Four Million or Death?

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1 Kapitel - 1.544 Wörter - Erstellt von: Person without Brain - Aktualisiert am: 2011-11-15 - Entwickelt am: - 1.680 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

In diesem Spiel gibt es nur zwei Optionen für mich:

1. Ich werde getötet.

2. Ich töte meine Mitspieler und fange ein neues Leben mit 4 Millionen Euro an.

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    Was man nicht alles tat für vier Millionen Euro. Ich saß in einem Wald mitten im Nirgendwo und achtete darauf, möglichst kein Ziel abzugeben. Mittl
    Was man nicht alles tat für vier Millionen Euro. Ich saß in einem Wald mitten im Nirgendwo und achtete darauf, möglichst kein Ziel abzugeben. Mittlerweile war die Sonne untergegangen und alles war in Dunkelheit gehüllt. Eine unheimliche Stille hatte sich um mich herum ausgebreitet. Bis vor knapp einer halben Stunde hatten noch Gewehrschüsse und Schreie durch die Bäume gehallt, jetzt war kein Laut mehr zu vernehmen, keine Tiere im Unterholz, kein Rascheln der Blätter, kein Wind und vor allem kein Laut von den anderen Mitspielern, wobei nicht mehr viele von den anfangs vierzig Leuten übrig sein dürften. Die meisten waren schon erschossen worden.

    Niemand würde sie vermissen, jeder einzelne von ihnen war direkt von der Straße oder aus den illegalen Ringkämpfen geholt worden. Der Hauptgrund, aus dem jeder von den vierzig Menschen hier mitmachte, war das Geld. Niemand von ihnen hatte eine wirklich Kampfausbildung, nur die Ausbildung der Straße und viele hatten nicht einmal richtige Waffen, aber jeder wusste, wie man überlebte, auch wenn es hier nicht besonders ins Gewicht fiel.

    Ich wurde nach meinem Sieg in einem illegalen Kampf angesprochen. Ein reich aussehender Mann hatte mich gefragt, ob ich mir vier Millionen ganz leicht verdienen wollte. Er hat mir dann nur kurz das Spiel erklärt und nach meiner Einwilligung einen Briefumschlag in die Hand gedrückt, im Namen von seinem Herrn, so einem reichen Schnösel, der perverse Hobbies und Vorlieben hatte. In dem Umschlag waren nur ein Zettel mit Reisedaten und Flugtickets gewesen.


    Im Moment hockte ich in einem Gebüsch und wartete darauf, dass irgendwer seinen Standpunkt verriet. Mein Maschinengewehr lag über meinen Knien, geladen und entsichert. Auf dem Rücken trug ich mein Schwert und zudem drei Magazine am Körper verteilt. Meine schwarzen Klamotten verschmolzen perfekt mit der Umgebung.

    Angestrengt lauschte ich in die Dunkelheit. Ein Rascheln links von mir ließ mich wachsam werden. Angestrengt spähte ich in die Schatten um mich. Das Rascheln näherte sich immer mehr meinem Standpunkt und dann sah ich die Bewegung eines Mannes. Lautlos legte ich mein Gewehr an, zielte und drückte ab. Ohne auch nur ein Gefühl in mir zu haben lauschte ich dem lauten Hall des Schusses und beobachtete wie der Mann noch versuchte auszuweichen, aber die Kugel traf. Das Blut spritzte aus der runden Wunde direkt in seinem rechten Auge, das nicht mehr vorhanden war, nur noch ein Loch war dort.
    Es kam mir vor wie in Zeitlupe, wie der Mann langsam in sich zusammensackte. Kein theatralisches Sterben wie in Filmen oder im Theater. Mit einem leisen Plumps kam er auf dem Boden auf.

    Ich wusste ganz genau, dass ich, wenn ich hier sitzen bleiben würde, schneller tot wäre als ich gucken konnte und da waren die vier Millionen besser, als irgendwo leblos und ohne Körperfunktionen herumzuliegen und sich nicht mehr am Leben erfreuen zu können.

    Vorsichtig löste ich mich aus meinem Versteck und huschte von Schatten zu Schatten durch das Dickicht, hielt mich immer direkt an Bäumen und lauschte angestrengt. Leise raschelnde Schritte bewogen mich dazu, mich an einen Baum zu pressen. Gerade noch rechtzeitig, denn schon rannten zwei Gestalten kurz hintereinander direkt an mir vorbei. Als die Geräusche eine dritte rechts neben mir hörbar werden ließen, zögerte ich nicht.
    Mit einer fließenden Bewegung, die begleitet wurde von einem Schleifgeräusch, zog ich mein Schwert und schlug nach rechts aus. Ich spürte deutlich, wie jemand hineinlief, mir zog es das Schwert aus der Hand, sehen konnte ich noch nichts, dazu war es zu dunkel und ich blickte immer noch stur nach vorne.

    Nach ein paar Sekunden drehte ich doch meinen Kopf und erkannte den Umriss eines Mannes. Mein Schwert steckte direkt in seinem Hals. Der würde wohl nicht mehr aufstehen. Ein Gegner weniger. Es blieben also noch mindestens zwei, aber vermutlich noch mehr übrig, die nicht so dumm waren, in Richtung eines Schusses zu rennen.

