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Sand, Wind und Liebe Kapitel 2

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1 Kapitel - 4.231 Wörter - Erstellt von: Inge Ketchum - Aktualisiert am: 2012-05-01 - Entwickelt am: - 2.804 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Hier kommt der zweite Teil, wieder mit ganz viel Sand, Gefühl und einem süßen, temperamentvollen Marderhund. Viel Freude beim Lesen der zweiten Perspektive von "Seine Welt"! *verbeug*

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    MardiTemari hatte sich den Schlüssel zur Sporthalle besorgt. Sie schloss die Schiebetür auf und öffnete sie. „Das nächste Mal sollten wir irgend
    Mardi


    Temari hatte sich den Schlüssel zur Sporthalle besorgt. Sie schloss die Schiebetür auf und öffnete sie.
    „Das nächste Mal sollten wir irgendwie deinen Sand hierher schaffen. Das hier ist der einzige Ort, an dem man in dieser langweiligen, regelastigen Welt einigermaßen trainieren kann. und selbst hier ist kaum Platz, um meine Windjutsu und deinen Sand zu nutzen.“ sagte sie, „Taijutsu ist ja auch nicht so deins.“ sie sah sich um, ob jemand in der Nähe war, der das mehr oder weniger unerlaubte Training in der Sporthalle bemerken könnte. An der Ecke zum vorderen Schulhof stand ein Aufsichtslehrer. Temari zog einen kleinen Fächer aus der Tasche ihres Kleides, klappte ihn auf und erzeugte mit wenigen präzisen Bewegungen einen kleinen Windstoß, der dem Lehrer die Mütze vom Kopf in Richtung weg von der Halle wehte.
    „So einfach ist das?“ fragte sie, „diese Lehrer sind ziemlich leicht abzulenken.“
    Sie betraten die Halle. Neben der Tür stand innen ein flacher, hoher, schwarzer Kasten, der normale Menschen wahrscheinlich an die Aufbewahrungshülle für ein Gewehr gehalten hätte. Tatsächlich enthielt diese Hülle eine andere Waffe: Temaris großen Kampffächer, mit dem sie schneidende Stürme verursachen konnte. Sie hatte ihn wohl schon in der letzten Pause hierher geschafft, weil sie ihn der Aufmerksamkeit wegen, die so ein großer Gegenstand verursachte, nicht mit in die Klasse nahm.
    Die Halle bestand aus drei Stockwerken, die Galerien um den hohen, rechteckigen Raum in der Mitte bildeten. Dieser drei Stockwerke hohe Raum war die eigentliche Halle und die anderen Räume, Umkleiden und Geräteräume, sowie Räume für Tai-Chi und so weiter, waren darum herum angelegt. In der Mitte der Halle befand sich inmitten einiger Bambuspflanzen die traditionelle Holzsäule, die immer gleichmäßig hin und her schwankte. Beim Training bewegte sie sich stärker, um die Schwingungen von Wänden und Holzboden auszugleichen und so das innere Gleichgewicht des Gebäudes und die Harmonie der Konstruktion zu bewahren. In Japan war das auch eine Maßnahme gegen Erdbebenschäden. Hier nutzen Gaara und Temari es, damit niemand von außen bemerkte, dass manchmal im Inneren der Halle Stürme tobten und Unmengen Sand in die Luft stiegen.
    „Du wirst jetzt wohl den Sand benutzen, den du im Körper hast.“ sagte Temari.
    Gaara war sich nicht ganz sicher, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für Training war. Er hatte seinen Sand wegen Hanne nicht hundertprozentig im Griff. Und Mardi wurde immer wacher. Aber er konnte das Training nicht so einfach absagen. Erstens, weil er der Kazekage war und wenn er vor sich selbst Schwäche zeigte, würde das auch außen sichtbar werden. Zweitens sagte Naruto auch niemals ein Training ab. Und drittens ließ ein Ninja nur dann das Training ausfallen, wenn es sehr viel wichtigere Dinge zu tun gab.
    „Bist du soweit?“ fragte Temari und packte ihren Riesenfächer aus.
    „Ja.“ sagte Gaara. Der Sand sammelte sich auf seiner Haut, stieg in die Luft und wirbelte um seine Hände, als warte er nur darauf, dass sie ihn lenkten. Gaara konnte sich immer darauf verlassen. Früher war der Sand sein Schutzschild gewesen und hatte dafür gesorgt, dass er sich nicht verletzte. Heute war er einfach Gaaras einziges Kampfmittel und die einzigen Jutsu, die er benutzte, waren Sand. Er konnte gar nichts anderes. Keine Gen- oder Taijutsu und auch keine anderen Ninjutsu.
