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Lyra Smith: FanFiktion zu Harry Potter Teil Vier

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1 Kapitel - 845 Wörter - Erstellt von: Flora2 - Aktualisiert am: 2012-07-01 - Entwickelt am: - 2.730 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

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Eure Flora2

    1
    Schon innerhalb kurzer Zeit hatte Lyra acht Todesser im direkten Duell erledigt, drei weitere aus dem Hinterhalt, und sie hatte einen Gryffindor, vier Ravenclaws und fünf Hufflepuffs vor dem sicheren Tod bewahrt. Trotz ihres Erfolges hatten die Duelle ihre Spuren hinterlassen: Sie hatte eine blutige Platzwunde am Kopf, und ihr linkes Handgelenk war verstaucht, sodass sie ihren Arm dicht an den Körper gepresst hielt. Inzwischen tat sie es Neville gleich und sammelte die Zauberstäbe als Ersatz, und gerade duellierte sie sich mit einem ekelerregenden Todesser. Als es drei Uhr nachts war, schallte von den Wänden Lord Voldemorts Stimme wieder.,, Ihr habt tapfer gekämpft…” und so weiter und so fort, er befehle seinen Todessern, sich zurückzuziehen, Harry Potter solle in den verbotenen Wald kommen, sonst mache er alle platt. Als er geendet hatte, sprang der Todesser, mit dem sich Lyra gerade noch duelliert hatte, die Treppen hinunter und durch die Tür. Sie zogen sich tatsächlich zurück! Lyra hätte vor Erleichterung fast geschluchzt.
    Das Erste, an das sie dachte, war Neville. Hoffentlich war er in Sicherheit. Sie entschloss sich, in die große Halle zu gehen, wo auch genug Platz für Verletzte und - eine Welle des Schuldgefühls ging durch Lyra - auch Tote. Vor ihrem inneren Auge sah sie bereits Neville auf dem Boden liegen, blutig, mit gebrochenen Gliedmaßen und blicklosen Augen. Schnell machte sie sich auf den Weg.
    Überall in Hogwarts fehlten Teile der Wände, es klafften Löcher im Boden, feiner Staub flog durch die Luft und drängte sich in Lyras Lunge, bis sie husten musste, und überall auf dem Boden waren rote Flecken verteilt. Hogwarts sah schrecklich aus. Der einzige Ort, an dem sie sich zu Hause fühlte.


    Lyra war etwa vier Jahre alt, als sie auf dem Weg nach Hause singend über die Gehwegplatten hüpfte. Das Lied war ein einfacher Kinderreim, aber doch sang sie ihn bei jeder Gelegenheit. Von der Kindertagesstätte am Rand der Kleinstadt durfte sie alleine heimgehen, ihre Mutter hielt da große Stücke auf sie.
    Immer noch lachend und singend bog sie um die Straßenecke, hinter der ihr Haus lag. Oder zumindest liegen sollte. Direkt vor Lyras in rosa Sandalen verpackten Füßen lagen Schutt und Geröll. Steine und Brocken versperrten die Straße. Das Einfamilienhauses, in dem Lyra ihre ersten Lebensjahre verbracht hatte, hatte sich in einen undefinierbaren Schutthaufen verwandelt. Der Kopf einer Puppe ragte aus den Trümmern hervor. Lyra weinte automatisch, obwohl sie sich als Kleinkind noch nicht vorstellen konnte, was mit ihrem Zuhause geschehen war. Sie stolperte zur Puppe, drückte sie an sich, und bemerkte schließlich, dass ihr ein Bein fehlte. Und sah ihre Mutter.
    Sie lag zwischen den Trümmern, mit geschlossenen Augen, unter den Trümmern halb vergraben. Lyra setzte hin und wartete darauf, dass sie aufwachen würde und ihr erklären könnte, was los war. Erwachsene durfte man beim Schlafen nicht stören. Sie wartete eine Weile, aber nichts geschah.

    Erst später hatte sie eine besorgte Nachbarin gefunden, die sie auf Nimmerwiedersehen beim Jugendamt ablieferte. Dann wurde sie von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht und erst mit elf Jahren hatte sie erfahren, dass es da draußen eine Welt voller Magie gab, als ihr eine Schleiereule einen auf schwerem Pergament geschriebenen Brief überreichte. Und so kam sie nach Hogwarts.


    Neville stand ungeduldig in der Großen Halle und wartete. Auf Lyra. Mit jeder Minute Wartezeit vergrößerte sich seine Angst, dass sie vielleicht mit gebrochenem Genick mutterseelenallein auf einem Korridor lag. Er sah sich in der Halle um. Helfer verpflegten Verletzte, und in einer viel zu langen Reihe lagen die Toten.
    Ununterbrochen kam jemand herein und trug einen Leichnam auf den Schultern, den er zur ständig wachsenden Reihe dazulegte. Es waren zu viele. Die meisten waren noch jung, sie hatten noch das ganze Leben vor sich gehabt. Neville wandte sich wieder dem Eingang der Halle zu.
    Und dann kam sie.
    Lyra stützte ein Mädchen mit einer blutigen Wunde, das sich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Sie selbst jedoch sah nicht besser aus: Ihr sonst glänzendes schwarzes Haar war blutverschmiert und sie umklammerte ihr linkes Handgelenk. Lyra ließ ihren wachsamen Blick über die Halle schweifen, sie verharrte kurz bei den Leichen, und letztendlich trafen sich ihre Blicke. Ihr Lächeln war so warm, dass Neville fast verrückt wurde.
    Noch nie war er so erleichtert.

Kommentare (2)

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Sona14 (51284)
vor 1022 Tagen
Oh, das ist fieß! Wieso?
Shizorou (01361)
vor 1121 Tagen
So schön und doch so traurig