Uchiha (3)

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1 Kapitel - 4.415 Wörter - Erstellt von: Inge Ketchum & Ita-san - Aktualisiert am: 2012-02-01 - Entwickelt am: - 2.449 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

So, nach recht langem Warten kommt jetzt endlich das dritte Kapitel. Es geht weiter um Madara und "seine Kinder", aber jetzt kommt Hauptperson Nummer fünf dazu: Itachi-chan ^_^
Das haben wir wieder zusammen geschrieben.

    1
    Die folgenden Tage verliefen ähnlich. Madara stand morgens früh auf, ging aus der Hütte und ließ Nagato und Konan den halben Tag über allein. Er
    Die folgenden Tage verliefen ähnlich. Madara stand morgens früh auf, ging aus der Hütte und ließ Nagato und Konan den halben Tag über allein. Er suchte in den kleinen Dörfern in der Umgebung nach Essen für die Kinder und sich, was nicht gerade einfach war, denn die meisten Orte waren vom Krieg beschädigt und die Menschen hatten selbst kaum etwas zu essen. Aber die Leute wussten, wer die Ninjas aus Konoha waren und glaubten Madara, wenn er vorgab, sein Stirnband durch den ständigen Kampf zerkratzt zu haben. Auf diese Weise kam er an Essen und sogar an Bücher. Die Bücher waren wichtig, denn Madara wollte Nagato Lesen und Schreiben beibringen. Er war jetzt in jeder Hinsicht für Versorgung und Ausbildung von Nagato und Konan verantwortlich und begann, sich an die neue Aufgabe zu gewöhnen. Sie erschien ihm wirklich sinnvoll, jedenfalls sinnvoller als dieser verdammte Krieg. Im Krieg zerstörte man sinnlos unzähliges Leben, während die Versorgung und Ausbildung zweier elternloser Kinder deren Leben und späteres Wirken förderte. Madara nahm sich vor, Nagato und Konan zum Leben und zum Frieden zu erziehen. Sie würden von ihm lernen, nur den Krieg und das Böse zu hassen.
    Als Madara eines Abends von seiner Tour zurück in die Hütte kam, platzte er mitten in einen Streit zwischen Nagato und Konan.
    „Das ist echt unfair!“ schrie Konan und Madara wunderte sich wieder dass sie schon so gut sprechen konnte.
    „Nein, Konan, das verstehst du nicht.“ sagte Nagato, „dafür bist du noch zu klein.“
    „BIN ICH GAR NICHT! DU KANNCHT NICH EINFACH CHAGEN, DASS DARA NICH LIEB IS, NUR WEIL ER AUS KONOHA IS!“ kreischte Konan, „DAS IS UNDANKBAR, NAGATO!“
    „Ich bin doch nur misstrauisch, Konanchen.“ sagte Nagato, „schließlich haben die aus Konoha Gakure Ame zerstört.“
    „Aber Dara ist doch jetzt für uns da.“ Konan drehte den Kopf und sah Madara in der Tür stehen.
    „Ihr könnt mir wirklich vertrauen.“ sagte Madara, „ich habe die Armee verlassen, um mich um euch zu kümmern.“ wie oft sollte er das noch sagen? Konan schien ihm zu glauben, aber Nagato war nach wie vor misstrauisch. Madara konnte das nur mit Kriegstrauma erklären. Kinder wie Nagato konnten nur schwer Vertrauen fassen. Konan war zum Glück noch so klein, dass sie nicht hinter jeder Ecke einen Feind sah und sie schien auch ein Mädchen mit bemerkenswert positiver Lebenseinstellung zu sein.
    „Daaaaraaaa!“ quietschte Konan, sprang auf und rannte auf ihn zu. Er zog seine Schuhe aus, legte Rucksack und Rüstung ab und kniete sich hin, um auf Augenhöhe mit dem kleinen Mädchen zu sein. Konan fiel Madara um den Hals und schmiegte ihr Gesicht in sein langes, dichtes Haar. Sie mochte es, sich in Madaras Haar zu kuscheln, weil es so lang und weich war.
