Die Träumerin und das Missgeschick

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2 Kapitel - 5.859 Wörter - Erstellt von: Liamera - Aktualisiert am: 2011-12-15 - Entwickelt am: - 4.789 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Das ursprüngliche Ergebnis eines Lovetest nun als FF.

Team 9 bekommt Unterstützung von einem fröhlichen, jungen Mädchen.
Doch nach einiger Zeit endet die harmonische Zeit.
Was ist passiert?

1
"Shizuka looos." brüllt Lee.
"Los Neji" ruft Tenten
Lachend und keuchend stehen Neji und ich uns gegenüber.
Wir sind wieder beim Training.
Da ich vorerst um Urlaub bei Tsunade gebeten habe, darf ich in in Team 9 trainieren um nicht aus der Übung zu kommen.
Dort habe ich Rock Lee, Tenten, Neji und Sensei Gai kennengelernt.
Neji soll ebenso wie ich ein Jonin sein.
Aus diesem Grund findet gerade ein weiterer Trainingskampf zwischen uns statt.
Ausgelaugt steht Neji in Kampfhaltung vor mir.
Doch ich kann nicht anders als ihn auszulachen.
Normalerweise bin ich nicht so der Mensch der anderen Menschen gegenüber offen auftritt, doch der Anblick Neji's macht mich beinahe verrückt.
Heftig schüttel ich mich vor Lachen.
Wieder greift er mich an.
"Juuken." höre ich und schon stürmt er mit seinen speziellen Tai-Jutsu und seinem Byakugan auf mich zu.
Doch bei mir ist er an absolut falscher Adresse.
Ich beherrsche Aikido, eine sehr starke Verteidigungskampfart.
Jeden seiner Angriffe blocke ich ab und selbst seine 64 Hände haben kaum eine Chance da ich zu schnell reagiere.
Es ist der dritte Kampf der für Neji beinahe aussichtlos scheint.
Immer wieder greift er mich an doch jedes Mal weiche ich aus. Schaffe ich das nicht, so blocke ich seine Angriffe in letzter Sekunde.
Neji kämpft mit allem was er hat aber mittlerweile hat er seine Grenzen erreicht. Er dürfte kaum noch Chakra haben.
"Ich gebe es auf." stöhnt er und gibt seine Kampfhaltung auf.
Ich lächel ihn vorsichtig an.
"Nächstes Mal kriege ich dich. Ein Treffer und ich hab dich." grinsend schaut er mich an.
"Das werden wir ja sehen" lache ich ihn an, stecke meine Hand in meine Gürteltasche und stecke mir ein paar Lakritzkugeln in den Mund.
Wir drehen uns um und gehen wieder zu den anderen.
"Shizuka los komm ich bin dran." hektisch tanzt Lee um mich herum. Doch auch ich bin etwas müde.
Neji hat Ausdauer und der Kampf hat einige Zeit gedauert.
"Sorry Lee ein anders mal ich will jetzt erstmal was trinken."
Enttäuscht sieht er mich an, ist aber direkt von der Idee begeistert etwas trinken zu gehen.
"Vielleicht treffen wir ja auf Sakura." im Höchsttempo macht er sich auf den Weg in die Stadt.
Gai, Tenten, Neji und ich gehen langsam hinterher.

Die Sonne scheint recht warm an diesem Tag. Die Blätter färben sich langsam bunt. Ich liebe den Herbst und freue mich, dass die ersten Zeichen darauf deuten das er immer näher kommt.
"Sag mal Shizuka wie lange wirst du jetzt eigentlich unser Team verstärken?" wendet sich TenTen an mich.
"Uff keine Ahnung. Ich habe vorerst einen Monat Ruhe. Da ich ständig mit meinem Team unterwegs war und wir kaum in Konoha waren haben wir uns alle eine längere Auszeit gewünscht. Die anderen sind teilweise bei ihren Familien oder sind zu faul zum trainieren, daher hat Tsunade mich zu euch geschickt. Ich denke mal sobald die nächsten Missionen anstehen werden wir wieder getrennte Wege gehen." antworte ich ihr.
"Nun das ist ziemlich schade." mischt sich nun Gai ein. "In dir hat Neji endlich eine ideale Trainingspartnerin gefunden. Selten habe ich ihn mit dem Ehrgeiz trainieren sehen wie in den vergangenen zwei Tagen." fügt er hinzu.
"Ja das stimmt. Ihr passt echt gut zusammen als Partner." pflichtet Tenten ihrem Sensei bei.
"Ich habe noch nie jemanden mit einer solchen Geschicklichkeit gesehen es ist mal was anderes und ich kann mich durch das Training ja nur verbessern." wendet sich Neji an mich.
