Produkte der Gesellschaft - Kakuzu Lovestory

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7 Kapitel - 6.528 Wörter - Erstellt von: JESSiiCORE - Aktualisiert am: 2011-07-15 - Entwickelt am: - 6.229 mal aufgerufen - User-Bewertung: 5 von 5.0 - 7 Stimmen- Die Geschichte ist fertiggestellt

Nami. Ein vierundzwanzigjähriger Shinobi. Ihrer Kindheit beraubt und der Zukunft entmutigt, scheint ihr nichts Gutes zu widerfahren. Bis sie IHN trifft. Von da an, soll es nur noch schlimmer werden.
Unterbinden ist zwecklos.
Der Drang ist da.
Der Drang ihn zu hören.
Zu fühlen. Zu riechen.
Der Drang, ihn zu sehen. Ihn in ihrer Nähe zu haben.

Ein heftiges Spiel zwischen Verbot, Normen und persönlicher Leidenschaft entsteht. Wird es ihr gelingen, sich den Werten der Gesellschaft loslösen zu können? Oder...
wird sie auf ewig. Ein Produkt. Der. Gesellschaft bleiben?

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    Kapitel I: Ruhe

    Die Stimmung ist gedrückt und dunkel. Friedhofartig. Eine kalte Briese durchstrebt die anwesenden Körper.
    Jeder Windzug ist bewaffnet. So bewaffnet wie die Gegner die hier ihr Leben ließen. Nie würde man als „normal Sterblicher“ auf die Idee kommen, ein Wort zu sagen, geschweige denn, überhaupt etwas zu tun.
    Das sind einige wichtige Grundlagen, die man für ein Überleben brauchen würde. Doch das galt hier nicht für Jedermann…Nicht für den Stärkeren.

    „Deine Zeremonie nervt mich wirklich.“ knurrte eine dunkle Stimme auf den blutenden Körper vor ihm, dem es aber nichts auszumachen schien – oder vielmehr ganz im Gegenteil. Es schien, als würde es der Person vor ihm gefallen. Schmerzen die unvorstellbar schienen. Wer würde so etwas befürworten?
    In einer normalen Gesellschaft würde man derartige Menschen wegen autoagressivem Verhalten behandeln.

    „Das gehört zu meiner Religion und basta!“ fauchte die Person giftig zurück dessen Gesicht, zu dem die Stimme gehörte, mit seinen magentafarbenen Augen schon mehr als nur gefährlich aussah. Im Allgemeinen schien diese Person eine fremde Aura zu besitzen.

    „Jaja. Blute du nur mal schön weiter. Aber danach haben wir noch etwas zu erledigen“ zischte die noch viel dunklere Stimme zurück, von dessen Gesicht lediglich nur die Augen sichtbar waren. Und diese waren weitaus auffälliger als die anderen – weitaus ungewöhnlicher als die anderen. Denn diese Pupillen waren Grün. Kein normales Grün. Giftgrün, denen sie einem Komplementärkontrast mit der roten umliegenden Farbe unterlegen waren und gegenüberstanden.

    „Was redest Du denn! Wir haben unsere Mission beendet und kehren wieder zum Hauptquartier zurück!“

    „Nein, das werden wir nicht tun, Hidan. Wie oft soll ich es dir noch sagen? Ich bin für die Finanzen verantwortlich. Und hier in der Nähe ist eine Beute, auf der ein sehr großes Kopfgeld ausgesetzt ist. Die lasse ich mir nicht entgehen.“

    „Ernsthaft, ich frage mich tagein tagaus weshalb ich dich nicht schon längst für Jashin geopfert habe!“ schrie sein Gegenüber. Außer sich.

    Das erregte die Aufmerksamkeit des Anderen, der seinen Kopf nur sachte und langsam erhob um seine sichtbaren Augen zu verengen bevor er sprach.
    „Vielleicht weil du nicht den Mumm dafür hast“
    Entgegnete die kalte Stimme und klang nun sehr dunkel und sarkastisch, nein, schlimmer: Zynisch. Fast schon herausfordernd. Diese Stimme und dessen Worte waren eine Feststellung, die Hidan hinnehmen musste. Eine Feststellung, die er, selbst wenn er daran dachte, nicht widerlegen konnte.

    „Was auch immer. Welchen Kopf lässt du dir nun zu Geld umwandeln?“ fragte Hidan mit einem seichten Lachen, das nun Genugtuung mit einer solch simplen Frage erlangte, bei der es nämlich genau wusste, dass sein Partner es als provokant empfinden würde. Dass es ankam bemerkte er spätestens am Knurren seines Anhängsels, der vor ihm auf einen Stein saß und in einem Buch blätterte.

    „Nun. Ihr Name ist Nami. Sie ist 24 Jahre alt und kommt wohl aus Kirigakure.“ Informierte der kühle Ninja, wenn auch relativ widerwillig. Generell war er nicht der gesprächige Zeitgenosse.

    „Aha, interessiert keinen. Was hat die Kleine drauf?“

    „Hier steht nichts über ihre Fähigkeiten.“

    „Na toll. Eine ganz coole, über die nichts bekannt ist“ Hidan rollte seine Augen. Wie sehr er diese Fraktion von arroganten Ninjas hasste…

    „Das wird sich zeigen. Wenn sie schon im Bingobuch steht, scheint es jedenfalls keine leichte Gegnerin zu sein. Aber sie ist verdammt viel wert.“

    „…für dich wäre auch jemand viel wert, dessen Kopfgeld aus einem Ryō bestünde.“ Seufzte Hidan als er sich den eisernen langen Spieß aus seinem Oberkörper zog und dann aufstand. Die danach folgenden Blutspritzer schienen weder beachtet noch die entstandenen Wunden behandelt zu werden.