    Im Gegensatz zu Konan verhielt Nagato sich zurückhaltend. Er saß mit gekreuzten Beinen und verschränkten Armen auf dem Boden und sah Madara mit seinen weißlosen, lila Augen misstrauisch an.
    „Ich hab dir was mitgebracht, Nagato.“ sagte Madara und befreite sich vorsichtig aus Konans Umarmung. Dann zog er ein Buch aus seinem Rucksack. Es war ein Schulbuch für Schreibanfänger.
    Nagato stand zögernd auf. Madara lächelte.
    „Nimm schon. Ich will dir Lesen und Schreiben beibringen.“ sagte er.
    „Mir auch, mir auch!“ rief Konan begeistert.
    „Du kannst gern zusehen.“ sagte Madara, „je früher man sich damit befasst, umso mehr lernt man.“
    Nagato streckte langsam seine weiße Hand aus und griff nach dem Buch in Madaras Hand.
    „Du bist sieben, hast du gesagt?“ fragte Madara.
    Nagato nickte.
    „Ich bin chwei!“ quietschte Konan. Ihre goldbraunen Augen strahlten.
    „Du kannst dir ja schon Bilderbücher ansehen, Konanchen.“ Madara lächelte.
    „Au ja!“ Konans Lernbegierde war geweckt.
    An diesem Abend begann Madara damit, Nagato zu unterrichten. Er begann mit der leicht erlernbaren Sechsundzwanzig-Buchstaben-Schrift. Konan saß daneben und sah aufmerksam zu. Sie schien innerhalb kurzer Zeit einen starken Lernwillen entwickelt zu haben.


    (zur selben Zeit in Konoha Gakure):

    Konoha war nicht so schlimm zerstört wie Ame. Es gab zwar Schäden am Waldbestand und an Gebäuden im Dorf, aber die größten Verluste erlitt das Hauptdorf des Feuerreiches auf dem Schlachtfeld. Diese Verluste waren schlimm genug. Die jüngsten Teams, die der Hokage in den Krieg schicken musste, bestanden aus einem hochqualifizierten Sensei und drei bis vier Mitgliedern im Alter von vierzehn bis sechzehn Jahren. Hiruzen Sarutobi war der Hokage der Vierten Generation und eigentlich ein friedlicher Mann, der das Dorf als seine Familie ansah, für die er alles tat. Aber der Ältestenrat, der aus Koharu und Homura Hyuga und einem weiteren starrsinnigen Alten namens Danzo bestand, entschied fast alles über Sarutobis Kopf hinweg, der offene Auseinandersetzungen nicht mochte.
    Koharu konnte Yoneko Uchiha bereits seit ihrer gemeinsamen Schulzeit nicht ausstehen und der Krieg hatte ihr eine Möglichkeit geboten, Yoneko eine Lektion zu erteilen: sie hatte Sarutobi dazu gebracht, Madara und Yoshio in den Kampf zu schicken. Yoneko war darüber sehr wütend und sann schon auf einen Gegenschlag. Aber trotz ihres Streits mit Koharu vernachlässigte sie ihre Pflichten als Älteste des Uchiha-Clans nicht (ihr Mann Yoshinaka war zwar vier Jahre älter als sie, beschäftigte sich aber lieber mit den geheimen Büchern des Clans). Es gab ein vielversprechendes Talent, das es zu fördern galt. Vielleicht konnte irgendwann einer aus dem Uchiha-Clan Hokage werden, dachte Yoneko, dann hätte Koharu nichts mehr zu sagen. Koharu machte den Uchiha das Leben schwer. Sie hatte Izuna dazu gebracht, vor fünf Jahren das Dorf zu verlassen und niemand hatte seither etwas von dem Jungen gehört.