All das Lob macht mich etwas verlegen.
Nach einer Weile treffen wir Lee in einem Cafe. Vor ihm türmt sich ein Berg aus Eis den er im Rekordtempo verdrückt. Erschrocken will ich zu ihm als Neji mich festhält und den Kopf schüttelt.
Als Lee uns bemerkt schaut er uns mit tränennassen Augen an.
"Sakura war nicht hier." gibt er in einem neuen Anflug von Tränen von sich.
"Und wieso stopfst du dich dann mit Eis voll?" frage ich neugierig.
"Dieses kalte Eis wird mich immun gegen die Kälte in meinem Herzen machen." heult Lee los.
Völlig perplex schaue ich ihn an. Neji schüttelt den Kopf und Tenten stöhnt laut auf.
"Nun Lee dann solltest du dir noch mehr Eis bestellen." motiviert Gai ihn nun.
"Noch mehr?" fragt Lee der sich schon den Kopf hält vom Kälteschock.
"Ja die ganze Karte rauf und runter und das in 5 Minuten dann kann dich nichts mehr schocken." erklärt Gai.
Mit nun leuchtenden Augen bestaunt Lee seinen Sensei.
Wieder beginnt er sich das Eis reinzuschaufeln während Gai direkt einen Nachschlag bestellt.
Tenten, Neji und ich setzen uns etwas abseits von den beiden an einen Tisch.
Wir bestellen uns alle eine Kleinigkeit und genießen die letzten warmen Sonnenstrahlen des Sommers.
Immer wieder hören wir Lee stöhnen und Gai's Anfeuerungsrufe.
Beschämt schüttelt Tenten den Kopf und Neji blickt erst gar nicht rüber.
Doch das ganze bekomme ich kaum zur Hälfte mit.
Ich sitze auf meinem Stuhl und schaue in die Wolken.
Die eine Wolke erinnert mich an einen Hasen. Hinter dieser Wolke türmt sich eine große, dunklere Wolke auf.
Es sieht aus als würde der Wolkenhase gleich von einer Gewitterwolke verschlungen werden.
Ich muss kichern.
"Shizuuukaaa." Tentens Arm wedelt vor meinen Augen.
"Häh was?" verwirrt blicke ich sie an.
"Ich muss jetzt los ich habe dir nun dreimal Tschüß gesagt." etwas verärgert schaut sie zu mir.
"Oh entschuldige Tenten ich habe einfach etwas geträumt." kleinlaut blicke ich zu ihr hoch.
Nachdem auch ich mich nun von ihr verabschiedet habe bleiben Neji und ich alleine zurück.
Ich nehme mir ein paar Lakritzkugeln und blicke noch einmal zu Gai und Lee.
Vor Lee türmen sich nun die leeren Becher, immer wieder bestellt Gai einen Nachschlag. Lees Kopf ist mittlerweile eisig blau.
"Komm lass uns gehen das kann man sich ja nicht mit ansehen." stöhnt Neji.
Wir bezahlen unsere Rechnung und gehen.
Meine langen braunen Haare flattern im Wind.
Wir gehen zusammen durch die Stadt.
Ein blonder Junge geht an uns vorbei, als er Neji und mich sieht bleibt er wie angewurzelt stehen, reißt die Augen auf und schüttelt das Mädchen mit den rosa Haaren die neben ihn geht, heftig durch.
Neji beachtet ihn gar nicht, doch ich bleibe einen kurzen Moment stehen.
"Beachte ihn nicht. Das ist nur Naruto. Ich wette mit dir er denkt jetzt gleich wir sind ein Paar oder sowas." sichtlich genervt geht Neji weiter.
Schulterzuckend folge ich ihm.
Unser Weg führt in den Park von Konoha in dessen Mitte ein kleiner See liegt der im Sommer gern als Badesee genutzt wird.
Die Blätter der meisten Bäume erstrahlen in den herrlichsten Farben. Alles ist gelb, rot, braun, orange und grün.
Eine leichte Brise schüttelt die Baumkronen saft und lässt die Blätter tanzen.
Nejis Haare tanzen mit und ein lächeln schlich sich in mein Gesicht.
"Shizuka? Was ist denn jetzt ja oder nein?" fragt mich Neji plötzlich.
"Oh was? Wie bitte?" frage ich verwirrt. "Verzeihung Neji ich habe geträumt." gebe ich kleinlaut zu.
"Ach es war nicht so wichtig." antwortet Neji kühl. Eine Spur zu kühl.
"Verzeih bitte, dass ich dir nicht zugehört habe." versuche ich mich zu entschuldigen.