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    Kapitel II: Fund

    „Oh Mann…wir suchen jetzt schon ernsthaft seit einer verdammten Stunde und haben sie immer noch nicht gefunden! KAKUZU! Hörst du überhaupt zu!“

    „Halt den Mund.“
    Und wenn Hidan nicht unsterblich wäre, würde er Angst haben. Man konnte die Stimme seines Partners nicht wirklich beschreiben. Sie war tief und düster. Niemand wusste, was ihm zu dem machte, was er ist. Für ihn war es ein Leichtes, einen Menschen derart zu erniedrigen, dass man schon fast am Sinn des eigenen Lebens zweifelte. Für Hidan galten diese Kakuzu-Gesetze allerdings nicht.

    Das einzige was störte, war die Tatsache, dass die Zeit verging ohne irgendeinen Erfolg mit sich zu bringen. Erfolge waren Kakuzu wichtig. Er hatte schon den einen oder einen anderen großen Misserfolg in seinem Leben hinnehmen müssen, woraufhin er bestraft wurde. Das sollte nie wieder so sein. Ja, vielleicht war das der Grund dafür, dass der Elite-Ninja nun so ist, wie er nun mal war. Eine dunkle Gestalt, die selbst beim helligsten Lichte die Nacht zurückbrachte, den Tag zum Abend und das Leben zum Tod wandelte.

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    Kapitel III: Eine neue Mission

    „Eine neue Mission? Wieso? Und dann auch noch so eine anstrengende! Ich habe erst gestern meine Mission beendet, wird es nicht so langsam mal Zeit, mir eine Pause zu geben!“

    Die Stimme dieses Mädchens war sehr sanft. Zwar konnte man erkennen, dass sich sehr viel Wut in den Zeilen ihrer Worte befand, dennoch klang sie nach wie vor melodisch. Sie zu deformieren war schier unmöglich.

    „Nun? Und?“ fragte die Person mit der männlichen Stimme vor ihr. Sie hatte einen langen hellen Mantel an auf dem rote Schriftzeichen versehen waren. Wenn man der Kanjisprache mächtig war, so konnte man wissen, dass auf diesem Mantel „Mizukage“ stand.

    „Ich weiß, dass du mich nicht leiden kannst. Das musst du nicht so offensichtlich zeigen. Ich mache die Mission; aber nur damit ich dir nicht länger in die Augen schauen muss“ erwiderte das Mädchen vor dem älteren Mizukagen, der nichts weiteres tat als einen Seufzer aus seinen Lippen zu stoßen.

    „Dann wäre das ja geklärt.“ Sagte er und winkte sie ab. Was sie zu dem Zeitpunkt für ihren Onkel übrig hatte, war nichts Geringeres als einen hasserfüllten Blick verengter Augen mit denen sie ihn ein letztes Mal anfunkelte, sich dann aber umdrehte und hinauslief.


    „Mizukage-sama. Ist das…eine gute Idee gewesen, sie auf diese Mission zu schicken?“ fragte eine weibliche, junge und freundliche Stimme neben ihm. Es muss seine Beraterin gewesen sein. Auch ihre Stimme klang sehr sanft – schon beinahe zurückhaltend. Ihre grünen Augen blickten ihn vorsichtig und vornehm an, als sie sich eine rotbraune Strähne aus dem Gesicht streifte.

    „Ich meine. Sie wissen doch, dass auf Nami ein Kopfgeld ausgesetzt ist. Und wir erhielten erst gestern Informationen, dass die Akatsuki vor kurzem zugeschlagen hat. Sie haben Chiriku, den Mönch aus dem Tempel im Feuerreich entführt und…getötet. Seine Leiche wurde bisher nicht gefunden. Man munkelt, er sei Opfer eines Kopfgeldjägers geworden.“

    Man konnte erkennen, dass sie sich bemühte, leise zu sein und nicht ihre Stimme zu erheben. Schließlich war es unverantwortlich von einem Kagen.

    „Hach. Lass’ das mal meine Sorge sein. Es wird schon nichts passieren. Es ist ja keine schwere Mission. Immerhin ist sie ein Shinobi. Auch sie hat Missionen zu erfüllen, mit oder ohne Kopfgeld.“ Antwortete er relativ zynisch und herablassend. Auch sie drehte sich dann nur noch niedergeschlagen zur Seite und tat ihre Bemühung mit einem „wie Ihr wünscht“ ab.
    Leid tat ihr die junge Nami aber nach wie vor.


    „Hmm. Die Gegend hier sieht gar nicht mal übel aus. Überhaupt nicht übel, um genau zu sein. Ich verstehe gar nicht, warum ich hier sein soll. Mein Onkel gab mir diese Mission, um hier für Ordnung nach einem Anschlag zu sorgen. Welcher Anschlag bitte? Hier ist weit und breit nichts zu sehen. Kein Grashalm sieht verdächtig umgeknickt aus. Kein Lüftchen riecht verdächtig merkwürdig. Kein Stein der vorher rund war ist plötzlich eckig und kein Baum der vorher stand ist plötzlich weg. Nein, hier ist alles in bester Ordnung.“

    Höchste Zeit für einen Seufzer. Den hat sie sich verdient, schließlich war sie mehrere Kilometer gelaufen nur um eine astreine Gegend vorzufinden. Wieso schickte er sie auf diese Mission? Woher kam der plötzliche Hass ihres Onkels? Es war doch nicht ihre Schuld, dass sie war, wie sie ist. Sie hat es sich nie ausgesucht, so zu sein. Nein, es war nicht ihre Schuld, dass sie die letzte Überlebende seiner Schwester war.
    Ihre Mutter hat sie eben geliebt. Damals…Ja, damals zu der Zeit. In der es ihnen schlecht ging. Zur Zeit des Krieges.
    Da hat sich ihre Mutter für sie aufgeopfert. Sie fortgeschickt, als sie nicht mehr durch den eiskalten Schnee laufen konnten.