    „Schmuuuuuuuuckshuppeeeeeet!“ kreischte Mardi. Es war hellwach.
    Draußen vor der Halle sammelten sich die anderen Leute aus der Klasse.
    „Sei bitte etwas leiser, Mardi!“ sagte Temari.
    „Okaaay!“ rief Mardi, nur etwas leiser.
    „Still! Verstanden?“ zischte Temari.
    Mardi wurde leiser, aber nur, weil es sich konzentrierte. Von einer Sekunde zur anderen war Gaara dicht in eine Wolke seines eigenen Sandes gehüllt. Er sah kaum noch etwas. Und als er den linken Arm zur Seite bewegte und die Hand ausstreckte, um den Sand wegzulenken, kreischte Mardi in ihm wieder los. Temari würde es genauso wenig hören können wie die Leute draußen vor der Halle, aber das änderte nichts daran, dass es völlig aufgeregt und begeistert von etwas war. Und das einzige, was Gaara von Mardis wortreichem Geschrei verstand, war eindeutig und unmissverständlich „Hanne ist auch da!“.
    Dann ging es ganz schnell: die Sandwolke fiel in sich zusammen und Gaara war wegen Mardis Temperamentsausbruch so mit der Selbstkontrolle beschäftigt, dass der den linken Arm nicht mehr rechtzeitig wegziehen konnte. Er versuchte noch, mit der rechten Hand den Sand abzulenken, aber der Sand gehorchte ihm nicht. Zum ersten Mal in seinem Leben tat der Sand nicht, was Gaara wollte (abgesehen von einem Mal, als Gegner den Sand mit Wasser bewegungsunfähig gemacht hatten) und wurde sogar zu einer Gefahr für ihn. Er taumelte, fiel und der Sand begrub seinen linken Arm unter sich. ein Teil des Holzbodens krachte unter dem Gewicht des Sandes zusammen. Irgendwas, vielleicht ein Knochen im Unterarm, brach. Es war Gaaras erster Knochenbruch. Er schrie vor Schmerzen auf.
    „Gaara!“ kreischte Temari.
    Der Sand war bis aufs Dach der Halle gestiegen, hatte die Dachbalken beschädigt und rutschte jetzt langsam herunter. Gaara konnte ihn nicht kontrollieren. Mit einem schweren Rauschen fiel der Sand draußen vor der Halle herunter. Gaara hörte, wie die anderen, die draußen warteten, umherliefen und versuchten, den Sandmassen zu entkommen.
    „Hoffentlich ist Hanne nichts passiert!“ dachte er.
    Mardi jammerte: „Tut mir leid, tut mir leid, tut mir leid! Das wollt' ich wirklich nicht! Hanne geht's gut, ne?“
    Temari stürzte zu einem der Fenster, die nach vorne zeigten. Sie rief irgendwas nach draußen. Gaara hörte ihr kaum zu, er musste Mardi beruhigen, die dichte Sandstaubwolke, die die Halle ausfüllte, in den Griff bekommen und seinen Arm vom Sand befreien. Sein rechtes Bein hatte wohl auch etwas abbekommen, als er gefallen war. Er konnte kaum aufstehen.
    Temari sprang aus dem Fenster und landete hörbar sicher auf dem Boden draußen. Fast gleichzeitig riss Miss Yamamoto die Tür zur Halle auf.
    „Gaara! Was ist denn passiert? Was machst du denn schon vor der Stunde hier drin? Und wo kommt der ganze Sand her?“ fragte sie.
    „Das erklärt Ihnen meine Großmutter.“ antwortetet Gaara und dachte: „Das war's dann wohl mit der Geheimhaltung.“
    „Bist du verletzt?“
    „Mein Arm tut weh. Ich glaube, der ist verstaucht.“ zugeben, dass der Arm gebrochen war, wollte er auf keinen Fall. Das würde nur noch mehr Aufsehen erregen. Am besten ging er gleich mit Temari nach Hause. Oma Chiyo würde den Arm in einer Stunde komplett heilen.
