schwimmzügen wurde sie von einer riesigen Welle überspült, unter Wasser gedrückt und herumgewirbelt. Um Luft ringend kam Rhem wieder an die Oberfläche, nur um sofort wieder hinunter gedrückt zu werden. Danach konnte sie eine kurze Strecke hinter sich bringen, bevor das Wasser sie wieder hinab zog. Die Stadt schien nicht näher zu rücken, egal was sie versuchte. Der schützende Hafen war noch so fern. Schaffe ich das? Ich muss! Für mein Kind, dachte die junge Frau.
Nach einer endlosen Kraftanstrengung gelangte sie schließlich vollkommen ausgelaugt und halb bewusstlos in den Hafen. Alle, die die letzten Boote sicher vor dem Sturm vertäut hatten und nun von ihrer Arbeit an der Kaimauer entlangliefen sahen Rhem an, als sähen sie ein Gespenst. So sah sie auch aus: Aschfahl im Gesicht mit wirren Haaren, beinahe irren Augen die aus einem verzerrten Gesicht schauten und mit klammen Fingern, die sich an die Hafenmauer klammerten.
Die Menschen traten einen Schritt vor um die Gestalt näher betrachten zu können. Es kam selten vor, dass Überreste von Schiffen nach einem Sturm in die Stadt geschwemmt wurden, doch eine noch lebende Frau mit einem Kleinkind? Sie musste mit sehr viel Glück geradewegs in den Hafen geschwemmt worden sein. Denn geschwommen konnte die Frau unmöglich sein, denn das wäre wider die Natur gewesen, doch andererseits hatte sie spitze Ohren... Die Frau legte das Bündel mit einem kleinen, nassen, weinendem Kind darin auf die Mauer:
"Brin…bringt das Kind zu der Familie Lakai. Das ist A… arani Mis das Kind von Rhem. Sagt da...das."
Schnell kam ein Mann herbei und streckte Rhem eine Hand hin, doch die ließ sich lächelnd in das Wasser gleiten. Fassungslos starrte der Mann ihr hinterher, als das Meer sie verschluckte.
Sie spürte, wie sich ihre Lungen, nach einem letzten nach Leben ringenden Krampf mit Wasser füllten und ihr die Luft aus dem Leib presste. Dann war es vorbei. Endlich hatte das Leben Rhem verlassen.

Kommentare (1)

autorenew

#Whatever (82134)
vor 777 Tagen
Bitte schreib weiter.Das ist voll spannend in hat mich total gefesselt.I want more pls :)