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    Kapitel IV: Damals…

    „Geh Nami…du…musst…überleben…Nami, hörst du mich?“

    “Aber Mama…!“

    “Nami…hör auf deine Mutter…lauf fort. Du darfst hier nicht…ngh…“ die dunkelhaarige Frau mit dem cremefarbenen Mantel sackte zu Boden, der flockige Schnee wirbelte auf, doch die harte Eisschicht unter ihr verblieb in ihrer vermeintlichen Form.

    „MAMA!“ schrie das ungefähr sechsjährige Mädchen, das zu ihrer Mutter lief und die Hand nach ihr ausstreckte, die kleinen Finger, die sich nach der beschützenden wärmenden Hand ihrer Mutter sehnten, wurden urplötzlich von einer größeren weggerissen und zog das Junge Mädchen weg.

    „Hör auf deinen Onkel…geh mit ihm…sei ein…braves…Kind…“ sagte die sterbende Frau mit letzter Kraft und Nami’s Augen füllten sich dramatisch mit Tränen, sie kreischte und schrie außer sich, die männliche Gestalt, wohl ihr Onkel, hob sie hoch sodass Nami ihre Mutter so nicht mehr sehen musste – doch auf dem cremefarbenen Mantel war sie sich sicher, habe sie rote Spuren vermerken können…….

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    Kapitel V: Schock

    Nami schüttelte nun ihren Kopf und warf die Erinnerungen von damals weg. „Denk nicht mehr daran..“ murmelte sie zu sich selbst.

    Ein weiterer Seufzer entfloh aus ihrem Munde als sie sich auf einem Stein niederließ, ihre Augen sanft hinuntertaumelten und einige rote Ameisen vor ihren Füßen beobachteten.

    „Geht es euch auch so wie mir? Habt ihr die Anweisungen von eurer Königin bekommen? Sie interessiert es auch nicht, was ihr wollt, nicht wahr?“

    Natürlich erhielt sie keine Antwort. Aber das machte nichts. Ihre Frage war ohnehin rhetorisch gemeint. Wie sehr sie sich eigentlich darüber ärgerte, war nicht zu beschreiben. Immerhin war sie 24 Jahre alt. Alt genug, um Frau zu sein und selbst zu entscheiden. Und nicht auf den blöden Onkel hören zu müssen.

    „Der aber leider Mizukage ist...“ fügte sie mit einem Seufzer hinzu. Sich zu beschweren hatte keinen Sinn. Es würde nichts ändern, das wusste sie, nachdem sie es bereits mehrere Male versuchte.



    „Naja dann ihr Ameisen. Ich gehe nun. Lasst euch nicht unterkriegen!“
    Wenn sie schon wenigstens nicht sich selbst aufbauen konnte, dann wenigstens Andere. Mit diesen Worten stand sie nun auch auf und klopfte sich den Staub von ihrer kurzen schwarzen Hose.


    „Weißt du Kleines. Mit sich selbst zu reden ist schon fast das erste Zeichen für Wahnsinn“ knurrte eine dunkle Stimme plötzlich als sie sich umdrehte und sofort zurückwich. Es waren diese Augen, die sie zurückweichen lies. Nicht die Stimme. Und obwohl diese Stimme düster und finster genug war, waren es beim zweiten Blick nicht mal die Augen, vor denen sie Angst hatte. Wer war er?

    „Was…zum …“ stotterte sie, doch dann entschied sie sich dafür, dass sie es gar nicht wissen wollte und sich lieber umdrehte um zu gehen - bei dieser Bewegung trafen ihre Augen jedoch auf zwei Andere, magentafarbenen.

    „Wohin des Weges?“ fragte seine Stimme, ließ sie jedoch nicht antworten und schwang seine riesige Sense um, über die sie im richtigen und fast letzten Augenblick jedoch springen konnte und davonlief. Nein, sie war nicht Mrs. Mutig. Sie war ein Feigling, ja genau, so war sie. Sie hatte ihre Umhänge erkannt.

    „Die Akatsuki? Was wollen die von mir!“ fragte sie sich schon fast quälend als sie die zwei Gestalten hinter sich erblickte. Sie liefen ihr hinterher, ließen nicht von ihr ab. Da war es wieder; das Gesetz der Schwächeren. Und hatte die Akatsuki ein mal jemandem in Visier, so sollte man sich dem am Besten auch hingeben.

    „Ob es ihnen auch jemand befohlen hat?“ fragte sie sich relativ geistesabwesend. Das einzige was jetzt noch zählte war entkommen. Weg von diesen zwei Männern hinter ihr.

    „Bleib stehen, weglaufen hat keinen Sinn, wir kriegen dich ja doch“ rief einer hinter ihr. Es war der Kerl mit der dunklen Stimme. Diese Stimme war auf eine merkwürdige Weise sehr einzigartig. Doch das interessierte sie auch nicht weiterhin.


    „WAS WOLLT IHR VON MIR!“ rief sie hysterisch. Ja, jetzt hatte sie Angst. Was wollen diese Beiden? Sie hat doch nie etwas getan. Nie hat sie jemanden von ihnen angegriffen, was somit zur Rache dieser Beiden führen konnte. Auch steckt in ihr keine Jinchukraft, von denen sie wusste, dass die Akatsuki hinter ihnen her war.

