Die Zwerge von Mydaran (Herr-der-Ringe)

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1 Kapitel - 1.707 Wörter - Erstellt von: La Faie Suiateih - Aktualisiert am: 2011-08-15 - Entwickelt am: - 3.183 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

In Mittelerde ist es ruhig nach dem großen Ringkrieg. Aragorn ist König und das Land liebt ihn. Auch im weit entfernten Dorf Fesfharoth wird er als großer König verehrt.
Aber eines Tages taucht im Dorf ein Mädchen auf, was aus einer anderen Welt zu kommen scheint. In Gondor erfährt sie, dass es ihre Bestimmung ist, ins ferne Mydaran zu reisen, zu einem Zwergenvolk, welches zwei der verschollenen Palantíre besitzt. Doch in Mydaran angekommen, läuft alles schief, was nur irgendwie schief laufen kann…

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Das Feuer knisterte leise und am Himmel leuchteten Sterne so hell, wie es nur selten der Fall war. Gelegentlich nur hörte man den einsamen Ruf einer Eule oder das Knacken der Äste. Wie sie diese Nächte liebte! Zu jedem Vollmond gingen sie und ihr Bruder Mojgid in den Wald nahe ihrem Dorf, um dort das Ritual vollführen zu können. Genauer gesagt begab Mojgid sich immer auf die Lichtung, sie jedoch blieb bei der Feuerstelle. Für die Götter ihres Dorfes hatte sie nie sonderlich viel übrig gehabt. Aber der Wald faszinierte sie, hier fühlte Rayeneh sich frei. Sie seufzte, als sie daran dachte, dass sie wieder im Dorf gefangen war, sobald die Sonne aufgegangen war. Wäre Rayenehs Mutter nicht gewesen, hätte die junge Frau schon längst gehen können, mit dem Vorwand, in anderen Dörfern nach einem Gemahl zu suchen. Doch wer kümmerte sich um die alte Frau, wenn nicht sie? Also hatte Rayeneh keine andere Wahl, als im Dorf zu bleiben. Fesfharoth war zwar ein gemütliches Plätzchen, doch sie sehnte sich nach Abenteuern. Als kleine Kinder hatten Mojgid und sie sich immer vorgenommen, eine lange Reise zu unternehmen, die großen Städte Mittelerdes zu sehen und vielleicht großen Helden zu begegnen. Doch mit den Jahren hatten sie einsehen müssen, dass sie im Dorf gebraucht wurden. Mojgid als Priester, und sie musste für ihre Mutter sorgen.
Ein Räuspern ließ Rayeneh ruckartig aufblicken. Am Feuer stand ihr Bruder, die langen schwarzen Haare im Nacken zusammengebunden und um den Körper nichts als einen schwarzen Mantel. Rayeneh löschte das Feuer, warf sich ihren Mantel um die Schulter und stand auf. Schweigend gingen sie zurück zum Dorf. Es waren noch etwa zwei Stunden bis zum Sonnenaufgang; vielleicht würden sie bis dahin in Fesfharoth angekommen sein.