    Gleich nach ihrer Hochzeit mit ihrem Cousin Yoshio hatte Ikue beschlossen, aus dem großen Residenzschloss des Uchiha-Clans auszuziehen und mit ihrem Mann ein kleineres Reihenhaus im belebten Ortskern von Konoha bezogen. Sie hatte genug davon gehabt, als „Prinzessin Ikue“ angesprochen zu werden und ständig die Blicke der Leute auf dem Familienwappen zu spüren. Kurz nach Hochzeit und Umzug war sie schwanger geworden, hatte dem Kampf endgültig abgeschworen und angefangen, als Augenärztin zu arbeiten. Das Kind, ein Junge, wurde fünf Monate nach Kriegsbeginn geboren und Ikue wusste, dass er ihr ähnlich werden würde. Sie hatte ihn Itachi genannt und den Namen mit den- durch die Hilfe einer guten Seherin genau ausgewählten- Schriftzeichen für „Schmerz“ und „Blut/Tausend“ geschrieben, woraus sich in der geläufigen Sprache Sennin-go die Bedeutung „tausendmal Schmerz und Blutstropfen“ ergeben hatte. Und trotz dieses Namens hatte Ikue versucht, den Krieg von ihrem Sohn fernzuhalten, denn schon wenige Monate nach seiner Geburt hatte sie Itachis ungewöhnlich hohe Sensibilität bemerkt, die sie von sich selbst kannte.
    Jetzt war er fünf Jahre alt und zeigte bereits alle Anzeichen von sehr hohem Talent in allem, was man ihm im Rahmen der traditionellen Erziehung der Uchiha beibrachte. Mit vier Jahren hatte er begonnen, Lesen und Schreiben zu lernen und schrieb jetzt schon kurze, schöne Gedichte. Yoshio war sehr stolz auf Itachi, machte sich aber auch Sorgen, da der Junge sich weigerte, Mücken zu erschlagen und nie freiwillig kämpfte. Er schien bereits früh viele Dinge zu begreifen, die zu erfassen von weit älteren Jungen erwartet wurde.
    Dann war Yoshio zusammen mit Madara und einigen anderen Ninjas an die Front geschickt worden und das war Itachi nicht entgangen. Es schien wirklich unmöglich, etwas vor ihm zu verbergen.
    Je länger sein Vater im Krieg war, umso stiller und nachdenklicher wurde Itachi. Er fragte manchmal nach Yoshio, aber genauso oft fragte er seine Mutter Dinge wie: „Warum gibt es Krieg?“ und „Woher kommt das ganze Leid?“
    Er wünschte sich einen kleinen Bruder, sagte jedoch niemandem etwas davon, um seine Mutter damit nicht zu belasten und weil er wollte, dass sein Bruder in einer besseren Zeit leben sollte.

    In dem Moment, als Madara vielleicht gerade Nagato die ersten Leseversuche beibrachte, saß in Konoha ein kleiner Junge mit kinnlangen, dunkelgrauen Haaren und großen, schwarzen Augen am Fenster des Hauses, in dem er jetzt mit seiner Mutter allein war, und schaute hinaus. Die Stimmung draußen auf der Straße war traurig und übertrug sich auf den sensiblen Jungen. Sein hübsches Gesicht mit den kleinen Kerben an der Nasenwurzel sah seit Tagen nur noch traurig und nachdenklich aus. Er sorgte sich um seinen Vater, der im Krieg kämpfte, und um Madara.
    Aus der Küche, die ein paar Türen entfernt war, drang der Geruch von Tang, Reis und Fisch, darunter lag ein feiner Teeduft. Porzellanschalen klapperten und eine sanfte Frauenstimme sang ein Frühlingslied.
    Der kleine Junge kniete sich vor seinen niedrigen Schreibtisch, bereitete den Tuschstein vor und legte Pinsel und Papier bereit. Er hatte von seiner Urgroßmutter Yoneko eine Menge Hausaufgaben bekommen, bei deren Bearbeitung er sich wie immer größte Mühe geben wollte.
    Plötzlich hörte der Gesang auf. Schritte von Füßen, die Socken trugen, kamen leise näher und die Tür des Raumes, in dem der Junge saß, wurde aufgeschoben. Eine schöne Frau mit langen, schwarzen Haaren, die vorne ihr freundliches Gesicht rahmten, das dem des Jungen glich, kam herein. Sie trug ein einfaches, langes dunkelgraues Kleid und darüber ein helles, schlichtes Überkleid.