    „Bleib stehen du verdammte…arrrgh“ rief die andere Stimme hinter ihr. Niemals würde sie sich jetzt umdrehen und diese wütenden Augen erblicken. Dafür war sie. Einfach. Zu feige…

    „VERSCHWINDET! ICH HABE EUCH DOCH GAR NICHTS GETAN!“

    „Du musst uns auch nichts getan haben. Aber Du bist viel wert. Oder sagen wir lieber – deine Leiche“
    Seine dunkle Stimme wurde mit dem Inhalt von dem sie sprach immer düsterer. Sie schluckte auf seine Worte.

    „Meine Leiche?“ nun begannen ihre Knie an zu zittern. Abspringen über die Äste war schwer geworden. Wieso wollten die Beiden ihre Leiche? Was…was war der Grund so etwas zu tun? Was hat sie jemals getan außer gelebt?
    Langsam formten sich einige Tränen in ihren Augen. Wenn man nicht sehen würde, dass sie ein Ninja ist, würde man auch nie darauf kommen – dafür war sie zu sanft.

    „Auf dich Tussi ist ein hübsches Kopfgeld ausgesetzt“ rief die hellere Stimme, vor der sie aber auch Angst hatte. Beide waren auf ihre eigene Art und Weise komisch und merkwürdig. Angsteinflößend auf die unvorstellbarste Methode.

    „Kopf..geld...?“ wiederholte sie als ihre Knie immer zittriger wurden und Panik ihren Körper umhüllte. Wie grausam konnten die Menschen nur sein, eine Seele des anderen auszulöschen, weil ihr vergänglicher Körper einige Papiere wert war. Wie grausam konnte der Mensch sein, der ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt ha –
    „Moment“ unterbrach sie ihren Gedankenfluss.
    „Nein, das kann nicht sein. Das kann er nicht getan haben. Nein, so weit…So weit würde er nicht gehen?“

    Und nun konnte sie ihre Tränen nicht mehr verbergen, mit denen sie über die Bäume sprang und ihre Verfolger womöglich hindurch preschten. Hat ihr Onkel etwa ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt?

    „Hey Idiot! Bist du sicher, dass wir die richtige haben! Die ist doch verdammt schwach!“

    „Sei still Hidan.“


    “Der eine mit der helleren Stimme und der Sense heißt also Hidan“ Seine Aura empfand sie als komisch. Wenn es nicht seine Stimme ist, vor der sie Angst hat, dann war es diese merkwürdige Aura, die ihn wie Shinigami* (Shinigami = jap. Todesgott) in Person erscheinen ließ. Seine Sense unterstrich diese Feststellung nur noch mehr.

    Und der andere? Er war zu schweigsam, um ihn mit irgendetwas zu vergleichen. Abgesehen davon verbarg er sein komplettes Gesicht hinter einer Maske. An seinem Stirnband konnte sie jedoch erkennen, dass er aus Takigakure stammte. Aus dem Wasserfall-Reich, auf dem auch ihr Onkel sehr viel Einfluss ausübte.

    Viel Zeit blieb ihr nicht mehr zum Nachdenken. Sie wusste nicht, was sie nun machen sollte. Zurück nach Kirigakure konnte sie nicht. Definitiv nicht. Ihr Onkel wollte sie tot sehen. Wo sollte sie nun hin? Sie hatte keine Freunde. Und selbst wenn sie welche gehabt hätte, wäre sie niemals zu ihnen gegangen, aus Angst, sie in etwas hineinzuziehen, aus dem sie alleine nicht mehr herauskommen konnten.

    Weitere Tränen flossen dem jungen Mädchen über das Gesicht. Die Unverständlichkeit die sie der Welt zum Vorwurf machte bereitete ihr Kopfschmerzen.


    „LASST MICH IN RUHE! GEHT WEG!“ rief sie als sie gerade noch rechtzeitig der Sense ausweichen konnte, die mit voller Wucht um sie geschwungen wurde.

    Vielleicht war sie feige, ja. Aber feige heißt nicht schwach. Und auch nicht langsam oder dumm. Womit sie jedoch nicht rechnen konnte, waren schwarze Ranken, die sie plötzlich an Armen und Beinen festhielten – und sie erstarrte. Die Beiden liefen relativ gemütlich auf sie zu. Und während sie dort auf dem Baum saß, regungslos, schossen ihr die Tränen nur so aus den Augen. Festgehalten wurde sie schon einmal gegen ihren Willen.

    „Was zur Hölle!“ rief Hidan als er sich nicht so wirklich sicher war, ob er sie auslachen sollte oder nicht. Er hat schon viel gesehen, aber so was noch nie. Ein Ninja, der sich nicht mal ansatzweise zu helfen wusste, aber für seine Fähigkeiten im Bingobuch stand. Was war hier faul?

    „Lass….lass….mich….los“ flehte sie als ihre Augen langsam von der hölzernen Fläche des Astes auf die Schuhe und Beine der ihr gegenüberstehenden Person wanderten, ihr Blick vorsichtig weiter nach oben strebte und letztlich die gefährlichen grünen Augen wieder trafen.

