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Seine Welt (3)

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3 Kapitel - 5.744 Wörter - Erstellt von: Inge Ketchum - Aktualisiert am: 2012-01-15 - Entwickelt am: - 3.961 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Die Geschichte von Hanne und Gaara geht weiter und es bleibt spannend... Verrät er ihr sein Geheimnis und wird sie damit fertig?

1
Nach den Hausaufgaben, die ich vor lauter Spannung nicht wirklich ausführlich machte, ging ich wie unter Strom zu dem kleinen, japanischen Café in der City. Die Sonne schien und ich konnte Gaara schon von weitem sehen, sein rotes Haar hob sich deutlich von der Masse der Normalaussehenden ab. Mari war auch da, sie fiel aber längst nicht so auf. Neben ihr saß ein schwarz angezogener Typ mit kurzen, braunen Haaren, der eigentlich nicht besonders auffällig war. Aber auch von ihm ging eine eigenartige Ausstrahlung aus, genau wie bei Gaara, Mari (und auch Ino).
Die drei hatten mich noch nicht bemerkt.
„Willst du ihr wirklich alles sagen, Gaara?“ fragte der, den ich nicht kannte.
„Kuro, ich hab es dir gestern schon gesagt. Ich mag sie, wie ich noch nie ein Mädchen… gemocht habe. Ich will keine Geheimnisse vor ihr haben.“ sagte Gaara. Er mochte mich also! Er mochte mich so sehr, dass er mich in sein Geheimnis einweihen wollte!
„Gaara ist verliebt!“ seufzte Mari selig, „Kuro, darüber sollte wir uns freuen!“
„Und was, wenn sie dich abweist, wenn du ihr sagst, was du bist?“ fragte Kuro.
„Das wird sie nicht.“ sagte Gaara. Er schien sich da sehr sicher zu sein.
Ich trat ein paar Schritte zurück, tat, als hätte ich nichts gehört und rief betont fröhlich: „Hey, Leute! Da bin ich!“
„Setz dich.“ sagte Mari mit einer Mischung aus Anspannung und der Seligkeit, mit der sie eben gesagt hatte, dass Gaara in mich verliebt war.
Ich setzte mich auf einen der hölzernen Caféstühle.
„Also, Hanne. Gaara besteht darauf, dass wir dich einweihen. Du darfst niemandem was sagen. Ob du jemand anderes einweihst, muss jedes Mal vorher geklärt werden, Hanne. Bist du ganz sicher, dass du das wissen willst.“ fragte Kuro. Er schien sich Sorgen zu machen, ob ich die Wahrheit, deren Ränder ich dunkel erahnte, vertrug und auch nichts weitersagen würde. Ich wurde unsicher. Was war das nur für ein Geheimnis? Hoffentlich nichts Gefährliches oder Verbotenes…
„Schrei bitte nicht rum, wenn wir's dir sagen.“ sagte Mari.
Ich verlor die Nerven und rannte weg, in irgendeine Richtung. Das war alles zu viel. Ich wusste weder, ob ich das alles überhaupt noch wissen wollte, noch, warum ich Gaara auf einmal so viel bedeutete. War er etwa genauso verliebt in mich wie ich in ihn? Dass ich ihn so sehr mochte, war mir inzwischen klar. Ein Blick in seine wunderschönen, helltürkisgrünen Augen hatte auch gerade eben wieder ausgereicht, um mein Herz zum Flattern zu bringen. Empfand er für mich genauso? Wollte er mich deshalb in sein Geheimnis einweihen?
Ich war gerade beliebig um die erste Straßenecke gebogen, da sah ich im Augenwinkel, dass Gaara aufsprang und mir hinterherlief. Sein rotes Haar und seine ebenso rote Kleidung hoben sich deutlich von der breiten Masse der anderen Leute ab.
„Hanne!“ rief er.
Ich bog wieder ab, vor mir erstreckte sich der waldbewachsene, dämmrige Stadtpark. Gaara holte mich ein und griff nach dem Ärmel meiner Strickjacke. Ich war so außer Atem, dass ich aufgab und mich auf eine der Parkbänke setzte.