"Es ist schon ok, wie gesagt. Aber ich muss jetzt los wir sehen uns dann beim Training." mit diesen Worten verabschiedet er sich.
Etwas enttäuscht bleibe ich alleine zurück. Ich muss mich einfach mehr zusammenreißen.
Was wollte er wohl? Ich ärgere mich ein wenig über mich selbst und beginne direkt mir Sorgen um Neji zu machen.
Aber wenn er nicht reden möchte kann ich ihm nicht helfen. Denn so verträumt ich bin, ein offenes Ohr für die Sorgen anderer habe ich immer.
Mittlerweile dämmert es bereits und so mache ich mich auf den Weg nach Hause.
In der Stadt mache ich noch ein paar Besorgungen, auch mein Lakritzvorrat muss mal wieder aufgestockt werden.

Eine Lakritzstange kauend gehe ich in Richtung Trainingsplatz.
Von weitem sehe ich bereits Lee der Liegestützen macht und Gai der neben ihm das gleiche tut.
Neji steht angelehnt an einer großen Eiche.
Tenten sehe ich noch nicht.
"Guten Morgen" begrüß ich die drei.
"Los Shizuka mach mit, das erhält die Kraft der Jugend." keucht Lee mir zu.
"Mh ne danke ich stehe nicht so auf Liegestütze." gebe ich lachend zurück.
Neji ignoriert mich.
Nachdem wir stillschweigend gewartet haben erscheint endlich Tenten.
"Gut nun sind alle da. Dann können wir ja beginnen." beginnt Gai. "Überall auf dem Gelände habe ich Fallen gestellt und überall lauern die Gefahren. Aber keine Angst meine jungen Freunde mit der Kraft der Jugend werdet ihr es schaffen." mit blitzenden Zähnen erklärt er die heutige Aufgabe.
Wie sollen eine Art Parcours durchlaufen. Wer als erstes das Ziel erreicht soll als Belohnung 1000 Liegestützen machen dürfen mit Gai auf dem Rücken - und das einhändig.
Lees Augen beginnen sofort zu leuchten.
Irgendwann schmilzt er bei Gais Anblick wortwörtlich dahin, schießt es mir durch den Kopf.
Gai teilt uns in Teams ein.
Während ich mit Tenten gehe, geht Neji mit Lee. Wahrscheinlich ist es heute auch wirklich besser so.
Da weder Tenten noch ich scharf auf den Preis sind, gehen wir es lockerer an.
Wir laufen durch den Wald, weichen Fallen aus, landen in einem Gen-Jutsu aus dem wir uns befreien können und schaffen es durch Tentens Waffenkünste auch die Schlucht zu überqueren. Alles in allem ist es ganz lustig, doch nach lachen ist mir nicht zumute.
"Hey Shizuka nicht träumen." ruft Tenten mir zu.
"Ausnahmsweise träume ich mal nicht." lache ich, doch es klingt gezwungen und so halte ich lieber den Mund.
"Ist es wegen dir und Neji?" fragt sie plötzlich.
Erschrocken schaue ich sie an. Ist es so offensichtlich das irgendetwas nicht stimmt? Deprimiert schaue ich zu Boden und sehe gerade noch rechtszeitig die nächste Falle.
"Tenten unter uns!" rufe ich meiner Teamkameradin zu.
Sie reagiert schnell und wehrt die Kunais schnell und präzise mit ihren Waffen-Jutsus ab.
Doch noch während Tenten weiterläuft schießen die nächsten Kunais von vorne auf uns zu.
Diesmal bin ich dran und schaffe es mit meinem speziellen Kekkei Genkai die Zeit zu verzerren.
So hat Tenten genug Spielraum einen Gegenangriff zu starten.
Nach wenigen Sekunden läuft die Zeit wieder normal aber diesmal ist Tenten vorbereitet und blockt auch diesen Angriff.
"Sag mal Shizuka wie lange schaffst du das eigentlich mit dieser Zeitkontrolle?" fragt Tenten neugierig.
"Mh nicht sehr lange. Ein Kunai kann ich länger in Schach halten als eine Truppe feindlicher Ninjas. Es kommt auf das Tempo und den Gegenstand an." antworte ich ihr.
"Bringt es denn dann überhaupt etwas das zu beherrschen? Du bist ja generell recht flink, da brauchst du sowas doch kaum." stellt sie etwas skeptisch fest.
"Gerade wenn die Gegner in der Überzahl sind sind diese paar Sekunden unsagbar wertvoll. Außerdem liegen mir Gen-Jutsu sehr. Ich muss es nur schaffen die Leute wenige Sekunden aufzuhalten und schon stecken sie im Gen-Jutsu. Für meine Kampfart ist es sehr praktisch." erkläre ich ihr.