,, Raye…" flüsterte Mojgid, als sie aus dem Wald traten, und deutete auf den Steinkreis etwa eine halbe Meile vor ihnen. Ihre Eltern hatten ihn damals erbaut, dort brachten die Dorfbewohner den Göttern gelegentlich Opfer in der Hoffnung auf eine bessere Ernte oder ein Jahr ohne Krankheiten. Doch nun schien der Kreis zu leuchten, wie von tausenden Kerzen erhellt. Mit geweiteten Augen sahen die Geschwister sich an, nickten und eilten zu dem ungewöhnlichen Licht.,, Was mag das wohl sein?" rief Rayeneh ihrem Bruder zu, wären sie so schnell sie konnten darauf zuliefen. Dieser zuckte nur mit den Schultern und lief, etwas schneller noch, weiter.
Der helle Schein verblasste bereits, als sie dort ankamen. Zuerst sahen beide nur den steinernen Altar, der inmitten des Kreises stand. Doch dann bemerkten sie die Gestalt, die neben dem glatten Stein kauerte. Sie war noch ein junges Mädchen, mit zerzausten schulterlangen Haaren und ohne jegliche Bekleidung. So eine Haarfarbe hatte Rayeneh noch nie zuvor gesehen, ein helles blond, mit dunklen braunen Strähnen. Gerade wollte sie etwas zu Mojgid sagen, da regte das Mädchen sich. Es öffnete die Augen, die von einem unscheinbaren blau waren. Als es die beiden Fremden wahrnahm, fing es an zu schreien und versteckte sich hinter dem Altar. Nach und nach wurden die Schreie zu verzweifeltem Schluchzen. Rayeneh ging um den Altar herum und kniete sich zu dem Mädchen.,, Wir werden dir nichts tun, Kleine. Auf welchen Namen hörst du?" Das Mädchen sah sie nur verständnislos an und drückte sich noch mehr an den kalten Stein, wohl um sich zu schützen. Rayeneh wendete sich an ihren Bruder.,, Ich glaube, sie versteht unsere Sprache nicht. Dennoch bin ich der Meinung, wir sollten sie zu unserem Dorf bringen." Mojgid nickte und Raye streckte dem Mädchen ihre Hand entgegen. Lange Zeit starrte es nur darauf, unschlüssig, was es tun sollte. Dann holte es tief Luft und ließ sich von Raye hochhelfen. Sobald das Mädchen jedoch stand, bemerkte es mit einem Kieken, dass jegliche Kleidung fehlte. Sofort bedeckte sie sich notdürftig mit den Händen und wendete beschämt das Gesicht ab. Raye aber nahm ihren Mantel ab und legte ihn dem Mädchen um die Schultern.,, Komm," sagte sie, in der Hoffnung, dass die Fremde wenigstens ihre Geste verstehen würde. Und das tat sie auch, sie folgte den beiden Geschwistern, wenn auch zögernd, bis zum Dorf.

