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The Rise

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3 Kapitel - 6.846 Wörter - Erstellt von: Julide Kavada - Aktualisiert am: 2012-05-15 - Entwickelt am: - 1.927 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Eine Geschichte über ein Mädchen, dass großen Mut beweist, über die Liebe und über Dinge, die es nicht geben sollte.

Eve Memphis lebt in einer Welt, in der du frei bist, solange Niemand deinen richtigen Namen kennt.
Ein Akt der Liebe, deinem Liebsten deinen richtigen Namen zu verraten. Doch als Eve das geviertelte Alter erreicht, scheint Alles anders.

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Vor langer Zeit, versuchten wir zu fliegen.-~ . ~ . ~ . ~ .~ . ~ . ~ . ~ . ~-Es ist schief gegangen.Eve Memphis' Haare wehrten sich strikt gegen









Vor langer Zeit, versuchten wir zu fliegen.
-~ . ~ . ~ . ~ .~ . ~ . ~ . ~ . ~-
Es ist schief gegangen.








Eve Memphis' Haare wehrten sich strikt gegen Alles was sich als Styling bezeichnen konnte.
Ein letzter Ausweg war gewesen, sie auf Schulterlänge zu kürzen und jeden Morgen eine Ewigkeit damit zu verbringen, Strähne für Strähne zu glätten und einsprayen- glätten und einsprayen. Eve fand, dass sie sogar relativ passabel aussahen, seit dem letzten Friseurtermin.
Die Frau am Empfang war nett gewesen und hatte ihr sogar ein Pfefferminz angeboten, vielleicht aber auch nur, um ihr den Mund zu stopfen, damit sie keine Fragen mehr stellen konnte. Eve naschte für ihr Leben gern und das Bonbon war Balsam für ihren leeren Magen gewesen.
Im Haircut arbeiteten lauter schwarzhaarige aufgestylte Zwanzigjährige, die mindestens ein Piercing im Gesicht stecken hatten und waren die meiste Zeit damit beschäftigt, den einzigen Mann in der Kette anzuhimmeln. Eine Banshee mit dem Kamm und dem Föhn.
Eve würde endlich eine Geviertelte sein. Sie und ihre Mutter waren sich einig gewesen, dass dies Anlass genug war, sich zu verändern.
Es war Tradition, den fünfzehnten Geburtstag so zu feiern, als wüsste man genau wann man sterben würde. Denn mit 15 erreichte man das 'geviertelte Alter'. Man wurde 15, wurde 30 (erreichte schon das halbe Alter), wurde 45 (galt als faltig, grauhaarig, unbeweglich und war im gedreiviertelten Alter) und wenn man Glück hatte, konnte man sich sogar von seinen Enkeln als Oma oder Opa schimpfen lassen- man wurde 60. Die 60 nannte man das ganze Alter. Man hatte Alles gesehen und nun war es Zeit, den Tod mit offenen Armen zu empfangen, mit ihm Tee zu trinken und Kekse zu essen und ihm schließlich im Schlaflied mit nach oben zu folgen, in den Himmel. Denn man hatte ja richtig gelebt, im Vierteltakt.
Als Eve Memphis an diesem Morgen ihren Schrank öffnete, fand sie Kleidung, die sich als Alles beschrieben ließ- als Alles, das nicht netter war als 'angenehm'.
Von kratzigen grünen Wollpullovern bis über zu schwarzen Röcken hielt ihre Wundertüte auch noch ein Kleid mit korkfarbenem Mieder und beigen Ärmeln, auf das Eve schließlich zurückgriff.
In aller Montur trat sie vor den Spiegel.
Eve war nicht verwundert, dass sie selbst einem Überraschungspaket glich. Kleidung stimmte mit Make-Up überein. Haare stimmten mit Spängchen und Klammer überein. Leider stimmten Kleidung und Frisur nicht überein.
Es war als würde man mit pinken Haaren eine schwarze Jeans und ein herbes Oberteil tragen. Eve grinste ihr Spiegelbild an. Sie war nicht sauer. <font;_italic>Sie wollen mich, sie kriegen mich- so, wie ich bin!</font>