"Naja wir sollten uns wohl besser mal beeilen, wie ich Lee kenne ist er schon mitten bei den Liegestützen." lacht Tenten.
Ich bekomme nur ein mühsames Lächeln zustande, was sie auf das Thema unserer vorherigen Unterhaltung zu erinnern scheint.
"Aber jetzt sag doch mal, was ist mit dir und Neji los? Hattet ihr Streit?" fragt Tenten ernsthaft besorgt.
"Naja eigentlich nicht. Ich hatte gestern eine Frage von ihm überhört was ihn wohl sehr geärgert hat. Ich weiss auch nicht was das soll." erkläre ich ihr etwas traurig.
"Na das wird schon. Neji ist eigentlich gar nicht so, dass er einem etwas nachträgt. Allerdings scheint er wirklich schlecht drauf zu sein, so kenne selbst ich ihn nicht." redet Tenten eher zu sich selbst als zu mir.
Den Rest der Strecke schaffen wir ohne große Zwischenfälle und kommen am Rand des Waldes an. Dort begibt Lee sich gerade in Position und Gai versucht, auch Neji zu diesem Sondertraining zu überreden.
Als wir die anderen erreichen fällt Gai direkt über uns her, dass wir zu langsam waren und uns der Ehrgeiz fehlt.
"2000 Liegestützen für euch sollten euren Kampfgeist anspornen." wettert er los.
Tenten und ich schauen ihn mit Knopfaugen an.
Nachdem wir ihn davon überzeugt haben, dass wir auch ganz wunderbar ohne diese neuen Kampfgeist während der Mission entwickelt hätten, scheint er zufrieden und wendet sich wieder Lee zu.
Neji, Tenten und ich machen uns auf den Weg. Das ganze kann sich nur um Stunden handeln und bevor Gai weitere glorreiche Ideen hat was wir machen können, suchen wir lieber das weite.

"Hey Neji wie wäre es mit einem Probekampf?" frech grinsend schaue ich Neji an.
"Nein danke, ich habe noch was vor." antwortet dieser.
Seit drei Tagen herrscht nun eisige Stimmung zwischen uns und selbst Tenten verschlägt es immer mehr auf seine Seite.
Zwar redet sie mit mir, doch habe ich das Gefühl, dass sie nicht so recht möchte.
Immer wieder nachdem ich mich dann mit ihr unterhalten habe, sehe ich später Neji mit ihr alleine in einer Ecke.
An Lee und Gai möchte ich mich ungern wenden.
Und so drehe ich mich enttäuscht um und gehe, noch bevor das Training angefangen hat.
So mache ich mich auf den Weg zu Tsunade.
Ich erkläre ihr, dass ich bald sowieso wieder im Dienst bin und das Training mit Team 9 somit nicht mehr brauche.
Sie nickt mir zu mit dem Versprechen schonmal nach einer geeigneten Mission für mein eigentliches Team zu suchen.
So mache ich mich auf den Weg nach Hause.

"Uff war das wieder anstrengend, als diese fiesen Banditen uns gegenüber standen habe ich echt gedacht schlimmer kann es nicht mehr kommen." stöhne ich.
Mein Team nickt bestätigend.
Wir kommen gerade von einer Mission und treffen in Konoha ein.
Da ich versprochen habe Bericht zu erstatten gehe ich direkt Richtung Hokage.
Ich habe mich gerade von meinem Team verabschiedet als Tenten mir aufgeregt entgegenläuft.
Schon von weitem höre ich sie rufen.
"Shizuka wo warst du bloß?" vorwurfsvoll schaut sie mich an.
"Ich war mit meinem Team auf einer Mission." gebe ich kühl von mir.
"Wir haben uns Sorgen gemacht als du plötzlich nicht mehr zum Training gekommen bist und als Sensei Gai sagte du würdest wohl nicht mehr mit uns trainieren haben wir uns die größten Sorgen gemacht, aber er wollte nicht sagen was passiert ist." erklärt sie mir in einem Anflug von Panik.
"Wie du siehst lebe ich noch und es ist alles in Ordnung, danke." mit diesen Worten will ich an ihr vorbei gehen.
Ich weiss, dass mein Verhalten nicht nett ist aber ich bin nach wie vor verletzt durch ihre und Nejis Ignoranz.
"Shizuka was soll das?" wütend stellt sich Tenten mir in den Weg.
Von weitem sehe ich Neji. Als er Tenten erblickt beginnt er zu laufen.