    „Itachi, Schatz, was tust du gerade?“ fragte sie, „machst du deine Hausaufgaben?“
    „O-kaa-san!“ ein Lächeln huschte über Itachis Gesicht.
    Ikue kniete sich neben ihren Sohn auf den mit edlem Tatami ausgelegten Boden.
    „Ich habe gerade angefangen.“ sagte Itachi und zeigte auf das nasse Tuschepulver und die Pinsel.
    „Schön.“ Ikue lächelte und nahm ihn in ihre Arme. Itachis ständiger Arbeitseifer freute sie, aber sie machte sich auch Sorgen: er war viel zu ernst für sein Alter. Statt draußen zu spielen, saß er lieber drinnen, arbeitete und dachte über weltbewegende Dinge nach, von denen andere Jungen seines Alters noch keine Ahnung hatten. Und statt „Mama“ nannte er seine Mutter „O-kaa-san“. Kein anderer Fünfjähriger benutzte so förmliche Anredeformen.
    „Heute ist wieder die Schule ausgefallen.“ sagte Itachi traurig, „weil fast alle Lehrer im Krieg sind.“ er sah traurig aus. Sogar um seine Lehrer in der Akademie machte er sich Sorgen.
    „Deshalb bekommst du ja auch Unterricht von Uroma Yoneko.“
    „Aber ich geh auch gern zur Schule. Obwohl ich da der Jüngste bin.“ sagte Itachi, „alle sagen, dass ich so besonders bin.“
    „Du bist etwas ganz Besonderes, Itachi.“ Ikue strich ihrem Sohn liebevoll übers Haar, „dir gelingt so vieles besser als den meisten anderen und du kannst schon lesen und schreiben.“
    „O-too-san sagt immer, wie stolz er auf mich ist. Jeder tut so, als wäre ich besser als alle anderen. Ich wäre lieber wie die anderen, die nicht alles sofort können.“
    „Aber es ist doch schön, dass dir das Lernen so leichtfällt. Ich verstehe, dass du nicht so besonders behandelt werden willst. Es stimmt: viele Menschen im Dorf halten unsere Familie für besonders und ich will ja auch nicht, dass man so viel Aufhebens um mich macht.“ das war ja genau der Grund, warum sie aus der Clanresidenz ausgezogen war und jetzt ein ganz gewöhnliches Reihenhaus im Nihon-Stil bewohnte.
    „Ich werde später bestimmt sehr arrogant und eingebildet.“ sagte Itachi leise, „aber das will ich gar nicht. Hoffentlich werde ich mal so wie du, o-kaa-san.“
    „Ja, du kommst wohl nach mir.“ Ikue strich weiter über Itachis dunkelgraues Haar. Ihr eigenes hatte früher genau dieselbe Farbe gehabt, bevor es langsam schwarz geworden war, „Itachi?“
    „M-hm?“
    „Nenn mich bitte Mama, ja? Und wird ein bisschen fröhlicher. Du bist viel, viel zu nachdenklich. Ich will, das du ein bisschen mehr lachst.“ sagte Ikue.
    „So vielen Menschen geht es schlecht. Ich muss daran arbeiten, ein starker Ninja zu werden, dann kann ich so einen Krieg später verhindern.“
    Ikue dachte: „Seine Intelligenz ist zu weit entwickelt. Er ist wahrscheinlich der begabteste Junge seines Alters, den Konoha in den letzten dreißig Jahren gesehen hat.“ und sagte: „Darüber kannst du später nachdenken, mein Schatz. Jetzt komm, mach deine Aufgaben fertig und dann geh zu Satos rüber. Yuki hat schon gefragt, ob du mal mitspielen willst.“
    Die Familie Sato war einer der kleineren Clans, die im belebtesten Teil des Dorfes ihre Läden und Wohnhäuser hatten. Das Haus der Familie stand Wand an Wand neben Yoshios und Ikues Haus und im Erdgeschoss befand sich die Apotheke, die von Yuki Satos Vater Hirofumi geführt wurde. Yuki war ein halbes Jahr jünger als Itachi und ein fröhliches, kleines Mädchen, das gern mit anderen Kindern auf der Straße spielte. Sie hatte schon ein paar Mal vor der Tür gestanden und gefragt, ob Itachi nicht zum Spielen kommen wollte. Er hatte immer höflich geantwortet, dass er noch zu lernen hatte.