    “1000.000 Ryō für jemanden wie dich?“ pausierte die Stimme als er auf sie herabblickte. Auch er war es nicht gewohnt. Er kannte nur starke Gegner. Gegner, die für ihr Leben kämpfen wollten. Gegner, die eher angriffen, als abzuwarten. Schon allein die Tatsache, dass sie nicht wusste, dass auf ihr ein Kopfgeld ausgesetzt war, machte die Sache relativ merkwürdig.
    Je mehr er darüber nachdachte, desto eher kam er zu der Entscheidung, dass es ihn gar nicht interessieren muss. Er wollte das Geld – mehr nicht. Es konnte ihm egal sein, wer sie war und warum sie sich nicht wehrte. Schließlich machte es die Sache nur noch leichter.

    „HEY DU KLEINE RATTE! BLEIB SOFORT STEHEN!“ Rief Hidan als sie sich urplötzlich mit einem Kunai von den Ranken befreien konnte, indem sie sie durchschnitt. Sie wusste, dass sie leben wollte. Ja, das wusste sie. Und mit jedem Wissen, dass in ihr erweckte, erlangte sie eine Erkenntnis, die alles ändern sollte. Eine eigene Mission. Rache.

    Und dieser Wunsch sollte sie nun stärker machen.


    „BLEIB STEHEN! VERDAMMT WENN ICH DICH IN DIE FINGER KRIEGE! FLEH’ JASHIN AN, DASS ICH GNADE MIT DIR HABE!“

    „Jaja...“ dachte sie sich daraufhin nur. Anhalten würde sie jedoch jetzt auch auf keinen Fall. Der Kerl ist wirklich eine Plage. Doch sie entkam.

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    Kapitel VI: Veränderung


    Und so vergingen Tage. Wochen des harten Trainings. Monate in denen sie sich schon mehrere Male gewundert hat, wieso sie noch lebt. Aber sie hatte einen Plan.
    Denn ihr Ziel rückte immer näher. Bis der Tag gekommen war:

    Der Angriff ging schnell. Schnell hatte sie ihren Onkel ausschalten können. Dafür kannte sie ihn einfach zu gut. Sie hatte sich eines Nachts im Gebäude eingeschlichen und seine Dokumente vergiftet. Es war sehr leicht. Wirklich leicht. Da er sich zunächst immer erst einen Finger ableckte, bevor er weiterblätterte, konnte das Gift so auf seine Zunge gelangen. Und nur ein winziger Anteil hatte genügt.
    Und er war tot. Danach verschwanden ihre Spuren. Aus dem Dorf. Und der Dorfgeschichte.

    Schon lange war sie hier wo sie jetzt ist. Wartend auf eine neue Person. Eine leblose. Wartend auf das vergängliche Geld, das sie erlangte, wenn jemand eine neue Leiche abgab.
    Denn die einst gute Nami war nun die Leiterin geworden. Ob Schande ein Gefühl war, das sie überkam? Meistens nicht. Manchmal schon. Selten oft und öfters selten. Und es sollte noch viel weniger werden.


    „Du bekommst 500.000 Ryō für diese Leiche.“
    Antwortete Nami der Person vor ihr. Sie kannte diese Person. Doch so wirklich zuordnen konnte sie sie nicht. Dann machte es auch keinen Sinn, sich in nutzlosen Gedanken zu verlieren, wenn sie ohnehin keine Auskunft darüber gaben, wieso sie diese unheimliche Aura als vertraut empfand.

    „500.000!“ erwiderte die dunkle Stimme vor ihr. Zwar konnte sie die Gestalt jetzt gerade nicht sehen, da sie in der Dunkelheit unterging, dennoch fand sie es auch nicht wichtig, sie sehen zu müssen. Hier ging es nur ums Geschäft.
    „Ja.“ Entgegnete sie.
    „Wenn du versuchst mich zum Narren zu halten – “
    „500.000 und das war’s. Fertig, aus. Mehr gibt’s nicht für diesen Körper“

    Die dunkle Gestalt vor ihr fing zu knurren an. Komischerweise beeindruckte sie das nicht das geringste Bisschen. Zumindest versuchte sie sich das einzureden. Denn dieses Knurren kam ihr bekannt vor. Und es machte ihr Angst. Jeder Schritt der Person vor ihr brachte ihr Herz zum rasen, als kennte sie diese Situation bereits. Schnell machte sie das Licht an – und wäre am Liebsten im Erdboden versunken.

    „Du?“ fragte die Stimme vor ihr, höhnisch und spöttisch aber verwundert zugleich.

    „Jemand, auf dem selbst ein hohes Kopfgeld ausgesetzt ist, leitet tatsächlich eine Umtauschstelle?“
    Die Stimme spotte weiter und hörte nicht auf. Auch seine Schritte schienen nicht aufzuhören, ihr entgegenzukommen.

    “Kein Wunder, dass du nur zwei Kerzen an und das Licht aushattest.“ Grinste er unter seiner Maske, seine grünen Augen schossen direkt in ihre. Doch sie war stumm vor Schreck. Da war sie wieder. Die Furcht. Diese seltsame Furcht…

    „Nun. Ist das nicht schön. Dann habe ich gleich zwei auf einem Streich gemacht. Dich und der Körper hier vor mir. Und das Geld, das hier noch versteckt ist, nehme ich auch gleich mit.“
    Die Stimme lachte nun und brachte Nami fast dazu, an ihrem Atmen zu ersticken. Als würden unsichtbare Hände sie würgen.

    „Verschwinde. Raus. SOFORT! Nimm den Körper hier mit und geh wo anders hin. Du hast Hausverbot!“ schrie sie mit letzter Kraft als er plötzlich vor ihr stand und sie gegen eine Wand drückte.

    Die Hände griffen ihre Unterarme, packten fest zu und hielten sie über ihrem Kopf fest, wo er sie mit Leichtigkeit auch nur mit einer Hand festhalten konnte, während sein Körper fest gegen sie gepresst war, sein in Rage gesetzter Atem durch seine Maske spürbar.