    Wieder fing ich an zu laufen. Einfach in irgendeine Richtung, ich brauchte unbedingt einen besseren Ort, wo es schwieriger war, getötet zu werden. Mir begegnete niemand auf meiner Suche nach einem passenden Ort, nur die Gewehrschüsse, die durch die Bäume hallten, zeigten mir, dass die Kämpfe noch in vollem Gange waren. Dann sah ich eine Lücke in den Bäumen. Langsam ging ich darauf zu. Die Schüsse waren wieder verstummt. Vor mir erstreckte sich ein verlassenes und heruntergekommenes Dorf. Sich auf den ersten Eindruck nicht verlassend, schlich ich am Rande des Waldes entlang, jeden Fleck Dunkelheit ausnutzend. Nichts rührte sich und allmählich festigte sich mein erster Eindruck.

    Trotzdem blieb ich auf der Hut. Von hinten schlich ich mich an das nächstgelegene Gebäude an. Die Hintertür bestand nur noch aus einem Loch. Noch einmal sah ich mich um, durchforstete mit meinen Blicken die Schatten am Waldrand. Nichts rührte sich. Im Haus stand nichts mehr, es war komplett leer. Keine Möbel oder anderes. Wahrscheinlich war es schon vor Ewigkeiten leer geräumt worden. Unberührter Staub auf dem Boden zeigte mir, dass hier seit Ewigkeiten niemand mehr gewesen war. Trotzdem durchsuchte ich jeden Raum akribisch genau.
    Erst dann bewegte ich mich weiter zum nächsten Haus.

    Wirklich jedes Haus durchsuchte ich und immer mehr wurde mir klar, dass das hier der richtige Platz war. Die Häuser boten genug Schutz vor Angriffen. Zudem war es leicht sich zwischen ihnen zu bewegen. Mit der Waffe griffbereit ließ ich mich auf einem der Dächer, von dem aus der Blick perfekt war, nieder. Die Zeit verging langsam und nichts passierte.

    Die ganze Nacht über saß ich bewegungslos auf dem Dach und wartete geduldig. Erst kurz bevor die Sonne begann aufzugehen, tat sich etwas. Ein Schatten löste sich aus dem Dunkel des Waldes und eilte auf die Häuser zu. Er war nachlässig, das bemerkte ich sofort. Sein Gewehr und sein Blick schwenkten zwar nach links und rechts, aber er sah kein einziges Mal nach oben. Lautlos visierte ich den Typen an. Genau in dem Moment als ich abdrücken wollte, ging er in ein Haus und war aus meinem Sichtfeld verschwunden. Mühsam unterdrückte ich die Flüche, die mir auf Zunge lagen.
    Ohne einen Laut zu verursachen, legte ich mich auf den Bauch, stütze mich auf den Ellenbogen ab und hielt den Lauf des Maschinengewehres auf den Eingang gerichtet. Nach nur fünf Minuten kam der Mann wieder heraus.

    Der Schuss löste sich wie von selbst und die Kugel traf genau die Stirn. Ohne noch einmal hinzusehen, sprang ich auf und eilte weiter. Mit einem Sprung überwand ich die Entfernung zwischen Boden und Dach. Kurz hielt ich inne, dann entschied ich mich für den Waldrand. Kurz davor schlug eine Kugel direkt vor mir in einen Baum ein. Blitzschnell ließ ich mich nach vorne fallen und rollte mich ab. Weitere Kugeln schlugen oberhalb von mir ein.
    Endlich hatte ich den schützenden Wall aus Blättern und Holz erreicht. Dort drehte ich mich um meine eigene Achse und blickte direkt in die Augen einer Frau. Sie stand nur zehn Meter von mir entfernt, mit auf mich gerichtetem Gewehr.
    Ihr nächster Schuss traf. Der Schmerz breitete sich von meiner Schulter aus. Ohne ihn zu beachten, drückte ich mit den Worten "Stirb, Bitch" ab. Die erste Kugel traf nicht genau da, wo sie sollte, sondern schlug in ihrem Oberschenkel ein. Sie knickte ein. Der zweite Schuss traf sie in der Brust, war aber wieder nicht tödlich. Wütend auf mich selbst erhob ich mich, ging auf die am Boden liegende Frau zu, ließ das Gewehr neben ihr auf den Boden fallen und zog mein Schwert.

    "Verrecke endlich, verdammte Bitch", meinte ich grimmig und stieß das Schwert in ihre Brust, genau in ihr Herz. Ein paar Sekunden war es still. Ich stand nur schwer atmend über der Frau, hielt den Griff des Schwertes fest und spürte das warme Blut, das aus der Schulterwunde austrat. Plötzlich erhellte eine rote Leuchtkugel den Himmel, das Zeichen, dass das Spiel vorbei war.
    Fassungslos starrte ich das Rot an. Ich hatte es tatsächlich geschafft und die vier Millionen gewonnen. Jetzt konnte ich endlich weg von der Straße. Mein neues Leben begann genau jetzt, über der Leiche dieser Frau, verwundet und mit einem Schwert in der Hand.

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Four Million or Death?
Four Million or Death?
In diesem Spiel gibt es nur zwei Optionen für mich:1. Ich werde getötet.2. Ich töte meine Mitspieler und fange ein neues Leben mit 4 Millionen Euro an.
http://www.testedich.de/quiz30/quiz/1320779075/Four-Million-or-Death
http://www.testedich.de/quiz30/picture/pic_1320779075_1.jpg
2011-11-08
40J0
Horror, Krimi

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Mistique ( 93352 )
Abgeschickt vor 353 Tagen
Finde ich nicht! Mir gefällt es sehr gut. Eine der spannensten FFs, die ich je gelesen hab! Hab voll mitgefiebert! Großes Lob!!!!!!
(Kann aber auch sein, dass ich auch eine person without brain bin...;-))
pine ( 71824 )
Abgeschickt vor 761 Tagen
Meinst du nicht dass das etwas sehr pervers ist?