    „Ich helfe dir.“ Miss Yamamoto hielt Gaara ihre Hand hin. Er nahm an, ignorierte die Schmerzen im Knie und stand auf. Als sich die Tür der Halle öffnete, stürzte Temari auf Gaara zu.
    „Gaara! Bist du okay? Hast du's Im Griff? Was ist überhaupt passiert?“ rief sie.
    Später, im Krankenzimmer der Schule, fragte sie ihn noch einmal aus.
    „Es lag irgendwie an Mardi. Und an Hanne. Als Mardi bemerkt hat, dass Hanne draußen stand, konnte ich es nicht mehr kontrollieren.“ antwortete Gaara.
    „Es lag also an Hanne Swann?“
    „Mardi hat sich… wohl genauso in sie verliebt wie ich.“
    Temaris Reaktion war vorhersehbar. Sie strahlte, ein Hauch Rot erschien auf ihren Wangen und sie seufzte selig: „Mein süßer, kleiner Bruder ist endlich zum ersten Mal verliebt!“ sie band ihre Zöpfe neu, klopfte sich den Sand von den Kleidern und wischte sich die Blutspuren von der Hand.
    „Du hast dich auch verletzt. Das tut mir leid.“ sagte Gaara.
    „Macht nichts.“ Temari lächelte. Genau das hatte sie auch gesagt, als Gaara sich nach dem Kampf mit Naruto, der das Ende seiner Einsamkeit gewesen war, zum ersten Mal nach Jahren bei ihr und Kankuro entschuldigt hatte.
    Vor dem Krankenzimmer waren Schritte zu hören und Hanne's und Midoris Stimmen. Gaaras Herz begann wieder, aufgeregt zu klopfen.
    „Ich rede mit ihnen.“ sagte Temari und ging vor die Tür. Sie hatte vorhin noch die Schultaschen geholt und hielt sie immernoch in der Hand.
    „Gaara hat sich den Arm verstaucht, Kuro holt uns ab. Es ist alles soweit okay.“ sagte sie zu den Mädchen.
    „Wie ist das denn passiert?“ fragte Hanne draußen.
    Temari fiel es offensichtlich schwer, eine gute Lüge zu finden, denn sie stotterte herum und redete irgendwas von „Karate geübt“ und „verrückter Marderhund“.
    Als sie wieder hereinkam, nahm sie ihr Mobiltelefon und rief zu Hause an.
    „Kuro, kannst du mal herkommen? Wir hatten einen Unfall beim Training. Oma soll sich noch eine Ausrede einfallen lassen, die man den Lehrern hier auftischen kann. Holst du uns ab?“
    Kankuro kam, zum Glück nicht allzu bemalt, in die Schule. Er grinste, machte wie immer ein paar Bemerkungen und stütze Gaara den ganzen Weg nach Hause ins Japanviertel.
    „Kuro, rate mal, was heute passiert ist!“ rief Temari, als sie zu Hause waren und Gaara sich auf dem Sofa in der Diele hingelegt hatte.
    „Was denn?“ fragte Kankuro. Temari hatte ihn schon die ganze Zeit auf dem Weg nach Hause geheimnisvoll angestrahlt. Gaara wusste ganz genau, was jetzt kam.
    „Es ist eine Neue in der Klasse! Sie heißt Hanne Swann!“ Temari strahlte noch mehr.
    „Und was ist mit der? Ist sie hübsch?“ Kankuro kapierte wie üblich erst mal gar nichts.
    Temari holte tief Luft, ihre Augen leuchteten und ihre Wangen waren eindeutig rosa. Gaara drehte ihr den Rücken zu und tat, als wäre er eingeschlafen.
    „Das glaubst du mir jetzt wahrscheinlich nicht, aber diese Hanne hat etwas gaaanz Besonderes geschafft!“
    „Jetzt sag schon, Mari!“ forderte Kankuro ungeduldig.
    „Gaara hat sich in sie VERLIEBT!“ jubilierte Temari und sprang vor Freude fast in die Luft, „aber so richtig!“
    Kankuro schien erstmal sprachlos. Dann fragte er: „Was? Sag das noch mal!“
    „Gaara ist in Hanne Swann verliebt!“ Temari kriegte sich gar nicht mehr ein. Sie war offensichtlich so sehr von der Tatsache, dass Gaara sich verliebt hatte, begeistert, dass sie alles rosa sah.