    „Wag es. Niemals. Niemals wieder in deinem erbärmlichen Leben deine Stimme gegen mich zu erheben, hast Du mich verstanden?“ knurrte er mit einer dunklen und leisen Stimme, die ihr fast die Seele aus dem Leibe riss, in der Not, vor ihr wegzulaufen.

    „OB DU MICH VERSTANDEN HAST!“ grollte er nur noch mehr, die Stimme eingetaucht in nichts Anderes als absoluter Wut und Zerstörungslust des Mädchens vor ihm.

    Doch sie konnte nicht antworten. Selbst wenn sie gewollt hätte, es ging nicht. Ihre Knie wurden weicher, ihre Zähne tanzten aufeinander ab und auf, ihre Fingerspitzen waren kalt wie Eis und ihre Augen in Angst getränkt, als der funkelnde grüne Stich seines Blickes in ihren Körper einbrach, sie durchbohrte und dort eine Menge Angstgefühle heraussprudeln ließ.

    “Du hast Angst, hm?“ fragte er vor ihr spottend. Sie wusste, mit der Person vor ihr war nicht zu spaßen. Doch aus irgendeinem Grund, fand er das ganze viel amüsanter als sie.
    Es machte ihm Spaß, sie so zu sehen. Es machte ihm Spaß, sie in der Hand zu haben.

    „Ver..schwin…de“ zischte sie, drehte ihr Gesicht zur Seite um nicht in die mordlustigen Augen ihres Gegenübers blicken zu müssen. Doch der Griff um ihre Handgelenke, die er über ihrem Kopf festhielt, zog fester zusammen, als bräche er sie jeden Moment während sein Körper sich nur noch mehr gegen sie lehnte, es ihr somit fast unmöglich machte, konstant zu atmen.

    „Ich glaube…du brauchst eine Lektion“ sagte er spottend als ihre Augen weit aufschossen.

    „Was meint er damit?“ fragte sie sich innerlich, biss auf ihre Lippen und merkte, wie ihr Herz beschleunigte.

    „Deine Furcht... Aber das macht mir nichts. Ganz im Gegenteil. Ich finde das anziehend…“ sprach er und sie könnte sein Grinsen durch seine Maske förmlich sehen, besonders als es näher kam.
    Nein, sie wollte das hier nicht.
    Was auch immer er jetzt vorhatte, es war gegen ihren Willen.

    „Geh weg!“ schrie sie in voller Panik vor dem Mann vor ihr, doch er unterdrückte es indem seine Hand ausholte und ihre Wange traf, wodurch sie vor Intensität des Schlages ihren Kopf zur Seite drehen musste. Ihre Wange glühte vor Schmerz, ihr Gesicht zitterte vor Angst, ihr Körper bebte vor Anstrengung sich aufrecht zu erhalten.

    „Ich habe dich gewarnt.“ Seufzte er vor ihr, während er ihr eine Haarsträhne aus dem vor Schreck entsetztem und blutendem Gesicht streifte.
    „Weißt du eigentlich…wie…sehr…du…mich reizt?“ fragte er relativ rhetorisch mit einem Ton in dem Farbkreis seiner Stimme, den sie nie zuvor gehört hat. Es klang lüstern und sie hielt die Luft für eine Sekunde lang an, dann schluckte sie.
    „Bitte…tu das nicht…!“ Sie wusste, was jetzt kommen würde. So viel hatten ihre weiblichen Alarmglocken bereits ausgesandt. Doch vergebens.
    Der Mann vor ihr schien unbeeindruckt von ihrer eigenen Meinung zu sein. Und wieso auch. Er war ein Krimineller. Diese Straftat, die er im Begriff war zu tun, sollte nur eine weitere in seinem Lebenslauf als Akatsukimitglied sein.

    Sie spürte die Küsse von ihm kaum. Und das, obwohl sie sehr grob waren. Die Küsse wurden immer heftiger, mit jeder Träne die sie vergoss in der Hoffnung, er würde von ihr ablassen. Doch das tat er nicht.

    Und nach einer Zeit, war alles nur noch eine Situation der Demut und Übernahme ihres Körpers, bis er wortlos verschwand und sie in ihrem Schockzustand der Leere und des völligen Benutztseins zurückgelassen hatte. Er hatte einen lebenden Körper noch lebloser als die leblosen Körper um sie herum zurückgelassen.

    Noch jetzt hörte sie sein leichtes Aufstöhnen, als er mit ihr fertig war, noch jetzt hört sie die Schritte die er machte, als er hinauslief. Noch jetzt hört sie die Tür, die leise schloss und sie in voller Dunkelheit alleine ließ während sie die Wand herunterrutschte und in Tränen ausbrach.
    Einige Tage vergingen seit diesem traumatisierenden Ereignis.


    „Tja ihr Ameisen. Was war das schlimmste, was euch je passiert ist? Wisst ihr. Ich glaube für ein Mädchen ist es, wenn es gegen ihren Willen angefasst wird“

    Nami blickte auf die roten Ameisen vor ihr. Sie saß, wie so oft, vor ihnen auf einem Stein und beobachtete die fleißigen Läufer.
    Sie schienen nur zu funktionieren. Hatten sie überhaupt noch einen Willen? Wer hörte ihnen zu, wenn sie Probleme hatten? Wurden sie ausgestoßen? Weil sie schwächer waren? Gesund gepflegt? Was geschah mit ihnen? Und wer war Herr über dieses Geschehen? Etwa…die Gesellschaft?