Es folgten viele anstrengende Tage, in denen Rayeneh und die anderen Frauen im Dorf versuchten, der Fremden ihre Sprache beizubringen. Sie erfuhren, dass das Mädchen Miriam hieß. Dieser Name jedoch war für die Dorfbewohner nur schwer auszusprechen, und so wurde aus Miriam mit der Zeit Miyam. Die Priester des Dorfes waren, nachdem sie Mojgids Geschichte über Miyams Auftauchen gelauscht hatten, der Meinung, dieses Mädchen sei ein Geschenk der Götter. Der Meinung war Rayeneh zwar nicht, dennoch war sie es, die am meisten Zeit mit Miyam verbrachte. Miyam lernte schnell, auch wenn sie vieles noch nicht ausdrücken konnte, was sie sagen wollte.
Als das Ende des Sommers kam, saßen die beiden Frauen auf dem großen Felsen nahe dem Steinkreis und unterhielten sich. Die letzten Wochen hatten es alle vermieden, mit Miyam über ihr Auftauchen zu sprechen, denn keiner hatte verstanden, was sie sagen wollte. Nun wollte Rayeneh jedoch wissen, was in jener Vollmondnacht passiert war.
,, Miyam…" begann sie also:,, weißt du, wie und warum du in diesen Kreis gekommen bist?" Das Mädchen schüttelte den Kopf.,, ich nicht wissen warum. Aber ich kommen aus fremder Welt." Sie verstummte, wohl auf der Suche nach den richtigen Worten. Raye sah sie erstaunt an.,, Du meinst eine andere Welt? So wie ein völlig fremder Planet? Als wäre der Steinkreis ein Tor zu anderen Ländern?" Miyam nickte.,, In meiner Welt Menschen fast nur leben in… Nicht in Dorf wie Fesfharoth, nein. Sie leben in Dorf, viel größer. Mit vielen Häusern und noch viel mehr Menschen.",, Du meinst in Städten? Eure Menschen leben nur in Städten?" Miyam nickte erneut.,, Meine Städt…",, Es heißt Stadt" korrigierte Raye sie freundlich. Miyam fuhr fort:,, Meine Stadt heißen Berlin. Berlin bekannteste Stadt in meiner Welt. Menschen nicht reiten auf Pferden, sie fahren in Autos." Neugierig hörte Rayeneh ihr zu.,, Was sind Autos?" Die Art und Weise wie sie dieses Wort aussprach, brachte Miyam zum Lachen.,, Es sein wie eine Kutsche. Mit Rädern, aber ohne Pferd. Es laufen mit Energie." Rayeneh verstand nicht.,, Mit Energie? Was ist das? Ist es wie… Mit der Wärme von Feuer?" Miyam schüttelte den Kopf.,, Nicht ganz. Ich nicht wissen Wort. Aber unsere Welt nicht schön wie hier. In Berlin es riechen nicht gut, es Lärm…" Erneut suchte sie nach den richtigen Worten.,, Also bist du froh, hier bei uns zu sein?" fragte Raye und musste lächeln, als Miyam nickte.,, Aber wie bist du hierhergekommen?" Das Mädchen hob die Schultern.,, Ich nicht wissen. Ich sehen in Spiegel, berühren Bild - und sein in Kreis." Bei dem Gedanken daran, dass sie völlig nackt gewesen war, lief sie rot an.,, Ich Worte hören bevor du und Mojgid kommen. Stimme sagen 'Finde deine Bestimmung in Gondor'. Ich nicht wissen was Stimme meinen." Sie seufzte. Rayeneh aber war jetzt erst recht aufmerksam.,, das bedeutet, wir müssen dich nach Gondor bringen! Oh, wie lange träume ich schon von solch einer Reise!" Voller Freude umarmte sie Miyam, die gar nicht wusste, was das alles zu bedeuten hatte. Auf ihren fragenden Blick hin meinte Rayeneh:,, Gondor ist ein großes Königreich mit einem noch größeren König. Es heißt sogar, er soll eine Elbenfrau geheiratet haben. Und nun habe ich tatsächlich einen Grund, dieses Dorf zu verlassen und etwas von der Welt zu sehen!" Miyam hatte nicht alles von dem verstanden, was Raye gesagt hatte, doch ein Wort ließ sie aufhorchen.,, Was ist ein Elb?" Raye überlegte.,, Wie kann ich es erklären… Sie sind wunderschöne unsterbliche Wesen, geheimnisvoll und manche auch kaltherzig, sie wissen unglaublich viel und können angeblich mit Tieren sprechen." Miyam lächelte.,, Haben Elben Flügel und Ohren ganz lang und spitz?" Rayeneh schmunzelte.,, Spitze Ohren ja, aber keine Flügel. Wie kommst du darauf?",, In meiner Welt es geben Geschichten von Elben, die leben in Blumen und haben Flügel." Nun lachten sie beide.,, Solch ein Wesen würde ich gerne einmal zu Gesicht bekommen. Sind sie so klein, dass sie in Blumen leben können, oder sind die Blumen in eurer Welt viel größer als hier?" Miyam starrte auf die Wiese und schüttelte den Kopf.,, Sie sehr klein."
Die beiden redeten noch lange über die beiden verschiedenen Welten, doch als es langsam dunkel wurde, beschlossen sie, in das Dorf zurückzukehren. Die Ältesten hörten das, was Rayeneh nun zu berichten hatte, und waren ebenfalls der Meinung, dass Miyam nach Gondor müsse. Rayeneh und Threr, der beste Jäger des Dorfes, sollten sie begleiten. In drei Tagen, beim nächsten Vollmond, würden die drei Gefährten dann aufbrechen.

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