Der Vikar Christi

  1. Erstellt von: Azincourt

Zugegeben, in der heutigen Zeit ist das Wissen über den heiligen Vater bei den meisten Menschen eher begrenzt und beschränkt sich auf oberflächliche, durch die Medien vermittelte Informationen. Allein der Wunsch mehr über die Herkunft einer alten Institution zu erfahren, macht dieses Quiz über die Päpste zu einem lohnenswerten Beschäftigungsthema. Alle katholischen Christen und sonstige Interessenten sind hiermit aufgerufen, ihre Kenntnisse über den römischen Bischof zu testen. Also, nicht lange überlegen!

Frage 1: Womit begründet man, dass der römische Bischof seit etwa 386 n. Chr. Papst genannt wird?
Der römische Bischof beantwortete erstmals per Dekretale (Papstbrief mit Weisungscharakter) die Anfrage eines auswärtigen Bischofs
Wie der Name Papa (Vater) schon sagt, wird der römische Bischof von der ganzen Christenheit als Vater und alleiniges Oberhaupt akzeptiert
Erstmals nach der Zerstörung Jerusalems 66 n. Chr. einigen sich die verbliebenen Patriarchen (Antiochien, Alexandrien, Konstantinopel) darauf, dem römischen Bischof den Titel Papst zu verleihen, als Zeichen seiner höchsten bischöflichen Würde, die auf seiner Nachfolge des heiligen Petrus basiert
Der Titel Papst als Kennzeichen seiner besonderen Machtstellung wird ihm vom römischen Volke verliehen, als er erstmals ein Heer ausrüstet und es gegen die ketzerischen, dem Arianismus anhängenden Goten ausschickt
Als Vater (Papa) und Beschützer aller Christen verbietet der römische Bischof alle Christenverfolgungen und erreicht beim römischen Kaiser die Anerkennung des Christentums als Staatsreligion

Frage 2: Wann wurde das Christentum im Römischen Reich erlaubt?
In der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts
In der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts
In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts
In der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts
In der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts

Frage 3: In der Anfangszeit des Christentums als erlaubte Religion im Römischen Reich wurden 4 Konzilien abgehalten, die für den Aufbau eines gefestigten und festgelegten Glaubens wichtig waren und später sogar auf den Rang der 4 Evangelien gehoben wurden. Welches der folgenden Konzilien gehört nicht zu den besagten 4 Konzilien?
Ephesos 431
Konstantinopel 381
Sardica 343
Chalkedon 451
Nikaia 325

Frage 4: Kannte die römische Gemeinde in den Jahren vor der kaiserlichen Erlaubnis des Christentums eine einzelne Person als ihr Oberhaupt?
Ja, das Amt des römischen Bischofs hatte sich schon voll ausgebildet.
Nein, ehrenhalber wurde der Patriarch von Jerusalem als Oberhaupt verehrt.
Nein, es gab zu viele zersplitterte Christengemeinden in Rom damals.
Ja, der höchste der Diakone, der Erzdiakon, war das anerkannte Oberhaupt.
Nein, die römische Gemeinde organisierte sich noch als Kollektiv.

Frage 5: Von welchem Papst stammt die so genannte Zweigewaltenlehre, die ein Nebeneinander von weltlicher und kirchlicher Macht beschreibt?
Leo I.
Gelasius I.
Leo IX.
Innozenz III.
Gregor VII.

Frage 6: Seit wann war das Reformkloster Cluny unter päpstlichen Schutz gestellt? (Dank seiner folgenden Ausbreitung (Tochterklöster) war Cluny für den Papst ein wichtiger Partner)
938
977
928
1025
1006

Frage 7: Welcher der folgenden kirchlichen Würdenträger zählt nicht zu den niederen Weihen?
Akoluth
Exorzist
Presbyter
Ostiarier
Subdiakon

Frage 8: Was war die ursprüngliche Aufgabe eines Diakons in Rom?
Gemeindeverwaltung, karitative Fürsorge
Wahl des Bischofs, Stundengebet
Lesen von liturgischen Texten
Eucharistiefeiern, Taufen
Dämonenaustreibung