Kühl schaue ich Tenten an die meinen Blick erst verwirrt, dann aber böse erwidert.
"Tenten." Neji trifft bei uns ein, sichtlich erleichtert Tenten zu sehen.
"Wenn es das war gehe ich jetzt, ich habe Tsunade Bericht zu erstatten." mit diesen Worten setze ich an Tenten vorbei und gehe.
Gerne würde ich mich umdrehen um die beiden beim tuscheln zu ertappen, aber sowas mache ich nicht.
So gehe ich weiter.
Nachdem ich Tsunade Bericht erstattet habe, mache ich mich auf den Weg nach Hause.
Als ich dort duschen war, mache ich einen kleinen Spaziergang.
Der Weg führt mich wieder in den Park.
Mittlerweile liegen die meisten Blätter auf den Boden und ein weiter, herbstfarbender Teppich erstreckt sich vor mir.
Ein eisiger Wind geht.
Ich ziehe meinen dunkelgrünen Mantel fester zu und gehe langsam den Park entlang.
Das letzte Mal war ich hier mit Neji. Das letzte Mal war noch alles in Ordnung.
Ich muss seufzen.
Was war an diesem Tag nur, dass er so sauer war. Wobei sauer das falsche Wort war.
Er wirkte enttäuscht, die Wut war wahrscheinlich die Reaktion darauf.
Aber ich hatte nichts falsches gesagt. Wieso war er dann so?
Ich schüttle meine Haare aus dem Gesicht. Wieso mache ich mir auch solche Gedanken um Neji?
Zwischen ihm und Tenten scheint es gefunkt zu haben, vielleicht habe ich dabei gestört.
Doch irgendwie macht mich dieser Erkenntnis schon traurig.
Ich habe mich wirklich gut mit Neji verstanden. Er ist nicht so wie die meisten anderen.
Er ist vernünftig und seine Sichtweise auf gewissen Dinge passt sich meiner an.
Wir sind auf einer Wellenlänge und trotz seines etwas eigenen Charakters kamen wir super klar.
Wieder muss ich meinen Kopf schütteln.
Wieso denke ich an sowas? Wieso geht es mir so nahe das er nun Tenten als Freundin hat.
Ich beschließe den Park zu verlassen und zurück in die Stadt zu gehen.
Dieser Ort erinnert mich einfach zu sehr an das vergangene.
Doch kaum drehe ich mich um und will zurück gehen, als ich es auch schon bereue.
Ich laufe geradewegs Neji und Tenten entgegen die etwas abseits von mir gerade in meine Richtung laufen.
Na toll...
Noch bevor ich mir überlegen kann was ich nun mache haben sie mich bemerkt.
Na klasse! So gehen wir aufeinander zu. Ich halte meinen Blick stur geradeaus und gehe hocherhobenen Hauptes an den beiden vorbei.
Tenten's geheucheltem "Hey Shizuka." schenke ich keine Beachtung. Aber etwas anderem.
Für einen kurzen Moment treffen sich Nejis und mein Blick.
Zuerst sehe ich die gleiche Kälte wie auch schon in den letzten Tagen unseres Trainings, doch es ist noch etwas anders in seinem Blick. Aber ich kann es in dem Moment einfach nicht deuten.
Schon sind wir aneinander vorbei gegangen.
Verwirrt blicke ich zurück. Als ich allerdings Tenten's Blick begegne drehe ich mich schnell wieder um.

"Und wie du jetzt hier sitzen bleibst!" wütet Tenten. Unbeeindruckt schaue ich in ihr Gesicht.
Bedrohlich hat sie sich vor mir aufgebaut.
Ich ziehe eine Augenbraue und widme mich wieder meinem Kakao zu.
Bei der Kälte gibt es kaum etwas schöneres als sich nach einem langen Spaziergang in ein Cafe zu setzen und einen leckeren Kakao mit Sahne zu schlürfen.
Doch leider hat Tenten mich von außen beobachtet und kam kurzerhand hinterher.
Sie lässt sich auf den Stuhl mir gegenüber fallen.
"Shizuka was soll der ganze Kinderkram?" genervt und sauer schaut sie mich an.
Mit hochgezogenen Augenbrauen schaue ich sie herausfordernd an.
"Man erst ist alles mit dir und Neji so toll, dann servierst du ihn ab, plötzlich bist du weg, tauchst dann wieder auf und ignorierst sogar mich." Tenten macht ihrem Ärger Luft.
Ich genehmige mir einen großen Schluck meines Kakaos.
"Weisst du wie verrückt Neji vor Sorge war als du nicht mehr aufgetaucht bist? Und dann beachtest du ihn nicht mal obwohl er dich stundenlang gesucht hat." wütend blickt sie mich an.