    Itachi begann mit seiner üblichen, strebsamen Arbeitseinstellung mit den Aufgaben. Danach räumte er alles ordentlich auf und suchte schon die Sachen für die nächste Schulstunde mit Uroma Yoneko zusammen.
    „So.“ sagte Ikue, „jetzt geh mal zu Yuki rüber und frag sie, ob sie zum Spielen herüberkommen möchte.“ sie überlegte, ob es im Haus etwas gab, das einem kleinen Mädchen gefiel und dachte sofort an ihre eigene Puppensammlung. Es war eine sehr schöne, große Sammlung, die einen kaiserlichen Hofstaat darstellte und mit einer Menge hübsch gekleideter Mädchenpuppen ausgefüllt war. Ikue hatte sie als kleines Mädchen von ihrer Mutter Minoko bekommen und die hatte sie wiederum von Yoneko erhalten. Solche Puppensammlungen wurden immer von der Mutter an die Tochter weitervererbt. Und je reicher und mächtiger die Familie war, desto größer und prächtiger war auch die Sammlung. Ikues Puppensammlung umfing insgesamt um die vierzig Puppen. die allesamt erstklassig gekleidet und zurechtgemacht waren. Itachi hatte schon oft mit andächtigem Blick vor dem dreieckigen Regal gesessen, auf dem die Puppen ausgestellt waren und ihre anmutige Schönheit bestaunt. Er war immer sehr vorsichtig mit ihnen und Ikue dachte schon darüber nach, sie an ihn weiterzugeben, falls sie ihm keine jüngeren Schwestern schenken würde. Die Seherin, die die Schriftzeichen für Itachis Namen gesehen hatte, hatte auch vorhergesagt, dass Ikue keine Töchter bekommen würde.
    Ikue stieg die Treppe hinauf. Oben gab es einen Raum, in dem die Rollbilder, Vasen und das bemalte Papier für die Schiebetüren aufbewahrt wurden. Dort stand auch das Regal mit den Puppen. Ikue hatte sie schon eine ganze Weile nicht mehr richtig angesehen und die zierliche Schönheit der weißen, in Seide gekleideten Puppen überraschte sie ein wenig. Sie hatte sie weniger schillernd in Erinnerung, so wie immer, wenn sie sich mit solchen Statussymbolen ihrer mächtigen, reichen Familie beschäftigte.
    Ikue nahm eine der Prinzessinnenpuppen vom Regal, die einem rotrosa geblümten Kimono trug. Sie wusste, dass Yuki vorsichtig mit Puppen umging, da Yukis Mutter ebenfalls eine Puppensammlung besaß.
    Währenddessen betrat Itachi die Apotheke der Sato-Familie. Der Verkaufsraum roch nach Kräutern, Blumen und ein bisschen nach Medizin. Eine alte Frau, die gerade ein Bund Fenchel kaufte, sah Itachi an und sofort machte sich ein erkennendes Lächeln auf ihrem Gesicht breit.
    „Kaufst du für deine Mutter ein, Itachi?“ fragte sie, „wie läuft ihre Praxis? Haben die Leute genug Augenkrankheiten?“
    „Zum Glück nicht. O-kaa-san behandelt drei Leute in der Woche. Aber ich bin gar nicht zum Einkaufen gekommen. Ich möchte gern mit Yuki reden.“ antwortete er.