Frage 9: Ein Defensor (ein in Wirtschaft und Recht verständiger Laie) war seit dem 5. Jahrhundert für die Verwaltung der immer zahlreicher werdenden kirchlichen Güter verantwortlich. Welche der folgenden Tätigkeiten gehörte nicht zu seinen Aufgaben?
Abwicklung von Schenkungen, Vermächtnissen, Kautionen und Gütertausch
Gewinnbringende Nutzung des Vermögens
Vertretung ihrer kirchlichen Mandanten bei Rechtsstreitigkeiten
Niederschrift aller geschäftlichen Vorgänge
Freilassung von Abhängigen (Sklaven, Kolonen)

Frage 10: In Auseinandersetzung mit welcher in der Ostkirche verpönten Glaubensrichtung erhielt Papst Leo I. von östlichen Bischöfen auf einer Synode in Chalkedon 451 Applaus mit den Worten: „Petrus hat durch Leo gesprochen.“?
Monoenergismus
Monophysitismus
Arianismus
Monotheletismus
Monotheismus

Frage 11: Wann wurde zwischen Papst und Frankenherrscher erstmals ein Bündnis geschlossen, was den Papst unter fränkischen Schutz stellte und dem Frankenherrscher die Königswürde zusprach?
800
817
732
751
774

Frage 12: Nachdem das Weströmische Reich aufgehört hatte, zu existieren und erst die Ostgoten, dann die Langobarden über Italien oder zumindest Teile davon herrschten, zu welchem Herrschaftsgebiet zählte damals die Stadt Rom und mit ihr der römische Bischof?
Zum Exarchat von Ravenna
Rom war eigenständig, zählte zu seinem eigenen Herrschaftsgebiet
Zu Byzanz
Zum Frankenreich
Zum sarazenischen Herrschaftsgebiet

Frage 13: Wie viele Diakone gab es im 4. Jahrhundert und wovon war die Anzahl abgeleitet?
10 Diakone, abgeleitet von den 10 Geboten.
3 Diakone, abgeleitet von der Dreieinigkeit Gottes.
1 Diakon, er war der Stellvertreter des Papstes, später kamen weitere Diakone hinzu.
12 Diakone, abgeleitet von den 12 Stadtteilen Roms.
7 Diakone, abgeleitet von der genannten Zahl in der Apostelgeschichte.

Frage 14: Wovon ist die Bezeichnung „Kardinal“ abgeleitet?
Von „carrus“=Wagen, da die Kardinäle dafür bekannt sind, das sie, wenn es ein muss, den Karren aus den Dreck ziehen
Von der Vorsilbe „cardio-“=Herz, da die Kardinäle ins „Herz der Macht“ vorgestoßen sind
Von „cardo“=Türangel, mit dem Angelpunkt ist der Papst gemeint, um welchen sich die Kardinäle sammeln.
Von „carder“=auskämmen, herausfiltern, da die Kardinäle aus einem größeren Kreis von Anwärtern den Sprung ins Kardinalsamt geschafft haben
Von „cardo“=kratzbürstige Person, eine scherzhafte Bezeichnung für Kardinäle, die sich ihren Weg an ihren hohen Posten durch ein solches Verhalten gebahnt haben

Frage 15: Welcher Apostel abgesehen von Petrus hat auch sein Grab in Rom?
Paulus
Jakobus der Ältere
Andreas
Michael
Judas

Frage 16: Welche Art von finanzieller Einnahme bezeichnet der Begriff einer Annate, welche der Papst im Hochmittelalter aus jedem ihm unterstelltem Bistum erhielt?
Eine Annate ist ein Pachtbetrag, den der Papst bei Verpachtung einer Pfründe erhält
Eine Annate ist der Betrag, den ein Herrscher als Stellvertreter seiner Kirche bzw. ein jeder Erzbischof für seinen Sprengel jährlich an den Papst zahlt
Eine Annate bezeichnet das im ersten Jahr nach Neuvergabe eines Bischofsstuhles vom Bistum eingenommene Geld
Eine Annate ist der Kaufbetrag, den der Papst bei dem Amtsverkauf (Simonie) erhält
Eine Annate ist eine Pilgersteuer, die allen Rompilgern beim Überschreiten der Stadtgrenze auferlegt wird

Frage 17: In welchem Zeitraum weilte der päpstliche Hof im französischen Avignon?
Von 1378-1417
Von 1314-1376
Von 1305-1378
Von 1285-1314
Von 1337-1453