Immer noch versuche ich ruhig und entspannt zu wirken was sie scheinbar nur noch mehr aufregt.
Aber ich will sie nicht auf dem trockenen sitzen lassen.
"Weisst du Tenten. Erstmal hat Neji mich abserviert. Ich habe kein Problem mit ihm." beginne ich mit ruhiger Stimme.
"Zum zweiten war es von Anfang an klar dass ich nicht lange bei euch bleiben werde - und einen Aufpasser brauche ich nun wirklich nicht, erst recht keinen der meint mich ignorieren zu müssen." fahre ich fort.
"Und außerdem denke ich mir: Warum mit dir machen und tun wenn du hinterher sofort zu Neji rennst und nur gezwungenermaßen zu mir kommst? So einen Kindergarten hab ich nun echt nicht nötig." füge ich nun etwas säuerlich hinzu.
Damit stehe ich auf, lege das Geld auf den Tisch und will gerade gehen.
"Shizuka das ist ein Missverständnis..." beginnt Tenten plötzlich hektisch.
Doch ich gehe.
"Shizuka warte!" höre ich Tenten rufen, doch schon habe ich das Cafe verlassen.
Ich mache mich auf den Weg nach Hause um zu packen - bald beginnt meine nächste Mission.
Ich habe gerade die Tür hinter mir geschlossen als Tenten mit Neji im Schlepptau um die Ecke geschossen kommt.
Oh man langsam gleicht es echt einem Kindergarten denke ich mir genervt.
"Neji los." Tenten schiebt Neji vor sich her, der scheinbar gar nicht das Verlangen hat zu mir zu kommen.
Umso besser, denke ich mir und gehe.
Begleitet werde ich von Tentens andauernden Anfeuerungsrufen für Neji und ihrem ständigen "Shizuka warte doch mal eben."
Als ich das große Tor von Konoha erreiche ist mein Team leider noch nicht da.
Na super.
"Shizuka ihr müsst reden, bitte." mit diesen Worten stellt Tenten Neji vor mir ab.
Dieser wirkt ziemlich genervt. Es wundert mich, dass er sich so etwas gefallen lässt. Sonst hätte er Tenten sicher auch einen Vogel gezeigt.
Plötzlich blickt Neji auf und schaut mich an.
Ich sehe wieder die gleiche Kälte wie auch schon die letzten Male.
Doch wieder mischt sich etwas anderes in seinen Blick.
Ist es Angst? Wut? Enttäuschung? Ich kann es einfach nicht deuten.
"Shizuka es..." beginnt Neji
"Shizuka los." höre ich meinen Sensei plötzlich.
Ich schaue Neji kurz an der sichtlich verwirrt zu meinem Sensei und dem Rest des Teams schaut.
Noch bevor er sich wieder zu mir drehen kann bin ich verschwunden.

"Was ist passiert?" ich höre die laute Stimme Tsunades.
"Sie hat nicht aufgepasst und ist direkt in die Falle gerannt. Die Briefbombe ging hoch, niemand konnte so schnell reagieren." höre ich die Stimme meines Senseis.
"Wir mussten sie zurücklassen um die Mission zu Ende zu bringen, als wir zurückkamen lag sie blutüberströmt am Boden und ihre Augen flackerten unaufhörlich." ergänzt er seine Erklärung was vorgefallen ist.
Ich könnte mir selber eine reinhauen. Wieder war ich in Gedanken bei Neji und es passierte das, was noch nie vorgekommen ist: Ich konnte nicht mehr ausweichen.
Mein komplettes linkes Bein und auch meine Hüfte fühlten sich an als würden sie gleich abfallen.
Ich konnte mir ein stöhnen über meine eigen Dummheit nicht unterdrücken.
"Es sieht schlimmer aus als es ist, die Verletzung kriegen wir schon wieder hin, aber sie hat viel Blut verloren, wir müssen uns beeilen. Sakura hol Shizune." höre ich Tsunades laute Stimme.
Ich kriege mit, wie ich auf meiner Liege in einen großen Raum gebracht werde und man mir eine Maske anlegt. Langsam wird alles schwarz um mich herum.

"Guten Morgen" höre ich die Krankenschwester.
Langsam öffne ich meine Augen doch ich schaffe es nicht ganz.
"Mach dir nichts draus das sind die Medikamente die dich so benebelt machen."erklärt sie mir ruhig während sie das Fenster öffnet und meine Decke aufschüttelt.
"Da wird sich das junge Paar aber freuen das du wieder wach bist." lächelt sie mir freundlich zu.