    „Was hatte ich dir zum Thema „Selbstgespräche“ gesagt?“
    Eine Stimme ließ sie zusammenfahren, ihre Augen weiteten sich, der Kehlkopf trocknete aus, die Hände erfroren und ihr Körper gleich mit. Bewegungslos starrte sie geradeaus. Sie traute sich nicht, ihren Peiniger anzuschauen, während ihr Herz langsam und schnell zugleich schlug und sie sich vor Übelkeit durch Irritierung fast übergeben musste.

    „Redest du jetzt nicht mehr mit mir?“ fragte die Stimme erneut, die sich nun neben ihr auf den Stein setzte und mit einer ihrer Haarsträhnen spielte. Sie schluckte während ihr das Schaudern langsam von den Füßen bis zum Rückgrad und hoch zum Nacken wanderte. Warum war er hier? Hat er nicht schon genug angerichtet?

    „Ignorier’ mich nicht!“ seine Stimme knurrte nun bösartig, packte Nami’s geschocktes Gesicht in dessen entsetzten Augen er blickte. Er hielt es mit einer Hand fest, sein Daume streifte ihr relativ fest über ihre aufgeplatzte Lippe, an deren Wunden er allein Schuld war. Sie zitterte, dann blickte sie weg. Sie hatte Angst vor den grünen Augen, die ihren Körper durchbohrten. Förmlich konnte sie sein Grinsen unter seiner Maske spüren. Und die Wärme, die zugleich Kälte war, als sein Gesicht sich näherte und sie grob durch seine Maske küsste.


    „Ich werde für einige Zeit nicht hier sein.“ Sprach er leise als er von ihr abließ und ihr Körper eine Erleichterung empfand, die er ganz offensichtlich spürte, denn er funkelte sie wütend an.
    „Denk daran. Du gehörst mir.“ Entgegnete er plötzlich auf ihr ruhiges Gemüt, nur um es wieder in Ehrfurcht zu tauchen. Dann verschwand er.

    “Ihm…gehören…?“
    Erst jetzt merkte sie, dass sie nicht mal wusste, wie er hieß.
    Er hatte es ihr nie gesagt. Und sein Partner war nie dumm genug, es vor ihr zu tun.

    7
    Es war Zeit für Recherchen. Sie musste doch wohl wissen, wie ihr Peiniger heißt, nicht wahr!

    Eine Woche verging. Eine Woche der nicht aufzufindenden Informationen.

    „Hmm..“ seufzte sie als sie in einer Bücherei in einem abgelegenen Dorf saß. Sie suchte vergebens, mehr Informationen zu erlangen. Bis sie letztlich aufgab. Sie fand nichts über ihn. Nichts. Ihre Neugierde wuchs überdimensional. Sie musste es doch wissen, oder? War es falsch, es wissen zu wollen?

    War es falsch, Interesse zu haben?
    Was auch immer er mit ihr getan hatte. Sie wollte es wissen. Sie wollte wissen, wer diese Person war. Jede einzelne Information konnte der Schlüssel zum Sieg sein.
    Das einzige, was sie von ihm wusste, war, dass er aus Takigakure stammte.
    „Das Dorf versteckt hinter den Wasserfällen…“ ihre Augen verengten sich, als sie eingehend darüber nachdachte.
    Dann klappte sie das Buch zu und stand auf.
    „Ich werde herausfinden, wer du bist und was du machst…“
    Murrte sie mehr zu sich selbst, dann verschwand sie, auf dem Weg nach Takigakure. Es war nicht allzu weit weg.

    Sie war dort schon einige Male, als sie sich noch gut mit ihrem Onkel verstand. Aber das war jetzt nur eine nebensächliche Rolle in dem Film ihres Lebens.

    Im Gegensatz zu anderen Dörfern, hatte dieses hier einen verborgenen Eingang. Nämlich durch einen Wasserfall. Langsam aber sicher gelang sie hindurch und stand im Dorfgeschehen. Vor ihr war ein riesiger Baum zu sehen, neben ihr einige Gebäude. Sie hoffte, hier die Antwort auf ihre Frage bekommen zu können: Wer war der Mann mit den grünen Augen und der Maske?

    Nach einigen Stunden der Herumfragerei und Suchen nach Informationen ließ sie sich niedergeschlagen auf einem verlassenen Platz nieder. Sie saß erneut auf einem Felsen, vor ihr viel Gras und Gestrüpp, auch ein Moorteich war zu sehen, neben dem ein abgestorbener Baum stand. Das Sonnenlicht war schon lange gedämpft worden, der Himmel leuchtete in einem sanften Rot aber grellem Gelb-Orange auf. Sie lehnte sich nach hinten und wich sofort zurück, als sie bröckelnde Steine des Überrestes der Mauer hinter ihr trafen, dann blickte sie um und ihre Augen weiteten sich erneut. Eine Wandmalerei, die einen Kampf zwischen zweier Shinobi zeigte. Den einen konnte sie als den ersten Hokagen identifizieren. Sie kannte sich mit den Kagen aus, wenn auch unfreiwillig.
    Doch der andere Kerl vor ihm, blieb ihr ein Rätsel.

    Neben dem Bild konnte sie nur sehr schwer die Schriftzeichen erkennen, fuhr aber mit der Handoberfläche darüber, um den Staub der Jahre zu beseitigen und zu lesen.