    „Echt, Bruder?“ fragte Kankuro und Gaara wusste genau, dass sein Sich-schafend-stellen nicht mal eine Sekunde lang glaubwürdig gewesen war.
    Er drehte sich um und sagte: „Ja.“
    „Wie ist das denn passiert?“ wollte Kankuro wissen.
    „Einfach so. Sie hat sich neben mich gesetzt und auf einmal war da so ein seltsames Gefühl, das ich nicht kannte.“ antwortete Gaara.
    Temari seufzte, verträumt und geradezu schwebend. Sie redete leise vor sich hin, immer wieder „Gaara hat sich verliebt, so richtig echt in ein süßes Mädchen. Mein süßer, kleiner Bruder ist verliebt!“
    Gaara wusste zwar, warum Temari und Kankuro (und Oma Chiyo dann wohl auch) so begeistert von der Tatsache waren, dass er jetzt verliebt war, aber er verstand nicht, warum die deswegen jetzt so einen Aufstand machten. Früher wäre das noch eine viel größere Sensation gewesen.
    „Wie war das mit 'ich liebe nur mich selbst' und 'Liebe ist etwas vollkommen Unbedeutendes'? Das ist jetzt wohl endgültig Geschichte. Ich hab ehrlich gesagt auch nach Gaaras Wende nicht mehr dran geglaubt, dass das mit ihm und den Mädels noch mal was wird.“
    Kankuro hatte ganz offenbar wieder mal vergessen, dass Gaara jeden Gedanken im Haus hören konnte. Sonst hätte er das nicht so gedacht. Diese Sätze wie „Ich liebe nur mich selbst.“ und „Liebe ist etwas vollkommen Unbedeutendes.“ waren aus der dunklen Zeit. Damals hatte Gaara das auch wirklich geglaubt, aber seit er Naruto kannte, dachte er anders. Und seit heute sowieso.
    „Und? Wie fühlt es sich an?“ fragte Kankuro.
    „Gut. Es hat ich etwas durcheinander gebracht.“
    „So, dass du dir gleich den Arm gebrochen hast? Das muss ja ein tolles Mädchen sein, diese Hanne.“ Kankuro grinste. Das mochte Gaara so an seinem Bruder: er freute sich, aber er blieb im Gegensatz zu Temari dabei auf dem Teppich.
    „Reg dich ab, Mari. Du tust ja gerade so, als wäre es ein Weltwunder, sich zu verlieben.“ sagte Kankuro.
    Gaara dachte: „Sie ist auch in jemanden verliebt. Auch deshalb freut sie sich so. Aber sie denkt nur an ihn, wenn ich nicht zuhöre. Und sie freut sich natürlich, weil sie genau wie alle anderen dachte, ich könne mich vielleicht gar nicht verlieben. Das dachte ich ja selbst auch.“ und schon wieder tauchte Hanne's Gesicht vor seinem inneren Auge auf, „wenn ich nur wüsste, ob Hanne genauso fühlt wie ich!“
    „Wo ist Oma?“ fragte Temari, „wir müssen ihr das unbedingt erzählen!“
    „Die ist einkaufen gegangen.“ sagte Kankuro.
    Als Chiyo zurückkam, saß Gaara in seinem Zimmer auf dem Futon und versuchte gerade vergeblich, den Mathestoff von heute selbst nachzuholen. Es war aussichtslos. Hanne schien gut in Mathe zu sein, dachte er.
    Dann hörte er die anderen in der Diele reden.
    „Oma Chiyo! Ich muss dir was erzählen! Es ist ganz toll!“ rief Temari.
    „Gaara hat sich in der Schule beim Training den Arm gebrochen.“ sagte Kankuro, „da sollte Oma sich zuerst drum kümmern. Und das andere muss er ihr selbst sagen.“
    „So? Was ist es denn?“ wollte Chiyo wissen.
    „Gaara ist in seinem Zimmer.“ sagte Kankuro.
    Chiyo schob die Tür auf.
    „Wie hast du das nur wieder gemacht, Junge? Und ich dachte, Sasori wäre hier im Haus derjenige, der am meisten Dummheiten macht.“ bemerkte sie.
    „Ich habe trainiert und dann irgendwie die Kontrolle verloren.“
    „So etwas passiert dir doch sonst nie. Ist irgendetwas Besonderes passiert?“ fragte Chiyo weiter.
    „Wir haben doch diese Neue in der Klasse! Die sitzt jetzt neben ihm und er hat sich… hmhmhmhm…“ rief Temari in der Küche, aber dann hielt Kankuro ihr den Mund zu.
