Jelena und der blutrote Rubin (1)

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3 Kapitel - 3.703 Wörter - Erstellt von: YuriMizudaka - Aktualisiert am: 2011-01-15 - Entwickelt am: - 2.661 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

In St.Petersburg herrscht der eisige und unbarmherziger Winter. Jelena, eine Waise, muss sich durch die leblosen Straßen der Stadt schlagen, bis auf einmal der Doktor Nicolai Saizew sie bei sich aufnimmt. In ihrem neuen Heim lernt sie Freunde kennen. Nicolai beschließt, ihr vieles beizubringen, und sie ist bereit dafür. Aber nach einigen Monaten des Lernens, passiert etwas, dass alle für ungläubig halten.

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Jeden Tag wurden die Nächte kälter und länger. Sekunde zu Sekunde fiel eine Schnee-Flocke vom Himmel hinab und tanzte mit den anderen. St. Petersbu
Jeden Tag wurden die Nächte kälter und länger. Sekunde zu Sekunde fiel eine Schnee-Flocke vom Himmel hinab und tanzte mit den anderen. St. Petersburg war eine riesige Stadt, vom Schnee vollkommen eingehüllt. Es ließen sich kaum Menschen auf den Straßen blicken, der Grund dafür war die Angst vor der eisigen Kälte. Der Winter kam schneller als erwartet, und drohte diese Jahreszeit besonders gefährlich zu gestalten...