Eve schlüpfte in ihre Schuhe: Ein Paar aus weichem Leder, festen Schnürsenkeln und harter Sohle, dafür geeignet, stundenlang durch die Gegend zu streifen, ohne Schmerzen zu bekommen. Mutter hatte die Schuhe nur erlaubt, weil das Paar praktisch sein würde, für Eves ersten Tag im fünfzehnten Lebensjahr. Eve war neugierig, sie würde viel erkunden wollen, was sich verändert hatte.
Sie drückte sich durch die Tür, die Treppe hinunter. In der Küche waren alle Lichter an, ansonsten war sie aber leer, wie zu erwarten.
Auf dem sauberen Küchentisch entdeckte Eve ein perfektes weißes Kleides, das wie für sie gemacht war. Ihre Familie ließ sie niemals im Stich.
Daneben ein kleiner Zettel, ein Datum und eine Uhrzeit, auf dem Hüftteil des Kleid, als wäre er eine Brosche. <font;_italic>1.5. / 16:00 Uhr</font>
Um 16:00 Uhr würde der Empfang für die diesjährigen Fünfzehnjährigen sein. Alle Jugendlichen des geviertelten Alters würden geschniegelt und gekämmt in einer Halle sitzen, leichte Speisen probieren und darauf warten, geweiht zu werden.
Bis dahin musste Eve sich an eine Hand voll Regeln halten. Sie durfte Nichts essen, zu Niemandem Kontakt aufnehmen und musste eine kleine Rede vorbereiten, gerichtet an Freunde und Familie, um ihnen dafür zu danken, dass sie das Warten auf das fünfzehnte Lebensjahr so süßlich hatten schmecken lassen. Die Rede war das Schlimmste gewesen. Eve hatte stundenlang in ihrem Zimmer gesessen und versucht, ihre Gefühle in Worte zu fassen. Letztendlich hatte sie dem Chaos in ihrem Inneren doch ein paar Zeilen abgewinnen können. Sie fragte sich, wie die Anderen es schafften, ruhig zu bleiben, wo es in wenigen Stunden doch so viel Neues zu entdecken gab! Ein ganz neues Selbst, eine neue Welt, neue Gefühle!
Eve würde in einer wunderschönen Pracht erscheinen und von königlichem Besteck essen. Sie würde ihre Eltern wieder in die Arme fallen, ihrer Mutter und ihrem Vater anmutig einen Abschiedskuss auf die Wange hauchen. Es wäre kein für immer, aber der Abschiedskuss war das Symbol für das Loslassen der alten Persönlichkeit. Eve würde als volljährig gelten und ausziehen dürfen. Sie würde heiraten dürfen, Kinder bekommen und ein Haus bauen. Aber es war mehr als das. In der Jugendweihe würde Eve endlich ihren richtigen Namen erfahren.
Für Alle anderen wäre sie immer noch Eve.
Wer den richtigen Namen einer Person kannte, hatte die komplette Kontrolle über sie. Es war vor langer Zeit ein Akt der Liebe gewesen, seinem Liebsten oder seiner Liebsten seinen richtigen Namen zu verraten, aber es hatte sich ausgedehnt. Menschen wie Eve, im geviertelten Alter, wären gezwungen den Befehlen Desjenigen zu folgen, der ihren richtigen Namen kannte.
Eve fand, dass das Nichts mehr mit Liebe zu tun hatte.
Sie huschte mit dem Kleid im Arm zurück in ihr Zimmer und tauschte es gegen das dirndlartige Stoffding, von dem Eve glaubte, es sei so alt, dass es anfangen müsste zu rosten.
Sie sah wie eine Furie, eine Leiche in Bergwerkstiefeln, aus. Aber es war Tradition, ein Symbol der Sträke neben einem Symbol der Schönheit, der Reichheit zu tragen. So, wie es Tradition gewesen war, seiner ewigen Liebe seinen richtigen Namen preis zu geben.
Eve brauchte einen Moment um sich zu fangen, aber dann sah sie wieder sich selbst im Spiegel. <font;_italic>Sie wollen mich, sie kriegen mich- so, wie ich bin!</font>