    „Ja? Was hast du?“ fragte Chiyo, „oder ist das etwas, das deine alte Großmutter nicht wissen darf? Habt ihr jungen Leute Geheimnisse vor mir?“
    „Nein, Oma Chiyo. Es ist kein Geheimnis. Ich weiß nur nicht genau, wie ich es sagen soll.“ sagte Gaara.
    „Du kannst es ja mal versuchen. Ich werde dir gut zuhören. Es scheint ja eine wichtige Sache zu sein.“
    Genau deshalb konnte Gaara seiner Großmutter nicht böse sein, egal, was sie mit ihm und dem Ichibi gemacht hatte. Chiyo war einfach die Art von Großmutter, die einem wirklich das Gefühl geben konnte, dass sie einen ernstnahm. Sie war oft ziemlich streng, besonders mit Sasori, und man musste sich in ihrem Haus gut benehmen. Aber wenn es wirklich Probleme gab, konnte man sich auf ihre Unterstützung verlassen. Gaara war froh, eine Großmutter wie sie zu haben.
    „Dieses neue Mädchen in meiner Klasse, sie heißt Hanne und sie ist so… sie ist schön, freundlich und… Mardi mag sie sehr gern. Ich bin mir fast sicher, nein, ich weiß es, dass ich… ich mag sie. Als ich darüber nachgedacht habe, wie sehr ich sie mag, habe ich gespürt, dass ich sie liebe. Auf den ersten Blick.“
    „Du hast dich verliebt, Junge?“ fragte Chiyo überrascht.
    Gaara nickte.
    „Wie schön!“ Chiyo strahlte, „und jetzt zeig mal deinen Arm her, damit ich mir das ansehen kann.“ sie stand auf, holte den Verbandskasten aus der Küche und begann, Gaaras linken Arm in Verbände einzuwickeln. Danach benutze sie noch ein medizinisches Ninjutsu, um die Heilung des Knochens zu beschleunigen.
    „So, und jetzt musst du den Arm schonen. Er ist schon so gut wie heil, aber ich würde sagen, dass du morgen besser nicht in die Schule gehst. Sonst passiert dir gleich noch einmal so ein Unfall.“ sagte sie.
    Gaara hörte gleichzeitig ihre Gedanken: „Verliebt hat der Junge sich also! Es ist wirklich ein großes Glück, dass er damals Naruto kennengelernt hat, sonst wäre er wohl wirklich vollkommen zerstört worden.“
    „Also kannst du das Mädchen morgen nicht sehen.“ fuhr Chiyo fort.
    „Hanne hat ihn komplett verwirrt! Er hat die Kontrolle über seinen Sand verloren, er konnte ihn gar nicht mehr benutzen.“ sagte Temari.
    „Schmuckshuppet!“ kreischte Mardi.
    „Ah, du hast auch damit zu tun gehabt, nicht wahr?“ fragte Chiyo, „weil dich dieses Mädchen auch so fasziniert wie Gaara.“
    „Jaaa! Hanne ist süß!“ quietschte Mardi.
    Temari machte ein derartig seliges Gesicht, als wollte sie sich gleich auf eine Wolke setzen und wegfliegen.
    „Jetzt reg dich mal wieder ab!“ Kankuro klopfte ihr auf die Schulter. Aber Temari brauchte noch ungefähr eine halbe Stunde, bis sie sich wieder einigermaßen normalisiert hatte.
    Gaara ließ Mathe mal wieder Mathe sein, räumte alles so weit weg, dass er es nicht mehr sehen konnte und begann mit den Geschichtshausaufgaben. Danach gab es noch jede Menge schriftlicher Arbeit, die er als Kazekage zu erledigen hatte. Zum Glück hatte er sich nicht den rechten Arm verletzt. Sein rechtes Knie tat immernoch etwas weh, obwohl es nicht sehr verletzt zu sein schien, aber es brachte ihn dazu, die Sachen nicht kniend in seinem Zimmer, in dem er keinen Tisch hatte, zu bearbeiten, sondern damit ins Arbeitszimmer zu gehen, dem einzigen Raum im Haus, der westliche Möbel hatte und keinen Tisch, vor den man sich hinknien musste.