„Warum bist du weggerannt?“ fragte er und setzte sich neben mich.
„Ich weiß nicht. Du kennst mich erst seit drei Tagen, das ist doch irgendwie nicht lange genug, oder?“ fragte ich.
„Für mich schon. Ich hab mir eigentlich nie Gedanken um die Leute auf unserer Schule gemacht, aber du bist… na ja, ich denke so oft an dich wie an sonst keine… Normale…“ er sprach das letzte Wort seltsam betont aus.
„Und deshalb willst du mir dein Geheimnis anvertrauen?“
„Ja. Du bedeutest mir etwas. Du bist mir wichtig. Deshalb will ich vor dir keine Geheimnisse haben.“ Gaara sah mir direkt in die Augen und mein Herz begann wieder zu flattern wie Schmetterlingsflügel, „Mari, Kuro und ich, wir sind Shinobi von einer anderen Welt. Unsere Welt liegt sozusagen auf einer anderen Dimension, verstehst du? Ich will, dass du das weißt.“
„Shinobi?“ echote ich verwirrt, „andere Welt?“
„Shinobi nennt man auch Ninja, na ja, und wir, also auf unserer Welt, haben besondere Fähigkeiten.“ erklärte Gaara.
Ich war schon ein wenig schockiert. Wie oft erfuhr man schon, dass der Junge, in den man frisch verliebt war, magische oder anders sehr außergewöhnliche Fähigkeiten hatte? Bisher hatte ich nicht an so was geglaubt. Doch ich spürte, dass Gaara es ernst meinte mit mir und der Wahrheit. Er war überhaupt nicht der Typ für Scherze oder erschreckende Lügen. Und seine Stimme klang so ernst, dass ich nicht anders konnte, als ihm zu glauben.
„Ich hab bisher nicht an sowas geglaubt.“ gab ich zu.
„Und jetzt?“
„Jetzt, wo ich weiß, dass es das gibt, schon.“ sagte ich und fügte gleich noch eine brennende Frage hinzu: „haben deine… Fähigkeiten… den Unfall vorgestern ausgelöst?“
Gaara nickte und sah zu Boden. Wie er da so neben mir saß, erinnerte er mich irgendwie an Edward Cullen, den Vampir aus den Bis(s)-Büchern. Mein Leben schien sich in eine ganz ähnliche Richtung zu entwickeln wie Bellas. Magie, Monster und Legenden schienen auf einmal greifbar nah, so als ob sie überall in ihrer ganzen, verborgenen Realität um mich herum waren und nur darauf warteten, einen Anlass zu bekommen, sich zu zeigen. Es gab sie wirklich, so sah es wohl aus. Plötzlich fiel mir noch etwas ein.
„Was ist mit „Schmuckshuppet“? Was sind das?“ fragte ich.
„Das erkläre ich dir später. Du musst das hier erst mal verkraften.“ sagte Gaara und irgendwas in seinem Tonfall hielt mich davon ab, weiter zu fragen.
„Okay, aber ich warte drauf.“ sagte ich und stand auf. Inzwischen hatte sich mein erster Schreck vollständig in Luft aufgelöst. Das wunderte mich schon. Dass ich so weinig erschrocken war über die Wahrheit, die Gaara mir gerade gestanden hatte, war irgendwie seltsam. Der Typ, mit dem ich seit drei Tagen in meine Klasse ging, der neben mir saß und in den ich mittlerweile rettungslos verknallt war, war ein Ninja mit übernatürlichen Fähigkeiten, sah nicht im Geringsten aus wie die Jungs, die ich noch so kannte und all das erschreckte mich nicht im Mindesten so, wie es normal gewesen wäre. Statt völlig verschreckt dazusitzen und mir auszumalen, zu was er wohl fähig war, sah ich Gaara einfach nur an, wie er mit gesenktem Kopf, die Unterarme auf den Knien liegend, den Kiesweg neben der Parkbank anstarrte, offenbar unfähig, mir nach dieser Enthüllung ins Gesicht zu sehen. Seine unheimlich weich aussehenden, roten Haare fielen leicht nach vorn und bildeten einen sanften Vorhang über seiner Stirn und dem roten Schriftzeichen. Es war ein Bild von Einzigartigkeit und auch von fremdartiger Schönheit. Unwillkürlich rückte ich ein Stück näher an Gaara heran, um etwas von seiner außergewöhnlichen Ausstrahlung, die mich vom ersten Moment angezogen hatte, zu spüren. Es war ein Hauch von Sand, vermischt mit einem undefinierbaren Gefühl.