Die 17-jährige Jelena ging aus einer Gasse heraus und blickte zum dunklen bewölkten Himmel hinauf. Ununterbrochen schneite es seit der Morgen-Dämmerung. In der Ferne ertönte das Läuten der Glocke. 7-mal schlug sie, dann war wieder Stille eingekehrt. Jelena machte einige Schritte, um sich aufzuwärmen. Doch die Kälte konnte sie nicht ignorieren. Sie zitterte klapperte laut mit den Zähnen, eine Gänse-haut jagte ihr über den Rücken. Sie dachte an das wärmende Feuer, an das herrliche Essen und an das weiche Bett, das sie im Waisenhaus hatte. Süße Erinnerungen. In der Vergangenheit herum zu wühlen war besser als sich der brutalen Gegenwart entgegen zu stellen. Langsam wurden ihre Gliedmaßen taub, und sie hauchte ihre zarten Finger mit dem warmen Atem an. „Ich muss sofort eine Bleibe finden, sonst erfriere ich hier noch!" murmelte sie erschöpft und setzte ihren Weg fort. Seit Stunden war sie schon unterwegs, der Kälte hilflos ausgeliefert. Bei dem Gedanken sterben zu müssen, schöpfte sie aus einer verborgenen Quelle wieder Kraft und stapfte durch den Schnee. Sie seufzte und setzte sich an den Weg-Rand. "Ich glaube, das wird nichts mehr", dachte sie sich und ließ den Kopf hängen. Plötzlich hörte sie das Aufschlagen von Pferde-Hufen. Vor ihr wieherten Pferde. Verwundert hob sie den Kopf und musterte die schwarze Kutsche, die vor ihr auf der Straße stand. Die Tiere wirkten nervös, der Schnee fiel auf deren dunkelbraunes Fell. Die Tür öffnete sich und ein kleiner Mann, eingehüllt in einem Pelzmantel, kam heraus. Seine Miene wirkte müde, doch seine Augen verrieten Freundlichkeit. Er kam auf sie zu und lächelte sie sanft an: "Liebes Kind, was machst du hier draußen? Du musst doch frieren, nicht wahr?" Sie warf ihm einen verwirrten Blick zu, und nickte heftig mit dem Kopf. Sein Lächeln wurde breiter, er reichte ihr die Hand: "Komm mit mir! Bei mir zu Hause ist es schön warm." Jelena starrte ihn misstrauisch an. " Woher weiß ich, dass Sie mir nichts tun werden? Ich kenne Sie doch gar nicht!" Sie hörte, wie der junge Kutscher-Fahrer geschockt den Atem anhielt. Der alte kleine Mann kicherte leise: "Du musst mir vertrauen, ich kann es nicht mit ansehen, wie junge Menschen wie du draußen auf der Straße leben müssen!" „Es ist meine einzige Chance, dieser Kälte zu entgehen, außer ihm wird mir anscheinend keiner helfen wollen..." dachte sie nach und sie stand auf. Sie nickte verlegen. Er zog die Hand zurück und lächelte sie erfreut an: "Wenn wir bei meinem Haus angekommen sind, bekommst du eine Suppe! Die musst du probieren, die ist einfach herrlich!" Sie grinste leicht, und begleitete den Mann in die Kutsche. Sie setzten sich und die Pferde ritten weiter. "Mein Herr, darf ich wissen wie Sie heißen?" fragte sie vorsichtig. Er lachte: "Bitte, bitte, nenne mich nicht Herr! Mein Name ist Nicolai Saizew, aber du kannst mich bei meinem Vornamen nennen.“ Sie nickte noch einmal und blickte ihn dankbar an. Sie konnte nur hoffen, dass der Mann sein Wort hielt. „Ach ja, wie unhöflich von mir. Ich heiße Jelena Sokolow.“ Er nickte ihr zu und erwiderte: „Ein wunderschöner Name. Von einigen Freunden habe ich erfahren, dass er in der deutschen Sprache Helene heißt. Wenn du mehr wissen möchtest, dann frage mich.“ Sie lächelte ihn sanft an. Einige Minuten saßen sie schweigend in der Kutsche, bis er sie plötzlich etwas fragte: „Wie lange musstest du denn draußen in der Kälte leben? Wissen deine Eltern nichts davon?“ Bekümmert blickte sie aus der Öffnung der Kutsche und seufzte: „Ich bin in einem Waisenhaus aufgewachsen, aber jetzt lebe ich ganz alleine…in der Kälte. Seit Tagen suche ich schon eine Herberge….“ Langsam hob sie den Kopf und musterte Nicolai. Erst jetzt blickte sie ihm wirklich ins Gesicht. Er hatte kurze weißes Haar und einen ebenso weißen Vollbart. Eine kleine Brille saß auf seiner großen Nase und seine Augen waren umgeben von Falten. Sie schätzte ihn auf 65 Jahre. Er betrachtete sie mitfühlend und erwiderte: „Das tut mir sehr Leid. Viele Kinder in deinem Alter erleben das Gleiche. Der Krieg hat vielen Unglück gebracht, am meisten leiden diejenigen die ihre Eltern und Familie verloren haben….“ Er hielt einen Augenblick inne und sprach ernst weiter: „Aber sie haben einen starken Willen, haben den Drang weiter zu leben.“ Er seufzte tief und schloss die Augen: „Alle Kinder, die überhaupt niemanden haben, nehme ich bei mir auf. Sie sollen die Chance haben zu lernen, sich zu entwickeln und dann anschließend, wenn sie alt genug sind, einen Beruf ausüben. Regelmäßig lerne ich mit ihnen lesen und schreiben.“ Er öffnete wieder seine Augen und musterte sie mit einem knappen Lächeln: „Soll ich dich auch lehren?“ Es war ihr peinlich zugeben zu müssen, dass sie nicht lesen konnte. Mit rot angelaufenem Kopf nickte sie dann, ein kleines Lächeln huschte über ihre Lippen. Nicolai lachte freundlich und sprach: „Der Großteil meiner Kinder sind erst 12 Jahre alt. Du wirst also zu den Großen gehören. Valentina wird sich bestimmt freuen.“ Er beugte sich zu ihr hinüber und grinste sie breit an: „Sie ist ein liebes und höfliches Mädchen, aber wenn sie jemand reizt, kann sie sehr heißblütig und auf brausend sein.“ Sie lächelte ihn an und fragte neugierig: „Sind nur wir zwei die einzigen die 17 Jahre alt sind?“ Er kicherte belustigt und antwortete amüsiert: „Nein, nein, Jelena. Es gibt auch noch zwei Jungs, ihr vier zusammen seid diejenigen die über 15 Jahre alt sind. Andrej ist der älteste, 18. Er war mein erster Zieh-Sohn. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich ihn gefunden habe.“ Er lachte, nahm die Brille von seiner Nase und putzte sie mit einem weißen Tuch: „Ein frecher Knabe, aber sehr tapfer. Ich vertraue ihm am meisten, deshalb darf er mir auch öfters in meinem Arbeits-Zimmer helfen.“ Jelena zog die Augenbraue hoch und musterte ihn fragend: „Büro? Sind Sie etwa ein Forscher?“ Er schob die Brille wieder auf seine Nase und lehnte sich an: „Wenn du mich so siehst, dann hast du nur teilweise Recht. Ich interessiere mich für Symbole und Bedeutungen.“ Sie verschränkte ihre Arme und betrachtete Nicolai skeptisch: „Sie sind also ein Gelehrter?“ Er schmunzelte und erwiderte: „Gelehrter, Professor der Psychologie und Althistoriker.“ Ihre Augen weiteten sich, ungläubig betrachtete sie ihn. Auf einmal blieb die Kutsche stehen, einige Minuten später öffnete sich die Tür. Nicolai richtete sich auf und stieg hinaus. Er nickte dem Kutscher-Fahrer dankbar zu, wendete sich Jelena zu und lächelte sie breit an: „Komm, wir sind bei meinem Haus angekommen.“ Sie befolgte seine Anweisungen. Vor ihr stand ein großes grün weißes Haus, das an manchen Stellen golden verziert war. Ihr blieb der Atem weg, in diesem wunderschönen Haus sollte sie ab nun leben. Ein glückliches Lächeln schmückte ihr Gesicht, am liebsten wäre sie jetzt vor Freude in die Luft gesprungen. Jetzt hatte sie wieder ein zu Hause.
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Jelena und der blutrote Rubin (1)
Jelena und der blutrote Rubin (1)
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2011-01-05
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Nachtherz ( 22974 )
Abgeschickt vor 959 Tagen
Die Geschichte ist echt cool ich würde sie gerne weiter lesen. Wann kommt der 2. Teil