    Die Leute im Laden richteten sofort ihre Aufmerksamkeit auf ihn. Seine Jacke trug auf dem Rücken den rot-weißen Blattfächer, das Wappen der Uchiha, und er spürte, wie die anderen ihn ansahen. Jeder kannte ihn, den künftigen Erben des Clans, und er wurde überall mit Namen angesprochen.
    „Das ist doch Ikues und Yoshios Sohn, oder? Er ist so ein lieber, fleißiger Junge! Wenn mein Sohn auch nur halb so fleißig und lieb wäre…“ flüsterte eine Frau hinter ihm.
    Yukis Mutter kam aus dem Lagerraum hinter die Theke.
    „Wer ist als nächstes dran?“ fragte sie.
    Die alte Frau, die zum Kreis um Yoneko gehörte, trat zur Seite: „Du darfst gern vor, Itachi.“
    „Was möchtest du denn? Braucht deine Mutter Medizin für die Augenpraxis?“ fragte Yukis Mutter.
    „Nein.“ sagte Itachi, „ich hab gar kein Geld dabei. Ich wollte fragen, ob Yuki zu Hause ist.“
    „Sie ist oben. Möchtest du sie zum Spielen einladen?“
    Itachi nickte. Es war ein bisschen ungewohnt, jemanden zum Spielen einzuladen. Der Einzige, mit dem er bisher manchmal gespielt hatte, war sein Cousin Shizui, der ein Vierteljahr jünger war und mit seinen Eltern im Residenzpalast, der fast schon ein eigenes Stadtviertel von Konoha war, lebte. Itachi war ein wenig schüchtern, er traute sich manchmal nicht, sich in den Vordergrund zu stellen.
    „Yuki! Komm mal runter! Da ist jemand für dich!“
    Ein hübsches, kleines Mädchen mit braunem Haar, großen, nussbraunen Augen und einem Blumenkranz im Haar kam die Treppe heruntergerannt. Sie trug ein kurzes, buntes Kleid und, wie die meisten Kinder, keine Schuhe.
    „Wer denn, Mama?“ fragte sie. Dann sah sie Itachi. Er lächelte schüchtern. Yuki quietschte hocherfreut, stürzte auf Itachi zu und fiel ihm um den Hals.
    „Willst du mit mir spielen?“ fragte sie, „gehen wir zu dir?“
    „Yuki, bitte, du musst doch nicht so rumschreien, oder?“ sagte ihre Mutter.
    „Na gut.“ antwortete das kleine Mädchen und ließ Itachi wieder los.
    „Möchtest du zu mir mitkommen?“ fragte er.
    „Au jaaa!“ jubelte Yuki und blinkerte mit ihren großen Augen, „ich find dich ganz prima, Itachi!“
    Itachi wurde ein bisschen verlegen, obwohl er daran gewöhnt war, dass alle ihn toll fanden und ihm das deutlich ins Gesicht sagten.“
    „Viel Spaß!“ rief ihnen Yukis Mutter nach, als sie aus dem Laden liefen.
    „Itachi ist so ein nachdenklicher, ruhiger Junge.“ bemerkte die alte Frau, „Ikue macht sich schon Sorgen, weil er so gut wie nie spielt. Yuki wird ihm guttun. Sie ist ja sehr verspielt.“
    „Obwohl er so ruhig ist, wollen viele Kinder mit ihm befreundet sein. Wahrscheinlich, weil er sehr lieb ist und man sich auf ihn verlassen kann. Ich habe gehört, er ist noch kein einziges Mal zu spät zur Schule gekommen. Er ist zu intelligent, glaube ich. Er weiß zu viel über den Krieg.“ sagte Yukis Mutter.
    Yuki hatte das große, schöne, mit den Fahnen des Uchiha-Clans geschmückte Haus neben ihrem schon immer gern gemocht. Eines Tages hatte sie auf der Straße gespielt und zum ersten Mal den Jungen durch die halb geöffnete Schiebetür gesehen. Er hatte sei schüchtern angelächelt.