Was die Ninjas anging, so ergab jetzt auch das wirre Zeug, das Mari nach dem Unfall gesagt hatte, einen Sinn.
„Hey, sieh mal, wie süß!“ rief ein Mädchen, das uns schon eine Weile beobachtete, einem anderen zu und zeigte auf uns. Die beiden waren etwa in Jannikas Alter.
Oh nein! Jannika! Wenn sie dahinterkam, dass sie, was meine Gefühlslage betraf, Recht hatte, war ich erledigt! Und daran, was sie und meine Eltern zu Gaaras offensichtlichem Anderssein sagen würden, mochte ich gar nicht denken!
Ich würde morgen definitiv die Schule schwänzen! Das hielt man doch im Kopf nicht aus! Auf einmal kehrte der erste Schock zurück. Na ja, wie gesagt, man lernt nicht alle Tage einen Ninja kennen. Und Ninjas hatten, was man so hörte, einen ziemlich schlechten Ruf.
Irgendwann gingen wir zu Mari und Kuro zurück. Gaara sagte nur: „Sie weiß Bescheid über uns.“
„Auch über den du-weißt-schon?“ fragte Mari.
Gaara schüttelte den Kopf. Er sah mich an und sagte ganz direkt: „Du wirst morgen nicht einfach so die Schule ausfallen lassen.“
„Woher weißt du, dass ich das wollte?“ fragte ich verwundert. Konnte er auch noch Gedanken lesen?
„Ich nicht. Schmuckshuppet schon.“ sagte Gaara.
„Was ist das eigentlich?“ unternahm ich einen neuen Versuch, dahinter zu kommen. Aber sein Gesicht war so undurchschaubar, dass ich aufgab und nicht einmal mehr eine Antwort erwartete.
„Ich glaube, ich muss nach Hause. Wenn meine Eltern nach Hause kommen, fragen sie mich kaputt.“ ich wusste zwar, dass Mom und Dad noch lange nicht zurückkamen, aber sie und Jannika sollten mich erst mal noch nicht mit Gaara zusammen sehen. Sonst erzählte Jannika nachher doch noch was, so wie vorgestern.
„Komm morgen zur Schule, Hanne.“ sagte Mari.
„Ist gut.“ ich nickte.
Zu Hause angekommen, schnappte ich mir mein Fahrrad und fuhr zu Oma. Dort aß ich sechs Stück glasierten Apfelkuchen, sah fern und spielte Karten mit Oma. Irgendwann merkte sie, dass ich ein Problem hatte. Ich erzählte ihr den normalen, unverfänglichen Teil der Wahrheit, den Teil, den Mari und Kuro erlauben würden: Dass ich mich in einen Jungen verliebt hatte, der anders war und dass ich nicht genau wusste, was ich tun sollte. Oma bot mir an, bei ihr zu übernachten, ich nahm gern an und sprach auf den AB zu Hause, damit meine Eltern wussten, wo ich war.
Ich saß den ganzen Abend auf Omas Sofa, sah weiter fern und aß Kekse.
In dieser Nacht wiederholte sich mein Traum von Gaaras Augen und dem komischen, sandfarbenen, sandigen Waschbärtier. Es war kein richtiger Waschbär, aber so was in der Art.

Kommentare (3)

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lolita (38031)
vor 896 Tagen
Schreib bitte ganz schnell weiter
RobinNo2 (16531)
vor 953 Tagen
Ja schreib Bitte weiter
Alice (99177)
vor 966 Tagen
Voll gut!! ;)Schreib bitte weiter!