In einer Stunde würde sie ein neuer Mensch werden. Eine neue Eve Memphis, die fliegen konnte, solange sie wollte, ohne dass sie Jemand festhielt. Denn nur die, die ihren richtigen Namen wussten, konnten ihr ein Strick um den Hals binden. Aber Eve war kein Drache, den man im Herbst durch den Wind lenken konnte. Sie würde sich niemals verlieben, niemals heiraten und niemals Kinder bekommen, denen sie damit den selben Fluch auferlegte, einen richtigen Namen zu erhalten.
Dennoch war sie neugierig. Wie würde es sich anfühlen? Wäre es wie ein Tag am Meer, an dem man sich langsam mit den Zehen ins Wasser vortastet und einen das Kribbeln bis zum Scheitel hochfährt? Oder wäre es ein Blitzeinschlag an einem unruhigen Tag?
Mit dem Unwohl siegte die Neugier. Eve würde tapfer sein, standhaft mit ihren rutschfesten Wanderstiefeln und wunderschön und flatterhaft, wie ein tanzender Schatten in ihrem Kleid.
Sie würden einen nach dem Andere vortreten lassen, erst die Person, die vor und dann die Person, die hinter Eve saß. Es würde die Fragerei beginnen. Man nannte die Vollzieher der Jugendweihe Priester, obwohl nichts kirchliches an der Weihe lag. Man nannte sie Priester, weil sie wie im Gottesdienst eine Weihrauchkugel hin-und herschwenken, wenn der jeweilige Jugendlichen für seinen richtigen Namen geweiht wurde.
Eve ging im Kopf noch einmal ihre Danksagung durch.
Sie würde kurz verlesen, dass man vieles sehr lieb gewonnen hat und sich nun von einem kleinen Teil seiner Selbst verabschiedet, wie eine Schlange, die sich häutet. Eve würde den Menschen danken, die jede einzelne Materie ihrer Person geliebt und unterstützt hatten: Ihren Eltern, ihrer Freundin Cheryl und ihrem besten Freund Leven, der vor einem Jahr seine Jugendweihe hinter sich gebracht hatte. Seither benahm sich Leven anders als sonst, wollte Eve aber keinen Grund nennen.
In ihrer Fantasie würden die Leute klatschen, ihre Mutter würde Tränenfluten weinen und ihr Vater würde an Tage denken, wie diesen, an dem Eve Fahrrad fahren gelernt hatte. Die Sonne hatte geschienen. "Du hältst mich ganz sicher fest, ja?", hatte Eve gefragt und ihr Vater hatte genickt. Und doch hatte er sie losgelassen und sie war auf dem rotgelben Rad gefahren und gefahren, hatte geweint, weil sie nicht mehr gewusst hatte, wo sie war und ihr Vater plötzlich wie vom Erdboden verschluckt gewesen war. Es war gut gegangen.
Eve lief es kalt den Rücken runter. Sie schloss ihre Zimmertür und wollte gerade die Rollladen ihres Fensters runterlassen, als sie bemerkte, dass Jemand auf dem Baum vor ihrem Haus saß und sie beobachtete. Ein Mädchen, dass sich die Haare nach hinten geflochten hatte und sich wie auf der Jagd um den Ast näher zu ihr hangelte.
Als sie nur noch die Glasscheibe trennte, streckte die Fremde ihre karamellfarbene Hand aus und klopfte gegen das Fenster. Eve war paralysiert. Das Mädchen sah aus wie eine Walküre, eine Amazone. Ihre Zöpfe wanden sich um ihre Schulterblätter, die wie ihre Wangen und Augenlider mit orangenen und gelben Kriegsbemalungen verziert waren. Am Leib trug sie eine braune Jacke und eine dicke Hose, die ihre Beine wie Äste aussehen ließen. Als Eve blinzelte, verschmolz das Mädchen für eine Sekunde mit dem Baum.
Eve hob die Scheibe. Die Fremde schaute sie mit geweiteten Augen an, griff durch die Luft nach ihrem Handgelenk und streichelte mit dem Daumen über ihre Haut.
"Tallyn", flüsterte sie. Eve war sich sicher, dass sie keine andere Sprache beherrschte. Man lernte hier seine Heimatsprache, alles Andere galt als Verrat. Es musste sich um einen Namen halten.
"Tallyn Farr", sagte das Mädchen, diesmal Etwas lauter.