Frage 18: Wer eroberte vor der Rückkehr des Papsttums aus Avignon nach Rom den Kirchenstaat für den Papst zurück?
Gil Albornoz
Herzog von Alba
Kaiser Karl V. mit einem Heer aus deutschen, spanischen und süditalienischen Söldnern
Odda Colonna
Die Eidgenossen

Frage 19: Warum war es für den Papst seit 1144 sehr schwer geworden in der Stadt Rom selbst zu herrschen?
Der byzantinische Kaiser hatte den Papst abgesetzt, als Ketzer verurteilt und einen Exarchen als neuen Regent geschickt.
Die Stadt Rom hatte sich eine kommunale Ordnung gegeben.
Der deutsche Kaiser Konrad III. hatte die Stadt Rom eingenommen und wollte sowohl in weltliche als auch in geistliche Aufgaben Einfluss nehmen.
Die Stadt Rom wurde von dem mächtigen in der Nachbarschaft Roms beheimateten Adelsgeschlecht der Orsini eingenommen.
Die Stadt Rom wurde von marodierenden Söldnern verwüstet.

Frage 20: Nach dem Ausbruch des Schismas seit 1378 wurde dann vor allem im 15. Jahrhundert versucht auf Konzilien eine Lösung mit wiederhergestellter Kircheneinheit zu finden. Welcher der folgenden Orte war in diesem Zeitraum nicht Schauplatz eines Konzils?
Konstanz
Pisa
Cividale
Lyon
Perpignan

Frage 21: Wie nennt man das Schriftstück, womit unter anderem die Unfehlbarkeit des Papstes begründet wird?
Pseudo-Isidor
Symmachianische Fälschung
Mathildische Güter
Konstantinische Schenkung
Dionysio-Hadriana

Frage 22: Welches Geschehnis in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts führte für das Papsttum zu dem Verlust zahlreicher Patrimonien (Landgüter) und zu einem geringeren Einflussgebiet in Fragen der Liturgie, der Disziplin und des Kirchenrechts?
Die iroschottische Mission auf dem Kontinent und mit ihr die Verdrängung der römischen Kirchenkultur
Das Bündnis mit dem Frankenherrscher
Der Arabersturm
Der Bilderstreit
Das Photianische Schisma

Frage 23: Wann stellte sich das Papsttum an die Spitze der Reform und erlangte somit die Anhängerschaft weiter Klerikerkreise und dadurch großen Einfluss auf die Gesamtkirche?
1. Hälfte 10. Jahrhundert
1. Hälfte 12. Jahrhundert
2. Hälfte 10. Jahrhundert
2. Hälfte 11. Jahrhundert
1. Hälfte 11. Jahrhundert

Frage 24: Wie nennt man die Vergabe von kirchlichen Ämtern an Verwandte?
Korruption
Nepotismus
Oligarchie
Simonie
Sakrileg

Frage 25: Wie nennt man den Nachlass eines Bistums, der bei Tod des Bischofs anfällt?
Pfründe
Spolien
Prokuration
Interkalarfrucht
Servitie

Frage 26: Wann hörte der Kirchenstaat auf zu existieren?
1931
1861
1945
1870
1815

Frage 27: Wie hieß der deutsche Reformpapst Gregor VII. (1073-1085) vor seiner Weihe als Papst?
Hildebrand
Gerhard
Wibert
Gebhard
Brun

Frage 28: Wonach sind die päpstlichen Bullen benannt?
Nach dem darin beschriebenem Thema
Nach Aussprüchen früherer Päpste
Nach Wunsch des Kaisers
Nach einer Bibelstelle, die darin zitiert wird
Nach den ersten Worten der Bulle

Frage 29: Welches Land nach Italien wurde nach römischem Vorbild christianisiert?
England
Das Frankenreich
Kastilien
Katalonien
Irland

Frage 30: Wie sahen die Pläne Gregors I. für Englands Kirchenorganisation aus, die dann aber nicht verwirklicht wurden?
Ein Erzbischof in Canterbury und York mit je 10 Suffraganbistümern
Ein Erzbischof in London und York mit je 12 Suffraganbistümern
Ein Erzbischof in Canterbury und ein Bischof in York
Ein Erzbischof in Canterbury, London, Winchester, Gloucester und York mit je 2 Suffraganbistümern
Ein Erzbischof in Canterbury und Winchester mit je 8 Suffraganbistümern

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