    „Das ist Itachi Uchiha.“ hatte ihre Mutter auf die Frage, wer der hübsche Junge sei, geantwortet, „er ist der nächste Erbe des Uchiha-Clans.“
    Aber Itachi wirkte kaum wie der Erbe einer so mächtigen Familie. Er war schüchtern und statt mit seiner Stellung anzugeben und einen Kreis Freunde um sich herum anzuführen, saß er meistens am Fenster und sah nachdenklich hinaus. Und gerade, weil er so ruhig und lieb war, hatte Yuki Interesse an ihm und mehrfach versucht, ihn zum Spielen einzuladen. Aber er hatte bisher immer höflich geantwortet, dass er leider viel zu lernen habe. Dabei hatte er überhaupt nicht ablehnend gewirkt, sondern einfach pflichtbewusst.
    Jetzt schob er die hölzern vergitterte Schiebetür auf und ließ Yuki mit einer freundlichen Handbewegung zuerst ins Haus. Seine Umgangsformen waren genau so gut wie die eines Erwachsenen.
    Yuki war ein bisschen überrascht, als sie das Haus betrat. Sie hatte erwartet, dass die Hauptfamilie des Uchiha-Clans in einem vornehmen, teuer eingerichteten Haus leben würde, aber es sah nicht viel anders aus als sie es von zu Hause kannte.
    Gerade kam Itachis schöne Mama Ikue die Treppe herunter. Sie strahlte Anmut und Freundlichkeit aus und hielt eine hübsche, weiße Porzellanpuppe in den Händen. Yuki war völlig hin und weg vom Anblick der Puppe.
    „Die ist ja süß!“ quietschte sie.
    Alles an der Puppe wies auf den hohen Rang ihrer Besitzerin hin: der Kimono trug das Familienwappen des Uchiha-Clans auf dem Rücken und in das Blumenmuster des Kimonostoffes waren unzählige goldumwirkte rot-weiße Blattfächer eingewoben. Die Uchiha konnten es sich ohne Probleme leisten, dass extra für die Puppensammlung Stoffe gewebt und bemalt wurden, die das Wappen der Familie in jeder Form trugen.
    „Darf ich echt mit der spielen?“ fragte Yuki mit begeistert leuchtenden Augen, „ich bin auch gaaanz vorsichtig.“
    „Ja, natürlich darfst du mit ihr spielen. Dafür habe ich sie ja hergeholt.“ sagte Ikue.
    Yuki war unheimlich stolz. Nicht nur, weil der künftige Erbe des Uchiha-Clans sie zu sich nach Hause eingeladen hatte, sondern auch darauf, dass sie in seinem Haus mit einer so wertvollen Puppe seiner Mutter spielen durfte.
    „Mi wird bestimmt total neidisch, wenn ich ihr erzähle, dass ich bei Itachi Uchiha zum Spielen war.“ dachte sie. Mi Hagi war ihre beste Freundin, sie wohnte nur ein paar Häuser weiter und die beiden hatten Itachi schon lange als möglichen Jungen zum Mitspielen auf dem Schirm. Er kam ja öfter in die Apotheke der Sato, um Medikamente für die Augenpraxis seiner Mutter zu holen. Dabei war er den beiden erst so richtig aufgefallen.
    Während Yuki sich mit der Puppe auf den Tatami-Boden setzte und mit niedlicher Stimme mit ihr redete, stand Itachi ein wenig unsicher daneben. Er war so oft vollauf mit Lernen beschäftigt, dass er gar nicht wirklich wusste, wie man spielte. Jetzt kam er sich furchtbar langweilig vor, wie jemand, der keine Ahnung davon hatte, wie andere Kinder seines Alters ihre Zeit verbrachten.
    Auf einmal hob Yuki den Kopf und fragte: „Warum stehst du denn da so rum?“
    „Ich… ähm… es ist so, dass ich zum ersten Mal ein Mädchen zu mir eingeladen habe.“ antwortete Itachi verlegen.