Ich schaue mich um. Ich liege in einem hellen Krankenzimmer und die Sonne scheint herein. Dennoch herrscht ein kühler Wind der sich nun einen Weg in den Raum bahnt.
Neben mir ist eine kleine Kommode.
Darauf finde ich eine Flasche und einen riesen Haufen Lakritz.
"Die Flasche enthält ein Medikament von einem Mann in grünem Anzug. Er sagt mir ich solle dir diese geben sobald du wieder gesund bist damit du dadurch und mit der Kraft der Jugend wieder gesund wirst." kopfschüttelnd betrachtet sie die Flasche.
Ich bringe ein mattes Lächeln zustande.
Sie will gerade das Zimmer verlassen als sie in der Tür inne hält. "Oh sie kommen gerade rechtzeitig, sie ist gerade aufgewacht." höre ich sie munter losplaudern.
"Warten sie doch, sie wird sich sicherlich sehr freuen Besuch zu bekommen." Es herrscht Ruhe.
Schließlich geht sie zur Seite und es treten zwei Personen ein.
Gerade die, die ich am wenigstens hier brauchen kann. Ich bin gar nicht in der Lage jetzt zu diskutieren.
Ich muss laut stöhnen. Sofort schaut Neji mich erschrocken an und will sich gerade an die Schwester wenden die das Zimmer aber bereits verlassen hat.
Tenten kommt auf mein Bett zu und setzt sich auf dem Stuhl der direkt daneben steht.
"Shizuka wie geht es dir?" fragt sie besorgt.
"Bis zu dem Moment in dem ihr gekommen seid ging es." antworte ich möglichst genervt.
Schnell dreht Tenten sich zu Neji um der immer noch zwischen Tür und Bett steht.
Nachdem wir alle eine Weile geschwiegen haben ergreift Tenten abermals das Wort.
"Shizuka dieses Mal kannst du nicht wegrennen, du musst zuhören, bitte." redet sie mir ein.
Plötzlich steht sie auf. Sie dreht sich zu Nejji, schaut diesen durchdringend an und verlässt plötzlich den Raum.
Verdutzt schaue ich ihr hinterher.
Als Neji sich auf den Stuhl fallen lässt blicke ich ihn an. Wegen ihm und seinem untypischen, kindlichen Verhalten ist dieser ganze Mist hier erst passiert, schießt es mir durch den Kopf.
"Shizuka es tut mir leid was passiert ist." beginnt er plötzlich.
Erstaunt schaue ich ihn an.
"Als wir durch den Park gingen und ich dich gefragt habe ob wir vielleicht mal ins Kino wollen und du mich plötzlich so angeschaut hast ohne etwas zu sagen." beginnt er niedergeschlagen. "Wie du dann auf einmal so belustigt gelächelt hast. Ich fühlte mich einfach vor den Kopf gestoßen und es war echt nicht ok dich daraufhin so anzufahren." fährt er fort.
Immer noch verwundert sehe ich ihn an. Das war es also! Er hat das Lächeln falsch gedeutet, er dachte ich mache mich über ihn lustig.
Aber ich sagte ihm doch das ich ihn nicht verstanden habe.
"Ich habe dir gesagt ich war in Gedanken und habe dich nicht gehört." kontere ich.
Nun schaut Neji mich verwirrt an. Auch ihm scheint bewusst zu werden was da passiert ist.
"Es war ein Missverständnis." stellen wir zeitgleich fest.
Von mir fällt eine unglaubliche Last. Ich bin selber verwundert wie sehr mich das ganze wohl belastet hat. Jetzt könnte ich die Welt umarmen und Neji als aller erstes.
Erschrocken von meinen eigenen Gedanken schaue ich schnell von Neji weg.
Wieder öffnet sich meine Zimmertüre und die Schwester tritt herein.
"Oh entschuldigt bitte, aber ich muss das Fenster schließen, anschließend wird es Zeit den Verband zu wechseln." entschuldigt sie ihre Störung.
Ohne viele Worte verabschiedet Neji sich mit dem Versprechen bald noch einmal reinzuschauen.

Nachdem die Schwester den Verband gewechselt hat, hat sie alles für meine Entlassung vorbereitet. Die Verletzung ist unglaublich gut verheilt und es besteht keine Gefahr mehr das sie Wunde wieder aufgeht oder sich entzündet. Auch die Wirkung der Medikamente lies nach.
So kann ich noch am selben Tag das Krankenhaus verlassen.
Sofort mache ich mich auf den Weg zu Tsunade um ihr mitzuteilen wieder fit zu sein.
Als ich ihr Büro betrete sehe ich dort auch Team 9.