    Aber irgendwie konnte er sich heute nicht richtig konzentrieren. Er bekam Hanne nicht mehr aus dem Kopf. Schließlich gab er nach zwei Dritteln der Arbeit für heute auf und verbrachte den Rest des Tages mit Mardi in seinem Zimmer. Es gab keinen Fernseher im Haus, Chiyo versuchte, so wenig Technik wie möglich im Haus zu haben. Mehr als elektrische Lampen war nicht drin.
    Mardi sah eigentlich aus wie ein ganz normaler Marderhund (die in Sennin-go und Japanisch Tanuki hießen), bis auf, dass es helles, sandfarbenes Fell mit einem eigenartigen, schwarzen Muster hatte.
    „Sowas süßes wie Hanne haben wir noch nie gesehen, oder?“ fragte Mardi.
    „Ja.“ Gaara strich Mardi übers Fell. Es enthielt denselben Sand, den Gaara auch auf der Haut hatte. Wenn Mardi draußen war, fühlte sich die Verbindung zwischen ihnen anders an: nicht wie etwas, das ein Eigenleben in Gaaras Körper führte, sondern etwas, zu dem er einfach eine sehr enge Verbindung hatte. Es war derselbe Sand, dieselbe Fähigkeit, Gedanken zu hören und dieselbe Stärke. Das alles teilten sie sich. Gaara konnte den Sand auch ohne Mardi benutzen und er konnte auch allein Gedanken hören.
    „Wir können sie ja zusammen liebhaben!“ Mardi lächelte. Es hatte für einen Tanuki recht große Augen.
    „Aber was machen wir, wenn sie uns nicht gern hat? Wenn wir ihr zu anders sind?“ fragte Gaara, denn das machte ihm am meisten Sorgen. Hanne hatte ihm zwar schon zwei Komplimente gemacht, aber nur in Gedanken. Und sie hatte auch noch nicht wirklich mit ihm gesprochen.
    „Hanne ist lieb. Ganz bestimmt!“ Mardi schien sich da sehr sicher zu sein.
    Gaara wusste das nicht so sicher. Zwar hatte Hanne gedacht, dass sie ihn süß fand und seine Haarfarbe mochte, aber das musste nicht viel heißen.
    „Aber sie hat sich Sorgen um dich gemacht. Deshalb war sie doch beim Krankenzimmer.“ sagte Mardi, „und sie mag deine Augen. Deshalb hat sie dich doch so angestarrt: weil sie deine Augen schön findet.“
    „He, Gaara!“ Kankuro klopfte an die Tür, „kann ich reinkommen?“
    „Ja.“ sagte Gaara. Er war gerade froh über jede Ablenkung von dem Gedanken, dass Hanne ihn womöglich gar nicht mochte.
    „Ich hab an meinen Marionetten gearbeitet und Sasori hat dazu gestern gesagt, ich soll dich mal wegen der Sicherheit fragen. Du hast doch jetzt den Eisernen Sand, oder?“ fragte Kankuro.
    „Oma Chiyo hat mir bis morgen jede Art von Chakraverbrauch verboten.“ sagte Gaara, „und den Eisernen Sand kann ich noch nicht sehr gut kontrollieren.“
    „Dann kann das also im Moment niemand? Ich meine, Papa kann es auch nicht mehr, oder?“
    Gaaras Vater Sunakaze war der stärkste Kazekage gewesen, den es in Suna Gakure je gegeben hatte. Aber vor zehn Jahren war es Sasori, der Menschen in Marionetten verwandeln konnte, gelungen, Sunakaze zu entführen und zu einer Marionette zu machen. Erst im letzten Jahr hatte Chiyo ihn wiedergefunden und zurückverwandelt. Sie war deshalb immernoch sauer auf Sasori und deshalb auch besonders streng mit ihm. Sasori durfte sich keine Fehltritte erlauben, während Chiyo Gaara so gut wie alles nachsah und nie mit ihm schimpfte.
    Kankuro verschwand wieder in die Werkstatt im Keller. Er und Sasori waren die beiden Marionettenspieler in der Familie. Marionettenspiel war eine hohe Kunst in Suna Gakure und eng mit Dokujutsu, also der Verwendung von Giften, verbunden. Gaara konnte mit beidem recht wenig anfangen und Temari konzentrierte sich auf ihre Windjutsu. Oma Chiyo konnte ebenfalls sehr gut mit Marionetten umgehen, aber sie hatte sich nach einem langen und sehr anstrengenden Kampf gegen Sasori aus dem aktiven Kampf zurückgezogen.