Eve wurde mulmig. Ihr Herzschlag hatte keinen Rhythmus, sondern schlug wild durcheinander, wie die Locken der Fremden, wenn sie den Kopf bewegte.
"Evelyn", meinte Eve, als würde sie dazu gezwungen. Das Mädchen entspannte sich ein Bisschen und lehnte sich auf seinem Ast zurück, ließ Eves Handgelenk los. Eve spürte, wie das Blut in ihre Finger erreichte.
"Wir brauchen deine Hilfe", sagte Tallyn und als Eve den Mund aufmachen wollte, legte sie ihr einen Finger auf die Lippen. "Pst."
Sie rutschte von der Astspitze auf das Fenstersims zu Eve ins Zimmer hinein und setzte sich unverblümt auf den Boden.
"Wir wissen nicht, an wen wir uns sonst wenden sollten. Deine Mutter leugnet den Kontakt zu uns..." Tallyn senkte beschämt den Kopf, als sei es eine Tugend, Jemanden nicht mehr gut zu kennen. So ging es im Leben doch ständig. Man lernte Leute kennen, ließ sie wieder los, man trieb einsam auf dem Boot weiter, dann Mal zu zweit, zu acht und plötzlich wieder allein. Nur selten hielt eine Bekanntschaft vom Flussufer bis zum Inselrand ans Ziel.
"Uns ist klar, dass du dich nicht selbst schützen kannst, aber bitte!" Tallyns Stimme war verzweifelt und als sie aufschaute, waren ihre Augen glasig. Eve bekam Mitleid mit ihr. Vielleicht war ihre Familie im Krieg gestorben, vielleicht war ihr Gedächtnis für immer ruiniert. "Ich bringe dich nach Hause", schlug Eve freundlich vor und ignorierte dabei Tallyns vor der Brust überkreuzte Arme.
"Lass das!", zischte die Fremde und war weiter nach hinten gerollt, ehe Eves Hand ihr helfen konnte.
Tallyn schluckte. "Du darfst nicht zu deiner Jugendweihe gehen! Wenn du gehst, werden wir unser Leben für deinen Schutz aufs Spiel setzen. Das musst du nicht erfordern! Du kannst weglaufen, über die Stadtmauern klettern, mit uns in den Wäldern und unter der Erde leben!"
Eve verstand kein Wort mehr. Für eine Irre beschrieb Tallyn ihre Lage viel zu wirklich, viel zu detailliert, als dass sie erlogen sein könnte.
"Wieso glaubst du, dass gerade ich euch helfen kann? Selbst, wenn ich wüsste..." Eve unterbrach sich selbst mit einem Seufzen.
Tallyn kam in ihrer knienden Position näher gekrochen. Sie strich Eve mit zwei Fingern über beide Wangen, als wollte sie ihr unsichtbare Kriegsbemalungen zeichnen, die ihren glichen. Als würde Eve dieses sanfte Streicheln zu einer Rebellin machen.
"Ich sehe dich. Ich war dabei, als du Laufen gelernt hast, habe deine Hand gehalten, als du die erste Begegnung mit dem Liebeskummer gemacht hast. Ich war immer da, ein Spiegelbild an deiner Seite, dass du nicht erkennen konntest."
Tallyn roch nach Wald und wilden Kräutern, die dort wuchsen. Sie roch wie ein Versprechen nach mehr, nach noch mehr Freiheit, als die Priester ihr je geben könnten.
"Wie erkennst du mich?", fragte Eve. Es war, als seien alle außer ihr in das größte Geheimnis der Welt einbezogen.
Ein Lächeln verlief wie auf einer Zielgerade von Tallyns rechtem, zu ihrem linken Mundwinkel.
"Deine Liebe", sagte sie, "Sie glüht!"
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The Rise
The Rise
Eine Geschichte über ein Mädchen, dass großen Mut beweist, über die Liebe und über Dinge, die es nicht geben sollte.Eve Memphis lebt in einer Welt, in der du frei bist, solange Niemand deinen richtigen Namen kennt.Ein Akt der Liebe, deinem Liebsten ...
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2012-05-02
40A0
Liebesgeschichten

Kommentare (1)

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Swity (72780)
vor 667 Tagen
Schreib doch weiter;-)! Ich finde die Geschichte gut