Etwas irritiert sie hier anzutreffen berichte ich Tsunade von meinem aktuellen Gesundheitsstand.
"Sehr gut. Du kannst sofort deine Sachen packen und mit Team 9 losziehen. Dein Team ist momentan unterwegs, so kannst du in Team 9 unterstützend mitwirken." beschließt sie kurzerhand.
Etwas überrumpelt nicke ich ihr refelxartig zu.
So kommt es, dass ich kurz darauf wieder vor dem Tor Konohas stehe, wieder mit Tenten und Neji. Doch diesmal sind sie mein Team und diesmal ist auch die Stimmung anders.
Tenten ist anfangs noch sehr vorsichtig bei unserer Unterhaltung, fängt sich aber bald und ist das lebendige Mädchen wie sonst auch immer. Selbst Neji beteiligt sich an allen möglichen Themen.
Kurze Zeit später brechen wir auf.
Wir sollen die Wache am Ostposten übernehmen da der eigentliche Wachtrupp hinter feindlichen Ninjas her sind.
Sobald sie zurückkehren, ist unsere Mission beendet.
Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand kommen wird ist ziemlich niedrig da die Feinde geradewegs in die Arme der Wachposten-Leute stoßen würde aber Tsunade sorgt lieber vor.
So widmet Lee sich einem ausgiebigem Training.
"Hey Neji ich könnte was Training gebrauchen nach dem ganzen liegen. Wie wär's?" wende ich mich an den jungen Jonin.
Erschrocken sieht er mich an.
"Oh ja eine gute Idee." findet auch Tenten.
"Nein ich bin müde ich möchte nicht, tut mir leid." stammelt er vor sich hin. Ganz klar steckt etwas anderes dahinter.
Sein prüfender Blick auf meine Hüfte lässt ahnen, dass er Angst hat ich sei noch nicht allzu fit.
"Na los Tenten dann versuchen wir es mal. Das Gebiet ist groß genug das du mit allem kämpfen kannst was du hast."
Aber auch Tenten hat Nejis Blick bemerkt und scheint ebenfalls etwas besorgt. "Mh nein wir sollten lieber aufpassen." redet nun auch sie sich raus.
Ich gebe meine Trainingspläne auf.
Plötzlich sehe ich wieder Neji und Tenten tuscheln. Als sie bemerken das ich sie beobachte, lächelt Tenten Neji zu und verschwindet.

Langsam dämmert es und ich habe angeboten die erste Nachtwache zu übernehmen.
Tenten bestand darauf das Neji dabei bleibt da ich erst frisch aus dem Krankenhaus komme. Trotz aller Bemühungen die anderen vom Gegenteil zu überzeugen stimmt Gai dem Vorhaben zu.
So kommt es das wir alleine draußen sitzen und warten.
Mittlerweile sind sie Nächte extrem kalt, der Winter steht vor der Tür.
Gedankenverloren kaue ich auf meiner Lakritz und ziehe meine Decke fester um mich.
"Shizuka?" fragt Neji plötzlich vorsichtig.
"Ja?" antworte ich.
"Wie sieht das denn jetzt aus, also mit dem Kino meine ich." fragt er plötzlich gerade heraus.
Ich schaue ihn an. Er wirkt wie immer doch ich meine einen Hauch Verlegenheit zu erkennen.
"Mh wenn Tenten nichts dagegen hat, wieso nicht." antworte ich.
"Tenten?" fragt Neji überrascht. Ich blicke ihn an: "Ja Tenten." sage ich noch einmal deutlich.
"Nein du verstehst das falsch. Tenten hat mir geholfen. Erst wollte sie das nicht aus Angst sich zu verplappern...." beginnt er plötzlich hektisch
"Verplappern?" unterbreche ich ihn.
"Ja sie hatte Angst, dass es ihr herausrutscht das ich Gefühle entwickelt habe für dich und..."
Mein fassungsloser Blick lässt Neji verstummen der mich auf einmal unheimlich erschrocken anschaut.
Wer von uns beiden wohl gerade überraschter und erschrockener ist?
Doch plötzlich muss ich lächeln. "Wie gesagt. Ich würde mich freuen mit dir ins Kino zu gehen." antworte ich noch einmal und lehne mich an seine Schulter.
Vorsichtig legt er seine Decke auch um mich und legt seinen Arm um meine Schulter.
Ich bin sicher es wird nicht nur bei einem einfachen Kinobesuch bleiben.

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Rachel^^ ( 80809 )
Abgeschickt vor 679 Tagen
Wirklich eine schöne Story
LuniiStar ( 66089 )
Abgeschickt vor 1038 Tagen
Süüüüüß (: hast du schön geschrieben :3