    Sie war jetzt voll mit der Leitung des Haushaltes beschäftigt. Rangtechnisch stand Gaara über ihr, aber da er noch jung war, hatte er überhaupt kein Problem, Anweisungen von seiner Großmutter anzunehmen. Innerhalb der Familie hatten die Ninjaränge besonders hier, weit von Suna Gakure entfernt, kaum Bedeutung.
    Eigentlich durfte ein Kazekage Suna Gakure nicht verlassen, aber seit Sunakaze wieder im Dorf war und es ihm einigermaßen gut ging, übernahm er die wichtigsten Aufgaben vor Ort, obwohl er das Bett nicht verlassen konnte. Und das nur, damit Gaara die Schule nachholen konnte. Besonders Mathe, wo er heute schon wieder versagt hatte.
    Gaara ging an diesem Abend früh schlafen. Mardi blieb „draußen“ und legte sich neben sein Kopfkissen.
    Dass er von Hanne träumte, war klar. Es war eine Abfolge von Bildern von ihr, wie sie heute gelächelt, geschrieben, ihn verzaubert angestarrt und wortlos genickt hatte. Er wachte mitten in der Nacht auf und als er wieder einschlief, träumte er davon, ihr zu sagen, wer er war. Aber bevor er ihre Reaktion hören konnte, wachte er auf und dachte: „Ich muss es ihr sagen. Ich muss ihr sagen, dass ich sie liebe und wer ich bin. Wenn Mardi Recht hat, wird Hanne es verstehen und vielleicht liebt sie mich auch.“ danach träumte er nichts mehr, aber als er morgens aufwachte, hatte er ein seltsames Gefühl von „sich-verändert-haben“ und auf einmal fühlte er sich „normal“, als wäre sein Anderssein nicht mehr so wichtig. Als er aufstand und sich anzog, verschwand das seltsame Gefühl und er fühlte sich wieder wie er selbst, mit dem Unterschied, dass er etwas glücklicher war als sonst.
    Er kam ausnahmsweise rechtzeitig zum Frühstück, was wohl daran lag, dass er sich heute wirklich Zeit lassen konnte. Temari ging nach dem Frühstück zur Schule, Sasori war wie immer schon früh zur Arbeit gegangen und so saßen nur noch Gaara, Kankuro und Oma Chiyo am Tisch.
    „Ich zähle jetzt schon die Tage, bis Sasori wieder arbeitslos wird.“ bemerkte Kankuro grinsend. Er war seit einem Jahr mit Sasori im Streit, weil der ihn damals mit voller Absicht vergiftet hatte.
    „Wir werden sehen, ob er dieses Mal wirklich mal etwas schafft.“ sagte Chiyo.
    Gaara wollte sich aus diesem andauernden Sasori-Problem einfach nur raushalten. Er wusste nicht, was er mit einem ganzen freien Tag anfangen sollte und eine Arbeit im Haus zu finden, die lange genug dauerte, war schwierig genug. Zumal er immernoch nicht trainieren durfte.
    Irgendwie fand er den ganzen Tag über irgendwelche Aufgaben, mit denen er sich beschäftigen konnte. Am späten Nachmittag nahm Chiyo ihm den Verband ab, erlaubte ihm, wieder zu üben und ermahnte Mardi, sich besser im Griff zu haben.
    Mardi hörte immer auf alles, was Chiyo sagte. Es machte sich ständig große Vorwürfe, weil es Gaara früher als Shukaku so große Schwierigkeiten gemacht und so viel zerstört hatte. Deshalb tat es jetzt so gut wie immer, was man ihm sagte oder gab sich zumindest Mühe, folgsam zu sein. Gaara hatte, so seltsam es klingen mochte, Mardi alles verziehen. Wenn es ihn mit großen, traurigen Augen anblinzelte, konnte er nichts anderes tun.

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Sand, Wind und Liebe Kapitel 2
Sand, Wind und Liebe Kapitel 2
Hier kommt der zweite Teil, wieder mit ganz viel Sand, Gefühl und einem süßen, temperamentvollen Marderhund. Viel Freude beim Lesen der zweiten Perspektive von "Seine Welt"! *verbeug*
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2012-04-16
407D
Naruto

Kommentare (1)

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RobinNo2 (16531)
vor 957 Tagen
WEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIITER !!!!