    „In Gedenken an den glorreichen Sieg des ersten Hokagen. Und die Niederlage des einst angesehenen Elite-Ninja Kakuzu, verbannt aus dem Dorf Takigakure“

    Nami schüttelte ihren Kopf.
    „Tze.“ Paffte sie und verzog ihre Augenbrauen. Jeder andere hätte an dieser Stelle genauso reagiert wie sie, jedoch aber durch einen anderen Grund. Jeder andere hätte vermutlich gesagt, dass es diesem Kakuzu schon recht geschieht, verbannt worden zu sein, da er den Hokagen angegriffen hat. Doch wusste sie, dass jeder Kage eines Dorfes niemals unschuldig ist. Genauso wie ihr Onkel, so war auch der Dorfanführer dieses Dorfes falsch und grausam. Und so hatte sie eher Mitleid mit dem verbannten Kakuzu, der offensichtlich nur einen Auftrag ausführte um seinem Dorf gerecht zu bleiben.
    Wie sehr sie dieses Rechtssystem hasste.

    “Er scheint eine interessante Persönlichkeit zu sein. Schade, dass er nicht mehr lebt“ schmollte sie ein wenig, dann stand sie auf und klopfte sich den Staub von der Kleidung.

    „Ich hätte ihn gerne ein Mal getroffen. Wir scheinen, dasselbe Schicksal zu teilen“ fuhr sie fort als sie erneut mit ein paar Vögeln vor sich sprach, die ihr aufgeregt zuzwitscherten. Sie spürte die Anwesenheit einer Person hinter ihr nicht, die sie wohl schon die ganze Zeit über beobachtet haben muss. Die Vögel jedoch taten es – der Grund für ihr aufgeregtes Zwitschern.


    „Was tust Du hier?“
    Die plötzliche eiskalte Stimme vor einer Woche traf sie mitten ins Herz. Erneut überkam sie Angst.
    Aber aus einem ihr nicht erklärlichem Grund, war es damit auch schon vorbei. Sie waren sich schließlich schon nahe. Ungewollt.

    “Ich…ach, nichts.“ Sagte sie und drehte sich um. Doch er stand nun dicht hinter ihr und blickte auf die kleinere Gestalt vor ihm.

    “Du lügst.“ Stellte er relativ gelassen fest, seine Stimme klang aber nach wie vor hart.
    Sie antwortete nicht.

    „Nun?“ fuhr er fort. Er wollte eine Antwort. Dann drehte sie sich um und schaute ihm in die Augen.

    „Ich…wollte…herausfinden…wer…“ dann blickte sie beschämt zur Seite. Sie wollte es nicht zugeben. Es war falsch. Oder?
    „naja…also…wer…Du bist…“ antwortete sie, stotternd und sanft zugleich während sie auf den Boden starrte, etwas traurig. Angst, dass es ihn wütend machen würde.

    „Und wieso wolltest du das?“ fragte er während er einen Schritt auf sie zulief, den sie nur zögernd nach hinten zurückwich.
    „Naja…ich…ich…weiß es nicht…tut mir Leid…“ entfloh es ihr dann hastig als sie sich umdrehte und davonlaufen wollte, doch er zog sie zu sich zurück und streichelte über ihre Wangen.

    Ja, vielleicht war es abartig. Vielleicht war es all das, wofür die Gesellschaft beide verbannt hätte. Doch wer waren die Menschen, sie zu verurteilen und zu befehlen, was richtig ist und was falsch sei. Was eklig ist und was nicht. Was sie darf und wieso sie es nicht dürften sollte. Wer waren die Menschen, die einer Norm folgten, weil es jeder tat. Waren sie nicht Sklaven ihrerselbst? Ja, sie genoss den Kontakt mit dem Mann vor ihr, dessen Namen sie nicht kannte. Der sie gegen ihren Willen anfasste, ja, sie genoss es zu ahnen, was er für sie empfand anstatt zu fürchten, dass er sie hasste. Wer von den anderen, die sie zu erziehen versuchten, konnte sie schon leiden? Ihr nur im gefälligsten Augenblicke einen Schimmer Zuneigung zeigen? Aufrichtig? Doch so war es nicht. Nie.
    In der Woche, die er nicht da war, hat sie es verstanden.

    Sie vermisste seine raue Stimme. Seine kalten Augen.
    Denn sie waren anders. Sie erzählten Geschichten, die ihr keiner erzählen konnte. Sie machten sie neugierig.
    Neugierde, die eine normale Gesellschaft niemals in ihr erwecken konnte.

    „Küss mich.“ Forderte sie und für einen kurzen Augenblick konnte sie ein Lächeln des Mannes hinter der Maske wahrnehmen. Er kam ihrer Bitte nicht nach, sondern stand vor ihr mit einem fordernden Blick. Zögernd verengte sie die Augen, konzentriert, dann streckte sie ihre Hand aus und zog ihm die Maske ab und bevor sie überhaupt bestätigen konnte, dass der Mann vor ihr dem Mann der Bildmalerei sehr ähnelt, lagen seine Lippen auch schon auf ihren. Und dieses Mal war der Kuss sanft. Sanft und gewollt.

    Nach einer gewissen Zeit drehte sie den Kopf zur Seite, in der Not nach Sauerstoff, dann lächelte sie ihn an und streifte ihm über die Stirn und zum Haar hinweg, sprach sanft, während er sie anblickte und fest zu sich zog.
    „Dich wollte ich treffen…Kakuzu…“

Kommentare Seite 1 von 1
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levy ( 31283 )
Abgeschickt vor 565 Tagen
War ein gute geschichte großers kommblimend
R4v3n ( 25854 )
Abgeschickt vor 874 Tagen
Eine etwas andere Geschichte aber sehr gut geschrieben. Gefällt mir!
Nessi ( 08459 )
Abgeschickt vor 1047 Tagen
interessante geschichte.