• Krankhafte Liebe •

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3 Kapitel - 4.685 Wörter - Erstellt von: Hope - Aktualisiert am: 2011-06-15 - Entwickelt am: - 2.777 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt

[ Balduin steht immer noch an gleicher Stelle und scheint wie festgefroren. Ich werde ihm versprechen nicht abzureisen, bis auch sein restlicher Körper geheilt ist. Ich werde nicht ruhen, ehe ich es geschafft habe, ihn vollen Herzens lächeln zu sehen. Und ich werde wohl nie mehr lieben können, wenn es des Schicksals Wille ist, das sich unsere Wege trennen... ]

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Das Kleid das ich mir herausgesucht habe, ist bodenlang und in hellen grün Tönen. Dazu trage ich einen hellen samt Schal, den ich mir locker um die
Das Kleid das ich mir herausgesucht habe, ist bodenlang und in hellen grün Tönen. Dazu trage ich einen hellen samt Schal, den ich mir locker um die Armbeugen gehangen habe. Meine Haare fallen mir in Locken über die Schultern und sind an hinterer Stelle, mit einer hübschen weißen Spange in Zaun gehalten. Der Berater des Königs, Tiberias, hat mich höchstpersönlich in Empfang genommen, als ich auf dem Wege in die Gemächer des Königs war. Ich fand es nett von ihm, das er mich das letzte Stückchen begleitet hat, und mich unversehrt ans Ziel gebracht hat. Der König ist noch nicht anwesend, deshalb nutze ich die Gelegenheit dazu, mich umzusehen. Auf der Terrasse des Gemachs, sehe ich viele Kerzen brennen, deshalb folge ich der Lichterflut und begebe mich nach draußen. Sofort stockt mir der Atem; Ein breiter Tisch, mit vielen verschiedenen Gerichten, steht in der Mitte der Veranda. Zwei Stühle stehen sich an ihm gegenüber. Die vielen Kerzen sind überall verteilt. Einmal stehen sie auf dem Tisch, dann auf dem Boden, und sogar auf dem Zaun der Veranda sind einige platziert. Von hier oben hat man eine wundervolle Aussicht auf das ganze Land. Bis in die Weiten der Wüste, vermögen meine Augen zu sehen. Ich kann nachvollziehen, warum der König so oft die Zeit damit verbringt, einfach nur hier zu sitzen. Dabei kann man sicher wunderbar nachdenken. Die Sonne, die schon fast den Horizont erreicht hat, tunkt alles in ein wärmendes Licht, das Freude und Heiterkeit zurückwirft. Ich lasse mich auf den ersten Stuhl nieder und hole tief Luft. Gleich müsste er da sein, der König. Ich habe lange überlegt, wie am besten ich ihm sagen soll, das ich aus seiner Krankheit einfach nicht schlau werde. Würde er mich dann wieder fortschicken? Oder würde er sogar wütend werden? Nach dem Festmahl zur urteilen, wollte er weder über das eine, noch das andere sprechen. Ja, es sah wirklich so aus, als wollte er sich für etwas bedanken, das längst noch nicht erreicht wurde. Als ich eine Tür ins Schloss fallen höre, versteift sich meine Haltung sofort. Schritte…
Balduin tritt mit seinem weißen Gewand neben mich, und blickt auf mich herab. Meinen Blick zu heben, traue ich mich jedoch nicht. “Wie ich sehe seid ihr meiner Einladung gefolgt,” stellt er nach weniger Zeit fest, und nimmt auf dem noch freien Stuhl platz. “Es ehrt mich sehr, das ihr mir meine Mühe und Arbeit lohnen wollt, doch muss ich euch gestehen, mit meinen Fortschritten nicht sehr weit zu sein, mein Herr.”
“Und doch seit ihr noch hier, um es weiter zu versuchen,” lächelt Balduin und rückt seinen Teller zurecht. “Lerag!,” ruft er aus und ein älterer Mann in dunkler Kutte erscheint. Wohl sein Dienstbote, denn er gibt uns das Essen frei. Ein wirklich leckerer Duft kommt mir entgegen. Langsam beginnen wir zu essen. “Ich hoffe euch mundet was ihr kostet,” spricht Balduin zwischen zwei Bissen. “Ich habe das Fleisch zart anbraten, und mit exotischen Kräutern verfeinern lassen. Sie sind sehr schwer zu bekommen, gerade weil hier so gut wie keine Grünpflanzen wachsen, außer meine Krakosblüten, die ich mir von weit her liefern ließ.” Ich wollte schon etwas sagen, aber Balduin spricht weiter. “Immer dann, wenn es mir meine Krankheit erlaubt, setzte ich mich unter sie und versuche zu schlafen. Danach geht es mir jedes Mal ausgezeichnet.” Der König scheint zu grinsen, was ich jedoch nur seiner hohen Stimme abnehmen kann. Was würde ich dafür geben ihn einmal ohne Maske zu sehen. Seine kranke Haut zu streicheln und versuchen sie zu heilen…
