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Mikata Teil 1

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11 Kapitel - 10.062 Wörter - Erstellt von: Metina - Aktualisiert am: 2012-05-15 - Entwickelt am: - 1.504 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Yamaya Sato, eine siebzehnjährige Schülerin, führt ein Doppelleben. In der Freizeit ist sie nämlich eine begnadete Kämpferin und geht als „Metina“ gegen das Unrecht in der Welt vor. Dabei trifft sie auf Straßenkind Sayuri Byeró, die ihr das Leben rettet. Erst schickt Yamaya sie weg, da sie ihr Leben als Einzelgängerin führt, doch bei der nächsten Begegnung nimmt sie das seltsame Mädchen, das irgendwie mit ihr verbunden scheint, mit zu sich - allerdings mit einer Einschränkung: nach vier Wochen muss Sayuri gehen.

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Ich weiß gar nicht mehr, wie es dazu überhaupt kommen konnte. Ob mir das wohl ein zweites Mal passieren würde? Vergessen werde ich es wohl nicht …

Es begann an einem ganz normalen Tag. Ich hatte es mir in meiner Wohnung gemütlich gemacht. Sie ist klein, aber für eine alleinstehende Person wie mich reicht sie völlig aus. Ich habe alles, was ich brauche – ein Bad, eine Küche, ein Bett und genügend Platz zum Leben. Ich hatte mich gerade an meinen Laptop gesetzt, als ein Schuss ertönte. Da ich selbst eine Waffe besitze, wusste ich sofort, dass der Schuss aus einer ähnlichen Pistole stammte. Ich hatte auch eine Vermutung, wer es war; also griff ich nach meiner Tasche und lief los.
Nicht weit entfernt von meiner Wohnung wurde ich fündig. Mein Verdacht bestätigte sich. Ich sah zu dem Mädchen hinüber, das am Boden saß und so aussah, als erwarte sie den tödlichen Schuss. Gerade noch rechtzeitig konnte ich mich dazwischen stellen. Ich spürte den erstaunten Blick des Mädchens im Nacken. In diesem Moment kam mir der Gedanke, was ich eigentlich tun wollte. Ich kannte den Mann, der die Waffe auf mich gerichtet hatte; und wusste sehr gut, dass er mir weit überlegen war. Warum brachte ich mich immer wieder in solche Situationen?
In derselben Sekunde erklang ein Schuss. Erschrocken riss ich die Augen auf und war unfähig, auszuweichen. Das tat ein anderer für mich – ich wurde heftig gestoßen und landete unsanft auf dem Asphalt. Ich wollte mich umsehen, doch mir wurde schwarz vor Augen.
Als ich zu mir kam, lag ich am Boden. Das fremde Mädchen hatte sich über mich gebeugt und lächelte erleichtert, als sich unsere Blicke trafen. Ich stützte mich hoch.
„Warum hast du das getan?“
Mein Blick fiel auf ihren rechten Arm. Unterhalb des Ärmels war Blut zu sehen. Er musste sie getroffen haben, als sie mich zur Seite stieß!
„Komm am besten mit.“, schlug ich vor. Sie bedankte sich und folgte mir.
In meiner Wohnung angekommen, versorgte ich ihre Wunde. Ich habe nicht sonderlich viel Ahnung davon, aber es reichte für den Hausgebrauch.
„Das müsste ausreichen.“
„Ja, vielen Dank.“
Ich lehnte mich zurück und sah aus dem Fenster. Dass ich sie mitgenommen hatte, lag nur daran, dass ich ihr vermutlich mein Leben verdankte. Sonst hat es nichts zu bedeuten, sagte ich mir. Natürlich wusste ich auch damals schon, dass genau das nicht der Fall war.
„Wie heißt du?“, riss mich die Stimme des Mädchens aus den Gedanken. Ich sah sie an.
„Warum fragst du?“, wollte ich misstrauisch wissen. Das Mädchen hob die Schultern.
„Du musst es mir nicht sagen.“, meinte sie, „Aber mich interessiert nun mal der Name meiner Retterin.“
Ich wandte meinen Blick ab.
„Yamaya. Yamaya Sato.“
„Ich bin Sayuri.“, antwortete sie, „Danke, dass du mir geholfen hast.“
Ich seufzte und sah ihr an, dass sie noch etwas wissen wollte. Gerade wollte ich sie darauf ansprechen, da kam sie mir zuvor.
„Darf ich vielleicht … über Nacht bleiben?“
Ich erstarrte, und Sayuri senkte den Blick.
„Ich lebe auf der Straße.“, erklärte sie, „Vor einem halben Jahr bin ich von zuhause weggelaufen. Und bei diesem Wetter …“
Sie hatte Recht, es goss bereits in Strömen. Doch ich ließ die Kaltherzige raushängen.
„Das hat nichts mit mir zu tun.“, sagte ich entschieden und stand auf, „Ich habe dich gerettet, du hast mich gerettet. Wir sind quitt.“
Ich öffnete die Tür.
„Ich bin und bleibe Einzelgängerin.“
Sayuri sah mich traurig an und verschwand dann in der Dunkelheit. Ich schloss die Tür und machte mir eine Tasse Tee.

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