    „Echt?“ rief Yuki überrascht, denn sie hatte erwartet, dass ein so hübscher, netter Junge wie Itachi eine Menge Freundinnen und Freunde hatte. Dann blitzte eine Idee in ihren braunen Augen auf: „Kein Problem, ich zeig die, wie man mit jungen Damen umgeht.“
    Ikue war froh, dass Itachi endlich Freunde zu finden schien. Er war viel zu nachdenklich und schüchtern, sie hoffte, dass er fröhlicher wurde und nicht mehr so oft über Dinge nachdachte, die in seinem Alter noch gar nicht dran waren.
    Yuki war ein süßes, unbekümmertes Mädchen. Vielleicht färbte ihre Art ein bisschen auf Itachi ab.
    „So.“ sagte Yuki, „jetzt setz dich mal hin und dann überlegen wir uns was zum Spielen.“
    Itachi kniete sich vor Yuki auf die Tatami-Matte. Er war ihr gegenüber aufgeschlossen und gespannt darauf, was sie vorhatte.
    Yuki war in ihrem Element: „Was möchtest du denn gern machen? Mit der Puppe spielen oder Goldfische fangen? Habt ihr Fische?“
    „Im Innenhof ist ein kleiner Teich mit Goldfischen.“ sagte Itachi, „aber wir müssen lieb und vorsichtig mit ihnen umgehen.“
    „Aber natürlich!“ rief Yuki und sprang auf.
    Ikue öffnete die Tür und Yuki rannte zum Innenhof, dessen Eingang auf der anderen Seite des Flures lag. Itachi folgte ihr, seine Schritte, die sonst immer so klangen, als hätte man ihn gebeten, leise zu sein, wurden etwas lebhafter.
    Die Goldfische schimmerten rotgolden im Wasser. Yuki beugte sich über den Rand des kleinen Teiches und hielt die Hand hinein. Zuerst erschreckte sie die Fische damit, aber dann streute Itachi ein wenig Futter ins Wasser. Sofort wurden die Fische zutraulicher und knabberten an Yukis Fingern.
    „Hihi! Das kitzelt!“ Yuki kicherte.
    Itachi war vorher irgendwie nie auf die Idee gekommen, die Goldfische an seinen Fingerspitzen knabbern zu lassen. Jetzt hielt er genau wie Yuki seine Hand ins Wasser. Die Fische schwammen um seine Hand und saugten neugierig an seinen Fingern.
    „Die Goldfischchen küssen!“ quietschte Yuki.
    Es kam Itachi wirklich ein bisschen so vor, als würden die Fische ihn küssen, so wie seine Mama ihm jeden Abend einen Gutenachtkuss gab. Er nahm sich vor, sich öfter mit den Fischen zu beschäftigen.
    Yuki versuchte, einen der Fische, ein recht großes Exemplar, zu streicheln, aber der Fisch wich mit einem platschenden Schlag der Schwanzflosse aus. Winzige Wassertropfen spritzten Itachi ins Gesicht. Er kniff kurz die Augen zu und wischte sich die nassen Ponyhaare aus der Stirn.
    Yuki nahm ein bisschen Wasser in ihre Hände, kicherte und kippte es Itachi über den Kopf. Das brachte ihn irgendwie zum Lachen. Zum ersten Mal seit Monaten lachte Itachi wieder richtig.
    Wasser machte ihn irgendwie glücklich: das Glucksen eines kleinen Wasserfalls, die Wellen im Spülbecken, wenn er eine Reisschale hineinlegte, während er seiner Mutter beim Abwasch half oder jetzt der lebhafte Flossenschlag des Goldfisches und Yukis fröhliche, unbekümmerte Frechheit.
    Ikue stand im Türrahmen. Sie lächelte. Endlich schien ihr geliebter Sohn begriffen zu haben, dass er ihr am besten half, wenn er einfach glücklich war. Und er hatte endlich eine Freundin zum Spielen gefunden.

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Uchiha (3)
Uchiha (3)
So, nach recht langem Warten kommt jetzt endlich das dritte Kapitel. Es geht weiter um Madara und "seine Kinder", aber jetzt kommt Hauptperson Nummer fünf dazu: Itachi-chan ^_^Das haben wir wieder zusammen geschrieben.
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2012-01-28
407D
Naruto

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