Achherje, was denke ich da! “Diese Blumen, aus welchem Land stammen sie?”, frage ich interessiert und lasse mir weiterhin das köstliche Essen schmecken. Der König hebt den Kopf und scheint mich zu mustern. Lange schweigt er. “Es wundert mich, das ihr euch für solch belanglose Themen interessiert, meine Komplimente jedoch ohne Begründung abweist.” Jetzt wünschte ich mir ebenfalls eine Maske herbei, die meine Röte verbergen könnte. Wie konnte er mich nur so bloß stellen? Wollte er sich nicht bedanken, und mich nicht wieder in Verlegenheit bringen?
Ja, es stimmte, er machte mir oft nebenbei Komplimente, aber wie sollte ich schon darauf reagieren? ER war der KÖNIG!
“Mein Herr, ich…”, weiter kam ich nicht, denn Balduin war aufgestanden und hielt mir eine verhüllte Hand entgegen. “Kommt, ich zeige sie euch.” Damit bin ich einverstanden, obwohl wir das Essen zurücklassen müssen, deshalb ergreife ich sie und er führt mich weiter entlang an der wunderschön erhellten Veranda. Ganz am Ende stehen in zwei Kübeln unterteilt die wohl wunderschönsten Blumen, die ich je gesehen habe. (Ihre außergewöhnliche rote Farbe ist wohl sehr selten, wie auch ihre gerafften Enden scheinen wie aus einer anderen Welt) Darunter ist eine Liege mit sämtlichen Kissen in die Wand eingemauert. Es sieht schon fast aus wie ein Bett. Wenn es keine überdachte Veranda wäre, würde es sicher nicht immer bequem sein, darauf zu liegen. Balduin lässt sich auf einer der dicken Kanten nieder und nimmt eine der länglichen Blumen in die Hand. Eindringlich schnubbert er daran. “Ich nenne sie meine persönliche Wunderpflanzen,” flüstert er und auch ich neige eine der Blumen zu mir, um daran riechen zu können. Ein feiner, süßlicher Duft geht von ihnen aus. Unbeschreiblich, würde ich sagen. “Zurück zu eurer Frage, sie stammen aus den Ländern des Regens.” Ich hebe den Kopf. “Aus den Ländern des Regens? Das ist wirklich beeindruckend, mein König. Ich wünschte mir schon immer, einmal den dicken Regen eines anderen Landes auf meiner Haut spüren zu können.” Balduin lacht kurz auf. “Das glaube ich euch, Lady. Sollte ich einmal dorthin verreisen, werde ich euch mitnehmen. Man sagt, das es in diesen Wäldern, aus der die Blume stammt, jeden zweiten Tag regnet. Daher nimmt diese wunderschöne Blume ihre Kraft, um mit ihrer ganzen Schönheit nach außen strahlen zu können.” “Verlieren sie diese Kraft nicht? Den ganzen Tag in der Sonne, ist kein Vergleich zum ewigen Regen.” Balduin räuspert sich und hustet kurz auf, worauf ich wieder auf ihn zu gehen will, sogleich er aber wieder damit aufhört und anfängt weiterzusprechen. “Doch leider tun sie das. Ihr fruchtbares Land ist wirklich kein Vergleich zu unserem. Ich lasse mir wöchentlich neue liefern, so bleibe ich ihrer Schönheit erfreut.” Balduin scheint zu lächeln, was ich diesmal nicht seiner Stimme abnehme, da diese durch seine Maske erheblich gedämpft ist, sondern seiner glücklichen Aura. Augenblicklich huscht auch mir ein Lächeln auf die Lippen. “Wahrhaftig, sie sind wunderschön.” Balduin steht unter Stöhnen auf, und kommt mir näher. “Ich mag sie auch euretwegen. Ihre Farbe spielt die eures Haares wieder. Feuer zu Feuer, Herz zu Herz…” “… Blut zu Blut,” vollende ich seinen Satz.
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• Krankhafte Liebe •
• Krankhafte Liebe •
[ Balduin steht immer noch an gleicher Stelle und scheint wie festgefroren. Ich werde ihm versprechen nicht abzureisen, bis auch sein restlicher Körper geheilt ist. Ich werde nicht ruhen, ehe ich es geschafft habe, ihn vollen Herzens lächeln zu sehen. ...
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2011-06-11
40A0
Liebesgeschichten

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